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Adolf Hitler

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Porträtaufnahme Hitlers, 1937
Porträtaufnahme von Adolf Hitler, 1933

Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn, Österreich-Ungarn; † 30. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Politiker und Diktator österreichischer Herkunft. Er war ab 1921 Parteichef der NSDAP, seit 1933 Reichskanzler und von 1934 bis zu seinem Suizid unter der Bezeichnung Führer und Reichskanzler zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches.

Unter Hitlers Führung errichteten die Nationalsozialisten in Deutschland die Diktatur des so genannten Dritten Reiches. Im Laufe des Jahres 1933 wurden alle anderen Parteien verboten oder zur Selbstauflösung gedrängt. Das Regime verfolgte politische Gegner mit Inhaftierung in Konzentrationslagern, Ausgrenzung, Folter und Mord. Hitler und seine Anhänger betrieben die systematische Entrechtung und Ermordung der europäischen Juden sowie anderer religiöser, ethnischer und gesellschaftlicher Gruppen und entfesselten den Zweiten Weltkrieg.[1] Infolge dieser Politik wurden weite Teile Deutschlands und Europas zerstört. Unter den über 55 Millionen Toten im Zweiten Weltkrieg waren etwa 30 Millionen Angehörige slawischer Völker[2] und fast sechs Millionen in Hitlers Herrschaftsbereich systematisch ermordete Juden.[3]

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Adolf Hitler als Kleinkind

Fast alle Biografen Hitlers weisen auf die enorme Diskrepanz zwischen dessen erster und zweiter Lebenshälfte hin. Bis zu seinem 30. Lebensjahr war er, gemessen an den bürgerlichen Maßstäben seiner Zeit, nicht erfolgreich, da er weder eine Berufsausbildung noch nennenswerte soziale Bindungen hatte. Danach schwang sich Hitler innerhalb weniger Jahre zum Deutschen Reichskanzler und schließlich zum diktatorischen Herrscher über weite Teile Europas auf.

Die frühen Jahre

Um seine Herkunft und sein Leben vor dem Eintritt in die Politik machte Hitler stets ein Geheimnis. „Sie dürfen nicht wissen“, sagte er 1930 über seine politischen Gegner, „woher ich komme und aus welcher Familie ich stamme.“[4] Döllersheim und Strones, die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern, ließ er im Sommer 1938, gleich nach dem Anschluss Österreichs evakuieren, um einen Truppenübungsplatz anzulegen (heute: Truppenübungsplatz Allentsteig).[5] Krockow, Kershaw und andere Biografen Hitlers vermuten, dass die Gründe dafür in dessen ungeklärter und von Inzest nicht freien Herkunft zu suchen sind. Hitlers eigene Angaben in Mein Kampf zu seinen frühen Jahren dienten vor allem der Selbststilisierung zu einem idealen nationalsozialistischen Kämpfer, gingen kaum über das hinaus, was damals ohnehin schon bekannt war, und sind daher wenig vertrauenswürdig.[6]

Herkunft

Hauptartikel: Familie Hitler
Mutter: Klara Hitler (1860–1907)
Datei:Alois Hitler.jpeg
Vater: Alois Hitler (1837–1903)

Hitlers Familie stammte aus dem niederösterreichischen Waldviertel an der Grenze zu Böhmen.[7] Im 19. Jahrhundert schwankte der damals in Österreich nicht unübliche Name der Familie noch zwischen Hüttler, Hiedler, Hittler und Hitler. Die auf Franz Jetzinger zurückgehende Behauptung, der Name sei mit dem tschechischen Hidlar und Hidlarcek verwandt,[8] wurde in der Literatur immer wieder aufgegriffen,[9] wird aber von der jüngeren Forschung eher abgelehnt. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die verschiedenen Namensvarianten, die sich in der dialektalen Aussprache phonetisch kaum unterscheiden, von Hütte ableiten, der Name also so viel bedeutet wie Kleinbauer oder Häusler.[10] Gegen diese übliche Deutung wandte der Namenforscher Jürgen Udolph ein, der ursprüngliche Name von Adolf Hitlers Großvater, Hiedler, leite sich vom Mundart-Begriff Hiedl ab. Diese Bezeichnung für eine unterirdische Wasserader deute darauf hin, dass Hitlers Vorfahren an einem zeitweise versiegenden Wasserlauf gelebt hätten.[11]

Der spätere Diktator wurde in der oberösterreichischen Stadt Braunau am Inn geboren – am 20. April 1889 um 18:30 Uhr im Gasthof Pommer, Salzburger Vorstadt 219 (heute Hausnummer 15). Er war das vierte von sechs Kindern des Zollbeamten Alois Hitler und dessen dritter Frau Klara (geb. Pölzl). Der Vater wurde unter dem Namen Alois Schickelgruber als unehelicher Sohn der später verehelichten Anna Maria Schicklgruber und Johann Georg Hiedler geboren, wurde aber erst posthum, wohl auf Betreiben seines Onkels Johann Nepomuk Hiedler, bei dem er als Ziehkind aufgewachsen war, legitimiert und nahm als 39-Jähriger den Namen Hitler an. Die Mutter Klara (geb. Pölzl) war die Tochter von Johann Nepomuk Hiedlers ältester Tochter Johanna Hiedler und ihrem Mann Johann Babtist Pölzl. Somit waren Hitlers Eltern Onkel und Nichte zweiten Grades (vgl. die Ahnentafel).[12]

Die drei älteren Geschwister Adolf Hitlers verstarben bereits im Kindesalter, noch vor Adolfs Geburt. Von den sechs Kindern des katholischen Paares erreichten nur Adolf und seine Schwester Paula das Schulalter. Aus zweiter Ehe seines Vaters hatte Adolf einen Halbbruder und eine Halbschwester: Alois junior und Angela, die ebenfalls im Haushalt aufwuchsen, da ihre Mutter verstorben war. In Mein Kampf schildert Hitler den Vater als streng, autoritär, mitunter auch jähzornig und gewalttätig. Es ist jedoch umstritten, ob Hitlers Erziehung strenger war als zu dieser Zeit üblich.

Ahnentafel Hitlers

Hitler hielt seinem Vater stets zugute, dass dieser seinen Nachnamen in Hitler hatte ändern lassen.[13] Dies geschah allerdings erst 1876, 29 Jahre nach dem Tod der Mutter und wohl anlässlich einer in Aussicht gestellten Erbschaft seines Onkels und Ziehvaters Johann Nepomuk Hiedler (1807–1888). Dieser bestätigte vor dem Ortspfarrer von Döllersheim, sein 15 Jahre älterer, damals ebenfalls bereits verstorbener Bruder, der Müllerknecht Johann Georg Hiedler sei Alois’ Vater gewesen und brachte dafür drei Zeugen bei. Da Johann Georg Hiedler Anna Schicklgruber später geheiratet hatte, fand sich der Pfarrer bereit, Alois’ Geburtseintragung von „unehelich“ in „ehelich“ zu ändern.[14] Aufgrund dieser Initiative wurde in der Forschung mitunter auch über eine mögliche Vaterschaft Johann Nepomuk Hiedlers spekuliert,[15] womit dieser gleichzeitig Großvater väterlicherseits und Urgroßvater mütterlicherseits von Adolf Hitler wäre, es gibt dafür aber keine Beweise.[16]

Obwohl es keinen Grund zur Annahme gibt, dass Adolf Hitler an Johann Georg Hiedler als Großvater gezweifelt hat,[17] musste die nicht mit völliger Sicherheit geklärte Abstammung für den Propagandisten einer rassistischen Ideologie politisch brisant werden, als er seit Anfang der 1920er-Jahre zunehmend bekannter wurde. Politische Gegner haben schon damals immer wieder nachzuweisen versucht, dass der Führer der antisemitischen und extrem nationalistischen NSDAP selbst jüdische oder tschechische Vorfahren habe. Bereits seit Mitte der 1920er-Jahre gab es Gerüchte über eine vermeintlich jüdische Abstammung Hitlers. Hans Frank griff diese in den Nürnberger Prozessen und in seiner Autobiografie[18] mit der Aussage auf, Hitlers Großmutter sei mit seinem Vater Alois schwanger geworden, als sie als Dienstmagd im Haushalt eines Grazer Juden namens Frankenberger gearbeitet habe. Die sich auf Frank beziehende Literatur verbreitete diese Behauptung weiter,[19] bis sie überzeugend widerlegt wurde.[20] Für Hitler waren derartige Gerüchte und die zum Teil inzestuösen Verhältnisse in seiner Familie Grund genug, seine Herkunft möglichst zu verschleiern.

Kindheit

Datei:Mahnstein.JPG
Gedenkstein vor dem Geburtshaus Hitlers

Wegen seines Berufs zog Alois Hitler mit seiner Familie häufig um: von Braunau zunächst nach Passau, später nach Lambach und schließlich nach Leonding bei Linz.

Psychoanalytiker wie etwa Arno Gruen gehen in Untersuchungen häufig davon aus, dass Hitlers Beziehung zu seinem Vater durch Gewalt geprägt war. Seine Mutter dagegen habe ihn „vergöttert“. Da seine drei älteren Geschwister kurz vor seiner Geburt gestorben waren, habe die Mutter stets gefürchtet, auch ihr viertes Kind zu verlieren.[21] Dieses Spannungsverhältnis habe einen prägenden Einfluss auf Hitlers Persönlichkeitsentwicklung gehabt: Die Mutter habe den Sohn nicht vor den Züchtigungen des Vaters schützen können, ihn aber, ausgleichend, vergöttert und dadurch in einem Machtspiel gegen den Vater benutzt. Das Kind habe die Mutter als schwach und verachtenswert erlebt, ebenso wie sein Vater sie wahrgenommen habe. Gleichzeitig habe der Sohn die Mutter gegen den Vater beschützen wollen. Diese Situation habe das Kind in innere Konflikte gestürzt, denen es nur durch Entfremdung von sich selbst und seinen Bedürfnissen habe ausweichen können. Durch diese Entfremdung habe sich nur eine schwache Identität entwickelt. Die innere Leere sei durch gewalttätige Fantasien und aufgesetzte Posen überspielt worden.[22] Neben dieser Deutung bearbeiten zahlreiche psychologische Werke verschiedene mögliche psychische Erkrankungen Hitlers.

Auf den verschiedenen Volksschulen, die Adolf Hitler besuchte, war er ein guter Schüler, auf der Realschule in Linz versagte er dagegen völlig. Bereits das erste Jahr dort, 1900/1901, musste er wiederholen, und seine Lehrer bescheinigten ihm „mangelnde Arbeitslust“. An der Realschule in Linz begeisterten sich Schüler, darunter auch Hitler, für die Thesen Georg von Schönerers, sie begrüßten sich mit „Heil!“-Rufen und hefteten sich Kornblumen ans Revers. Die dritte Klasse in der Realschule in Linz schloss er 1904 erneut mit so mangelhaften Noten ab, dass eine Wiederholung der Klasse drohte. Da sein Vater aber in diesem Jahr gestorben war, bot die Schule Hitlers Mutter an, ihn zu versetzen, allerdings nur unter der Bedingung, dass er die Schule wechselte. Hitler besuchte daher nun die Realschule in Steyr, die als weniger anspruchsvoll galt. Aber auch dort besserten sich seine Leistungen nicht. Er blieb sitzen, schaffte die Wiederholungsprüfung nicht und verließ die Schule sechzehnjährig, im Herbst 1905, ohne Abschluss.

Hitler stellte dies später als eine Art von Lernstreik gegen den Vater dar, der ihn in eine Beamtenlaufbahn habe drängen wollen, während er selbst den Beruf des Kunstmalers anstrebte. An dieser Darstellung ist insofern etwas Wahres, als Hitler sich zeitlebens als verkannter Künstler sah,[23] mit regelmäßiger Arbeit nicht zurechtkam, und außerdem Egozentrik zu seinen hervorstechendsten Eigenschaften gehörte. Gegen Hitlers Darstellung spricht jedoch, dass sein Vater schon am 3. Januar 1903 im Alter von 65 Jahren gestorben war. Der Erziehungsdruck auf den 13-Jährigen ließ also nach, ohne dass seine Leistungen deshalb besser wurden. Mehr als eine aus verschiedenen Quellen wahllos angelesene Halbbildung hat er in seinem Leben nie erworben.

Jahre in Wien und München

Von 1903 an bezog Hitler eine Halbwaisenrente. Damit und mit der Unterstützung durch seine Mutter war er ab 1905 finanziell unabhängig. Im September 1907 reiste er nach Wien und unterzog sich an der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie zusammen mit weiteren 112 Kandidaten der Aufnahmeprüfung.

Durch seine mitgebrachte Arbeitsmappe qualifizierte er sich wie 79 weitere Bewerber zur Teilnahme am zweiten Auswahlverfahren, dem Probezeichnen am 1. und 2. Oktober. Nur 28 bestanden diese Prüfung. Die restlichen Bewerber, darunter auch Hitler und Robin Christian Andersen waren zum Studium nicht zugelassen. Er blieb zunächst in Wien. Am 24. Oktober teilte der jüdische Hausarzt Eduard Bloch der Familie mit, die Mutter sei unheilbar krank und habe nicht mehr lange zu leben. Adolf kehrte nach Linz zurück, bevor seine Mutter am 21. Dezember 1907 an Brustkrebs starb. Nach ihrem Tod distanzierte er sich zunehmend von seinen Verwandten.

Anders als die Schilderungen seiner Jugendzeit in Mein Kampf suggerieren, konnte Hitler von seiner Waisenrente anfangs relativ gut leben. Sein Einkommen, zusätzlich aufgebessert durch den Verkauf selbst gemalter Bilder und Postkarten, lag über dem Anfangsgehalt eines Lehrers. Das Empfehlungsschreiben einer Bekannten an den renommierten Bühnenbildner Alfred Roller, der sich zu einem Empfang Hitlers bereit erklärte, führte letztlich zu keinem Ergebnis. Im Herbst 1909 konnte er sich bei seiner zweiten Bewerbung an der Kunstakademie nicht mehr zum Probezeichnen qualifizieren. Danach bemühte er sich kaum, einen Beruf oder auch nur eine Berufsausbildung in Angriff zu nehmen.

In Wien kam er mit den Schriften des Rassenideologen und Antisemiten Jörg Lanz von Liebenfels in Kontakt. Auch die antisemitischen Polemiken von Politikern wie Georg von Schönerer, dem Führer der Alldeutschen Bewegung, und dem Wiener Bürgermeister Karl Lueger nahm er auf.[24] Seine Vorstellung von einer überlegenen arischen so genannten Herrenrasse dürfte sich damals gebildet haben, seine Vorbilder ließ er aber stets unerwähnt. Mehr als für Politik hat sich Hitler nach Aussagen seines damaligen Freundes August Kubizek für Opern interessiert, insbesondere für die Richard Wagners.

Nach der zweiten Ablehnung durch den Vorstand der Kunstakademie ging Hitler allmählich das Geld aus. Er zog im Dezember 1909 in das Obdachlosenasyl in Meidling und Anfang 1910 in das Männerwohnheim in der Meldemannstraße. Als Maler von Sehenswürdigkeiten Wiens fand er ein bescheidenes Auskommen. Hitler malte und zeichnete in Wien bis Mitte 1910 zahlreiche kleinformatige Bilder. Da er selbst eher kontaktscheu war, übernahm ein Mitbewohner, Reinhold Hanisch, den Verkauf seiner Bilder. Weil er sich bei einem Geschäft von Hanisch betrogen fühlte, übertrug er den Verkauf einem jüdischen Mitbewohner namens Siegfried Löffner. Im August 1910 wurde Hanisch durch Löffner wegen der angeblichen Unterschlagung eines Hitler-Bildes bei der Wiener Polizei angezeigt. Da sich bei dieser Gelegenheit herausstellte, dass Hanisch in Wien unter dem falschen Namen Fritz Walter gemeldet war, wurde er am 11. August 1910 zu einer Gefängnisstrafe von sieben Tagen verurteilt. 1912 wurde Hitler seinerseits von einer anonymen Person wegen des unberechtigten Führens des Titels eines „akademischen Malers“ bei der Polizei angezeigt und ermahnt, diesen Titel zukünftig nicht mehr zu gebrauchen. In der Forschung wird angenommen, dass der Maler Karl Leidenroth, ein Freund Hanischs, die Anzeige in dessen Auftrag erstattete, um sich für die Anzeige aus dem Jahr 1910 zu revanchieren.[25] Danach schränkte Hitler seine künstlerische Tätigkeit ein. Bemerkenswerterweise arbeitete er beim Handel mit seinen Bildern mit zahlreichen weiteren Juden zusammen, so mit dem ungarischen Männerheimbewohner Josef Neumann, der als sein Verkäufer fungierte, sowie den Händlern Jakob Altenberg und Samuel Morgenstern. Es ist daher fraglich, ob Hitlers Antisemitismus damals bereits so ausgeprägt war, wie er in Mein Kampf behauptete.

Die Historiker Werner Maser und Joachim Fest gingen davon aus, dass Hitler Hanisch 30 Jahre später 1938 verhaften ließ – beziehungsweise ihn nach dem Einmarsch in Österreich bereits verhaftet vorfand – um ihn dann im Konzentrationslager Buchenwald ermorden zu lassen.[26] Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Hanisch bereits am 4. Februar 1937 während seines Aufenthaltes im Wiener Inquisitenspital an einem Herzschlag starb. Brigitte Hamann förderte nach intensiven Recherchen zu Hitlers Zeit in Wien nicht nur einen Bericht des untersuchenden Gerichtsarztes in der Wiener Todesfallaufnahme zu Tage, sondern auch einen Brief von Hitlers Wiener Emissär Franz Feiler vom 11. Mai 1938, in dem Feiler seinem Vertrauensmann im NSDAP-Hauptarchiv Ernst Schulte-Strathaus mitteilte, Hanisch sei „vor 1,5 Jahren gestorben.“[27]

Nachdem Hitler im Mai 1913 das Erbe des Vaters ausgezahlt worden war, zog er vom Männerwohnheim in Wien nach München um, wo er bei dem Schneider Josef Popp in der Maxvorstadt zur Untermiete wohnte. Der Umzug hatte auch den Zweck, dem Militärdienst in Österreich zu entgehen. In Mein Kampf schrieb er später, er habe sich nach einer „deutschen Stadt“ gesehnt. Hier las er die rassistischen Schriften Houston Stewart Chamberlains. Hitler malte in München weiterhin Aquarelle und gelegentlich Ölbilder, meist Architekturdarstellungen nach fotografischen Vorlagen. Er verkaufte die Arbeiten vornehmlich in der Kunsthandlung Stuffle am Maximiliansplatz.

