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Wikipedia

Edith von Schottland

                   
  Edith als Königin Matilda (Darstellung aus dem 13. Jahrhundert)
  Edith von Schottland (Bild von 1851)

Edith von Schottland (* um 1080; † 1. Mai 1118) war die erste Ehefrau des englischen Königs Heinrich I.; sie war eine Tochter des schottischen Königs Malcolm III. und der heiligen Margareta. Robert Curthose war ihr Taufpate, Taufpatin könnte seine Mutter, die englische Königin Mathilde gewesen sein, die an der Feier ebenfalls teilnahm.

Inhaltsverzeichnis

  Leben

Als sie etwa 6 Jahre alt war, wurden Edith und ihre Schwester Maria nach Romsey Abbey gegeben, wo ihre Tante Christina, die Schwester ihrer Mutter, Äbtissin war. Während ihres Aufenthalts in Romsey und danach in Wilton war Edith bereits eine begehrte Braut. Anfragen von William de Warenne, 2. Earl of Surrey und Alan Rufus, Lord of Richmond, wurden abgelehnt. Hermann von Tournai behauptet, dass König Wilhelm II. von England sie ebenfalls heiraten wollte. Sie hatte das Kloster bereits wieder verlassen, als Erzbischof Anselm von Canterbury Osmund von Sées, den Bischof von Salisbury, anschrieb, und ihn aufforderte, die Tochter des Königs von Schottland zurück ins Kloster zu bringen.

Nachdem Heinrich I. im Jahr 1100 den Thron bestiegen hatte, sah er sich nach einer Ehefrau um, und seine Wahl fiel auf Edith. Da sie aber die meiste Zeit ihres Lebens im Kloster verbracht hatte, gab es nun eine Auseinandersetzung darüber, ob die bereits die Gelübde abgelegt hatte oder nicht. Heinrich suchte um Heiratserlaubnis bei Anselm nach, der im September 1100 nach einem langen Exil nach England zurückgekehrt war. Dieser wiederum war nicht bereit, eine derart schwerwiegende Entscheidung alleine zu treffen und rief daher eine Synode ein, um die Legalität der vorgesehenen Ehe zu prüfen. Edith gab vor den versammelten Bischöfen an, dass sie die Gelübde nicht abgelegt habe, dass vielmehr ihre Eltern sie und ihre Schwester zur Erziehung nach England geschickt hätten und ihre Tante Christina sie nur deswegen „verschleiert“ habe, um sie „vor der Begierde der Normannen zu schützen“. Die Synode kam zu dem Schluss, dass Edith keine Nonne sei, ihre Eltern auch nicht beabsichtigt hätten, sie zur Nonne zu machen, und gaben die Erlaubnis zur Eheschließung.

Edith und Heinrich scheinen sich bereits eine Zeit lang vor der Hochzeit gekannt zu haben – Wilhelm von Malmesbury stellt fest, dass Heinrich ihr „lange zugeneigt war“, und Ordericus Vitalis sagt, Heinrich habe Ediths Charakter „lange bewundert“. Neben der persönlichen Beziehung gab es jedoch auch eine politische Komponente: Durch ihre Mutter war Edith Nachkomme des englischen Königs Edmund II. und somit Alfreds des Großen aus der alten Familie der Könige von Wessex, was für Heinrich sehr wichtig war, der danach strebte, im Land volkstümlicher zu werden: mit ihren Nachkommen würden die normannische und die angelsächsische Dynastie vereint. Ein weiterer Vorteil war, dass auch England und Schottland näher zusammenrückten, da drei ihrer Brüder schottische Könige wurden und in deren Regierungszeit die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ungewöhnlich gut waren.

  Heirat und Nachkommen

Edith und Heinrich wurden am 11. November 1100 in der Westminster Abbey von Erzbischof Anselm getraut. Sie wurde als „Matilda“ gekrönt, ein eher normannischer Name. Heinrich und Matilda bekamen zwei Kinder:

  1. Matilda, * 7. Februar 1102
  2. William Ætheling, * vor 5. August 1103

Edith, die nun Matilda hieß, hielt vorwiegend in Westminster Hof, begleitete ihren Ehemann aber auch auf seinen Reisen durch England und 1106/07 wohl auch in die Normandie. Ihr Hof bestand weitgehend aus Musikern und Dichtern, sie beauftragte einen Mönch, vielleicht Turgot, die Biographie ihrer Mutter zu schreiben. Sie war eine aktive Königin und wurde – wie ihre Mutter – für ihre Frömmigkeit und ihre Freigiebigkeit gegenüber den Armen verehrt. Wilhelm von Malmesbury schreibt, sie sei in der Fastenzeit barfuß zur Kirche gegangen und habe den Kranken die Füße gewaschen. Zudem verwaltete sie die Güter ihrer ausgedehnten Morgengabe, war bekannt als Patronin der Künste, insbesondere der Musik.

Nach ihrem Tod 1118 blieb sie ihren Untertanen als „Matilda the Good Queen“ und „Matilda of Blessed Memory“ in Erinnerung. Einige Zeit lang wurde die Heiligsprechung für sie betrieben, diese wurde aber nie durchgeführt. Vier Jahre nach ihrem Tod heiratete Heinrich – der zwei eheliche und mindestens zwanzig uneheliche Kinder hatte, von denen die meisten während der Ehe mit Matilda geboren wurden – ein zweites Mal.

  Weblinks

 Commons: Edith von Schottland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  Literatur

  • Marjorie Chibnall: The Empress Matilda. Queen Consort, Queen Mother and Lady of the English. Blackwell, Oxford u. a. 1992, ISBN 0-631-15737-9.
  • C. Warren Hollister: Henry I. Edited and completed by Amanda Clark Frost. Yale University Press, New Haven CT u. a. 2001, ISBN 0-300-08858-2 (Yale English Monarchs Series).
  • Lois L. Huneycutt: Matilda of Scotland. A Study in Medieval Queenship. Boydell Press, Rochester NY u. a. 2003, ISBN 0-85115-994-X.
  • John Carmi Parsons, Bonnie Wheeler (Hrsg.): Medieval Mothering. Garland Publishing, New York NY u. a. 1996, ISBN 0-8153-3665-9 (The new Middle Ages 3 = Garland Reference Library of the Humanities 1979).
  • John Carmi Parsons: Medieval Queenship. Sutton, Stroud 1998, ISBN 0-7509-1831-4 (Sutton History Paperbacks).


Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Mathilde von Flandern Queen Consort von England
1100–1118
Adelheid von Löwen
   
               

 

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