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| Christlich-Demokratischer Aufruf | |
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|
| Parteivorsitzende | Ruth Peetoom |
| Parteiführer | Sybrand van Haersma Buma |
| Fraktionsvorsitzender Zweite Kammer | Sybrand van Haersma Buma |
| Fraktionsvorsitzender Erste Kammer | Jos Werner |
| EP-Delegationsleiter | Wim van de Camp |
| Gründung | 11. Oktober 1980 |
| Sitze in der Ersten Kammer | 11 (2011) |
| Sitze in der Zweiten Kammer | 13 (2012) |
| Sitze im Europäischen Parlament | 5 (2009) |
| Mitgliederzahl | 61.294 |
| EP-Fraktion | EVP |
| Europapartei | EVP |
| http://www.cda.nl | |
Der Christen Democratisch Appèl (Christlich-Demokratischer Aufruf, CDA; wegen des niederländischen Geschlechtes von het Appèl eigentlich „das CDA“) ist eine christdemokratische Partei in den Niederlanden. Seit 1967 hatte es Bemühungen um eine verstärkte Zusammenarbeit dreier konfessioneller Parteien gegeben. Bei der Parlamentswahl 1977 trat erstmals eine CDA-Liste an. Formell gegründet wurde der CDA am 11. Oktober 1980.
Seit 1977 hat die Mitte-Rechts-Partei mit Dries van Agt (1977-1982), Ruud Lubbers (1982-1994) und Jan Peter Balkenende (2002-2010) die längste Zeit die niederländischen Regierungen angeführt. Sie erlitt 2010 eine schwere Wahlniederlage und fiel mit 13,6 Prozent auf den vierten Platz zurück. Dennoch trat sie als Juniorpartner in die von der rechtspopulistischen Partei PVV tolerierte Minderheitsregierung von Ministerpäsident Mark Rutte (VVD) ein. Nach dem Bruch der Koalition im April 2012 verlor der CDA bei der vorgezogenen Parlamentswahl im September 2012 mit einem Rückgang von 5,5 Prozentpunkten erneut an Zustimmung.
Inhaltsverzeichnis |
Der CDA ging aus dem Zusammenschluss zweier protestantischer und einer katholischen Partei hervor, die ursprünglich die drei großen christlichen Parteien des Landes waren. Sie regierten häufig gemeinsam und stellten seit 1918 meist den Ministerpräsidenten. Es handelte sich um:
Neben diesen drei Parteien gab und gibt es weitere christliche Parteien, in jüngerer Zeit ChristenUnie und Staatkundig Gereformeerde Partij.
Als Architekt des Zusammenschlusses gilt Piet Steenkamp. Überlegungen eines Zusammenschlusses der drei Parteien gab es aber schon seit 1967 und wurden innerhalb einer parteiübergreifenden Arbeitsgruppe (Groep van Achttien) geführt.
Dabei war der wichtigste Diskussionspunkt die Definition des Begriffs Christliche Politik. Diese Gespräche führten zunächst zu einem gemeinsamen Wahlprogramm der drei Parteien im Jahre 1971, gefolgt von einem Grundsatzprogramm für den künftigen CDA im Jahre 1972. Im Jahre 1973 fand der erste Parteikongress des künftigen CDA statt, bei den Wahlen zur Zweiten Kammer des Parlaments (Tweede Kamer der Staten-Generaal) im Jahre 1977 trat man erstmals mit einer gemeinsamen Liste an. Formal vollzogen wurde der Zusammenschluss schließlich auf einem Sonderparteitag im Oktober 1980, auf welchem Steenkamp auch zum Ehrenvorsitzenden des CDA berufen wurde.
Seit 1977 stellte der CDA unter den Ministerpräsidenten Dries van Agt und Ruud Lubbers zusammen mit verschiedenen Koalitionspartnern die Regierung. Die Epoche Lubbers endete 1994 mit einer großen Wahlniederlage; Grund dafür waren unter anderem die Streitigkeiten zwischen Lubbers und seinem designierten Nachfolger Elco Brinkman.