Nach längerer Suche durch die österreichische Polizei und Vorführung beim österreichischen Konsulat in München durch Beamte der Münchner Kriminalpolizei am 19. Januar 1914 fuhr er am 5. Februar 1914 zur Musterung nach Salzburg. Hier wurde er als waffenunfähig beurteilt und vom Militärdienst in Österreich zurückgestellt. Dass Hitler nicht prinzipiell dem Kriegsdienst aus dem Weg gehen wollte, zeigte er als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg.

Im Ersten Weltkrieg

Der 25-jährige Hitler begrüßte begeistert den Kriegsausbruch im Jahr 1914. Eine Fotografie Heinrich Hoffmanns zeigt ihn inmitten der Großdemonstration am 2. August 1914 auf dem Odeonsplatz. Diese Fotografie wurde später massenhaft verbreitet.

Hitler trat am 16. August 1914 als Freiwilliger in die Bayerische Armee ein. Dort wurde der Österreicher am 8. Oktober 1914 auf den König von Bayern und anschließend auf den österreichischen Kaiser Franz Joseph vereidigt. Als Soldat des 16. Kgl. Bay. Reserve-Infanterie-Regiments (6. Königlich Bayerische Reserve-Division) verbrachte er fast die gesamte Kriegszeit als Meldegänger an der Westfront. Kershaw beurteilt die Teilnahme am Ersten Weltkrieg für Hitlers späteres Leben als kaum überschätzbar: „Der Krieg und die Folgen haben Hitler geschaffen.“[28]

Datei:Hitler in WWI.gif
Hitler (ganz links) als Soldat im Jahr 1915, rechts der Hund „Foxl“
Hitler (ganz rechts) als Soldat im Jahr 1915

Nach seiner Beteiligung an der Ersten Flandernschlacht erhielt Hitler am 3. November rückwirkend zum 1. November 1914 seine Beförderung zum Gefreiten. Am 2. Dezember desselben Jahres wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Den spontanen Weihnachtsfrieden 1914 missbilligte er. Hitler hinterließ mehrere Feldpostbriefe, von denen der vom 5. Februar 1915 der bedeutendste ist. Nach einer detailreichen Schilderung der Kampfhandlungen äußert er am Schluss seine Hoffnung auf die endgültige Abrechnung mit den Feinden im Inneren.[29]

Die Theorie, Hitler habe als Soldat ab 1916 eine Affäre mit der Französin Charlotte Eudoxie Alida Lobjoie gehabt, aus der dann Jean Loret als unehelicher Sohn hervorgegangen sei, gilt in der Forschung als eher unwahrscheinlich; sie wird im Wesentlichen nur von Werner Maser vertreten. Seit dem 26. September 1916 war er Teilnehmer der Schlacht an der Somme. Bei Le Bargur wurde Hitler am 5. Oktober 1916 (nach eigenen Angaben am 7. Oktober) am linken Oberschenkel verwundet, als im Unterstand der Meldegänger eine Granate explodierte. Man schickte ihn vom 9. Oktober bis zum 4. Dezember in das Vereinslazarett Beelitz, das ihm mit seinen weißen Betten und sorgenden Krankenschwestern geradezu unwirklich vorkam.[30]

Erst im März 1917 kam er wieder an die Front und nahm im Sommer an der Dritten Flandernschlacht teil, woraufhin er das Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Schwertern erhielt. Nach einem Heimaturlaub in Berlin im Oktober 1917 war er ab Ende März 1918 an der Deutschen Frühjahrsoffensive beteiligt. Im Mai erhielt er ein Regimentsdiplom für hervorragende Tapferkeit und das Verwundetenabzeichen in Schwarz; am 4. August wurde er auf Initiative des jüdischen Regimentsadjutanten Hugo Gutmann mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Hitler galt als korrekter Soldat, der aber bei seinen Kameraden wegen seiner unkritischen Haltung gegenüber den Offizieren eher unbeliebt war: „Den Vorgesetzten achten, niemandem widersprechen, blindlings sich fügen“, so schilderte er selbst seine damalige Haltung während des Putschistenprozesses im Jahr 1924. Seine Außenseiterrolle wird von einer Äußerung eines Regimentskameraden verdeutlicht, die Hitlers erster und zeitgenössischer Biograph Konrad Heiden zitiert: „Wir alle schimpften auf ihn und fanden es unerträglich, dass wir einen weißen Raben unter uns hatten.“ Zwar traten laut Hitler-Biograph Ian Kershaw die meisten von Hitlers Kriegskameraden später der NSDAP bei, aber sie fanden „Adi“ wie sie ihn (im Weltkrieg) nannten, recht merkwürdig.[31]

Kurz vor Kriegsende wurde Hitler nach einem am 15. Oktober 1918 mit Senfgas durchgeführten britischen Angriff am 21. Oktober in das Lazarett der vorpommerschen Stadt Pasewalk eingewiesen, wo er sich bis zum 19. November aufhielt. Die vorübergehende Blindheit, derentwegen er behandelt wurde, führte er selbst auf eine Augenverletzung infolge des Gasangriffs zurück.[30] Hier wurde er mit den anderen Verwundeten am 10. November durch den Lazarettgeistlichen über die Novemberrevolution und die laufenden Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiègne informiert, was Hitler selbst später als seelische Krise schilderte, bei der es ihm „um die Augen wieder schwarz ward“.[30] Ian Kershaw weist darauf hin, dass die Auswirkungen von Senfgas zu einer so schweren Bindehautentzündung und Schwellung der Augenlider führen, dass der Sehsinn teilweise stark beeinträchtigt ist. Er bezweifelt jedoch, dass Hitler in Pasewalk ein zweites Mal, „also hysterisch oder halluzinatorisch“ erblindete.[32]

Der Kompanieführer Hitlers wird von Konrad Heiden,[33] auf den möglicherweise Der Augenzeuge aufbaut,[34] in ähnlicher Weise zitiert: „Diesen Hysteriker mache ich niemals zum Unteroffizier!“ Demnach hatte es nicht nur mit Hitlers österreichischer Staatsbürgerschaft zu tun, dass er – obwohl mehrfach verwundet und mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen sowie weiteren Ehrenzeichen versehen – nie über den Status eines Gefreiten hinauskam. Fritz Wiedemann und Max Amann betonten in diesem Zusammenhang, Hitler selbst habe eine Berücksichtigung bei Beförderungen abgelehnt.

Dennoch sei seine Fronterfahrung laut Sebastian Haffner für Hitler ein Bildungserlebnis gewesen, da er in seinem späteren Leben von militärischen Fragen durchaus etwas verstanden habe. Allerdings nennt Haffner die Fronterfahrung Hitlers auch dessen „einziges Bildungserlebnis“.

Hitlers Aufstieg

Politische Anfänge

Hitler behauptete später, die Empörung über den verlorenen Krieg und den „Verrat der Novemberverbrecher“ habe in ihm den Entschluss reifen lassen, Politiker zu werden. Auch dies darf angezweifelt werden angesichts der unklaren Haltung zu den Zeitereignissen, die er in den ersten Monaten nach Kriegsende erkennen ließ.

Von politischen Ambitionen Hitlers ist unmittelbar nach dem Krieg nichts festzustellen. Am 21. November 1918 verließ er das Lazarett in Pasewalk. Er kehrte in die Kaserne des 2. bayerischen Infanterie-Regiments, die Oberwiesenfeldkaserne in München zurück und zeigte zunächst nur das Bestreben, nicht entlassen zu werden. Zwischendurch bewachte er vom 12. Februar bis zum 7. März 1919 in Traunstein französische und russische Kriegsgefangene bis zur Auflösung des dortigen Lagers. Er ließ sich mehrfach zu einem der Vertrauensleute seines Regiments wählen und war damit eine Art Verbindungsmann zur aus der Novemberrevolution hervorgegangenen neuen bayrischen Staatsregierung unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD).

In den Wirren nach Eisners Ermordung ergriff Hitler weder auf Seiten der am 7. April 1919 ausgerufenen Münchner Räterepublik Partei noch – wie man angesichts seiner späteren Entwicklung hätte erwarten können – auf Seiten ihrer Gegner, der zumeist völkisch und antidemokratisch gesinnten Freikorps. Er scheint sich damals vorsichtig im Hintergrund gehalten zu haben, war beim Trauerzug zur Beisetzung Eisners, eines Sozialisten jüdischer Herkunft, zugegen.[35] Dies wird von einigen Historikern als Hinweis darauf gewertet, dass Hitlers politische Anschauungen zu dieser Zeit noch nicht so ausgeprägt gewesen sein können wie er es sechs Jahre später in Mein Kampf darstellen sollte.[36]

Hitler war im April 1919 Vertrauensmann seiner Kompanie in München und wurde am 15. April zum Ersatz-Bataillons-Rat der Soldatenräte der – seit 13. April kommunistischen – Münchner Räterepublik gewählt. Die Münchner Garnison stand seit November 1918 fest hinter der Revolution und dem radikalen Wandel zur Räterepublik. Hitler teilte in jenen Monaten offensichtlich die Ansichten der sozialistischen Regierung in einem gewissen Maße, auf jeden Fall äußerte er keine abweichende Meinung, andernfalls wäre er nicht als Vertrauensmann der Soldaten gewählt worden. Vermutlich trug er sogar die rote Armbinde der Revolution, wie alle Soldaten der Münchner Garnison, weswegen Hitler später über diese Zeit wenig verlauten ließ. Als Erklärungen sind opportunistische Erwägungen (Hinauszögerung der Demobilisierung) und/oder das seinerzeitige allgemeine „ideologische Durcheinander in den Köpfen“ denkbar. Unter den engeren Kameraden war Hitler spätestens seit Mitte April 1919 als Konterrevolutionär bekannt, wofür auch die Denunziation zweier Kollegen aus dem Bataillons-Rat bei einem Tribunal wenige Tage nach Niederschlagung der Räterepublik spricht.[37]

Gerade jetzt begann Hitler, erstmals eine gewisse politische Aktivität zu entwickeln. Nach der blutigen Niederwerfung der Räterepublik ließ er sich von einer Untersuchungskommission der Münchener Reichswehrverwaltung anwerben, die damals den entscheidenden Machtfaktor in Bayern darstellte. Es gibt Hinweise darauf, dass er sich das Wohlwollen der neuen Machthaber erkaufte, indem er Regimentskameraden verriet, die sich auf Seiten der Räteregierung engagiert hatten (s.o). Offensichtlich erfüllte er die in ihn gesetzten Erwartungen, denn die entscheidenden Männer der so genannten schwarzen Reichswehr – beispielsweise der Hauptmann Ernst Röhm – scheinen in dem Gefreiten Hitler bald einen potenziellen Agitator gesehen zu haben, mit dessen Hilfe sich nationalistische Ideen unter Arbeitern verbreiten ließen. Seine Vorgesetzten schickten Hitler vom 5. bis 12. Juni und vom 26. Juni bis zum 5. Juli 1919 zu Schulungen für Propaganda-Redner. Einer der Vortragenden war Professor Karl Alexander von Müller. Danach setzten sie Hitler als V-Mann ein und beauftragten ihn im Rahmen eines Aufklärungskommandos damit, politische Parteien und Zirkel zu bespitzeln, die im nachrevolutionären München wie Pilze aus dem Boden schossen.

Hitlers Mitgliedskarte der DAP

Dazu gehörte auch die von dem Journalisten Karl Harrer und dem Schlosser Anton Drexler gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP), die fremdenfeindliche, antisemitische und pseudo-sozialistische Ideen propagierte. Am 12. September 1919 besuchte Hitler, aufgrund einer Empfehlung von Hauptmann Karl Mayr aus der völkisch-nationalistischen Vereinigung „Eiserne Faust“, erstmals eine ihrer Versammlungen. Als dabei ein Redner die Trennung Bayerns vom Reich forderte, widersprach Hitler ihm so energisch wie wortreich und fiel durch sein Rednertalent auf. Erstmals hatten er selbst und andere eine gewisse Begabung an ihm entdeckt: Er konnte Zuhörer fesseln und Emotionen wecken. Drexler meinte angeblich sofort zu Harrer: „Dör hot a Goschn, den kennt ma braucha!“ (Hochdeutsch: „Der hat Rednertalent, den könnten wir brauchen!“) und versuchte, ihn noch am gleichen Abend anzuwerben. Im Auftrag seiner Vorgesetzten trat Hitler am 19. Oktober 1919 der DAP bei – als 55. Mitglied, nicht als siebentes, wie er später stets behauptete. Seine Mitgliedsnummer 555 rührte daher, dass die DAP mit der Zählung ab 501 begann, um etwas mehr Größe vorzutäuschen. Zu dieser Zeit kam Hitler auch erstmals mit dem antisemitischen Schriftsteller Dietrich Eckart von der Thule-Gesellschaft in Kontakt. Eckart war auf der Suche nach einem Agitator, der Arbeiter und Angehörige der Unterschichten für rechtsradikale Ideen gewinnen sollte. Als einer der ersten sah Eckart, der im August 1921 Chefredakteur des Völkischen Beobachters[38] wurde, in Hitler diesen Mann und förderte ihn seither mit Rat und Tat.

Da Hitler mit seinen aufputschenden Reden immer mehr Zuhörer und Mitglieder anlockte, gewann er bald größere Bedeutung für die kleine DAP. Zunächst war er dort als Werbeobmann tätig und im Frühjahr 1920 an der Ausarbeitung des 25-Punkte-Programms der DAP beteiligt, die sich auf sein Betreiben in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannte. Als er am 31. März 1920 schließlich aus der Armee entlassen wurde, konnte er bereits von seinen Honoraren als Redner leben. Als Agitator war er für die noch wenig beachtete NSDAP unersetzlich. Dies nutzte er aus, als er im Juli 1921 die alte Parteiführung entmachtete und mit einem Ultimatum seine Wahl zum Vorsitzenden der NSDAP erzwang. Hitler war nun eine politische Lokalgröße, die aber außerhalb Bayerns eher Belustigung als Furcht erregte. 1921 und 1922 suchte er in mehreren Reden vor dem Berliner Nationalklub die Unterstützung des oberen Bürgertums.

Putsch und Inhaftierung

Hitler, rechts neben Ludendorff (Bildmitte), mit Teilnehmern des Hitler-Ludendorff-Putsches (1924)

Bayern wurde seit der Niederschlagung der Räterepublik von dem nationalistisch und monarchistisch gesinnten Generalstaatskommissar Gustav Ritter von Kahr regiert, der keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Demokratie und die angebliche „rote Reichsregierung“ der Weimarer Republik machte. Hitler und der frühere Generalquartiermeister der Obersten Heeresleitung (OHL) Erich Ludendorff, der inzwischen zu den Sympathisanten der NSDAP gehörte, sahen in Kahr daher einen Verbündeten in ihrem Plan, nach dem Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom vom Oktober 1922 die Regierung in Berlin gewaltsam zu stürzen. Aufgrund der französischen Ruhrbesetzung, der enormen Inflation und heftiger innerer Unruhen in Deutschland glaubte er, auch bei breiten Bevölkerungsschichten Unterstützung zu finden.

Am Abend des 8. November 1923 stürmten Hitler und einige Bewaffnete den Münchner Bürgerbräukeller, in dem Kahr eine Rede hielt. Doch nur unter vorgehaltener Waffe ging dieser zum Schein auf Hitlers Angebot ein. Am nächsten Morgen jagte die Polizei den Marsch Hitlers und seiner Anhänger schon an der Feldherrnhalle auseinander. Ludendorff wurde noch am 9. November verhaftet, Hitler einige Tage später. Der Prozess gegen die Teilnehmer am Hitler-Ludendorff-Putsch begann am 26. Februar 1924. Er hätte nach Gesetzeslage mit langen Haftstrafen und zumindest mit der Ausweisung Hitlers enden müssen, der damals noch immer österreichischer Staatsbürger war. Aber wie in der Weimarer Republik üblich wurden die rechtsextremen Täter mit äußerster Milde behandelt. Der Gerichtspräsident nahm es sogar hin, von Hitler wegen seiner jüdischen Herkunft angegriffen zu werden. Ludendorff redete seine Beteiligung an dem damals so genannten Bierkellerputsch möglichst klein und erreichte einen Freispruch. Hitler, der wusste, wie wenig er riskierte, ergriff die Chance, sich selbst als alleinigen Initiator des ganzen Unternehmens darzustellen.

Die Richter taten sich schwer, Hitler überhaupt zu verurteilen, und attestierten ihm, während des Aufstands vom „edelsten selbstlosen Willen geleitet“ worden zu sein. Er wurde wegen Hochverrat zur Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Das Gericht verzichtete zudem darauf, den österreichischen Staatsbürger Hitler aus Deutschland auszuweisen, obwohl das Gesetz zum Schutz der Republik dies für straffällig gewordene Ausländer vorsah. Auch von seiner Haftstrafe musste er nur neun Monate in der Festung Landsberg absitzen. Bereits am 20. Dezember 1924 wurde Hitler entlassen. Er hatte die Haftzeit genutzt, um das Manuskript des ersten Teils seines Werks Mein Kampf zu verfassen,[39] in dem er in autobiographischer Form offen seine politischen Ziele und die Ideologie des Nationalsozialismus beschrieb.

Dank der Berichterstattung über den Prozess wurde Hitler nun auch im Norden Deutschlands als der radikalste aller völkischen Politiker bekannt. Seine Stellung in der NSDAP war gefestigter denn je und in der völkischen Bewegung gewann seine Stimme erheblich an Gewicht. Hatte er sich bis dahin eher als Trommler der Bewegung gesehen, der den Weg für einen anderen Retter Deutschlands wie etwa Ludendorff frei machen sollte, so sah er sich nun zunehmend selbst in der Rolle des großen Führers. All das nützte ihm jedoch zunächst wenig. Zwar wurde die NSDAP nach einem anfänglichen Verbot wieder zugelassen, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Weimarer Republik stabilisierten sich. Der bis 1929 anhaltende wirtschaftliche Aufschwung bot radikalen Parteien kaum Ansätze für ihre Agitation.

Neubeginn und Aufstieg der NSDAP

Nach seiner Haftentlassung begann Hitler damit, die NSDAP unter seine alleinige Kontrolle zu bringen. In Norddeutschland hatte sich unter Gregor Strasser ein starker Parteiflügel gebildet, der Hitlers Anlehnung an die alten, monarchistischen Machteliten nicht mittragen wollte und einen sozialrevolutionären Kurs befürwortete. Hitler gelang es rasch, Strasser und seine Anhänger entweder politisch kaltzustellen oder wie Joseph Goebbels auf seine Seite zu ziehen.

