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definition - Fachwerkhaus

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synonyms - Fachwerkhaus

see also - Fachwerkhaus

Fach-... (adj.)

fachlich Technik, technisch

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phrases

-(Treppen-)Haus • Ausverkauftes haus • Garten hinter dem Haus • Haus an Haus • Haus an Haus liegen • Haus auf Rädern • Haus halten • Haus und Hof • Haus- und Nutzgarten • Haustier, Haus-... • Hohes Haus • Ist die Katze aus dem Haus • Restaurant für Außer-Haus-Verkauf • Verkauf von Haus zu Haus • Weiße Haus • Weißes Haus • ausverkauftes Haus • außer Haus • außer Haus wohnend • baufälliges Haus • besetztes Haus • das Haus verlassen • ein Haus • ein Haus besetzen • eingeschossiges Haus • frei stehendes Haus • gelehrtes Haus • herrschaftliches Haus • ins Haus fallen • ins Haus liefern • ins Haus schneien • ins Haus stehen • mit einem neuen Haus versorgen • offenes Haus • transportables Haus • unten im Haus • von Haus aus • von Haus zu Haus

-A-Werk • ADLER Käse-Werk • Adam Opel GmbH Werk Bochum I • Alan-Werk • Amtliches Werk • Anonymes Werk (Urheberrecht) • Archäologisches Museum im BMW-Werk Regensburg • B-Werk Besseringen • BMW Werk Dingolfing • BMW Werk Hams Hall • BMW Werk Leipzig • BMW-Werk Dingolfing • BMW-Werk Hams Hall • BMW-Werk Leipzig • Boeing-Werk Everett • Bübchen-Werk Ewald Hermes • Continental Tire Werk • DB Werk Delitzsch • DB Werk Eberswalde • Das Werk • Detachiertes Werk • Diakonisches Werk • Diakonisches Werk Württemberg • E-Werk (Berlin) • E-Werk (Köln) • E-Werk und Straßenbahn Tilsit • Ein Werk Gottes • Elmore’s Werk (Schladern) • Enna Werk • Ernemann-Werk • FAG Werk Nr.1 • Fagus-Werk • Falco/Werk • Feldmühle-Werk • Fischbacher Werk • Freiburger Schauspielschule im E-Werk • Geistliche Familie „Das Werk“ • Gottes Werk und Teufels Beitrag • Gottes Werk und Teufels Beitrag (Buch) • Gottes Werk und Teufels Beitrag (Film) • Goujon-Werk • Gussstahl-Werk Witten • Gustav-Adolf-Werk • Industriepark Werk Gendorf • Jugend am Werk • Karl-Marx-Werk • Katharina-Werk • Lila (Werk) • Mannesmann Automobil-Werk KG • Maximilian-Kolbe-Werk • Motorenbau Werk Kassel • Musikalisches Werk • Märkisches Werk • Nokia-Werk Bochum • Opus (Werk) • Petersburger Straßenbahn-mechanisches Werk • Porsche-Werk Gmünd • Raphaels-Werk Dienst am Menschen unterwegs • Rudolf-Fettweis-Werk • Saltus-Werk Max Forst • Siemens-Werk Braunschweig • Solvay-Werk (Buchenau) • Straßenbahn und E-Werk Altenburg • Südzucker-Werk Offstein • TOGAL-Werk • Ural-Werk • VEB Werk für Technisches Glas Ilmenau • Verwaistes Werk • Weimar-Werk • Wera-Werk • Werk (Festungsbau) • Werk (Orgel) • Werk (Urheberrecht) • Werk Arena • Werk Colle delle benne • Werk Corno • Werk Glockenberg • Werk Gschwent • Werk II • Werk Lusern • Werk Nr. 37 • Werk Pleitenberg • Werk Plätzwiese • Werk Presanella • Werk Sebastiano • Werk Serrada • Werk Strino • Werk Tanne • Werk Tombio • Werk Tonale • Werk Tre Sassi • Werk Verle • Werk Wenzendorf • Werk der Glaubensverbreitung • Werk des Heiligen Apostels Petrus • Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin • Werk, Bauen + Wohnen • Zeiss-Werk Wien

analogical dictionary

 

Schnur[Hyper.]

Strähne[Hyper.]

-fach (n.)


Fach (n.)







