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Wikipedia

Ennio Morricone

                   
  Ennio Morricone bei den 66. Filmfestspielen von Venedig 2009

Ennio Morricone (* 10. November 1928 in Trastevere, Rom) ist ein italienischer Komponist und Dirigent. Er hat auch unter den Pseudonymen Dan Savio und Leo Nichols gearbeitet und komponierte die Filmmusik von über 500 Filmen. Sein Name wird oft mit dem Filmgenre des Italo-Western in Verbindung gebracht, obwohl er „nur“ für etwa 30 solcher Filme die Filmmusik geschrieben hat.

Besondere Bekanntheit erlangten seine Filmmusiken zum Italowestern-Klassiker Zwei glorreiche Halunken (Original: Il buono, il brutto, il cattivo), zum Western-Epos Spiel mir das Lied vom Tod, zu Roland Joffés Drama Mission und für Giuseppe Tornatores Film Cinema Paradiso. 2007 erhielt Morricone den Oscar für sein Lebenswerk.

Inhaltsverzeichnis

  Leben

Morricone studierte im Konservatorium von Santa Cecilia Trompete und Chormusik und erhielt 1946 sein Konzertdiplom als Trompeter. Ein Jahr später folgte ein erstes Engagement als Theaterkomponist. 1953 begann er mit der Gestaltung des Abendprogramms eines italienischen Rundfunksenders. Für seine Ausbildung als Komponist am Konservatorium, die er 1954 mit einem Diplom abschloss, zeichnete Goffredo Petrassi verantwortlich. 1956 heiratete er Maria Travia. Er etablierte sich ab Mitte der 50er Jahre mit Kammermusik- und Orchesterwerken in der musikalischen Avantgarde seines Landes. 1958 unterschrieb Morricone einen Arbeitsvertrag als Musikassistent bei der staatlichen Rundfunkanstalt Radiotelevisione Italiana, wo er als Arrangeur tätig war. Auch für zahlreiche Schallplattenaufnahmen im Genre Pop (beispielsweise für Gino Paoli) schrieb er Arrangements und leitete Band und Orchester.

Morricone komponierte 1961 seine erste Filmmusik für Luciano Salces Il Federale, doch ließ der internationale Erfolg noch einige Jahre auf sich warten. 1964 begann er seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sergio Leone (die beiden gingen zusammen in dieselbe Schulklasse) und Bernardo Bertolucci. In dieser Zeit schrieb er unter anderem die Musik für Leones Filme Für eine Handvoll Dollar, Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod. Morricones Kompositionen unterschieden sich stark von den traditionellen symphonischen Western-Soundtracks aus Hollywood und wirkten durch ihre ungewöhnlichen Soundelemente (Maultrommeln, Kojotengeheul etc.) stilbildend und innovativ. Mit einigen seiner Kompositionen konnte der Komponist sogar Hitparadenerfolge verbuchen. Im Genre des Italo-Westerns orientierten sich zahlreiche Komponisten an dem von Morricone entwickelten Stil.

Seit Mitte der 1990er Jahre komponierte Morricone in jedem Jahr die Filmmusik für etwa 15 Filme. Außerdem spielte er von 1964 bis in die siebziger Jahre im von Franco Evangelisti initiierten Improvisationsensemble Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza. Zusammen mit anderen Komponisten gründet Morricone 1984 in Rom das I.R.TE.M, eine Forschungsanstalt für musikalisches Theater.

In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb Morricone über 500 Filmmusiken und arbeitete dabei mit namhaften italienischen und internationalen Regisseuren zusammen. Er dirigierte eine große Anzahl von Orchestern, wobei er für zahlreiche Konzerte sowie Filmmusikaufnahmen mit dem Roma Sinfonietta Orchestra zusammenarbeitete. Mit diesem Ensemble gab Morricone am 2. Februar 2007 auch ein Ehrenkonzert zum Amtsantritt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon.

Neben Film- und Bühnenmusik hat er aber auch weiterhin Kammermusiken für Solisten (Gitarre, Klavier, Violine, Cello) und diversen Formationen (Trio, Quintett, Sextett, Piano und Instrumente, Gesang und Instrumente, Chöre, etc.) sowie Kantaten geschrieben:

  • Ut (1992)
  • Cantata per I’Europa (1988)
  • Cantata Frammenti di Eros (1985)
  • Gestazione (1980)
  • Requiem per un Destino (1966)
  • Sestetto (1955)

  Werk

  Morricone im UN-Hauptquartier (2007)

Morricone trug mit seiner Musik wesentlich zum Welterfolg der Leone-Western bei,[1] die heute Kultfilme sind, wie zum Beispiel Spiel mir das Lied vom Tod. Leone bekannte einmal, dass Morricone für ihn mehr ein Drehbuchautor sei als ein Komponist, denn durch die Musik könne er etwas mitteilen, was er sonst hätte zeigen müssen.[1] Und vom Komponisten ist überliefert:

„Filmmusik braucht Raum, um sich entfalten zu können. Der Film muss der Musik Zeit geben, um sich zu entwickeln.“

Ennio Morricone[1]

  Auszeichnungen

Oscars (Academy Awards)
Golden Globes
Weitere Auszeichnungen

Darüber hinaus wurde er mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik und dem französischen Verdienstorden Légion d’honneur ausgezeichnet.

  Wirkung

Weltweit wurden mehr als 50 Millionen Alben von Morricone verkauft.[3][4] Seine Kompositionen werden teilweise in andere Genres übertragen:

  Filmmusiken (Auswahl)

  Einzelnachweise

  1. a b c Michael Hanisch: Gefühlte Realität – Ein Perfektionist: der Komponist Ennio Morricone in Film-Dienst 23/2003 S. 46 f. Zum 75. Lebensjahr.
  2. Hochschule für Musik und Theater München
  3. Zammerumaskil, Roma
  4. Fondazione Italiani
  5. All Love Ennio Morricone in der englischen Wikipedia.

  Literatur

  • „Hommage au Maitre Ennio Morricone“ – Jean Lhassa, Editions du Center d’Art d’Ixelles 1986 – (limitierte Auflage von 500 Exemplaren).
  • „Morricone – Die Musik, das Kino“ – Sergio Miceli, Edition Filmwerkstatt 2000 – ISBN 3-930524-03-1.
  • Christiane Hausmann: „Zwischen Avantgarde und Kommerz – Die Kompositionen Ennio Morricones“, Wolke Verlag Hofheim 2008 – ISBN 978-3-936000-68-9.
  • „Ennio Morricone in Venice. Live at Piazza San Marco.“ DVD und Buch. Icestorm Entertainment GmbH/ARS Latina 2008.
  • Toni Hildebrandt: „Ennio Morricone und Giuseppe Tornatore. Die Musik, das Kino“, Grin Verlag Regensburg 2007.
  • Wolfgang Sandner: „Spiel mir das Lied von Morricone.“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. November 2008, Z3.
  • Peter Moormann (Hrsg.): „Klassiker der Filmmusik“, Reclam Verlag Ditzingen 2009.

  Weblinks

 Commons: Ennio Morricone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
   
               

 

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