Aus dem fehlgeschlagenen Putsch hatte Hitler den Schluss gezogen, dass es die Macht im Staat nicht auf revolutionärem, sondern auf legalem Weg zu erobern galt. Ihm ging es darum, die Demokratie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und zu untergraben. Die NSDAP sollte in die Parlamente einziehen, aber ohne dort konstruktiv mitzuarbeiten. Zudem sollte die SA mit spektakulären Aufmärschen, Straßenschlachten und Krawallen die Blicke der Öffentlichkeit auf die Partei und ihren Führer lenken und zugleich die Schwäche des demokratischen Systems offenbaren. Für die späteren Wahlerfolge der Partei waren nicht zuletzt ihre für die damaligen deutschen Verhältnisse völlig neuen Methoden der Werbung und Massenbeeinflussung (→ Propaganda) verantwortlich. Ein Grundstein für den Erfolg dieses Vorgehens war die Fähigkeit Hitlers, massenwirksame politische Reden zu halten. Mit seiner Ruhrkampagne versuchte er jedoch vergeblich, die Unterstützung der Ruhrindustrie zu gewinnen.

Eine erste Möglichkeit, in ganz Deutschland propagandistisch tätig zu werden, war das 1929 von NSDAP und DNVP gemeinsam initiierte Volksbegehren gegen den Young-Plan, der eine abschließende Regelung der Reparationsfragen zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern vorsah. Das Volksbegehren scheiterte zwar, aber Hitler und die NSDAP gewannen in den Reihen des nationalistisch-konservativen Bürgertums erheblich an Zustimmung, was sich bei den Landtagswahlen in Thüringen im Herbst 1929 erstmals in einem deutlichen Zuwachs an Wählerstimmen auszahlte. Vor allem konnte Hitler seither auf die publizistische Unterstützung durch das Presseimperium des DNVP-Vorsitzenden Alfred Hugenberg setzen. Dieser sah – wie zuvor Ludendorff und später Papen – in Hitler und der NSDAP nur willige, lenkbare Instrumente, um den deutschnationalen Kräften zu einer Massenbasis zu verhelfen.

Zum Durchbruch auf nationaler Ebene verhalf Hitler aber erst die Weltwirtschaftskrise, die Ende 1929 ausbrach und Deutschland besonders hart traf. Über die Finanzkrise des Reichs brach am 27. März 1930 die Weimarer Koalition auseinander. Hermann Müller (SPD), dem letzten Kanzler, der noch über eine demokratisch gesinnte Reichstagsmehrheit verfügte, folgte das erste Präsidialkabinett des Zentrums-Abgeordneten Heinrich Brüning, das sich allein auf das Vertrauen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg stützen konnte. Bei den Neuwahlen am 14. September steigerte die NSDAP ihren Stimmenanteil mit einem Schlag von 2,6 auf 18,3 Prozent. Statt mit 12 Abgeordneten, wie bis dahin, zog sie nun mit 107 in den Reichstag ein. Die staatstragenden, demokratischen Parteien der Mitte hatten keine Mehrheit mehr, und Hitler war endgültig zu einem Machtfaktor in der deutschen Politik geworden.

1931 erhielt Hitler durch die Vermittlung von Ernst Röhm, der Verbindungen zu Kurt von Schleicher hatte, eine Einladung zu einem Termin bei Hindenburg. Am 10. Oktober, einen Tag vor dem Treffen der Harzburger Front, trat Hitler gemeinsam mit Hermann Göring vor den Reichspräsidenten. Diese Begegnung soll wenig erfolgreich verlaufen sein. Hitler sei in gewohnter Manier in lange Monologe verfallen, statt die Fragen des Feldmarschalls abzuwarten. In diesem Zusammenhang ist überliefert, dass Hindenburg später zu Schleicher gesagt habe, er hätte ihm da einen sonderbaren Kerl geschickt: Dieser „böhmische Gefreite“ wolle Reichskanzler werden? Niemals! „Höchstens Postminister“.[40] Hindenburg verwechselte Hitlers Geburtsort, das österreichische Braunau, mit dem gleichnamigen Ort in Böhmen.[41]

Hitlers Weg zur Kanzlerschaft

2. Wahlgang zum Reichspräsidenten
Hitler am 21. Juni 1932 (Mitte vorn) in der Diskussion mit Hermann Göring und Ernst Hanfstaengl

Den nach freiwilliger Aufgabe der österreichischen Staatsbürgerschaft seit 1925 staatenlosen Hitler machte erst die Anstellung als Regierungsrat beim Landeskultur- und Vermessungsamt des Freistaates Braunschweig mit sofortiger Abordnung an die Braunschweigische Gesandtschaft beim Reichsrat in Berlin Ende Februar 1932 zum deutschen Staatsangehörigen (→ Einbürgerung Adolf Hitlers).[42] Damit erfüllte er eine formale Voraussetzung zur Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl im selben Jahr. Nachdem Hindenburg im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit verfehlt und sich erst im zweiten Wahlgang im Unterschied zu Hitler (36,8 %) mit 53 % durchgesetzt hatte, bedurfte es weiterer Etappen bis zur Reichskanzlerschaft. Am 31. Juli 1932 wurde die NSDAP mit 37,3 % stärkste Partei bei den Reichstagswahlen, verlor aber bei erneuten Reichstagswahlen am 6. November 1932 beträchtlich, wobei sie mit 33,1 % relativ stärkste Partei blieb. Als die NSDAP bei den Landtagswahlen in Lippe 39,5 % der Stimmen erzielte, wertete die Partei das als Zeichen ihrer Stabilisierung, so dass nach dem Rücktritt Schleichers am 28. Januar 1933 der Weg für Hitler frei wurde, der seit Ende 1932 zusammen mit Goebbels und Göring kompromisslos auf seine Kanzlerschaft gedrängt hatte.

Die Kamarilla um Paul von Hindenburg trieb zur Unterstützung einer nationalistisch ausgerichteten Regierung die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler voran. Unterstützung suchte Hitler weiterhin bei Großindustrie und Banken. Schon in der Frühphase der NSDAP hatte er antikapitalistische Tendenzen in der Partei klein zu halten versucht und stets darauf bestanden, allein die Juden für die Misere der Wirtschaft verantwortlich zu machen. Bei einer Rede vor dem Düsseldorfer Industriellenclub 1932 hob Hitler die Rolle der Wirtschaftseliten lobend hervor und betonte, dass das deutsche Volk nicht überleben könne, solange die Hälfte der Deutschen „Eigentum als Diebstahl“ betrachtete – eine Anspielung auf das immer noch große Wählerpotential von SPD und KPD. Trotz dieser Bemühungen blieb der Anteil der großindustriellen Spenden an den Finanzen der NSDAP aber gering, was sich unter anderem an der erheblichen Finanznot zeigte, in die die Partei im Herbst 1932 geriet – gerade zu dem Zeitpunkt, als sich in der berühmten Industrielleneingabe mehrere Bankiers, Agrariern und Industrielle bei Hindenburg für eine Kanzlerschaft Hitlers einsetzten. Größere Bedeutung für den Aufstieg der NSDAP hatte, wie der Historiker Henry A. Turner nachweisen konnte, ihre Selbstfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder bei Redeveranstaltungen.

Die Befürwortung seiner Ernennung zum Reichskanzler durch die nationalkonservativen Kreise um Franz von Papen sicherte sich Adolf Hitler, indem Papen zum Vizekanzler mit dem Recht, bei allen Vorträgen des Kanzlers beim Reichspräsidenten zugegen zu sein, ernannt wurde und die klassischen Ministerien von Konservativen besetzt wurden. Papen glaubte, Hitler dadurch „einrahmen“ zu können. Beim Treffen Papens mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder einigten sich beide auf eine Reichskanzlerschaft Hitlers. Das Militär erhoffte sich von einem Reichskanzler Hitler eine Beseitigung oder zumindest eine Lockerung der Fesseln des Versailler Vertrags sowie eine Aufrüstung beziehungsweise Vergrößerung der Reichswehr. Nationalkonservative aus Wirtschaft und Politik wollten durch Hitler eine Stabilisierung der Regierung und auch eine Neuorientierung der politischen Kultur in Richtung einer autoritären Monarchie erreichen.

Der Diktator

Errichtung der Diktatur

Der SPD-Politiker Otto Wels hielt vor dem Reichstag seine bekannte Rede gegen das Ermächtigungsgesetz

Nach dem Reichstagsbrand, der den Kommunisten untergeschoben wurde, erreichte Hitler von Hindenburg den Erlass von Notverordnungen nach Art. 48 der Weimarer Verfassung. Mit ihnen war er in der Lage, Grundrechte außer Kraft zu setzen. Diese Notverordnungen hatten jedoch nur eine eng begrenzte Gültigkeitsdauer. An ihre Stelle sollte daher eine dauerhafte Regelung treten, das Gesetz zu Behebung der Not von Volk und Reich, das so genannte Ermächtigungsgesetz. Dazu benötigte Hitler eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag. Um diese zu erreichen, unterstützte eine Gruppe von Industriellen unter Führung von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach den NSDAP-Wahlkampf für die Wahl am 5. März 1933 massiv. Im Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 stellten sie drei Millionen Reichsmark zur Verfügung. Als die Zweidrittelmehrheit dennoch nicht erreicht wurde, hinderten Hitlers SA und die Göring unterstehende preußische Polizei einen Teil der Reichstagsabgeordneten, nämlich alle 81 Angehörigen der KPD-Fraktion und einige Sozialdemokraten verfassungswidrig daran, an der entscheidenden Parlamentssitzung teilzunehmen. Bürgerliche Kreise sollten mit dem Tag von Potsdam beruhigt werden, bei dem sich das neue Regime in die preußische Tradition zu stellen suchte. Das Gesetz wurde gegen die Stimmen der verbliebenen SPD-Abgeordneten verabschiedet, aber mit Zustimmung der bürgerlichen Parteien, darunter das Zentrum und die Liberalen.

Mit dem Inkrafttreten des Ermächtigungsgesetzes begann die nationalsozialistische Diktatur, in der zeitgenössischen Propaganda als Drittes Reich bezeichnet.

Am 1. Juni 1933 wurde die so genannte Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft eingeführt, eine Zwangsabgabe aller Betriebe zugunsten der NSDAP, berechnet nach der Lohn- und Gehaltssumme. Bis 1945 kamen so 700 Millionen Reichsmark an vermeintlichen Spenden zusammen. Die NSDAP und Hitler wurden hierdurch auf einen Schlag sämtlicher finanzieller Probleme entledigt. Hitler, angestachelt durch die Röhm-Konkurrenten Reichsführer-SS Heinrich Himmler, Hermann Göring und Reinhard Heydrich, nutzte einen angeblichen Putschversuch Ernst Röhms und gab den Befehl zur Ermordung seines Duz-Freundes Röhm am 30. Juni 1934. Dabei wurden nicht nur zahlreiche Führer der SA, Generäle der Wehrmacht und Personen ermordet, die dem Regime im Weg standen, sondern auch Personen, die zuvor gegen Hitler opponiert hatten. So wurde der ehemalige Reichskanzler und General Kurt von Schleicher zusammen mit seiner Frau in deren Privatwohnung ermordet.

Hitler im November 1935 bei einer Parade des Reichsparteitags, die Gebäude im Hintergrund existieren größtenteils heute nicht mehr, von der wieder aufgebauten Kirche St. Sebald und der Nürnberger Industrie- und Handelskammer abgesehen.

In einer Rede vor dem Reichstag am 13. Juli 1934 erneuerte Hitler seine Zusage an die Reichswehr, sie würde die einzige Waffenträgerin des Staates bleiben. Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburgs, am 2. August 1934, ging der Oberbefehl über die Reichswehr ohne Widerstand auf Hitler über. Dieser ließ das Amt des Reichspräsidenten nach einer Volksabstimmung mit dem Amt des Kanzlers verschmelzen und nannte sich fortan Führer und Reichskanzler[43]. Er demonstrierte damit die Vereinigung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers auf seine Person, verwendete jedoch bewusst nicht die Amtsbezeichnung Reichspräsident für sich; diese solle dem verstorbenen Paul von Hindenburg vorbehalten bleiben, so die offizielle Erklärung.[44] Anstelle eines Eides auf die Verfassung mussten Offiziere, Soldaten, Beamte und auch die Reichsminister nun „vor Gott“ einen persönlichen Eid auf den „Führer des Deutschen Reichs und Volkes Adolf Hitler“ schwören.[45]

Im Januar 1938 trat der verwitwete Reichswehrminister Werner von Blomberg wegen seiner Heirat mit einer ehemaligen Berliner Prostituierten zurück, die als nicht standesgemäß betrachtet wurde, obwohl Hitler und Göring Trauzeugen gewesen waren. Im selben Monat geriet der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, wegen einer zwei Jahre zurückliegenden falschen Anschuldigung bei Hitler in den Verdacht homosexueller Neigungen. Hitler löste beide Generäle von der Spitze der Wehrmacht ab und übernahm selbst den Oberbefehl. Als Leitungsorgan trat das Oberkommando der Wehrmacht an die Stelle des Reichswehrministeriums (→ Blomberg-Fritsch-Krise).

Hitlers Verfolgungs- und Vernichtungspolitik

Die staatlichen Diskriminierungen und Verfolgungen in der Zeit des Nationalsozialismus, der ihre Opfer oft durch Flucht ins Exil oder durch Emigration zu entgehen versuchten, erstreckten sich nicht nur auf die politischen Gegner Hitlers und der NSDAP. Verhaftungen, Misshandlungen, Einweisungen in Konzentrationslager und andere Unterdrückungsmaßnahmen, die bis hin zu ihrer Ermordung reichten, trafen seit der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat („Reichstagsbrandverordnung“) vom 28. Februar 1933 vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, aber auch Pazifisten, die konservative Opposition und jeden sonstigen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Wegen ihrer Verweigerung des Wehrdienstes und des Hitlergrußes wurden die Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus verfolgt.

Wesentliche Antriebskräfte für Hitlers Politik waren jedoch auch sein auf Ausrottung der Juden zielender Antisemitismus und sein radikaler Sozialdarwinismus. Vom Beginn seines öffentlichen Auftretens bis zu seinem Tod griff Hitler immer wieder die Juden und andere Volksgruppen an. Dies rechtfertigte er innerhalb seines Menschenbildes, indem er ihren Wert als Menschen systematisch verleugnete. Hitler benutzte dafür den für Menschen nicht anwendbaren Begriff „minderwertig“. In diesem Sinne diskriminierte er unter anderem auch Sinti und Roma, Polen und Russen. Die nach den Juden größte unter Hitlers Herrschaft ermordete Gruppe waren etwa 2,5 bis 4 Millionen sowjetische Kriegsgefangene, die als „slawische Untermenschen“ ebenfalls der rassistischen Ideologie wegen vernichtet werden sollten. Als „Asoziale“ wurden auch andere sozial ausgegrenzte Gruppen, etwa Jenische und Homosexuelle, aber auch nonkonformistische Kinder und Jugendliche (→ Jugendkonzentrationslager), verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt und ermordet.

Hitlers sozialdarwinistische Anschauungen traten auch in Äußerungen über kranke Menschen sowie Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen zutage, die er als „lebensunwert“ bezeichnete. Hitler sah in der Weltgeschichte einen permanenten Kampf, in dem die seiner Meinung nach Starken die vermeintlich Schwachen, die „höherwertigen“ die „minderwertigen Rassen“ auszumerzen hätten. So sagte er etwa auf dem Parteitag der NSDAP in Nürnberg 1929: „Würde Deutschland jährlich eine Million Kinder bekommen und 700.000 bis 800.000 der Schwächsten beseitigt, dann würde am Ende das Ergebnis vielleicht sogar eine Kräftesteigerung sein.“

Judenverfolgung

Der Antisemitismus Hitlers und der Nationalsozialisten zeigte sich zunächst in der offenen Diskriminierung und Entrechtung der Juden und führte während des Zweiten Weltkrieges zum Holocaust. Der so genannten Endlösung der Judenfrage, der von Hitler bereits in Mein Kampf angedeuteten Absicht, alle Juden auszurotten, fielen rund sechs Millionen Menschen in ganz Europa zum Opfer.

Einen „Meisterplan“, wie man mit den Juden umgehen sollte, hatte Hitler indes nicht.[46] Die Diskriminierungen und Verfolgungen steigerten sich vielmehr zumeist ohne seine Initiative, sie wurden vom eher zögerlichen Hitler als Reaktion auf den Druck von unten improvisiert, den seine Parteigenossen ausübten.[47] Nachdem es kurz nach der Machtübernahme durch die SA zu spontanen Gewaltakten gegen Juden gekommen war, ordnete die neue Regierung einen eintägigen Boykott jüdischer Geschäfte an, um diesen irregulären Aktivitäten ein Ventil zu öffnen. Der Boykott vom 1. April 1933, bei dessen Organisation Hitler nicht unmittelbar im Erscheinung trat, wurde als Antwort auf angebliche „jüdische Gräuelpropaganda“ aus dem Ausland hingestellt.[48] Es folgten Verordnungen und Gesetze, die die Rechte der Juden immer weiter einschränkten und sie zu Bürgern zweiter Klasse degradierten. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums beispielsweise führte zur Entlassung jüdischer Beamter aus dem öffentlichen Dienst. Auch die Ausübung anderer Berufe wurde den Juden im Laufe der Zeit immer weiter erschwert. Jüdische Ärzte oder Rechtsanwälte etwa durften nur noch jüdische Klienten bedienen. Andere Berufe waren ihnen ganz verschlossen.