 

Betrieb; Werk; Arbeit; Aufgabe; Beruf; Berufsausübung; Berufstätigkeit; Handwerk; Fach; Kunstferigkeit; fachmännisches Können; Beschäftigung; Berufsarbeit[Classe]

Aktivität; Beschäftigung; Remmidemmi; Betriebsamkeit; Tätigkeit; Betrieb; Treiben; Betätigung[Classe]

Zustand; Zivilstand; Familienstand; Personenstand; Stand; Position; Stellung[Classe]

métier, activité (pour propriété de 'exercer') (fr)[Classe...]

vie : part de l'activité humaine (fr)[Classe]

faire travailler (fr)[Classe]

(Betrieb; Werk; Arbeit; Aufgabe; Beruf; Berufsausübung; Berufstätigkeit; Beschäftigung; Tätigkeit; Arbeitsplatz; Arbeitsstelle; Job; Amt; Funktion), (Einnahmequelle; Verdiener; Handlungsgehilfe; kaufmännische Angestellte; kaufmännischer Angestellter; Beamter; Beamtin; Ladenangestellter; Ladenangestellte; Kraft; Arbeitnehmerin; Beschäftigte; Aus-Hilfe; Arbeitnehmer; (Aus-)Hilfe), (Angestellten; Angestelltenschaft; Belegschaft; Betriebsangehörigen; Arbeiterschaft; Personal), (berufstätig sein bei; berufstätig sein in; beschäftigt sein bei; dabeisein in; im Arbeitsverhältnis stehen bei; auf der Lohnliste stehen; arbeiten bei; arbeiten in)[Thème]

(Betrieb; Werk; Arbeit; Aufgabe; Beruf; Berufsausübung; Berufstätigkeit; Handwerk; Fach; Kunstferigkeit; fachmännisches Können; Beschäftigung; Berufsarbeit), (Gelegenheitsarbeit; Arbeit; Aufgabe; Hausarbeit), (schaffen; jobben; arbeiten)[Thème]

vie professionnelle (fr)[Thème]

factotum (en)[Domaine]

OccupationFn (en)[Domaine]

employs (en)[Domaine]

Aktivität, Beschäftigung, Betätigung, Betrieb, Betriebsamkeit, Remmidemmi, Tätigkeit, Treiben - anbringen, anfangen, anwenden, aufarbeiten, auslasten, bedienen, benutzen, benützen, brauchen, einsetzen, implementieren, nehmen, nützen, üben, verarbeiten, verwenden, verwerten, zeigen[Hyper.]

absorbieren, auffressen, erfüllen, fesseln, in Anspruch nehmen - Arbeit - Anstellung, Arbeit, Aufgabe, Beruf, Berufsausübung, Berufstätigkeit, Betrieb, Job, Stelle, Werk - Arbeiter, Arbeiterin, Arbeitskraft, Berufstätige, Berufstätiger, Erwerbstätige, Erwerbstätiger[Dérivé]

arbeiten[Cause]

put to work, work (en) - arbeiten, erarbeiten, schaffen, wirken - arbeiten[Domaine]

Werk (n.)





 

toute chose, n'importe quoi (fr)[Classe...]

travailler durement (fr)[Classe]

acquérir la connaissance de (fr)[Classe]

(Ausführung; Durchführung; Exekution; Implementation; Strafvollziehung; Vollstreckung; Vollziehung; Strafvollzug; Vollzug; Erfüllung), (Aktivität; Beschäftigung; Remmidemmi; Betriebsamkeit; Tätigkeit; Betrieb; Treiben; Betätigung; Auftreten; Benehmen; Betragen; Verhaltensweise; Verhaltungsweise; Verhalten; Tun und Treiben; Tun und Lassen; Aktivitäten), (Akt; Handlung; Tat; Aktivität; Tätigkeit)[Thème]

(zäh; schwer; schwierig; beschwerlich; mühselig), (Schwere; Schwierigkeit; Mühe; Mühsal)[termes liés]

factotum (en)[Domaine]

IntentionalProcess (en)[Domaine]

industry (en)[Domaine]

Planning (en)[Domaine]

Aktivität, Beschäftigung, Betätigung, Betrieb, Betriebsamkeit, Remmidemmi, Tätigkeit, Treiben - create by mental act, create mentally (en) - den Weg bahnen - abordnen, aufstellen, ausersehen, delegieren, entsenden, übertragen, vergeben, weitergeben, zedieren, zuschieben - kämpfen, ringen, sich durchbeißen - arbeiten[Hyper.]

