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Creedence Clearwater Revival

                   
Creedence Clearwater Revival
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock, Southern Rock
Gründung 24. Dezember 1967
Auflösung 16. Oktober 1972
Gründungsmitglieder
John Fogerty
Tom Fogerty (bis 1971 † 1990)
Doug Clifford
Stu Cook
 

Creedence Clearwater Revival (auch bekannt als CCR) war eine US-amerikanische Rockband der späten 1960er und frühen 1970er Jahre aus Berkeley, Kalifornien.

Inhaltsverzeichnis

  Bandgeschichte

  Gründung – die frühen Jahre

Die Band begann als The Blue Velvets, gegründet Anfang 1959 von John Fogerty, seinem Bruder Tom und dessen Schulfreund Doug Clifford, im kalifornischen El Cerrito.

In einem Interview erklärte Doug Clifford, dass er John Fogerty in seiner damaligen Schule im Musikraum kennenlernte, wo dieser gerade Klavier spielte. Er war auf den Raum aufmerksam geworden, weil Fogerty dort gerade die Art von Musik hörte, für die sich auch Clifford interessierte, nämlich Stücke von Fats Domino und Little Richard.

Kurz darauf kam es zu folgender Gesprächssituation zwischen den beiden:[1] (Clifford:)[…] “I said ‘Do you wanna start a band?’ He said ‘what do you play?’ I said ‘I’m a drummer.’[…]” („Ich sagte: ‚Sollen wir eine Band gründen?‘ Er sagte: ‚Was spielst du denn?‘ Ich sagte: ‚Ich bin Schlagzeuger.‘) Clifford besaß zu dieser Zeit eine Snaredrum und eine Bassdrum. […] “He said ‘Well, let’s do that, but actually I play guitar. I’m looking for a piano player.‘” („Er sagte: ‚Gut, lass uns das machen, aber ich spiele eigentlich Gitarre. Ich suche einen Klavierspieler.‘“)

Nach fünf Monaten ergänzte Stu Cook das Trio. Anfangs spielte dieser Klavier und lernte später noch Bassgitarre zu spielen. Sie spielten gemeinsam auf Schulveranstaltungen und kleinen Festen, wobei ihr Repertoire im Wesentlichen aus Instrumentalversionen der damaligen Hits bestand. Während dieser Zeit nahmen sie bereits einige Platten für den örtlichen Orchester-Musikverlag auf, blieben aber erfolglos.

Nach dem High-School-Abschluss aller Bandmitglieder arbeiteten The Blue Velvets kaum noch an einer musikalischen Karriere. Tom, der ältere der Fogerty-Brüder, hatte bereits eine eigene Familie zu versorgen; Doug Clifford und Stu Cook gingen aufs College und John Fogerty zur „Army Reserve“.

Als die vier 1964 einige Demoaufnahmen zur Plattenfirma „Fantasy Records“ brachten, war man dort von der Musik der Blue Velvets angetan. Die anschließend hinzugefügten Gesangsaufnahmen kamen dann als Schallplatte auf den Markt.

Allerdings waren die Musiker nicht begeistert, als sie bei der Veröffentlichung feststellen mussten, dass die Plattenfirma die Band in Golliwogs umbenannt hatte. Zunächst hielt sich der Erfolg weiter in Grenzen, sie veröffentlichten ein paar unbeachtete Singles. Dennoch stachen die vier Musiker schon damals mit Eigenkompositionen aus der Masse der örtlichen Musikgruppen heraus.

Mit dem Lied Brown Eyed Girl, das im Jahr 1967 veröffentlicht wurde, löste John Fogerty seinen Bruder Tom als Sänger ab. Dieser Wechsel bedeutete erneut einen musikalischen Aufbruch; mit Walk on the Water entstand bald darauf das erste Stück, das kein Liebeslied war. Mit Porterville wurde ein weiterer Titel veröffentlicht.