Zwischen 1994 und 2002 war der CDA die größte Oppositionsfraktion während der Amtszeit des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Wim Kok. 2001 wechselte der Fraktionsvorsitz von Jaap de Hoop Scheffer zu Jan Peter Balkenende. Bei den Wahlen vom 15. Mai 2002 wurde der CDA wieder die stärkste Partei in der Zweiten Kammer und stellte unter Ministerpräsident Balkenende zusammen mit verschiedenen Koalitionspartnern die Regierung, zunächst zusammen mit der VVD und der LPF, nach den vorgezogenen Neuwahlen vom 22. Januar 2003 mit der VVD und D66. Nachdem D66 2006 die Koalition unter anderem wegen der VVD-Ministerin Rita Verdonk verlassen hatte, kam es zu Neuwahlen. Sie kam bei einem Verlust von drei Sitzen auf 41 der 150 Sitze in der Zweiten Kammer des Parlaments. Damit blieb die Partei aber unter den Umfrageergebnissen.
Anfang 2007 führte Balkenende mit sozialdemokratischer Partij van de Arbeid und streng-protestantischer ChristenUnie die Regierungsgeschäfte fort. Diese Koalition zerbrach im Februar 2010 an der Frage einer Verlängerung des Afghanistaneinsatzes.
Wegen der großen Verlusten bei den Parlamentswahlen am 9. Juni 2010 (minus 12,9 Prozent, auf 13,6 Prozent Stimmenanteil) trat Parteiführer Balkenende noch am Wahlabend zurück. Die Führung übernahm Maxime Verhagen, der dann auch die Fraktion leitete. Verhagen beantwortet die Frage, ob er politischer Führer sei, mit der Feststellung, dass der CDA nur einen Spitzenkandidaten für die Kammerwahl ernenne und keinen permanenten politischen Führer wie andere Parteien habe.
Dem ebenfalls aufgrund der Wahlniederlage zurückgetretenen Parteivorsitzenden Peter van Heeswijk folgten nacheinander Henk Bleker und Liesbeth Spies kommissarisch im Amt. Anfang April 2011 wählte ein Parteitag die zum eher linken Flügel der Partei zählende Ruth Peetoom zur neuen Parteivorsitzenden.[1]
Am 14. Oktober 2010 schloss der CDA eine Koalition mit der rechtsliberalen VVD. Mark Rutte von der VVD wurde erster Ministerpräsident seiner Partei, der CDA war erstmals als Juniorpartner in einer Koalition vertreten. Verhagen wurde Außenminister. Parlamentarisch unterstützt wurde das Kabinett von der rechtspopulistischen PVV von Geert Wilders. Dies wurde innerhalb des CDA kontrovers diskutiert; wegen der äußert knappen Mehrheitsverhältnisse hätte das Ausscheren von nur zwei Kammerangehörigen bereits die Koalition in Schwierigkeiten gebracht.
Wiederholt kam es zu Konflikten zwischen der immigrationsfeindlichen Haltung von Geert Wilders einerseits und christlich-sozialen Christdemokraten andererseits. Den CDA-Kongress vom Oktober 2011 überschattete die Frage, ob der CDA-Minister für Fremdenpolitik in einem aktuellen Fall einen minderjährigen Asylanten abschieben dürfe. Der Kongress blieb ohne Entscheidung. Am Tag darauf meldete das Umfragebüro von Maurice de Hond, dass die Umfragewerte auf rund sieben Prozent der Wählerstimmen gefallen seien.[2]
Der CDA nennt auf seiner Website als Ausgangspunkte öffentliche Gerechtigkeit, geteilte Verantwortlichkeit, Solidarität sowie rentmeesterschap (vgl. Nachhaltigkeit).[3] Eine christliche Überzeugung ist für die Partei nur eine von mehreren möglichen Inspirationsquellen.