Hitler schwebte zu dieser Zeit als Nahziel eine konsequente Ghettoisierung der Juden und ihre Absonderung von der restlichen Bevölkerung vor. Die Juden müssten „heraus aus allen Berufen […], eingesperrt in ein Territorium, wo sie sich ergehen können […], während das deutsche Volk zusieht, wie man wilde Tiere sich ansieht“.[49]

Die Parteibasis der NSDAP war mit der ihrer Meinung nach zu geringen Radikalität der Judenpolitik Hitlers unzufrieden. Deshalb kam es im Verlauf des Jahres zu erneuten irregulären Gewalttaten gegen Juden, was zu Protesten von Hitlers konservativer Verbündeten aus Verwaltung und Wirtschaft führte. Nachdem Hitler im August 1935 alle weiteren Einzelaktionen gegen die Juden untersagt hatte, schlug ihm auf dem Nürnberger Reichsparteitag im September die offene Unzufriedenheit der „alten Kämpfer“ entgegen. Hitler schwenkte spontan um und machte sich die Initiative des Reichsärzteführers Gerhard Wagner zu eigen, der ein „Blutschutzgesetz“ angemahnt hatte. Die zuständigen Ministerialbürokraten wurden aus Berlin eilends nach Nürnberg zitiert und entwarfen in einer einzigen Nacht die Nürnberger Rassegesetze.[50]

Die so entstandenen Nürnberger Gesetze beraubten die deutschen Juden endgültig ihrer staatsbürgerlichen Rechte. Unter anderem wurden Ehen zwischen Juden und Nichtjuden verboten und sexuelle Beziehungen zwischen ihnen als so genannte Rassenschande unter Strafe gestellt. Staat und Partei förderten „Arisierungen“, wie die Übernahmen jüdischer Unternehmen durch Nichtjuden zu – für letztere – äußerst vorteilhaften Bedingungen genannt wurden. Auswanderungswilligen Juden wurde zugleich eine Reichsfluchtsteuer auferlegt, durch die sie die ohnehin geringen Erlöse aus Arisierungen großteils wieder verloren. Vor dem Krieg fand die Judenverfolgung ihren Höhepunkt in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Auch hier war eine Verschärfung der Judenpolitik vorausgegangen, die der nationalsozialistischen Parteibasis immer noch nicht weit genug gegangen war. Wieder kam es zu irregulären Pogromen seitens fanatischer Nationalsozialisten. Als auf einer Versammlung sämtlicher führenden Parteifunktionäre am 9. November 1938 anlässlich des Jubiläums des Hitler-Putsches die Nachricht eintraf, der von einem jüdischen Attentäter verletzte Ernst von Rath sei seinen Verletzungen erlegen, zog sich Hitler nach einem kurzen, intensiven Gespräch mit Goebbels von der Feier zurück. Goebbels aber instruierte die versammelte Parteiführung und setzte so die angeblich „spontane[n] Äußerungen des Volkszorns“ in Gang. Im ganzen Reich kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden, jüdische Gemeinden, Synagogen und andere Einrichtungen.[51] Hitler radikalisierte nun auch seine antisemitische Rhetorik. In einer Rede anlässlich des sechsten Jahrestags seiner Machtergreifung drohte er am 30. Januar 1939:

„Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.[52]

Hitler-Porträt in einer Ausstellung im KZ Mauthausen

Nach Kriegsausbruch ging sein Regime von der Verdrängung und Vertreibung zur Vernichtung der Juden über. Nachdem Wehrmacht und SS im eroberten Polen die dort lebenden Juden auf verschiedene Weise terrorisiert hatten, begann der systematische Judenmord mit dem Überfall auf die Sowjetunion. Am 16. Juli 1941 erklärte Hitler gegenüber Göring, Bormann, Rosenberg und Keitel:

„Die Russen haben jetzt einen Befehl zum Partisanenkrieg hinter unserer Front gegeben. Dieser Partisanenkrieg hat auch wieder seinen Vorteil: er gibt uns die Möglichkeit, auszurotten, was sich gegen uns stellt.[53]

Zwar erklärte Hitler noch am 21. Juli 1941, man werde die Juden in den eroberten Gebieten der Sowjetunion nicht ermorden, sondern nach Sibirien oder Madagaskar deportieren.[54] Doch sein Hinweis vom 16. Juli auf eine militärische Funktion des Judenmords im Rahmen der Partisanenbekämpfung trug dazu bei, dass die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD zunehmend dazu übergingen, ausnahmslos alle sowjetischen Juden zu erschießen.[55] Bald griff das Mordprogramm auch auf die Juden in anderen Teilen Europas über, wobei wiederum Improvisation vorherrschte. Die Auswanderung war bald nicht mehr möglich, und die Juden in allen von Deutschland kontrollierten Gebieten wurden nun ebenfalls verfolgt. Seit dem 1. September 1941 wurden alle Juden, die älter als 6 Jahre waren, gezwungen, einen „Judenstern“ gut sichtbar an ihrer Kleidung zu tragen. Dazu kamen zahllose weitere Diskriminierungen und Schikanen, wie die Verbote, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen sowie Autos, Radios oder Haustiere zu besitzen. Nach und nach wurden die Juden im deutschen Machtbereich in Ghettos oder Konzentrationslager, vornehmlich in den eroberten Gebieten Osteuropas eingewiesen. Nachdem dies auf immer größere Proteste der dort zuständigen Stellen gestoßen war, die auf die Überfüllung der Ghettos und die aufgrund der unhaltbaren hygienischen Zustände um sich greifende Seuchengefahr hinwiesen, wurden von 1942 an im besetzten Polen schließlich mehrere Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau oder Majdanek eingerichtet. Sie dienten dem industriell betriebenen Massenmord vor allem an Juden, Sinti und Roma, Russen, aber auch an polnischen Intellektuellen, Jenischen und anderen.[56]

Hitlers unmittelbare Verantwortung für diese Taten ist nach dem Krieg von Holocaustleugnern und anderen immer wieder mit dem Argument bestritten worden, es gebe kein entsprechendes, von Hitlers eigener Hand unterzeichnetes Dokument zur Judenvernichtung. Dem stehen die erwähnten, öffentlichen und klar dokumentierten Äußerungen Hitlers entgegen, die zeigen, dass die von seiner Regierung zu verantwortende Rassenpolitik ganz seinen persönlichen Ansichten und Zielen entsprach. Zudem wurde 1999 der Dienstkalender Heinrich Himmlers für die Jahre 1941 und 1942 veröffentlicht, der unter dem Datum des 18. Dezember 1941 als Befehl Hitlers die Notiz enthält: „Judenfrage / als Partisanen auszurotten“.[57] Ob hierin aber tatsächlich der lange gesuchte persönliche Befehl Hitlers zum Holocaust gefunden ist, wie die Herausgeber meinen, ist in der Forschung umstritten.[58] Für die gleiche Zeit bezeugt Himmlers Leibarzt, Felix Kersten eine Aussage Himmlers, wonach „die Juden bis Kriegsende bis auf den letzten Menschen ausgerottet werden [müssen]. Das ist der eindeutige Wunsch und Befehl des Führers.“[59]

Während in der Forschung heute unumstritten ist, dass Hitler vom Holocaust wusste, ihn guthieß und die Hauptverantwortung für ihn trug, gibt es bezüglich seiner Rolle bei seiner Auslösung immer noch keinen Konsens. Die so genannten Intentionalisten wie etwa Andreas Hillgruber und Klaus Hildebrand nehmen an, dass es ein „rassenideologisches Programm“ Hitlers gegeben hätte, dessen „Kernstück“ der Judenmord gewesen sei. Wenn Hitler auch nicht jede einzelne Eskalationsstufe auf seine persönliche Initiative zurückgeführt werden könne, sei seine konsequent verfolgte Vernichtungsabsicht der entscheidende Faktor im Radikalisierungsprozess der Judenpolitik.[60] Die so genannten Funktionalisten wie etwa Hans Mommsen oder Martin Broszat erklären sich diese Radikalisierung eher aus der kumulierenden Eigendynamik, die die antisemitische Rhetorik des charismatischen Führers Hitler im komplexen Bedingungsgeflecht von vorauseilendem Gehorsam, innenpolitischer Funktionalisierung und selbstgeschaffenen Sachzwängen ausgelöst habe.[47][61] Die Kontroverse ist noch offen.

Das Euthanasieprogramm

Anders als im Fall des Holocaust lässt sich Hitlers persönliche Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen in einem anderen Fall auch mit Dokumenten belegen: Im Oktober 1939 unterschrieb er eigenhändig den Befehl zur später so genannten Aktion T4.[62] Damit ermöglichte er die vermeintliche Euthanasie, womit in diesem Fall die Ermordung von geistig und körperlich Behinderten gemeint war, deren Existenz in der ideologischen Sprache des Dritten Reiches als lebensunwertes Leben bezeichnet wurde.

Mit der Realisierung der T4-Aktion wurde die Kanzlei des Führers unter Reichsleiter Philipp Bouhler beauftragt. Er ließ Nervenheilanstalten, Krankenhäuser und Heilanstalten in Vernichtungsstätten umfunktionieren. Allein im damaligen Reichsgebiet wurden fast 190.000 geistig und körperlich behinderte Menschen ermordet – durch Vergasen, Vergiften, Erschießen oder Verhungernlassen. Die Zahl der Opfer in den besetzten Gebieten ist nur schwer zu ermitteln, jedoch unzweifelhaft sehr hoch.

Vertreter beider großen Kirchen in Deutschland – beispielsweise der Bischof von Münster, Kardinal von Galen – wandten sich gegen die Mordaktionen. Diese wurden daraufhin im Geheimen weitergeführt. Bei Kriegsende war etwa die Hälfte aller Anstaltsinsassen getötet worden. Die Ermordung der Behinderten diente den SS-Einsatzkommandos als Experimentierfeld für die späteren Massenmorde an Juden.

Aufrüstung und expansive Außenpolitik

Hitler mit Benito Mussolini in der Münchner Ludwigstraße

Wie schon die demokratischen Politiker der Weimarer Republik, verfolgte auch Hitler außenpolitisch die Revision des Versailler Vertrags. Aber anders als diese war er nicht bereit, dabei nur auf diplomatischem Wege und im Konsens mit den ehemaligen Kriegsgegnern zu handeln, sondern nahm auch einen erneuten militärischen Konflikt in Kauf.

Dazu kam es zunächst aber nicht, da die übrigen europäischen Mächte Hitler weit entgegen kamen. Großbritannien etwa schloss mit dem Reich das deutsch-britische Flottenabkommen, und Polen vereinbarte mit ihm 1934 einen Nichtangriffspakt. Schon die Erhöhung des Wehretats im März 1934, die Rheinlandbesetzung im März 1936 und die Aufrüstung der Wehrmacht weit über das in Versailles festgelegte Maß hinaus stellten zwar glatte Brüche des Friedensvertrags von 1919 dar, wurden von den einstigen Siegermächten aber ebenfalls hingenommen.

Die bloße Revision von Versailles betrachtete Hitler jedoch nur als Etappenziel. Nach eigenen Aussagen betrachtete er sogar die deutschen Grenzen von 1914 als „unlogisch“ und zu eng. Obwohl Hitler in seinen Reden immer wieder Willen zum Frieden vorgab, lief seine ganze Politik von Beginn an auf Krieg hinaus. Nach dem Tod Hindenburgs 1934 teilte er der Generalität mit, sein Ziel sei es, innerhalb von fünf Jahren die Kriegsbereitschaft Deutschlands herzustellen. Das gleiche Ziel verfolgte Hitler mit der Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht 1935 und mit dem 1936 verkündeten Vierjahresplan.

Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands seit 1933 beruhte wesentlich auf der allgemeinen Erholung der Weltkonjunktur sowie auf einem durch teilweise verschleierte Kredite finanzierten Programm staatlicher Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Dabei spielte der obligatorische Reichsarbeitsdienst ebenso eine Rolle wie die verstärkte Aufrüstung, die ohne ausreichende Deckung durch das Reich über die so genannten Mefo-Wechsel finanziert wurde.

Die Entschlossenheit der nationalsozialistischen Außenpolitik zeigte sich bereits im Oktober 1933, als Deutschland Abrüstungsverhandlungen mit Großbritannien und Frankreich abbrach und aus dem Völkerbund austrat. 1934 unterstützte Hitler einen nationalsozialistischen Putschversuch in Wien, bei dem der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde. Auf der gleichen Linie lag die Unterstützung Francos im Spanischen Bürgerkrieg seit 1936. Der Einsatz der deutschen Legion Condor, die entscheidend zu Francos Sieg beitrug, galt nicht zuletzt der Erprobung der Luftwaffe für einen kommenden Krieg. Am 5. November 1937 weihte Hitler die Generalität in seine weiteren Pläne ein. In der Niederschrift, die der anwesende Oberst Hoßbach von der Geheimkonferenz anfertigte, heißt es, zur Lösung der deutschen Frage könne es nur den Weg der Gewalt geben. Zugleich gab Hitler seinen Entschluss bekannt, bei nächster Gelegenheit gegen die Tschechoslowakei und Österreich loszuschlagen. Noch im Dezember 1937 genehmigte Hitler den 1. Nachtrag zur Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung für die Wehrmacht vom 24. Juni 1937, in dem diese Offensivpläne konkretisiert wurden:

„Hat Deutschland seine volle Kriegsbereitschaft erreicht, so wird die militärische Voraussetzung geschaffen sein, einen Angriffskrieg gegen die Tschechoslowakei […] auch dann zu einem siegreichen Ende zu führen, wenn die eine oder andere Großmacht gegen uns eingreift.“

1938: Wagenkolonne Hitlers in Wien, vom Praterstern in die Praterstraße einfahrend

Mit militärischen Drohungen erreichte Hitler im März 1938 den Anschluss Österreichs als Ostmark an das nunmehr so genannte Großdeutsche Reich (vgl. Unternehmen Otto), wobei ihm die Begeisterung der österreichischen Bevölkerung stark entgegenkam. Am 13. März unterzeichnete er im Linzer Hotel Weinzinger das Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich. Am 15. März empfing ihn Wien mit ungeheurem Jubel. Vom Balkon der Hofburg aus verkündete er die „Vollzugsmeldung meines Lebens“: den „Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich.“[63]

Mussolini bei der Unterzeichnung des Münchner Abkommens

Im Oktober des gleichen Jahres 1938 verlangte er die Abtretung des mehrheitlich von Deutschen besiedelten Sudetenlandes von der Tschechoslowakei an Deutschland. Da die Tschechoslowakei mit Frankreich und Großbritannien verbündet war, drohte schon damals der Ausbruch des Krieges. Auf Vermittlung Mussolinis, der eine Anregung der britischen Regierung aufgegriffen hatte, sie werde seine Vermittlung in der Sudetenfrage begrüßen,[64] kam in München eine Konferenz mit dem britischen Premier Arthur Neville Chamberlain, dem französischen Ministerpräsidenten Édouard Daladier und dem italienischen Duce Benito Mussolini zustande. Chamberlain und Daladier erschienen ihre Länder noch nicht kriegsbereit, so dass sie in Fortsetzung ihrer bisherigen Appeasement-Politik Hitlers Forderungen im Münchner Abkommen erfüllten und ihr Bündnis mit der Tschechoslowakei preisgaben. Trotz Hitlers Bestandsgarantie für die „Rest-Tschechei“, wie er sie nannte, erzwang er im März 1939 – wiederum unter Kriegsdrohung – die Annexion Tschechiens mit der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren unter der Gebietshoheit des Deutschen Reiches. Die Slowakei bildete nominell einen unabhängigen Staat, der aber de facto als Satellitenstaat von Deutschland abhängig war.

Unmittelbar nach der völligen Zerschlagung der Tschechoslowakei versicherte Hitler in einer Reichstagsrede, die letzten territorialen Forderungen Deutschlands seien damit erfüllt. Gleichwohl sollte er schon wenige Monate später die Angliederung Danzigs an das Reich fordern und in dem geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 die Aufteilung Polens und des Baltikums zwischen Deutschland und der Sowjetunion festschreiben lassen. Die Forderungen an Polen lösten schließlich den Zweiten Weltkrieg aus. Auf diesen Krieg war Hitlers Denken und Regierungshandeln seit 1933 fixiert. Alles andere hatte sich dem unterzuordnen. Sein Verhalten während und nach der Sudetenkrise hatten aber in Großbritannien und Frankreich zu einem Umdenken geführt. Den führenden Staatsmännern beider Länder war nun bewusst, dass Hitler nicht vertragsfähig war und dass ein Eingehen auf seine Forderungen nur weitere Forderungen nach sich zog.[65]

Hitler und der Zweite Weltkrieg

Neben der Vernichtung der Juden und dem dauerhaften Erhalt nationalsozialistischer Macht in Form einer kontinuierlichen Diktatur verfolgte Hitler nur ein einziges weiteres politisches Ziel, das er ebenfalls schon in Mein Kampf benannte: die Weltmachtstellung Deutschlands. Da beides ohne Gewalt nicht zu erreichen war, arbeitete Hitler seit Beginn seines politischen Wirkens auf den nächsten Krieg hin. Dabei ging es ihm nicht nur um die Revision der Ergebnisse des Ersten Weltkriegs, sondern um die Eroberung eines in kontinentaler Grenzkolonisation zu erschließenden riesigen Kolonialreichs oder – wie er es nannte – von „Lebensraum im Osten“. Die geplanten Eroberungen richteten sich also im Wesentlichen gegen die Sowjetunion. Die Tatsache, dass er diese Politik als Kampf gegen den Bolschewismus darstellen konnte, trug dazu bei, dass viele westliche Politiker das nationalsozialistische Deutschland als willkommenes Bollwerk gegen die Sowjetunion betrachteten und Hitler lange gewähren ließen. Vor allem aber trug die Appeasementpolitik Chamberlains und Daladiers einer allgemein verbreiteten Haltung der Bevölkerung Großbritanniens und Frankreichs Rechnung, nach der ein neuer Krieg unter allen Umständen zu vermeiden war.

Erst nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Prag erkannten die Regierungen beider Länder, dass ein Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland unvermeidlich geworden war. Sie erhöhten ihre Rüstungsausgaben und bemühten sich um die Sowjetunion als natürlichen Verbündeten. Josef Stalin und sein Außenminister Molotow ließen entsprechende Verhandlungen jedoch scheitern, da sie der Meinung waren, Großbritannien und Frankreich benötigten die Hilfe der Sowjetunion dringender als diese die Unterstützung des Westens. Stalin rechnete mit einem langen Stellungskrieg im Westen wie nach 1914 und plante, mit der Roten Armee erst einzugreifen, wenn alle anderen Kriegsparteien erschöpft seien. Zudem benötigte er Zeit, um die während der politischen „Säuberungen“ der vergangenen Jahre geschwächte Rote Armee zu reorganisieren.

Hitlers Interessen deckten sich teilweise mit denen Stalins. Auch ihm kam es darauf an, Zeit zu gewinnen. Er wollte einen Zweifrontenkrieg wie im Ersten Weltkrieg vermeiden, zunächst Frankreich schlagen, Großbritannien möglichst aus dem Krieg heraushalten und sich erst dann seinem eigentlichen Ziel, Russland, zuwenden. Zur allgemeinen Überraschung unterzeichnete sein Außenminister Joachim von Ribbentrop am 23. August 1939 in Moskau einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion, der in einem geheimen Zusatzprotokoll die Aufteilung Osteuropas in eine deutsche und eine sowjetische Interessensphäre vorsah. Gedeckt durch den Hitler-Stalin-Pakt, konnte Deutschland nun – von der UdSSR ungehindert – Polen, Frankreich und Großbritannien angreifen.