  Creedence Clearwater Revival – Durchbruch und Ruhm

Im Dezember 1967 benannte sich die Gruppe in Creedence Clearwater Revival um. Dieser Name entstand aus dem Vornamen (Credence) eines befreundeten Arbeitskollegen von Tom Fogerty und einer Biermarke (Clearwater), die unter anderem mit Reinheit warb. Clearwater stand jedoch auch für die Einstellung der Band zum Umweltschutz. Das „Revival“ symbolisiert den Zusammenhalt der Band, die sich nach einigen (nicht immer freiwilligen) Namensänderungen wieder selbst benennen durfte. Diese Erklärung des Namens berücksichtigt allerdings nicht das christliche sogenannte Revival in der Creedence Clearwater Church von 1801. Solche Revivals traten in den USA seit dem 18. Jahrhundert auf, und zwar vor allem während der Great Awakenings.[2]

Der erste Titel, den sie unter diesem Namen aufnahmen, war Susie Q., ein damals bereits elf Jahre altes Lied von Dale Hawkins, das sie schon seit ihrem Bestehen im Programm hatten. Anschließend nahmen sie I Put a Spell on You, Walk on the Water, Get down Woman, Gloomy und weitere Stücke auf. Der Titel The Working Man war bereits ein früher Versuch, den Kern der „lower-class“-Mentalität des Volkes anzusprechen.

Das erste Album mit dem Namen Creedence Clearwater Revival wurde Anfang 1968 fertiggestellt und im Juni desselben Jahres veröffentlicht. Die Reaktion auf diese Platte war groß; bei den Radio-Stationen gingen zahlreiche Hörerwünsche ein. Danach lief die Platte regelmäßig in den Radiosendungen, und es entstand eine regelrechte CCR-Manie.

Mit dem 1969 erschienenen Album Bayou Country fand die Band zu dem Stil, den sie auch über die nächsten Jahre beibehielten. Die Musik der Gruppe wurde nun als „Bayou Rock“ oder „Swamp Rock“ bezeichnet, da sich die Texte und immer wiederkehrenden Themen mit ländlichen Weisheiten befassten. Schließlich nahm man an, dass Creedence Clearwater Revival aus Louisiana stammen müsse, gerade Proud Mary, ihre zweite Hit-Single bestärkte diese Annahme. Dieser Mythos entwickelte sich hauptsächlich durch die Liebe John Fogertys zum Süden der USA; seine bevorzugte Musik, Blues und klassischer Rock ’n’ Roll, kamen fast ausnahmslos von dort. Und dieser Stil, gewürzt mit einem unüberhörbaren Country-Einschlag, manifestierte sich auf dem nachfolgenden Album Green River mit dem gleichnamigen Titelsong sowie den weiteren Hits Lodi und Bad Moon Rising. Damit hatte die Band nun endgültig ihre musikalische Prägung gefunden.

Ihr Auftritt im selben Jahr als Mit-Headliner des Woodstock-Festivals erschien weder in dem Film über das Festival, noch auf dem ursprünglichen Woodstock-Album, da John Fogerty und die Plattenfirma sich weigerten, die Rechte dazu freizugeben. Fogerty betrachtete den Auftritt, der gegen drei Uhr nachts nach einem langen Auftritt der Grateful Dead stattgefunden hatte, als zu schlecht, um veröffentlicht zu werden, da nur ein kleiner Teil des Publikums noch wach war und die Band angeblich mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Mit dem Hit Fortunate Son auf dem Album Willy and the Poor Boys (November 1969) wurde Creedence Clearwater Revival zum ersten Mal politisch. Es war ein Lied voller Bitterkeit und Empörung, Verachtung und Aufbegehren, ein Lied für Radikale und Konservative gleichermaßen. Gegenstand der Verachtung war der gefühllose Reiche, der die Macht zu seinen eigenen Zwecken verdreht. Querverweise zu dem zu der Zeit schwelenden Vietnamkrieg drängen sich auf. Die Textzeilen: „It ain’t me, it ain’t me. I am no senator’s son. It ain’t me, it ain’t me. I am no fortunate one.“ beziehen sich wahrscheinlich auf den Umstand, dass wohlhabendere und einflussreichere Bürger Möglichkeiten besaßen, sich dem Kriegsdienst zu entziehen. Down On The Corner war der größte Hit aus dieser LP, der unbekanntere Titel Don’t Look Now (It Ain’t You Or Me) wurde von offizieller Seite stark angefeindet. Aber auch radikale Gruppen begannen zu dieser Zeit, die Gruppe zu kritisieren. Sie bemängelten, dass die Band ihr „schmutziges Geld“ nicht der Peace & Freedom Partei schenkte oder die Lieder zu Ehren Trotzkis schrieb, sondern ihre Lieder eher unverbindlichen Themen widmete, die nichts über die Revolution ausdrückten.

