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Die Akademie der Künste in Berlin ist seit 1. Januar 2004 eine von der Bundesrepublik Deutschland getragene Körperschaft des öffentlichen Rechts, die sich der Förderung der Bildenden Kunst, der Baukunst, der Musik, der Literatur, der Darstellenden Kunst sowie der Film- und Medienkunst widmet. Die Akademie ist eine internationale Gemeinschaft von Personen, die sich um die Künste verdient gemacht oder die zur Kunst ihrer Zeit beigetragen haben.
Zu ihrem Präsidenten wählte am 29. April 2006 die Mitgliederversammlung den Grafiker und Juristen Klaus Staeck, der 2009 und 2012 für jeweils drei Jahre wiedergewählt wurde.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Die Berliner Akademie der Künste geht zurück auf die am 11. Juli 1696 von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg dem späteren preußischen König Friedrich I. ins Leben gerufene Academie der Mahler-, Bildhauer- und Architectur-Kunst und beruft sich ausdrücklich auf die Tradition dieser von 1704 bis 1790 Königlich-Preußische Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften und von 1790 bis 1809 Königliche Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin genannten Gelehrtengesellschaft.
Die Institution, in der Folgezeit Akademie der Künste betitelt, wechselte noch mehrmals den Namen von Königlich Preußische Akademie der Künste (1809–1882) zu Königliche Akademie der Künste (1882) beziehungsweise Preußische Akademie der Künste (1926–1945).
Die Akademie der Künste in ihrer derzeitigen Form ging am 1. Oktober 1993 aus folgenden Vorgängerinstitutionen hervor:
Der Hauptsitz der Akademie liegt am Pariser Platz 4 im Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Er befindet sich in einem 2005 eröffneten Neubau des Architekten Günter Behnisch, unmittelbar angrenzend an das Hotel Adlon auf dem Grundstück des ehemaligen Palais Arnim-Boitzenburg, das 1907 für die Königlich-Preußische Akademie der Künste umgebaut worden war. Zuvor residierte sie fünf Jahre lang in der Potsdamer Straße.
Der frühere Hauptsitz der West-Berliner Akademie am Hanseatenweg im Ortsteil Hansaviertel (Bezirk Mitte) wird weiterhin für Veranstaltungen und Ausstellungen sowie zu Verwaltungszwecken genutzt.
Der frühere Hauptsitz der Akademie der Künste der DDR im Langenbeck-Virchow-Haus wurde Anfang der 1990er Jahre aufgegeben.
Die Akademie der Künste hat laut Gesetzestext folgende Aufgaben:
Die Akademie der Künste hat ausschließlich gemeinnützige Zwecke.
Das notwendige Gesetz zur Errichtung der Akademie ist am 9. Mai 2005 verkündet worden[2] und ist mit Wirkung vom 1. Januar 2006 in Kraft gesetzt worden.[3] Die Länder Berlin und Brandenburg haben dabei insofern ein Mitspracherecht bekommen als das Gesetz zur Errichtung der Akademie der Künste erst nach Auflösung der bestehenden, von den beiden Bundesländern getragenen Akademie in Kraft tritt. Zudem stellen beide Länder je einen Vertreter im Verwaltungsbeirat.
Das Land Baden-Württemberg erwägt daher, eine Verfassungsklage gegen den Bund zu erheben. Die Übernahme der Akademie durch den Bund verstoße gegen die Kulturhoheit der Länder.
Die Akademie der Künste führt einen Rechtsstatus mit Selbstverwaltungsrecht.
Der Bund besitzt im Verwaltungsbeirat als Zuschussgeber die Mehrheit der Stimmen.
Der Akademie steht ein Senat vor. Von 1997 bis 2003 war der ungarische Schriftsteller und Essayist György Konrád Präsident der Akademie, bis zum 15. Dezember 2005 war es der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg.[4][5] Seit 2006 ist der Grafiker und Schriftsteller Klaus Staeck Präsident.
Die Mitgliederversammlung umfasst alle (maximal 500) Mitglieder der Akademie.
Die Akademie der Künste hat per Gesetz maximal 500 Mitglieder, im Juni 2012 waren es 412. Diese werden von den Sektionen der Akademie benannt, von der Mitgliederversammlung in geheimer Wahl gewählt und vom Präsidenten berufen.
Vom Senat der Akademie der Künste können zudem Ehrenmitglieder vorgeschlagen werden.
Beide deutschen Staaten beanspruchten zunächst Wilhelm Furtwängler, Otto Klemperer, Carl Orff, Arnold Schönberg, Erwin Piscator, George Grosz, Max Beckmann und Gustaf Gründgens für sich. Mit der Gründung der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost) 1950 und damit vier Jahre vor der Akademie der Künste in Berlin (West) verstand man sich als Rechtsnachfolger der Preußischen Akademie der Künste. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten unter anderen Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Hanns Eisler, Otto Nagel, Anna Seghers und Helene Weigel.[6]
Die Akademie gliedert sich in folgende Sektionen mit jeweils eigenem Direktor:
Die Sektion Literatur der AdK leitete von 2006 bis 2010 der Schriftsteller Volker Braun. Im Mai 2010 trat sein Kollege Ingo Schulze die Nachfolge an.[7]
Das umfangreiche Archiv der Akademie der Künste gilt heute als bedeutendstes interdisziplinäres Archiv zu Kunst und Kultur seit 1900 im deutschen Sprachraum. Entsprechend der Mitgliederstruktur der Akademie umfasst es alle Künste. Seine Hauptaufgabe besteht darin, künstlerisch und kulturgeschichtlich wichtige Archive zu erwerben, zu verzeichnen und der Wissenschaft und interessierten Öffentlichkeit bereitzustellen. Im Oktober 2012 wurde das rund 35 Regalmeter Aufzeichnungen umfassende Peter-Zadek-Archiv für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[8]
Die Akademie vergibt eine Vielzahl von Auszeichnungen und Stipendien:
52.51513.379444444444Koordinaten: 52° 30′ 54″ N, 13° 22′ 46″ O