Die Entfesselung des Krieges

Den Abschluss des Pakts verstanden alle europäischen Mächte als Signal für den unmittelbar bevorstehenden Kriegsbeginn. Tatsächlich forderte Hitler von Polen prompt die Abtretung des polnischen Korridors zwischen Hinterpommern und Ostpreußen sowie die Angliederung der Freien Stadt Danzig ans Reich. Ebenso prompt verstärkte die von der Regierung kontrollierte deutsche Presse ihre Berichterstattung über angebliche Gräueltaten und Massaker von Polen an „Volksdeutschen“ und forderte ein Einschreiten gegen diese „Provokationen“.

In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 1939 inszenierten in polnische Uniformen gekleidete SS-Männer einen Überfall auf den Sender Gleiwitz in Schlesien. Später wurden die Leichen von KZ-Häftlingen, denen man ebenfalls polnische Uniformen angezogen hatte, als bei dem vermeintlichen Überfall angeblich erschossene Angreifer präsentiert. Am 1. September verkündete Hitler vor dem Reichstag, Polen habe Deutschland angegriffen und seit 5:45 Uhr werde nunmehr zurückgeschossen. Bei dieser neuerlichen Lüge stimmte nicht einmal die Uhrzeit. Die Wehrmacht war ohne Kriegserklärung um 4.45 Uhr auf breiter Front in Polen einmarschiert. Anders als bei der Tschechoslowakei im Jahr zuvor – und anders als Hitler erwartet hatte – erklärten Frankreich und Großbritannien diesmal Deutschland (nicht aber der am 17. September 1939 ebenfalls in Polen einmarschierenden Sowjetunion) den Krieg. Damit hatte der Zweite Weltkrieg begonnen.

Der Kriegsverlauf
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Chronologische Frontverlaufs-Animation des Zweiten Weltkriegs in Europa 1939–1945
(Blau: von Deutschland und seinen Verbündeten kontrollierte Gebiete; rot: von den Alliierten kontrollierte Gebiete; grün: von der Sowjetunion kontrollierte Gebiete vor 1941)

Polen war bereits nach 18 Tagen de facto besiegt (auch wenn die letzten polnischen Feldtruppen erst am 6. Oktober kapitulierten), und am 17. September marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein, wie in dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts festgelegt. Kurz darauf befahl Stalin den Angriff auf Finnland. Die empfindlichen Niederlagen, die die Sowjets im Winterkrieg von 1939/1940 zunächst hinnehmen mussten, bestärkten Hitler später in seiner Annahme, die Rote Armee sei ein leicht zu besiegender Gegner.

Seinen größten Triumph feierte Hitler im Frühjahr 1940, als die Wehrmacht in mehreren Blitzkriegen, die kaum zwei Monate dauerten, Dänemark, Norwegen, die Benelux-Staaten und schließlich sogar Frankreich besiegte. Nach dem am 22. Juni in Compiègne geschlossenen Waffenstillstand mit dem besiegten Frankreich sagte Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel zu Hitler, er sei „der größte Feldherr aller Zeiten“. Der Volksmund und diejenigen Generäle, welche Hitler nicht schätzten, verulkten diese Bezeichnung als „Gröfaz“.

In Großbritannien war Arthur Neville Chamberlain mittlerweile von Winston Churchill abgelöst worden, der schon seit 1933 ein kompromissloses Auftreten gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland verlangt hatte. Hitler sah dennoch in Großbritannien einen möglichen Verbündeten und appellierte 1940 „an die Vernunft auch in England“, den Krieg gegen Deutschland unverzüglich (und zu dessen Konditionen) zu beenden.[66] Trotz Großbritanniens ungünstiger Lage lehnte Churchill jede Verständigung mit Hitler ab.[67]

Die Luftschlacht um England (10. Juli bis 31. Oktober 1940) endete als militärisches Patt, war aber eine politische und strategische Niederlage für Hitler, dem es zum ersten Mal nicht gelungen war, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.[68] Aufgrund der fehlenden Luftherrschaft und der Tatsache, dass Großbritannien zu diesem Zeitpunkt keine akute Bedrohung darstellte, ließ Hitler im Frühjahr 1941 die Planungen für das „Unternehmen Seelöwe“, die Invasion Englands, abbrechen. Er wandte sich nun seinem eigentlichen Ziel zu, der Expansion nach Osten. Bereits im Juli 1940 hatte er mit Wilhelm Keitel und Alfred Jodl über die Notwendigkeit gesprochen, die Sowjetunion als letzte kontinentale Hoffnung Englands auszuschalten.[69]

Zunächst kam die Wehrmacht im Frühjahr 1941 im Balkankrieg Mussolinis Italien zu Hilfe, dessen Angriff auf Griechenland gescheitert war. Die Eroberung des Balkans sollte aber auch der Sicherung der deutschen Südflanke für den geplanten Überfall auf die Sowjetunion dienen.

Der Angriff erfolgte unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ – erneut ohne Kriegserklärung – am 22. Juni 1941. Ein großes Täuschungsunternehmen, das von Norwegen und von der französischen Küste aus organisiert wurde, sollte die Absicht einer Landung in England im Juni 1941 vortäuschen und damit die Aufmerksamkeit vom Osten ablenken.[70] Die nationalsozialistische Propaganda verklärte den Krieg als Kampf von Antikommunismus, Antibolschewismus und „abendländischer Kultur“ gegen „asiatische Barbarei“ und „jüdischen Bolschewismus“. Tatsächlich handelte es sich – auch nach Hitlers persönlichem Verständnis – von Anfang an um einen Raub- und Vernichtungskrieg. Er diente alleine dem Ziel, „Lebensraum“ für das „arische Herrenvolk“ zu erobern und die Bevölkerung der eroberten Gebiete auf den Status von Sklaven herabzudrücken oder sie wie die Juden zu vernichten. Schon in Mein Kampf hatte Hitler das „Ende der Judenherrschaft“ in Russland mit der Zerstörung der Sowjetunion gleichgesetzt.

Reichstagsrede Hitlers zur Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten, Kroll-Oper Berlin, 11. Dezember 1941. Oben links Hermann Göring.

Nach einer Reihe von Erfolgen der Wehrmacht blieb ihr Angriff im Dezember 1941 kurz vor Moskau stecken. Am 7. Dezember griff Deutschlands Verbündeter Japan den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Oahu (Hawaii) an und zog damit die Vereinigten Staaten in den Konflikt, denen Hitler am 11. Dezember 1941 in einer Reichstagsrede den Krieg erklärte,[71] obwohl er aufgrund des Dreimächtepaktes dazu nicht verpflichtet war. Hitler meinte, seine Erklärung sei bloß eine förmliche Bestätigung dessen, was aufgrund des Leih- und Pachtgesetzes zugunsten Großbritanniens und der UdSSR bereits Realität wäre.[72] Wichtiger noch war die strategische Überlegung, dass die drei Paktmächte den USA nicht die Chance geben dürften, ihre Gegner nacheinander und einzeln militärisch niederzuringen.[73] Prestige und Propaganda waren ihm bei der Kriegserklärung ebenfalls wichtige Faktoren.[74] Am 19. Dezember 1941, auf dem Höhepunkt der Winterkrise vor Moskau, übernahm Hitler selbst den Oberbefehl über das Heer vom bisherigen Oberbefehlshaber, dem gesundheitlich angeschlagenen Walther von Brauchitsch. „Das bißchen Operationsführung kann jeder machen“, meinte er.[75] Nachdem die Wehrmacht 1942 im Südabschnitt der Ostfront noch einmal in die Offensive gegangen war, um sowohl Stalingrad an der Wolga als auch die Ölfelder bei Baku zu erobern, erlitt sie zu Jahresbeginn 1943 in der Schlacht von Stalingrad ihre bis dahin verlustreichste Niederlage, die allgemein als Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs angesehen wird. Verantwortlich für diese schwere Niederlage war Hitler selbst, da er der 6. Armee den Rückzug aus Stalingrad verboten hatte, so lange dies noch operativ möglich gewesen war, ohne die Heeresgruppe A, die bis zum Kaukasus vorgestoßen war, zu gefährden.

Im gleichen Jahr erlangten die alliierten Bomberverbände die Lufthoheit über dem Deutschen Reich. Im Luftkrieg versanken mit der Zeit viele deutsche Städte in Schutt und Asche. Ein Grund dafür war, dass die deutsche Luftfahrtindustrie auf Befehl Hitlers weiter schwere Bomber baute, statt leichter Jagdflugzeuge, die die Angriffe auf die deutschen Städte hätten abwehren oder mindern können.

Am 6. Juni 1944 eröffneten die Westalliierten mit der Invasion in der Normandie eine zweite Front im Westen. Auch sie wurde begünstigt durch schwere strategische Fehlentscheidungen Hitlers, der zwar zunächst entgegen der Ansicht der militärischen Führung davon ausging, dass die Normandie das Invasionsgebiet sein werde, sich jedoch von seinem Stab wieder davon abbringen ließ. Noch eine Woche nach Invasionsbeginn war er daher der Meinung, die Invasion in der Normandie sei ein Täuschungsmanöver. Er verbot, Truppen von anderen Küstenabschnitten abzuziehen,[76] da außerdem eine Kriegslist der Alliierten ihm vorspiegelte, dass die eigentliche Invasion weiter nördlich, am Pas de Calais, noch bevorstehe (Operation Fortitude). Trotz fortwährender Niederlagen, immenser Verluste der Zivilbevölkerung in vielen beteiligten Ländern, gewaltiger Zerstörungen, und obwohl Hitler selbst schon 1943 geäußert hatte, dass ein militärischer Sieg nicht mehr zu erringen sei,[77] ließ er den Krieg noch für zwei Jahre weiterführen. Sein persönliches Eingreifen in die Kriegsführung, beispielsweise das Verbot, gefährdete Truppenteile frühzeitig zurückzuziehen, hatte massive Verluste auf Seiten der Wehrmacht zur Folge. (→Fester Platz)

Toter Bataillionsführer des Volkssturm neben einem zerstörten Hitlerporträt im Rathaus von Leipzig, 19. April 1945.

Erst als die Westalliierten an der Elbe standen und die Rote Armee im Stadtzentrum von Berlin, und Hitler befürchtete, für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen oder als lebende Trophäe in den Moskauer Zoo verbracht zu werden, entschloss er sich zum Selbstmord. Um seine Ideen zu verwirklichen, hatte Adolf Hitler einen Weltkrieg herbeigeführt, der insgesamt etwa 55 Millionen Menschen das Leben kostete, davon rund 20 Millionen allein in der Sowjetunion. Noch mehr Soldaten und Zivilisten wurden als Folge seiner Politik verwundet – viele mit dauerhaften Schäden bzw. Behinderungen – obdachlos, vertrieben, deportiert oder inhaftiert. Konsequenzen seiner Politik waren die Auflösung des Deutschen Reiches, die Verwüstung weiter Teile Europas, die 40 Jahre währende Hegemonie der Sowjetunion über Osteuropa und die Teilung Deutschlands und Europas in zwei sich feindlich gegenüberstehende Machtblöcke, die erst 1989/1990 überwunden wurde.

Hitlers Ende im Bunker

Schlagzeile in der US-Army-Zeitung Stars and Stripes nach Hitlers Tod

Hitlers Gesundheitszustand verschlechterte sich im Laufe des Kriegs rapide. So litt er nach heute überwiegender Auffassung an der Parkinsonschen Krankheit im fortgeschrittenen Stadium und an zunehmender Demenz; er behielt aber weiterhin seine von vielen Zeitzeugen beobachtete Suggestionskraft. Am 19. März 1945 gab er den Befehl zur Zerstörung der Infrastruktur im Deutschen Reich beim Rückzug der Wehrmachtsverbände (Nerobefehl), welcher jedoch von Rüstungsminister Speer nicht mehr in die Tat umgesetzt wurde. Dieser Befehl entsprach ganz seinem Denken in den Gegensätzen Sieg oder Vernichtung, denn für den Feind sollte nicht mehr übrig bleiben als „verbrannte Erde“. Die Zukunft gehörte seiner Meinung nach dem Ostvolk, welches sich als das Stärkere erwiesen habe, während die Deutschen ihre Existenzberechtigung mit der Niederlage verwirkt hätten.

Am 22. April 1945 erlitt Hitler bei der täglichen Lagebesprechung im Führerbunker unter der Reichskanzlei in Berlin einen Nervenzusammenbruch, als er erfuhr, dass der von ihm befohlene Entsatzangriff der Armeegruppe Steiner gar nicht stattgefunden hatte (vgl. Schlacht um Berlin). SS-Obergruppenführer Steiner hatte diesen Angriff angesichts des ungleichen Kräfteverhältnisses als undurchführbar bezeichnet und den Befehl glattweg verweigert. Hitler äußerte, dass jetzt alles verloren sei und alle ihn verraten hätten, auch die SS. Er entließ Teile seines Stabes und weigerte sich, trotz Bitten von Bormann, Keitel und Göring, Berlin zu verlassen. Er beauftragte seinen Chefadjutanten, SS-Obergruppenführer Julius Schaub, alle Papiere und Dokumente aus seinem Privattresor zu verbrennen und das Gleiche auch in München und auf dem Berghof zu tun.[78]

Im Verlaufe der nächsten Tage war das beherrschende Thema im Bunker, wie weit die Russen schon vorgedrungen seien und welches die sicherste Methode zum Selbstmord sei. Hitler verteilte dabei wiederholt Giftampullen mit Zyankali bzw. Blausäure an seine engste Umgebung. Nachdem er am 29. April um 4:00 Uhr sein politisches Testament und ein neues privates Testament unterzeichnet hatte,[79] heiratete er am selben Tag seine langjährige Lebensgefährtin Eva Braun. Am Tag darauf begingen beide gegen 15:30 Uhr Selbstmord, indem sie eine Giftampulle zerbiss und er sich in die rechte Schläfe schoss. Die Leichen wurden von Martin Bormann, Hitlers Kammerdiener Heinz Linge, Hitlers SS-Adjutanten Otto Günsche und einigen Leibwächtern aus dem Führerbegleitkommando im Garten der Reichskanzlei – gemäß Hitlers letzten Verfügungen – verbrannt und die verkohlten Überreste in einem Granattrichter beigesetzt. Durch Entscheidung des Amtsgerichts Berchtesgaden vom 25. Oktober 1956 (II 48/52) ist der Tod „auf den 30. April 1945, 15 Uhr 30 Minuten“ festgestellt worden.

Die Überreste Hitlers und seiner Frau wurden in den ersten Maitagen von sowjetischen Beauftragten ausgegraben und anhand von Röntgenbildern und Zahnschemata identifiziert.[80] Die UdSSR hielt die Leichenfunde aus politischen Gründen jahrzehntelang geheim, so dass die frei verfügbaren Informationen lange Zeit nicht über das hinaus gingen, was der britische Historiker Hugh Trevor-Roper 1945 als Nachrichtenoffizier herausgefunden und 1947 unter dem Titel Hitlers letzte Tage (The Last Days of Hitler) veröffentlicht hatte.[81]

Nach Ende des Kalten Krieges wurde berichtet, dass die Überreste Hitlers und Eva Brauns auf dem Gelände einer sowjetischen Kaserne bei Magdeburg vergraben gewesen seien und erst 1970 auf Anweisung von KGB-Chef Juri Wladimirowitsch Andropow vollständig verbrannt und als Asche in einen Fluss gestreut wurden.[80] „Vor lauter Geheimhaltung wurde weder die erste noch die zweite Exhumierung ausreichend dokumentiert – ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker.“[82] Im Russischen Staatsarchiv in Moskau werden weiterhin Schädelteile aufbewahrt, die Hitler zugeschrieben wurden, auch wenn neuere Untersuchungen darauf hindeuten, dass es sich um ein Knochenfragment einer Frau handelt.[82] Nach wie vor werden immer wieder Verschwörungstheorien über den angeblichen Verbleib Hitlers oder seiner sterblichen Überreste publiziert.

Hitler privat

Hitler wurde von verschiedenen Forschungsinstituten mehrmals als eine der weltweit bekanntesten Personen identifiziert und ist in den USA und Russland die bekannteste deutsche Person überhaupt.[83]

In Zimmern, in denen er sich aufhielt, durften laut Traudl Junge keine Schnittblumen aufgestellt werden, weil er nichts Totes um sich haben mochte.[84]

Hitlers Bedienstete

Im Laufe seiner Karriere hatte Adolf Hitler mehrere Mitarbeiter, die ihn begleiteten und ihm zur Seite standen.

Verhältnis zu Kirche und SS-Mystik

Hitler selbst war katholisch und blieb es bis zu seinem Selbstmord.[85] Einer seiner engsten Vertrauten, Albert Speer, beschrieb einen Widerspruch in Hitlers Verhältnis zur Kirche: Abhängig von dem Personenkreis, in dem er sich befand, schwankten seine Äußerungen von der Ablehnung der Kirche bis hin zur Bestätigung der Notwendigkeit der Kirche für das Volk, weil sie ein „starkes und erhaltendes Element“ sei.[86] Er erklärte Speer gegenüber, er würde sich freuen, wenn ein „bedeutender Kirchenmann“ eine vereinigte Kirche als Staatskirche führen könnte.[85]

Der SS-Mystik, wie Himmler sie zu etablieren suchte, stand Hitler persönlich eher ablehnend gegenüber.

„Welcher Unsinn! Jetzt sind wir endlich so weit, in eine Zeit zu kommen, die alle Mystik hinter sich gelassen hat, und nun fängt der von vorne an. Da könnten wir auch gleich bei der Kirche bleiben. Die hat wenigstens Tradition. Der Gedanke, daß ich einmal zum ‚SS-Heiligen‘ gemacht werde! Stellen Sie sich vor! Ich würde mich im Grabe umdrehen!“

– Hitler, nach den Erinnerungen Albert Speers[87]

Hitler und der Vegetarismus

Hitler verstand sich selbst als Vegetarier, und die meisten Biografen stimmen darin überein, dass er sich seit 1930 zumindest überwiegend vegetarisch ernährte.[88] Als junger Mann kam er durch seine Verehrung Richard Wagners, der sich aus Achtung gegenüber den Tieren für eine fleischlose Ernährung aussprach, mit den Ideen des Vegetarismus in Berührung.[89] Ob sich Hitler jedoch für längere Zeit konsequent vegetarisch ernährte, ist zweifelhaft.