Zur Zeit der Veröffentlichung von Cosmo’s Factory, der fünften LP, befand sich Creedence Clearwater Revival auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Hits aus dieser Periode sind Lookin’ Out My Back Door, Up Around The Bend und Who’ll Stop The Rain. Mittlerweile spielte die Band regelmäßig vor großem Publikum in der ganzen Welt, jede Single verkaufte sich millionenfach, und jede ihrer bisherigen fünf LP's wies Verkaufszahlen von über einer Million auf. Sogar Raubpressungen waren auf dem Markt.

Die vier Musiker, inzwischen selbst zu Millionären geworden, setzten sich stark für die Bürgerrechte ein und gaben zahlreiche Benefiz-Konzerte. Ohne dies bekannt zu machen, versorgten sie die Indianer der belagerten Alcatraz-Insel mit Lebensmitteln und Ausrüstungsgegenständen.

Die im Dezember 1970 veröffentlichte LP Pendulum wurde schon vor dem Erscheinungsdatum über eine Million Mal bestellt. Das Album enthielt mit Hey Tonight den einzigen Nummer-1 Hit für CCR in Deutschland. Jahre später wurde aber deutlich, dass John Fogerty seine Bandkollegen auf Pendulum inzwischen zu Statisten degradierte; die wesentlichen Beiträge zur Platte kamen von ihm. Vielleicht auch gerade deswegen sang Fogerty wohl nie souveräner als auf diesem Album. Der Gruppenverband war nun jedoch nicht mehr aufrechtzuerhalten; Tom Fogerty schied im Februar 1971 aus, um sich an einer Solokarriere zu versuchen.

Auf dem im April 1972 erschienenen Album Mardi Gras legte jeder der verbliebenen drei Musiker seine eigenen Kompositionen vor. Die Platte sollte nach demokratischen Prinzipien innerhalb der Band entstehen, geriet so aber nur noch zu einem stilistischen Durcheinander.

  Auflösung

Im Juli 1972 löste sich Creedence Clearwater Revival schließlich auf. Stu Cook und Doug Clifford gründeten später mit anderen Musikern die Formation Creedence Clearwater Revisited, mit der sie die alten Hits am Leben erhielten. John Fogerty war nach der Trennung in verschiedenen Projekten und mit einer Solokarriere zunächst nur mäßig erfolgreich – erwähnenswert ist hier vor allem sein musikalischer Ausflug in die traditionelle Country-Music, den er unter dem verdeckten Namen The Blue Ridge Rangers und dem gleichnamigen Album im Jahr 1973 unternahm. 1975 veröffentlichte er auf seinem zweiten Soloalbum das Stück Rockin' All Over The World, jenes Lied, das zwei Jahre später durch Status Quo weltberühmt wurde. Erst 1985 hatte er mit dem Album Centerfield und den Singles Rock And Roll Girls und The Old Man Down The Road wieder kommerziellen Erfolg. Später fanden die Alben Blue Moon Swamp (1997) und Revival (2007) ebenfalls viel Beachtung. Rhythmusgitarrist Tom Fogerty starb am 6. September 1990 mit 48 Jahren.