Die CDA-Wähler von 2010 nannten im September des Jahres als diejenigen Parteien, die sie ungern in der Regierung sähen: PvdA 47, Groen Links 41, D66 28, PVV und SP je 20 Prozent. Umgekehrt sahen am wenigsten die Wähler der SP (53 Prozent) den CDA gern in der Regierung. Die größte Zuneigung zueinander zeigten die Wähler von CDA und VVD.[4]
Bei der Fusion 1980 hatte die Partei rund 150.000 Mitglieder. Seitdem sank die Mitgliederanzahl beinahe kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Von 1994 auf 1995, nach dem ersten Verlust der Regierungsmacht, fiel die Partei relativ ruckartig von 107.000 auf 100.000 Mitglieder. Die Regierungsübernahme unter Balkenende ließ die Anzahl leicht von 78.000 (2002) auf 79.000 (2003) steigen. Anfang 2012 zählte der CDA noch 61.294 Mitglieder. Dennoch ist der CDA immer noch die größte politische Mitgliederorganisation in den Niederlanden.[5]
Der Sitz des CDA ist in Den Haag. Innerhalb des CDA bestehen mehrere formell unabhängige Organisationen:
(Gesamtsitze: 150)
Centre Démocrate Humaniste (Belgien) | Christen-Democratisch en Vlaams (Belgien) | Bulgarische Agrarische Volksunion (Bulgarien) | Demokraten für ein starkes Bulgarien (Bulgarien) | Demokratische Partei (Bulgarien) | GERB (Bulgarien) | Union der Demokratischen Kräfte (Bulgarien) | Kristendemokraterne (Dänemark) | Det Konservative Folkeparti (Dänemark) | Christlich Demokratische Union (Deutschland) | Christlich-Soziale Union in Bayern (Deutschland) | Isamaa ja Res Publica Liit (Estland) | Kansallinen Kokoomus-Samlingspartiet (Finnland) | Union pour un mouvement populaire (Frankreich) | Nea Dimokratia (Griechenland) | Fine Gael (Irland) | Unione dei Democratici Cristiani e Democratici di Centro (Italien) | Popolari-Unione Democratici per l’Europa (Italien) | Popolo della Libertà (Italien) | Südtiroler Volkspartei (Italien) | Jaunais Laiks (Lettland) | Pilsoniskā Savienība (Lettland) | Tėvynės Sąjunga – Lietuvos krikščionys demokratai (Litauen) | Chrëschtlech Sozial Vollekspartei (Luxemburg) | Partit Nazzjonalista (Malta) | Christen Democratisch Appèl (Niederlande) | Österreichische Volkspartei (Österreich) | Platforma Obywatelska (Polen) | Polskie Stronnictwo Ludowe (Polen) | Centro Democrático e Social - Partido Popular (Portugal) | Partido Social Democrata (Portugal) | Demokratische Union der Ungarn in Rumänien (Rumänien) | Partidul Democrat Liberal (Rumänien) | Partidul Național Țărănesc Creștin Democrat (Rumänien) | Kristdemokraterna (Schweden) | Moderata samlingspartiet (Schweden) | Slowakische Demokratische und Christliche Union – Demokratische Partei (Slowakei) | Partei der ungarischen Koalition (Slowakei) | Kresťanskodemokratické hnutie (Slowakei) | Slowenische Demokratische Partei (Slowenien) | Slovenska Ljudska Stranka (Slowenien) | Partido Popular (Spanien) | Unió Democràtica de Catalunya (Spanien) | Křesťanská a demokratická unie – Československá strana lidová (Tschechien) | Fidesz (Ungarn) | Dimokratikos Synagermos (Zypern)
Assoziierte Parteien:
Hrvatska demokratska zajednica (Kroatien) | Hrvatska seljačka stranka (Kroatien) | Høyre (Norwegen) | Christlichdemokratische Volkspartei (Schweiz) | G17 Plus (Serbien)