Viele Befürworter der vegetarischen Lebensweise bestreiten überhaupt Hitlers Vegetarismus und sehen darin einen nur zu Propagandazwecken erschaffenen Mythos, der vor allem durch Goebbels aufgebaut worden sei. Zusammen mit weiteren asketischen Zügen, wie die angebliche sexuelle Enthaltsamkeit und Alkohol-Abstinenz, sollte Hitler zu einem entrückten, höheren Menschen stilisiert werden, der sich vollständig in den Dienst seines Volkes stelle. Zudem war die mit dem Vegetarismus korrespondierende angebliche Tierliebe Hitlers ein propagandistisch ausgeschlachteter Mythos, um eine „private“ und „menschliche“ Seite zu demonstrieren. Hitlers Schäferhündin Blondi, mit der er sich oft abbilden ließ, wird als Mittel zu diesem Zweck eingeschätzt.[90]

Allerdings beschreibt Goebbels auch in seinen privaten Tagebüchern Hitler als überzeugten Vegetarier, der das Thema oft in den Tischgesprächen aufgriff. Autoren, die Hitlers Vegetarismus bestreiten, argumentieren, dass dieser seinen Fleischkonsum lediglich zeitweise reduziert habe, weil er glaubte, dadurch seine ständigen Magenschmerzen einzudämmen. Zu seinen Leibspeisen hätten etwa Weißwürste, Leberknödel sowie Wild und Geflügel in verschiedensten Variationen gezählt.[91] Die vegetarische Ernährung war eines von Hitlers unpolitischen Lieblingsthemen. Im Krieg könne man nicht viel unternehmen, um die Essgewohnheiten entscheidend zu verändern, sagte Hitler am 25. April 1942 bei einem Tischgespräch. Aber er werde sich diesem Problem widmen, sobald der Kampf vorbei sei.[92]

Die zahlreichen vegetarischen Gemeinschaften im Deutschen Reich profitierten nicht von Hitlers Selbstdarstellung als Vegetarier: Zusammen mit anderen lebensreformerischen Bewegungen verbot er noch 1933 sämtliche Organisationen und ließ ihre Vorstände verhaften.

Stimmtraining

In die Zeit kurz vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler fiel die Verpflichtung des Opernsängers Paul Devrient als Stimmtrainer Hitlers. Devrient begleitete Hitler von April bis November 1932 auf dessen Propagandareisen und schulte dessen angegriffene Stimme. Diese vor der Öffentlichkeit geheim gehaltene Episode bot in der Nachkriegszeit Stoff zu mehreren Bühnen- und Filmparodien.[93]

Begegnung mit Jesse Owens

Bei den Olympischen Sommerspielen 1936 berichteten Zeitungen, Hitler sei nach dem ersten Olympiasieg von Jesse Owens aus dem Stadion gestürmt, um ihm nicht per Handschlag gratulieren zu müssen. Owens bestritt jedoch, dass Hitler ihn verächtlich behandelt habe.[94] Als Erklärung wurde angeführt, Hitler habe nach dem ersten Wettkampftag keinem Olympiasieger mehr die Hand geschüttelt, da das IOC olympische Neutralität verlangt hatte, nachdem Hitler am ersten Tag vor der Siegerehrung des afroamerikanischen Hochspringers Cornelius Johnson das Stadion verlassen hatte.[95] Ein anderer Bericht lautet, Hitler habe Owens abseits der Pressefotografen die Hand gegeben, als Owens dies jedoch in den 1960ern habe korrigieren wollen, hätten Journalisten dieser Darstellung mitsamt eines Fotos, das einen Handschlag zwischen Owens und Hitler gezeigt habe, ablehnend gegenüber gestanden.[96]

Hitler als Namenspatron

Adolf Hitler war seit 1933 als Namensgeber für zahlreiche unterschiedliche Bereiche beliebt. Straßen und Plätze wurden im März und April 1933 massenhaft umbenannt,[97] besonders wenn sie zuvor ideologischen Gegnern des Nationalsozialismus gewidmet waren.[98] „Am häufigsten wurde nach Adolf Hitler umbenannt, fast jede Ortschaft besaß schon bald eine Adolf-Hitler-Straße, einen Adolf-Hitler-Platz oder auch beides.“[98] Bald darauf machte sich die NSDAP zur Regel, dass nur noch neu geschaffene Straßen und Orte nach bekannten Nationalsozialisten benannt werden sollten.[97]

Zuvor hatte die NSDAP bereits 1926 ihre Jugendorganisation in Hitlerjugend umbenannt, nachdem schon 1922, ein Jahr nach Hitlers Übernahme des Parteivorsitzes, der HJ-Vorläufer „Jungsturm Adolf Hitler“ einen Teil des ersten „Jugendbundes der NSDAP“ bildete.[99] Anders als bei anderen Namensgebern, für die die Benennung etwa von Straßen und Schulen eine (oft posthume) Ehrung darstellen sollte, galt im Nationalsozialismus die Benennung nach Hitler oft auch als Ehrung des Benannten mit dem Namen des „Führers“. So hob Hitler die erste SS-Standarte aus den anderen Divisionen der Schutzstaffel hervor, als er ihr auf dem Reichsparteitag 1936 offiziell das Recht verlieh, den „Ehrennamen“ SS-Leibstandarte Adolf Hitler (LAH) anzunehmen.

Die Neulandhalle, 1935–1936 im damaligen „Adolf-Hitler-Koog“ als NS-Schulungszentrum erbaut.

Das seit 1929 in Stuttgart für das 15. Deutsche Turnfest errichtete Stadion wurde 1933 als Adolf-Hitler-Kampfbahn eröffnet. Im April 1933 schlug die NSDAP-Ortsgruppe Friedrichskoog den Namen Adolf-Hitler-Koog für einen 1935 so eingeweihten Musterkoog in Rahmen der nationalsozialistischen Politik von Blut und Boden vor.[97]

Auch die Benennung der NS-Ausleseschulen unter Aufsicht der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend als Adolf-Hitler-Schulen[100] galt 1937 als Auszeichnung der Schulen, die einer ausdrücklichen Genehmigung Hitlers bedurfte:

„[Hiermit] genehmige ich, daß die neu zu errichtenden nationalsozialistischen Schulen, die gleichzeitig als Vorschulen für die Ordensburgen dienen sollen, meinen Namen tragen.“

– Adolf Hitler im Völkischen Beobachter, 17. Januar 1937[101]

Als Adolf-Hitler-Kanal wurde 1939 der heutige Gleiwitzer Kanal in Schlesien eingeweiht. Mit der Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft sollte die deutsche Industrie erstmals am 1. Juni 1933 den „nationalen Wiederaufbau“ fördern. In den Folgejahren nahm die „Spende“ stärker den Charakter einer Zwangsabgabe an und brachte der NSDAP bis 1945 rund 700 Millionen Reichsmark ein, über deren Verwendung Hitler frei entscheiden konnte. Im Gegenzug stiftete Hitler 1937 den „Adolf-Hitler-Dank“, eine jährliche Spende von einer halben Million Reichsmark „für besonders verdiente, notleidende Parteigenossen.“[102]

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1934 wurde der Heigelkopf in Hitlerberg umbenannt.

Im April 1934 wurde in der Umgebung von Bad Tölz der Heigelkopf in Hitlerberg umbenannt und ein zehn Meter hohes, 1200 kg schweres Hakenkreuz aufgestellt.[103] Mit Anophthalmus hitleri benannte der Käfersammler Oscar Scheibel 1937 einen kleinen, blinden, braunen Höhlenkäfer, der mittlerweile vom Aussterben bedroht ist, nach Hitler.[104]

Robert Ley, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, schlug 1938 vor, die neue Stadt, in der der KdF-Wagen gebaut werden sollte, nach Hitlers Pseudonym „Wolf“ Wolfsburg zu benennen.[105] Hitler lehnte ab. Bis Kriegsende hieß der neue Ort provisorisch Stadt des KdF-Wagens. Erst Mitte 1945 verlieh ihr der Magistrat der Stadt mit Billigung der britischen Besatzungsbehörden den heutigen Namen. Allerdings gibt es im Stadtgebiet von alters her das Schloss Wolfsburg, so dass der Besatzungsbehörde möglicherweise der Hitler-Bezug des Namens nicht bekannt war.

Pseudonym Wolf

Wolf war ein Pseudonym Hitlers, das in den zwanziger Jahren entstanden war und später fast inflationär verwendet wurde, beispielsweise für die Benennung einiger Führerhauptquartiere als Wehrwolf, Wolfsschanze, Wolfsschlucht 1 und Wolfsschlucht 2. Den Decknamen „Wolfsschanze“ für das bekannteste Führerhauptquartier bei Rastenburg in Ostpreußen gab Hitler der Anlage selbst, als sie ab 1940 errichtet wurde. Die Verwendung des Pseudonyms ging auf Wahlkampfreisen zurück: Entweder warben Hotels, in denen Hitler Quartier bezogen hatte, mit seiner Anwesenheit, oder es hieß gleich bei der Reservierung, für Herrn Hitler sei leider kein Zimmer frei. Daher gab Hitler die Anweisung, fortan alle Zimmer auf den Namen „Wolf“ zu reservieren.[106]

Hitlers Vorname entstammte der Zusammensetzung der althochdeutschen Worte adal und wolf und hatte daher eine etymologische Beziehung zu „Wolf“. Seine in Wien lebende Schwester Paula musste sich auf Anweisung ihres Bruders ebenfalls mit dem Nachnamen Wolf tarnen.[107] Der kleine Thomas Harlan durfte, als sein Vater Veit Harlan in die Reichskanzlei eingeladen war, Hitler „Onkel Wolf“ nennen.[108] Die Karikaturistengruppe „Kukryniksy“ stellte Hitler 1938 anlässlich des Münchner Abkommens als Wolf dar, der die Tschechoslowakei verschlingt.[109]

Weitere Ehrungen

Briefmarke der Dauerserie Adolf Hitler (links); Propagandafälschung Futsches Reich (rechts)

Die erste Briefmarke mit dem Bildnis Hitlers erschien am 5. April 1937, anlässlich seines 48. Geburtstages. Die Dauerserie Reichskanzler Adolf Hitler mit seinem Konterfei gab es ab dem 1. August 1941. Diese wurde auch als Vorlage für Propagandafälschungen benutzt.

Hitler war zu Lebzeiten Ehrenbürger etlicher deutscher Städte. Trotz der Argumentation, dass die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod ende, haben viele Städte Hitler diese nach seinem Tod explizit wieder entzogen, einige andere nicht, siehe den Artikel Adolf Hitler als Ehrenbürger.

Das TIME Magazine wählte Hitler 1938 zum Mann des Jahres. Die Intention dieses Titels war jedoch nicht, die entsprechende Person zu ehren, sondern herauszustellen, wer aus Sicht der Redaktion in einem bestimmten Jahr den größten Einfluss auf die Weltpolitik hatte. So ging der Titel 1939 und 1942 an Josef Stalin.

1939 wurde Hitler von Erik Gottfrid Christian Brandt (1884–1955), einem Mitglied des Schwedischen Parlaments, für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Die Nominierung wurde jedoch bereits am 1. Februar 1939 zurückgezogen, der Preis wurde bis 1944 nicht mehr vergeben.[110]

Widerstand gegen Hitler

Widerstandsgruppen

Organisierten Widerstand gegen den Nationalsozialismus gab es von sehr verschiedenen Seiten: Die KPD oder die (auch) von ihr beeinflusste Rote Kapelle versuchten seit 1933, zusammen mit Teilen der SPD den Widerstand gegen Hitler im Untergrund voranzutreiben. Aber seit 1936 hatte die Gestapo fast alle Widerständler entdeckt oder so sehr eingeschüchtert, dass es kaum noch offenen Widerspruch gab. Das änderte sich erst wieder, als immer deutlicher wurde, dass Hitlers Politik auf einen neuen Krieg hinauslaufen würde. Nun organisierten sich auch konservative und militärische Gruppen, um über einen Regimewechsel nachzudenken, etwa der Goerdeler-Kreis und der Kreisauer Kreis.[111] Obwohl mit den konservativen Widerstandsgruppen verknüpft, beschränkte sich der organisierte Widerstand aus dem kirchlichen Bereich weitgehend auf Protesterklärungen zur Verteidigung der Stellung der Kirchen und ihrer Lehre (z. B. die Bekennende Kirche). Ab 1936 wandten sich solche Äußerungen auch gegen NS-Terrormaßnahmen, aber kaum gegen Staat und Führer selbst.[112]

Bei dem am gründlichsten vorbereiteten und aussichtsreichsten Umsturzversuch von Militärs und Beamten im Auswärtigen Amt (Beck, Brauchitsch, Dohnanyi, Halder, Kordt, Oster, Witzleben und andere), der so genannten Septemberverschwörung, sollte Hauptmann Heinz am 28. September 1938, auf dem Höhepunkt der Sudetenkrise, mit einem Stoßtrupp in die Reichskanzlei eindringen und Hitler in einem Handgemenge erschießen. Da kam die Nachricht, dass Hitler auf Zureden Mussolinis in buchstäblich letzter Minute eingelenkt und der Münchener Konferenz zur Regelung der Sudetenfrage zugestimmt hatte. Das Staatsstreichunternehmen war gescheitert, bevor es begonnen hatte.[113]

Auch abseits politischer Organisationen betätigten sich Bürger im Widerstand, so zum Beispiel die als Weiße Rose bekannte Gruppe um die Geschwister Scholl und ihren Mentor Kurt Huber, die in München versuchte, Bevölkerung und Kommilitonen mit Parolen an Mauern der Universität und mit Flugblättern aufzurütteln. Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl in der Münchener Universität vom Hausmeister beim Auslegen von Flugblättern entdeckt und an die Gestapo verraten. Die Geschwister und ihre Gesinnungsgenossen von der Weißen Rose wurden in einem kurzen Scheinprozess vor dem berüchtigten Volksgerichtshof unter dem Vorsitz Roland Freislers vier Tage später zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.

Attentate

Hitler-Attentäter Georg Elser auf einer deutschen Briefmarke, 2003
Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf einer bundesdeutschen Briefmarke, 1964

Nach Will Berthold wurden gegen Hitler 42 Attentate geplant oder durchgeführt.[114] Zum Teil waren es unwahrscheinliche Zufälle, die sein Leben retteten. Dies bestärkte ihn in seinem Glauben, von einer von ihm so genannten Vorsehung auserwählt zu sein. Ab März 1933 gab es fast wöchentlich Attentatsdrohungen, vor allem von Kommunisten und Sozialdemokraten. Nach der als Röhm-Putsch bezeichneten Entmachtung der SA befürchtete man Anschläge von Otto Strassers nationalsozialistischer Oppositionsgruppe Schwarze Front, aus deren Planungen zumindest ein Attentatsversuch im Dezember 1936 hervorging. Im November 1938[115] versuchte der Schweizer Theologiestudent Maurice Bavaud mehrfach, Hitler zu erschießen, scheiterte jedoch, da er nicht an diesen herankam.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs konkretisierten sich auch die Pläne anderer Gruppen. Der Legationsrat im Auswärtigen Amt Erich Kordt sollte Hitler mit Sprengstoff beseitigen, um einen Putsch zur Verhinderung des Kriegs gegen die Westmächte auszulösen. Dieses zweite im Auswärtigen Amt geplante Attentat scheiterte an der Sprengstoffbeschaffung und dem Ausbleiben der erhofften britischen Unterstützung des Putsches. Am 8. November 1939 explodierte ein von dem Handwerker Georg Elser im Münchener Bürgerbräukeller angebrachter Sprengsatz, wenige Minuten nachdem Hitler, der aus Termingründen gegen seine Gewohnheit nur kurz geredet hatte, den Raum verlassen hatte. Elser, beim illegalen Grenzübertritt in die Schweiz von deutscher Grenzpolizei verhaftet, wurde als Sonderhäftling des Führers im KZ Dachau festgehalten und dort am 9. April 1945 auf persönlichen Befehl Hitlers ermordet. Nach Elsers Anschlag wurden die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz Hitlers verschärft.

Der militärische Widerstand[116] versuchte mehrmals, besonders nach Beginn des Russlandfeldzugs, Hitler zu töten: Die Bombe, die Henning von Tresckow, Generalstabsoffizier der Heeresgruppe Mitte und zunächst Zentrum dieser Widerstandsgruppe, am 13. März 1943 in Hitlers Flugzeug schmuggelte, zündete nicht.[117] Acht Tage später scheiterte ein im Umkreis Tresckows geplantes Attentat, bei dem sich Rudolph-Christoph Freiherr von Gersdorff, ebenfalls Offizier der Heeresgruppe, bei einer Ausstellung im Berliner Zeughaus mit Hitler zusammen in die Luft sprengen wollte, daran, dass Hitler die Ausstellung schon nach wenigen Minuten wieder verließ. Das Attentat vom 20. Juli 1944, der bekannteste Versuch dieser weit verknüpften Verschwörergruppe, war als Bombenattentat im Führerhauptquartier Wolfsschanze geplant. Hitler erlitt jedoch nur leichte Verletzungen, während drei Militärs und der Stenograph ihren schweren Verletzungen erlagen. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der die Bombe abgelegt und einen Staatsstreich zur Beendigung des Krieges vorbereitet hatte, wurde noch am selben Tag in Berlin zusammen mit drei Mitstreitern nach rechtswidrigem Verfahren erschossen.[118] Rund 200 Mitverschwörer wurden in den folgenden Wochen vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Gefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Die britische Zeitung Times berichtete im Januar 2007 über ein weiteres geplantes Attentat. Zuvor hatte der britische Geheimdienst MI5 alte Dokumente freigegeben. Daraus gehe hervor, der britische Doppelagent Eddie Chapman habe 1944 dem MI5 angeboten, Hitler bei einer Veranstaltung mit einer Bombe zu töten und sein eigenes Leben dabei zu riskieren. Der britische Geheimdienst habe Chapman davon abgehalten. Chapman wurde in das Deutsche Reich geschickt. Er erhielt von Geheimdienstchef Oberst Tommy Robertson die ausdrückliche Weisung, „keinerlei wilde Unternehmungen zu starten“.[119]

Filme über Hitler

Spiel- und Dokumentarfilme zu biografischen Themen

Parodien

Schriften

  • Adolf Hitler: Mein Kampf. Eine Abrechnung. F. Eher Nachfolger, München
    • Band 1: 1925, XVI, 433 S.; 2. Auflage. 1926, XVI, 391 S.; 1932: Eine Abrechnung. XVIII, 406 S.;
    • Band 2: 1927, XI, 354 S.; 2. Auflage. 1932: Die nationalsozialistische Bewegung. XVI S., S. 409–781.
  • Hitlers Zweites Buch. Ein Dokument aus dem Jahr 1928. Eingeleitet und kommentiert von Gerhard L. Weinberg, mit einem Geleitwort von Hans Rothfels. Hrsg. vom Institut für Zeitgeschichte. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1961, 227 S. (ein von Hitler verfasstes, unveröffentlicht gebliebenes Manuskript, das verschollen war, 1958 wiederentdeckt und 1961 publiziert wurde).
  • Der Weg zum Wiederaufstieg. Bruckmann, München 1927, 22 S. (Broschüre für Deutschlands führende Industrielle)
  • Adolf Hitler: Reden zur Kunst und Kulturpolitik. 1933–1939. Hrsg. von Robert Eikmeyer. Mit einer Einführung von Boris Groys. Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-86588-000-2 (Kunst, Propaganda, Dokumente; Bd. 1).