1993 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[3]

  Diskografie

  Studioalben

  Live-Alben

  • Live in Europe (1973)
  • The Royal Albert Hall Concert (Aufnahme 1970, Veröffentlichung 1980)
  • The Concert (Recorded at the Oakland Coliseum January 31, 1970. Veröffentlichung 1980)

  Kompilationen (Auswahl)

  Creedence Clearwater Revival

  • Spirit Orgaszmus of Jeronimo and Creedence Clearwater Revival (Split-LP auf rosa Vinyl, 1970)
  • Creedence Gold (1972)
  • More Creedence Gold (1973)
  • Chronicle – The 20 Greatest Hits (1976)
  • Chronicle Volume Two – Twenty Great CCR Classics (1986)

  The Golliwogs

  • The Golliwogs (1975)

  Singles

  Tommy Fogerty & the Blue Velvets

  • Come On Baby / Oh My Love (Oktober 1961)
  • Have You Ever Been Lonely / Bonita (November 1961)
  • Now You're Not Mine / Yes You Did (Juni 1962)

  The Golliwogs

  • Don't Tell Me No Lies / Little Girl (Does Your Mama Know) (November 1964)
  • You Came Walking / Where You Been (April 1965)
  • You Can't Be True / You Got Nothin' on Me (Juli 1965)
  • Brown Eyed Girl / You Better Be Careful (November 1965)
  • Fight Fire / Fragile Child (Mai 1966)
  • Walking on the Water / You Better Get It Before It Gets You (September 1966)
  • Porterville / Call It Pretending (November 1967)

  Creedence Clearwater Revival

  • Porterville / Call It Pretending (1968)
  • Suzie Q, Part I & II (Juni 1968)
  • I Put a Spell on You / Walk on the Water (Oktober 1968)
  • Proud Mary / Born on the Bayou (Januar 1969)
  • Bad Moon Rising / Lodi (April 1969)
  • Green River / Commotion (Juli 1969)
  • Down on the Corner / Fortunate Son (Oktober 1969)
  • Travelin' Band / Who'll Stop the Rain (Januar 1970)
  • Up Around the Bend / Run Through the Jungle (April 1970)
  • Lookin' out My Back Door / Long as I Can See the Light (Juli 1970)
  • Hey, Tonight / Have You Ever Seen the Rain (Januar 1971)
  • Sweet Hitch-Hiker / Door to Door (Juli 1971)
  • Someday Never Comes / Tearin' up the Country (März 1972)
  • Molina / Sailor's Lament (1972)
  • I Heard It Through the Grapevine / Porterville (1970)

Im englischsprachigen Raum waren bei einigen Singles die A- und B-Seiten jeweils vertauscht;
in den USA konnten sich 7 Titel als B- oder Doppel-A-Seite ebenfalls in den Charts platzieren.

  Literatur

  •  Peter Koers: Creedence-Clearwater-Revival: Rocking All Over The World. Sonnentanz-Verlag, Augsburg 1994, ISBN 3-926794-17-8.
  •  Peter Koers: Green River: Die Diskographie zu Creedence Clearwater Revival. Balve/Star Cluster Verlag, 1999, ISBN 3-925005-51-X.
  •  Mark Bloemeke, Rüdiger Bloemeke: John Fogerty und das Drama Creedence Clearwater Revival. Voodoo Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-00-003885-X.

  Einzelnachweise

  1. [1] Interview mit Doug Clifford, dem ehemaligen Schlagzeuger der Band
  2. Timothy Beal: Religion in America: a very short introduction; Oxford: Oxford University Press, 2008; ISBN 978-0195321074; S. 75
  3. Rock and Roll Hall of Fame Creedence Clearwater Revival in der Rock and Roll Hall of Fame

  Weblinks


   
         
   

 

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