Literatur

Bibliografien

  • John Lukacs: Hitler. Geschichte und Geschichtsschreibung. Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-26560-X (Leitfaden durch die Hitler-Literatur). 

Biografien

  • Alan Bullock: Hitler. Eine Studie über Tyrannei. Droste, Düsseldorf 1953; vollständig überarbeitete Neuausgabe ebenda 1967; als Taschenbuch ebenda 1989, ISBN 3-7700-0915-0. Darauf aufbauend Alan Bullock: Hitler und Stalin. Parallele Leben. München 1991.
  • Joachim FestAdolf Hitler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9. Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 250–266.
  • Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. Propyläen-Verlag, Berlin 1973, ISBN 3-549-07301-1; zuletzt Spiegel-Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-87763-031-0.
  • Hans Bernd Gisevius: Adolf Hitler: Versuch einer Deutung. Rütten & Loening, München 1963; überarbeitete Ausgabe unter dem Titel Adolf Hitler. Eine Biographie. Versuch einer Deutung. Droemer-Knaur, München/Zürich 1967.
  • Walter Görlitz: Adolf Hitler. Musterschmidt, Göttingen/Berlin/Frankfurt 1960; 2. durchgesehene Auflage ebenda 1971, ISBN 3-7881-0020-6.
  • Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper, München/Zürich 1996, ISBN 3-492-03598-1.
  • Konrad Heiden: Adolf Hitler. Eine Biographie. Europa-Verlag, Zürich; Neuausgabe ebenda 2007, ISBN 978-3-905811-02-5.
    • Band 1: Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit. 1936;
    • Band 2: Ein Mann gegen Europa. 1937.
  • Ian Kershaw: Hitler. 2 Bände. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München[121]
    • Band 1: 1889–1936. 1998, ISBN 3-42105-131-3;[122]
    • Band 2: 1936–1945. 2000, ISBN 3-421-05132-1.[123]
  • Werner Maser: Adolf Hitler. Legende, Mythos, Wirklichkeit. Bechtle, München/Esslingen 1971; zuletzt ebenda 2001, ISBN 3-7628-0521-0.
  • Rudolf Olden: Hitler. Querido-Verlag, Amsterdam 1935; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1984, ISBN 3-596-25185-0.
  • Kurt Pätzold, Manfred Weißbecker: Adolf Hitler. Eine politische Biographie. Militzke, Leipzig 1995, ISBN 3-86189-066-6.
  • Wolfgang Ruge: Hitler. Weimarer Republik und Machtergreifung. Berlin (DDR) 1983, ISBN 3-760-90748-2.
  • John Toland: Adolf Hitler. Lübbe, Bergisch Gladbach 1977, ISBN 3-7857-0207-8.

Deutungen und Einzelaspekte

  • Carl Amery: Hitler als Vorläufer. Auschwitz – der Beginn des 21. Jahrhunderts?. Luchterhand, München 1998 ISBN 3-630-87998-5.
  • Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. S. Fischer, Frankfurt 2005, ISBN 3-10-000420-5; durchgesehene und erweiterte Ausgabe: Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2006, ISBN 978-3-596-15863-8.
  • Will Berthold: Die 42 Attentate auf Adolf Hitler. Blanvalet, München 1981, ISBN 3-7645-6716-3.
  • Henrik Eberle & Matthias Uhl: Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt aufgrund der Verhörprotokolle des persönlichen Adjutanten Hitlers, Otto Günsche, und des Kammerdieners Heinz Linge, Moskau 1948/49. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-785-72226-5.
  • Giorgio Fabre: Il contratto. Mussolini editore di Hitler. Dedalo, Bari 2004, ISBN 8-822-06274-4.
  • Philipp W. Fabry: Mutmaßungen über Hitler. Urteile von Zeitgenossen. Droste, Düsseldorf 1969; Athenäum-Verlag, Königstein 1979, ISBN 3-7610-7227-9.
  • Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Siedler, Berlin 1994, ISBN 3-88680-539-5.
  • Robert Gellately: Backing Hitler. Consent and Coercion in Nazi Germany. Oxford University Press, 2001, ISBN 0-19-820560-0.
  • Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus. Leopold Stocker Verlag, Graz/Stuttgart 1997, ISBN 3-7020-0795-4; Marix Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-48-7.
  • Hermann Graml: Hitler und England. Ein Essay zur nationalsozialistischen Außenpolitik 1920 bis 1940. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2009, ISBN 978-3-486-59145-3 (Zeitgeschichte im Gespräch 7).[124]
  • Otto Gritschneder: Der Hitler-Prozeß und sein Richter Georg Neithardt. Skandalurteil von 1924 ebnet Hitler den Weg. C. H. Beck, 2001, ISBN 978-3-406-48292-2.
  • Béla Grunberger, Pierre Dessuant: Der Antisemitismus Hitlers. In: Béla Grunberger, Pierre Dessuant: Narzißmus, Christentum, Antisemitismus. Eine psychoanalytische Untersuchung. Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-91832-9, S. 409–480.
  • Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. Kindler, München 1978, ISBN 3-463-00719-3; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1981, ISBN 3-59623-489-1.
  • Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth. Piper, München/Zürich 2002, ISBN 3-492-04300-3.
  • Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. DVA, München 2007 (2. Auflage 2008), ISBN 978-3-421-05806-5.
  • Manfred Koch-Hillebrecht: Homo Hitler. Psychogramm des deutschen Diktators. Goldmann, München 1999, ISBN 3-442-75603-0.
  • Christian Graf von Krockow: Hitler und seine Deutschen. List, München 2001, ISBN 3-471-79415-8.
  • August Kubizek: Adolf Hitler mein Jugendfreund. Stocker, Graz/Göttingen 1953, ebenda 2002, ISBN 3-7020-0971-X.
  • Paul Matussek/Peter Matussek/Jan Marbach: Hitler – Karriere eines Wahns. Herbig Verlag, München 2000, ISBN 3-7766-2184-2.[125]
  • Bernhard Meyer: Die letzten Tage des „Patienten A“. Zum Gesundheitszustand Hitlers. In: Berlinische Monatsschrift, Heft 9/2000, S. 185–192 (online im Internet Archive, Version vom 5. Februar 2008).
  • Alice Miller: Am Anfang war Erziehung. Suhrkamp, Frankfurt 1983, ISBN 3-518-37451-6.
  • Rochus Misch: Der letzte Zeuge. „Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter“. Piper Verlag: München 2008, ISBN 978-3-86612-194-2.
  • Gudrun Pausewang: Adi: Jugend eines Diktators. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 1997, ISBN 3-47358-151-8.
  • Ralf Georg Reuth: Hitlers Judenhass. Klischee und Wirklichkeit. Piper Verlag, München 2009, ISBN 3-49205-177-4.
  • Hans-Günter Richardi: Hitler und seine Hintermänner. Neue Fakten zur Frühgeschichte der NSDAP. Süddeutscher Verlag, München 1991, ISBN 3-79916-508-8.
  • Michael Rißmann: Hitlers Gott. Vorsehungsglaube und Sendungsbewußtsein des deutschen Diktators. Pendo, Zürich/München 2001, ISBN 3-85842-421-8.
  • Timothy W. Ryback: Hitler’s Private Library. The Books that Shaped his Life. Alfred A. Knopf, New York 2008, ISBN 978-1-400-04204-3.[126]
  • Éric-Emmanuel Schmitt: Adolf H. Zwei Leben (2008, frz. Original 2001), Klaus Laabs (Übersetzer), Verlag Ammann, ISBN 3-250-60107-1.
  • Anna Maria Sigmund: Dämon, Diktator, Demagoge. Fragen und Antworten zu Adolf Hitler. dtv, München 2006, ISBN 978-3-423-24523-4.
  • Helm Stierlin: Adolf Hitler. Familienperspektiven. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975 (6. Auflage 2002, ISBN 3-518-38861-4).
  • Hugh R. Trevor-Roper: Hitlers letzte Tage. Übersetzt von Joseph Kalmer und Gisela Breiting-Wolfsholz. Ullstein, Frankfurt am Main [u.  a.] 1995, ISBN 3-548-33192-0[127]
  • Henry Ashby Turner, Jr.: Hitlers Weg zur Macht. Der Januar 1933. Luchterhand, München 1997, ISBN 3-630-87988-8; Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-26547-2.
  • Gerhard Vinnai: Hitler. Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters. Psychosozial-Verlag, Gießen 2004, ISBN 3-89806-341-0.[128]
  • Georges van Vrekhem: Hitler and his God – The Background to the Hitler phenomenon. Rupa & Co, New Delhi 2006, ISBN 81-2910-953-0.
  • Thomas Mann: Bruder Hitler. Heyne Verlag, 1989, ISBN 3-453-03385-X.
  • Gerd R. Ueberschär, Winfried Vogel, Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-10-086002-0.

Weblinks

 Commons: Adolf Hitler – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Adolf Hitler – Zitate

Einzelnachweise

  1. Golo Mann: Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1958, S. 889.
  2. Davon waren etwa 20 Millionen Bürger der Sowjetunion, allein 7 Millionen russische Zivilisten. Vgl. dtv-Atlas zur Weltgeschichte. Band 2, 33. Auflage, München 1999, S. 496, 505.
  3. Opferzahlen des Holocaust. In: Shoa.de. Abgerufen am 25. Oktober 2009.
  4. Zitat nach Christian Graf von Krockow: Hitler und seine Deutschen. List, München 2001, ISBN 3-471-79415-8.
  5. Vgl. Johannes Müllner: Döllersheim … und die Rückkehr wäre möglich gewesen. Auf: doellersheim.at (zur Geschichte des Ortes, Hitlers Vorfahren und zur Umwandlung in einen Truppenübungsplatz).
  6. Othmar Plöckinger: Frühe biografische Texte zu Hitler. Zur Bewertung der autobiografischen Teile in „Mein Kampf“. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 58, 2010, Heft 1, S. 93–114, doi:10.1524/vfzg.2010.0004.
  7. Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2008, S. 65.
  8. Franz Jetzinger: Hitlers Jugend. Europa-Verlag, Wien 1956, S. 11f.
  9. Zum Beispiel von Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 2. Auflage. Ullstein, Berlin 1999, S. 43.
  10. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 34, insbesondere Fußnote 19; vgl. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Piper, München 1997, S. 64.
  11. Verbrecher- und Ganovennamen. Der grausame Wüterich. In: Spiegel Online, 3. Februar 2006.
  12. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators 1998, S. 15–17 und 64–68; Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 31–33, 37f. Bei Kershaw, S. 37 und 38 wird dieses Verwandschaftsverhältnis irrtümlicherweise als „Kusine und Vetter zweiten Grades“ bezeichnet. Es handelt sich dabei wohl um einen (Übersetzungs-)Fehler aus der englischen Version (Ian Kershaw: Hitler: 1889–1936. First American Edition, New York, London 1999, S 9f.); „second cousin“ wird im Englischen auch für die hier gegebene Verwandtschaftsbeziehung verwendet, obwohl es auch im Englischen genealogisch inkorrekt ist, es müsste first cousins once removed heißen (siehe cousin); August Kubizek: Adolf Hitler mein Jugendfreund. Stocker, Graz, Stuttgart 2002, S. 41–43; Kubizek bezeichnet auf S. 42 Klara Pölz richtigerweise als Nichte zweiten Grades und bringt auch das für die Ehe wegen zu naher Verwandtschaft notwendige Dispensgesuch an das bischöfliche Ordinariat im Wortlaut. Zu beachten ist die im 19. Jahrhundert noch gängige uneinheitliche Schreibweise von Namen.
  13. August Kubizek: Adolf Hitler mein Jugendfreund. Stocker, Graz, Stuttgart 2002, S. 50.
  14. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Piper, München 1997, S. 66f.; Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2008, S. 18f.
  15. Vgl. zum Beispiel Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2008, S. 19.
  16. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 36.
  17. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 35f.
  18. Hans Frank: Im Angesicht des Galgens. Deutung Hitlers und seiner Zeit auf Grund eigener Erlebnisse und Erkenntnisse. Geschrieben im Nürnberger Justizgefängnis. Alfred Beck Verlag, München-Gräfeling 1953 (2. Aufl. 1955 in Neuhaus bei Schliersee).
  19. Franz Jetzinger: Hitlers Jugend. Europa-Verlag, Wien 1956, S. 28–36; Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 2. Auflage. Ullstein, Berlin 1999, S. 43f.
  20. Vgl. Werner Maser: Adolf Hitler. Legende-Mythos-Wirklichkeit. München und Esslingen 1971, S. 25–28; Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Piper, München 1997, S. 68–77; Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 35f. Vgl. dazu auch den Artikel zu Alois Hitler.
  21. Gerhard Vinnai: Kriegstraumata und Faschismus – Zur Genese von Hitlers Vernichtungsantisemitismus. In: Psychosozial 29, 2006, Heft 105, S. 125–134 (PDF, 101 KB).
  22. Arno Gruen: Der Fremde in uns. dtv, München 2002, S. 65 ff.; vgl. Gerhard Vinnai: Hitler. Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters. Psychosozial-Verlag, Gießen 2004, ISBN 3-89806-341-0.
  23. Vgl. für Beispiele von Gemälden Hitlers die Zusammenstellung Hitler als Künstler auf der Homepage des Gymnasiums Salzgitter-Bad.
  24. Lanz, Schönerer und Lueger werden als Wiener Einflüsse genannt von Joachim Fest: Adolf Hitler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9. Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 250–266. Hier S. 253.
  25. Brigitte Hamann: Hitler’s Vienna. A Dictator’s Apprenticeship. 1999, S. 173.
  26. Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. Ullstein, Berlin 2004 (2. Auflage der Neuausgabe 2003), S. 42: „seinen einstigen Kumpan aus Männerheimtagen, Reinhold Hanisch, ließ er umbringen“. S. 83: „Reinhold Hanisch […], den er, als er seiner 1938 habhaft werden konnte, denn auch ermorden ließ.“
  27. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. 1998, S. 270f.
  28. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 126.
  29. Der Brief an den Assessor Ernst Hepp, einen Münchner Bekannten, ist in voller Länge abgedruckt bei Werner Maser: Adolf Hitler. Legende Mythos Wirklichkeit, 16. Auflage. Bechtle, München [u.  a.] 1997, S. 130–135.
  30. a b c Adolf Hitler: Mein Kampf.
  31. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. 2. Auflage, DVA, Stuttgart 1998, S. 131.
  32. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. 2. Auflage, DVA, Stuttgart 1998, S. 145.
  33. Konrad Heiden: Adolf Hitler. Eine Biographie. Europa-Verlag, Zürich 2007 [Neuausgabe], ISBN 978-3-905811-02-5.
  34. Margarita Pazi: Ernst Weiß. Schicksal und Werk eines jüdischen mitteleuropäischen Autors in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-631-45475-9, S. 108f.
  35. Vgl. Foto mit einer Gruppe russischer Kriegsgefangener im Trauerzug am Ostfriedhof, auf dem Hitler im Hintergrund (Pfeil) zu sehen ist, in: Historisches Lexikon Bayerns, 17. Juni 2008.
  36. Ralf Georg Reuth etwa kommt zu dem Ergebnis, dass Hitlers fanatischer Antisemitismus erst 1919 entstand und entgegen seiner Selbstdarstellung nicht bereits in Wien: Ralf Georg Reuth: Hitlers Judenhass. Klischee und Wirklichkeit. Piper Verlag, München 2009, ISBN 3-49205-177-4. Reuth argumentiert, Hitler habe Anfang 1919 noch mit der Mehrheitssozialdemokratie sympathisiert, sich in München zum Soldatenrat wählen lassen und so die – später als „jüdisch“ und „bolschewistisch“ verschrieene – Regierung Eisner unterstützt. Vgl. Sven Felix Kellerhoff: Adolf Hitler wurde spät zum Antisemiten. Auf: Welt.de, 3. März 2009.
  37. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936, Stuttgart 1998, S. 159 ff.; David Clay Large: Hitlers München – Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung, München 2001, S. 159.
  38. Artikel Eckart, Dietrich. In: Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-10-091052-4. Vgl. Ernst Nolte: Eine frühe Quelle zu Hitlers Antisemitismus. In: HZ 192, 1961, S. 584–606.
  39. Werner Reif: Hitler soll Entwürfe für „mein Kampf“ selbst getippt haben. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 25. Juni 2009, abgerufen am 24. Oktober 2009. Bis zur Veröffentlichung von Florian Beierl/Othmar Plöckinger: Neue Dokumente zu Hitlers Buch Mein Kampf. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 57, 2009, Heft 2, S. 261–318 (doi:10.1524/vfzg.2009.0043), war die Forschung davon ausgegangen, Hitler habe seinem damaligen Mitgefangenen Rudolf Heß den ersten Teil von Mein Kampf diktiert.
  40. Absatz nach Konrad Heiden: Adolf Hitler. Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit, Europa Verlag, Zürich 1936, Reprint 2007, S. 288. Das Treffen und die Titulierung als „böhmischer Gefreiter“ findet sich auch bei späteren Biographen, die älteste Erwähnung dürfte von Heiden stammen.
  41. Otto Meissner: Staatssekretär unter Ebert, Hindenburg, Hitler. Der Schicksalsweg des deutschen Volkes von 1918–1945, wie ich ihn erlebte. Hoffmann und Campe, Hamburg 1950, S. 322.
  42. Aus dem Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934, das mit der Vollendung der Gleichschaltung endgültig die Hoheitsrechte der Bundesländer aufhob, ergab sich mit zwingender Notwendigkeit die zentrale Einführung der deutschen Staatsangehörigkeit für das gesamte Reichsgebiet, so dass Hitler jetzt nicht mehr erst ein Braunschweiger hätte werden müssen, um deutscher Staatsbürger zu sein. Nationalgeschichtlich stellt deshalb die Verordnung vom 5. Februar 1934 über die deutsche Staatsangehörigkeit einen bemerkenswerten Akt dar, weil es keine mit Landesausweis versehenen Badener, Bayern, Preußen usw. mehr gab, sondern nur noch deutsche Staatsbürger mit entsprechendem Eintrag im Standesregister.
  43. Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs vom 1. August 1934: „§ 1. Das Amt des Reichspräsidenten wird mit dem des Reichskanzlers vereinigt. Infolgedessen gehen die bisherigen Befugnisse des Reichspräsidenten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über.“
  44. Erlaß des Reichskanzlers zum Vollzug des Gesetzes über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs vom 1. August 1934: „Die Größe des Dahingeschiedenen hat dem Titel Reichspräsident eine einmalige Bedeutung gegeben. Er ist nach unser Aller Empfinden in dem, was er uns sagte, unzertrennlich verbunden mit dem Namen des großen Toten. Ich bitte daher, Vorsorge treffen zu wollen, daß ich im amtlichen und außeramtlichen Verkehr wie bisher nur als Führer und Reichskanzler angesprochen werde. Diese Regelung soll für alle Zukunft gelten.“
  45. Absatz nach Alan Bullock: Hitler und Stalin. Parallele Leben. Siedler, Berlin 1991, ISBN 3-88680-370-8, S. 459.
  46. Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4: Vom Beginn des ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949, C. H. Beck Verlag, München 2003, S. 658.
  47. a b Martin Broszat, Soziale Motivation und Führer-Bindung des Nationalsozialismus, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 18 (1970), S. 392–409.
  48. Peter Longerich, Die braunen Bataillone. Geschichte der SA, C. H. Beck, München 1989, S. 170f.
  49. Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4: Vom Beginn des ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949, C. H. Beck Verlag, München 2003, S. 658.
  50. Heinz Höhne, „Gebt mir vier Jahre Zeit“. Hitler und die Anfänge des Dritten Reiches, Ullstein, Berlin 1996, S. 332f.
  51. Hans-Jürgen Döscher, „Reichskristallnacht“. Die Novemberpogrome 1938, Ullstein, Berlin 1988, S. 77ff.
  52. Max Domarus (Hrsg.): Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945. Kommentiert von einem deutschen Zeitgenossen. Neuauflage, Bd. 4, Bolchazy-Carducci, Mundelein, Ill., 1988, S. 1663.
  53. „Beherrschen, Verwalten, Ausbeuten“ – Protokoll einer Führerbesprechung, in: Der II. Weltkrieg, Band 3: Tief im Feindesland, Pawlak-Verlag, 1989, S. 372.
  54. Saul Friedländer, Das Dritte Reich und die Juden, 2. Band: Die Jahre der Vernichtung 1939–1945, C. H. Beck, München 2006, S. 231.
  55. Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden. 2. Band: Die Jahre der Vernichtung 1939–1945. C. H. Beck, München 2006, S. 236.
  56. Hans Mommsen: Der Wendepunkt zur „Endlösung“. Die Eskalation des nationalsozialistischen Judenverfolgung. In: Jürgen Matthäus, Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Deutsche, Juden, Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, S. 63–66.
  57. Peter Witte, Michael Wildt, Martina Voigt, Dieter Pohl, Peter Klein, Christian Gerlach, Christoph Dieckmann und Andrej Angrick (Hrsg.): Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42. Hans Christians Verlag, Hamburg 1999, S. 3.
  58. Jürgen Förster: Wehrmacht, Krieg und Holocaust. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht. Mythos und Realität. Oldenbourg, München 1999, S. 960. Vgl. Isabel Heinemann: Rezension zu: Peter Witte/Michael Wildt/Martina Voigt/Dieter Pohl/Peter Klein/Christian Gerlach/Christoph Dieckmann/Andrej Angrick (Hrsg.), Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42. Hamburg 1999. In: H-Soz-u-Kult, 13. August 1999.
  59. Dossier Kersten im Centre de Documentation Juive; Felix Kersten: The Kersten Memoirs, 1940–1945. Time Life Education, 1992, ISBN 0-809-48737-3.
  60. Andreas Hillgruber, Die Endlösung und das deutsche Ostimperium als Kernstück des rassenideologischen Programms des Nationalsozialismus, in: Wolfgang Wippermann (Hrsg.): Kontroversen um Hitler, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 219–247.
  61. Hans Mommsen, Der Wendepunkt zur „Endlösung“. Die Eskalation des nationalsozialistischen Judenverfolgung, in: Jürgen Matthäus und Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.), Deutsche, Juden,Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, S. 57–72.
  62. Faksimile in der Bibliothek der Harvard Law School.
  63. Joachim Fest: Hitler. Eine Karriere. Film, 1977; Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 7. Auflage. Ullstein, Berlin 2004, S. 753 ff.; Max Domarus: Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945. Würzburg 1962/1963, S. 822f.; vgl. Bericht in der Neuen Basler Zeitung vom 16. März 1938.
  64. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 177.
  65. Vgl. Hermann Graml: Hitler und England. Ein Essay zur nationalsozialistischen Außenpolitik 1920 bis 1940. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2009, ISBN 978-3-486-59145-3 (Zeitgeschichte im Gespräch 7).
  66. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 411. Text der Reichstagsrede Hitlers vom 19. Juli 1940 in Max Domarus: Der Reichstag und die Macht. Würzburg 1968, S. 1540–1559.
  67. Innerhalb einer Stunde wurde über die BBC die kategorische Zurückweisung des Friedensangebots durch Großbritannien bekanntgegeben. Die Reaktion in Hitlers Umgebung war von Enttäuschung geprägt. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 411.
  68. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 69.
  69. Vgl. Gerhard L. Weinberg: Der deutsche Entschluß zum Angriff auf die Sowjetunion. In: VfZ 1, 1953, S. 301–318, hier S. 310f. (PDF; 0,9 MB). Franz Halder notierte bei einer Besprechung Hitlers mit den Generälen am 31. Juli 1940 Hitlers Haltung: „Entschluß: Im Zuge dieser Auseinandersetzung [mit England] muß Rußland erledigt werden. Frühjahr 41.“ Ebenda, S. 313.
  70. Vgl. Aussage von Generalfeldmarschall Paulus in den Hauptverhandlungen des Nürnberger Prozesses, Nachmittagssitzung am Montag, dem 11. Februar 1946 (56. Tag). Veröffentlicht in: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 7, S. 283–310.
  71. Text der Reichstagsrede Hitlers vom 11. Dezember 1941 in Max Domarus: Der Reichstag und die Macht. Würzburg 1968, S. 1794–2111.
  72. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 598f.
  73. Zum gesamten Komplex der Kriegserklärung siehe Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 481–539.
  74. „‚Eine Großmacht läßt sich nicht den Krieg erklären, sie erklärt ihn selbst‘, sagte Ribbentrop, der damit zweifellos Hitlers Ansichten wiedergab, zu Staatssekretär Ernst von Weizsäcker“. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 599.
  75. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 607, Anm. 372.
  76. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 199; sowie Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. S. 962f.
  77. Vgl. „In Wahrheit haben weder Hitler noch Goebbels [nach Stalingrad] geglaubt, den Krieg noch siegreich beenden zu können.“ Dieter Salewski: Die Abwehr der Invasion als Schlüssel zum „Endsieg“? In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht. Mythos und Realität. Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 210–223, hier S. 211. Diese Einschätzung wird indirekt durch eine Aussage von Friedrich Paulus bestätigt: „Am 1. Juni 1942, gelegentlich einer Oberbefehlshaber-Besprechung im Bereich der Heeresgruppe Süd in Poltawa, erklärte Hitler: ‚Wenn ich das Öl von Maikop und Grosny nicht bekomme, dann muß ich diesen Krieg liquidieren.‘“ So die Aussage von Generalfeldmarschall Paulus in den Hauptverhandlungen des Nürnberger Prozesses, Nachmittagssitzung am Montag, dem 11. Februar 1946 (56. Tag). Veröffentlicht in: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 7, S. 283–310.
  78. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, ISBN 3-421-05132-1, S. 1036. Im Artikel Julius Schaub heißt es dazu genauer: „Zu diesem Zweck suchte Schaub Hitlers Privatwohnung am Münchener Prinzregenten-Platz sowie sein Haus auf dem Obersalzberg auf und verbrannte alle greifbaren Dokumente aus Hitlers Privattresoren.“
  79. Vgl. Adolf Hitler: Politisches Testament 1945 und Adolf Hitler: Privates Testament 1945; beides in: NS-Archiv. Dokumente zum Nationalsozialismus. Quelle jeweils: Werner Maser: Hitlers Briefe und Notizen. sein Weltbild in handschriftlichen Dokumenten. Düsseldorf 1973, ISBN 3-430-16356-0.
  80. a b Alisa Argunova: Die acht Bestattungen Hitlers. Aus dem Russischen übersetzt und kommentiert von Wolf Oschlies. Auf: Shoa.de; zuletzt abgerufen am 18. Dezember 2008.
  81. Zuerst als: Hugh Redwald Trevor-Roper: The Last Days of Hitler. 1. Auflage, Macmillan, London/New York 1947. Deutsch zuletzt: Hugh R. Trevor-Roper: Hitlers letzte Tage. Übersetzt von Joseph Kalmer und Gisela Breiting-Wolfsholz. Ullstein, Frankfurt am Main [u.  a.] 1995, ISBN 3-548-33192-0. Vgl. dazu Edward D. R. Harrison: Hugh Trevor-Roper und „Hitlers letzte Tage“. In: VfZ 57, 2009, Heft 1, S. 33–60.
  82. a b Angelika Franz: DNA-Analyse: Angeblicher Hitler-Schädel stammt von einer Frau. In: Spiegel Online. 1. Oktober 2009, abgerufen am 26. Januar 2010.
  83. Hitler bekannt. In: die tageszeitung, 11. Juni 2004.
  84. In der filmischen Dokumentation Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin (2002) berichtet Traudl Junge über diesen Spleen Hitlers.
  85. a b Albert Speer: Erinnerungen, 3. Auflage, Ullstein, Berlin 2007, S. 109.
  86. Albert Speer: Erinnerungen, 3. Auflage, Ullstein, Berlin 2007, S. 108f.
  87. Albert Speer: Erinnerungen, 3. Auflage, Ullstein, Berlin 2007, S. 108.
  88. Die Zeit: Fleischloser Führer. Adolf Hitler war Vegetarier. Stimmt’s? Nr. 17/2001.
  89. Colin Spencer: Vegetarianism. A History. S. 283–284.
  90. Dogsworld: Interview mit dem Historiker Professor Wippermann. Ausgestrahlt in der ARD, 5. Juli 2001, Text auf ndrtv.de; zuletzt abgerufen am 4. Dezember 2008. Vgl. Wolfgang Wippermann/Detlef Berentzen: Die Deutschen und ihre Hunde. Ein Sonderweg der Mentalitätsgeschichte? Siedler, München 1999.
  91. Vgl. Charles Patterson: „Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka“. Über die Ursprünge des industrialisierten Tötens. Frankfurt am Main 2004, S. 151–154, ISBN 3-86150-649-1. Patterson zitiert unter anderem aus Robert Payne: The Life and Death of Adolf Hitler. New York 1973, S. 346, sowie aus Fritz Redlich: Hitler. Diagnose des destruktiven Propheten. Wien 2002, S. 92.
  92. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 671.
  93. Vgl. Werner Maser (Hrsg.): Paul Devrient. Mein Schüler Adolf Hitler. Das Tagebuch seines Lehrers. Universitas Verlag, Tübingen 2003, ISBN 3-8004-1450-3.
  94. Jesse Owens/Paul G. Neimark: The Jesse Owens story. Putnam, New York 1970. Vgl. William J. Baker: Jesse Owens. An American Life. New York 1986, ISBN 0-02-901780-7.
  95. Rick Shenkman: Adolf Hitler, Jesse Owens and the Olympics Myth of 1936. In: History News Network, 13. Februar 2002 (auch in Rick Shenkman: Legends, Lies and Cherished Myths of American History. Morrow, New York 1988).
  96. Adolf Hitler ‘did shake hands with Jesse Owens’. In: Telegraph.co.uk. 11. August 2009, abgerufen am 25. Oktober 2009.
  97. a b c Lars Amenda: Die Einweihung des „Adolf-Hitler-Koogs“ am 29. August 1935 – Landgewinnung und Propaganda im Nationalsozialismus. In: Dithmarscher Landeszeitung. 29. August 2005, abgerufen am 7. März 2010.
  98. a b Emailleschild aus dem Jahre 1933. Ehem. Straßenschild „Adolf-Hitler-Straße“. In: StadtMuseum Bonn, 2002. Abgerufen am 7. März 2010.
  99. Peter D. Stachura: Nazi Youth in the Weimar Republic. Clio Books, Santa Barbara 1975, ISBN 0-87436-198-2 (Studies in comparative politics, Bd. 5), S. 9.
  100. Vgl. Barbara Feller, Wolfgang Feller: Die Adolf-Hitler-Schulen. Pädagogische Provinz versus ideologische Zuchtanstalt. Weinheim/München 2001, ISBN 3779914131.
  101. Zitiert nach Artikel Adolf-Hitler-Schulen (AHS). In: Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin/New York 1998, ISBN 3-11-013379-2, S. 12–14, hier S. 12.
  102. Artikel Adolf-Hitler-Dank. In: Der Volks-Brockhaus. Deutsches Sach- und Sprachwörterbuch für Schule und Haus. A–Z. 9. Auflage, Brockhaus, Leipzig 1940, S. 6. Zitiert nach Artikel Adolf-Hitler-Schulen (AHS). In: Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin/New York 1998, ISBN 3-11-013379-2, S. 12–14, hier S. 13.
  103. Siehe das Foto des Heigelkopf mit Hakenkreuz in: Joachim Braun: Adolf überall: „… der verleugnet sein Vaterland“. In: Die NS-Zeit in Wolfratshausen. Zuletzt abgerufen am 25. Oktober 2009.
  104. Vgl. Entomologische Blätter 33, 1937, S. 438–440.
  105. Vgl. Joachim Fest: Hitler. Eine Biografie. Frankfurt am Main 2002 (Neuauflage), ISBN 3-549-07172-8, S. 202.
  106. Vgl. Rochus Misch: Der letzte Zeuge. „Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter“. Piper Verlag, München 2008, ISBN 978-3-86612-194-2, S. 77 f. Rochus Mischs Gewährsmann für dieses und andere Interna war Adolf (Adi) Dirr (* 1907), seit dem 29. Februar 1932 eines der ersten acht Mitglieder des SS-Führerbegleitkommandos.
  107. Rochus Misch: Der letzte Zeuge. S. 78.
  108. Bettina Lehnert: Vom Nazisohn zum Nazijäger. Thomas Harlan spricht in der Doku „Wandersplitter“ über sein Leben. In: Kulturzeit, 31. August 2007; zuletzt abgerufen am 20. Mai 2009.
  109. Abbildung der Karikatur auf staratel.com.
  110. The Nomination Database for the Nobel Prize in Peace, 1901–1955 auf Nobelprize.org. Vgl. auch die Liste der Friedensnobelpreisträger dieser Jahre.
  111. Hans Mommsen: Bürgerlicher (nationalkonservativer) Widerstand. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 55–67; vgl. darin ebenfalls Hermann Graml: Militärischer Widerstand, S. 83–97.
  112. Günther van Norden: Widersetzlichkeit von Kirchen und Christen. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 68–82.
  113. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Berlin 1994, ISBN 3-88680-539-5, S. 100ff.
  114. Will Berthold: Die 42 Attentate auf Adolf Hitler. Blanvalet, München 1981.
  115. Erklärung zum 70. Jahrestag des Attentats von Maurice Bavaud auf Adolf Hitler. Motion von Paul Rechsteiner vom 3. Oktober 2008.
  116. Hermann Graml: Militärischer Widerstand. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 83–97.
  117. Christian Graf von Krockow: Eine Frage der Ehre. Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-61494-4, S. 101.
  118. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Berlin 1994, S. 279f.
  119. Handelsblatt: London lehnte Anschlag auf Hitler ab, 10. Januar 2007. Vgl. Focus: 1944: Briten verhinderten Attentat auf Hitler, 9. Januar 2007.
  120. Der Mann vom Obersalzberg – Adolf und Marlene in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database.
  121. Vgl. das 103-seitige Register zu beiden Bänden: Martin Zwilling (Bearb.): Hitler. Register-Band 1889–1945. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2001, ISBN 3-421-05563-7.
  122. Siehe Inhaltsverzeichnis und vgl. die Rezensionen von Ludolf Herbst: Rezension zu: Kershaw, Ian: Hitler 1889–1936. Stuttgart 1998. In: H-Soz-u-Kult, 12. August 1998; und Wir haben ihn uns engagiert. In: FAZ Nr. 231 vom 6. Oktober 1998, S. L29.
  123. Vgl. die Rezensionen von Volker Ullrich: Die entfesselten Barbaren. In: Die Zeit Nr. 43 vom 19. Oktober 2000; Kurt Paetzold: Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. In: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 17, 2002, Heft 1, S. 213–216; und von Klaus-Dietmar Henke: Die Massen in bislang nicht gekannte Tiefen der Unmenschlichkeit geführt. In: FAZ Nr. 206 vom 5. September 2000, S. 14.
  124. Wolfgang Michalka: Rezension zu: Graml, Hermann: Hitler und England. Ein Essay zur nationalsozialistischen Außenpolitik 1920 bis 1940. München 2009. In: H-Soz-u-Kult, 10. Februar 2010.
  125. Vgl. die Rezension von Alfred Drees: Das Phänomen Hitler. In: Newsletter zur Geschichte und Wirkung des Holocaust Nr. 23, Herbst 2002.
  126. Vgl. die Rezensionen von Hannes Stein: Bibliothek des „Führers“. Die Bücher, in denen Adolf Hitler gerne schmökerte. In: Die Welt, 8. Januar 2009; sowie Ulrich Sieg: Hitlers Privatbibliothek. Kaum Schöngeistiges. In: FAZ, 9. Mai 2009.
  127. Zuerst als: Hugh Redwald Trevor-Roper: The Last Days of Hitler. 1. Auflage, Macmillan, London/New York 1947. Vgl. Edward D. R. Harrison: Hugh Trevor-Roper und „Hitlers letzte Tage“. In: VfZ 57, 2009, Heft 1, S. 33–60.
  128. Vgl. Inhaltsverzeichnis und Einleitung auf der Homepage des Autors; vgl. dort auch den auf dem Buch beruhenden Aufsatz: Gerhard Vinnai: Kriegstraumata und Faschismus – Zur Genese von Hitlers Vernichtungsantisemitismus. In: Psychosozial 29, 2006 (Heft 105), S. 125–134 (PDF, 101 KB).
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