agieren - put to work, work (en) - arbeiten, erarbeiten, schaffen, wirken - arbeiten - Aufgabe, Auftrag, Pensum, Unternehmen, Werk - Erfindungsgabe, Konzeption - Entwurf, Plan, Schema - Bestimmung - Entwurf, Plan - Plan, Projekt - Absicht, versessen, Zweck - Planer - Arbeit, Aufgabe, Gelegenheitsarbeit, Hausarbeit - labor, labour, toil (en) - Antrieb, die Kampagne, Feldzug, Kampagne, Kreuzzug - Schwung - Arbeiter, Arbeiterin, Handarbeiter, Handarbeiterin, Produktionsarbeiter, Produktionsarbeiterin - Fleißarbeit, Geduldsarbeit, Plackerei, Schinderei, Schufterei - Anspannung, Anstrengung, Anwendung, Bemühung, Bestrebung, Kraftakt, Kraftanspannung, Kraftanstrengung, Kraftaufwand, Kräfteanspannung, Strapaze - Bauarbeiter, Straßenarbeiter - Arbeitstier - Sonderling, Streber, Streberin - toiler (en)[Dérivé]

drängen[Domaine]

Werk (n.)




Wikipedia

Fach

                   

Fach steht für:

Fach ist auch der Name von folgenden Personen

  • Alexander Fach (1815–1883), deutscher Bauingenieur und Architekt
  • Dietmar Fach (* 1954), deutscher Fußballspieler und -trainer
  • Holger Fach (* 1962), deutscher Fußballspieler und -trainer

FACh steht für:

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Werk

                   

Der Begriff Werk (von ahd. werc) bezeichnet

  • das Ergebnis menschlicher schöpferischer Tätigkeit, siehe Kunstwerk, Bauwerk
  • eine schöpferische Leistung als Rechtsträger im Sinne des Urhebergesetzes, siehe Werk (Urheberrecht)
  • bibliographisch die Gesamtheit der Publikationen eines Autors, evtl. auch posthum erschienene, meist genannt Sämtliche Werke oder Gesammelte Werke, siehe Gesamtausgabe
  • die vom Werkunternehmer geschuldete Leistung beim Werkvertrag
  • in der Betriebswirtschaft ein produziertes Gut, siehe Gut (Wirtschaftswissenschaft)
  • im Christentum eine Handlung oder Organisation zur Ausübung von Nächstenliebe (böse vs. gute Werke), siehe Werke der Barmherzigkeit, Diakonisches Werk
    • eine sonstige soziale Einrichtung, auch außerhalb des religiösen Zusammenhangs, z. B. das staatsnahe Müttergenesungswerk
  • technisch eine mechanische Konstruktion (Federwerk, Uhrwerk), eine Maschine
  • eine technische Anlage oder Industrie-Zweigbetrieb, siehe Fabrik
  • ein der geographischen Fachsprache eine Anlage der Ver- und Entsorgung, siehe Versorgungstechnik, oft pl. Stadtwerke
  • den Teil einer Verteidigungsanlage, siehe Werk (Festungsbau)
  • ein Teil einer Orgel, siehe Werk (Orgel)
  • Kleidung aus Eichhörnchenfell, als Rotwerk, Grauwerk, und Schwarzwerk, siehe Feh (Kleidung)

Siehe auch:

Wiktionary Wiktionary: Werk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Werk – Zitate
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Fachwerkhaus

                   
  Schiltach im Schwarzwald, an der Deutschen Fachwerkstraße
  Fachwerkhaus in Calvörde, Sachsen-Anhalt

Das Fachwerkhaus (in der Schweiz Riegelhaus) hat ein tragendes Gerüst aus Holz, bei dem die Zwischenräume meist mit einem Holz-Lehm-Verbund oder Ziegelwerk gefüllt sind. Die Fachwerkbauweise war von der Antike bis in das 19. Jahrhundert eine der vorherrschenden Bauweisen und in Mitteleuropa nördlich der Alpen bis nach England verbreitet. Ein Vorläufer war das frühgeschichtliche Pfostenhaus.

Inhaltsverzeichnis

  Konstruktion

  Bauteile

Der Fachwerkbau ist ein Skelettbau. Man unterscheidet zwischen dem mittel- und oberdeutschen Firstsäulenbau sowie dem niederdeutschen Zweiständerbau bzw. dem Vierständerhaus.

  repariertes Fachwerk
  Elemente der Fachwerkbauweise

Die vertikalen Hölzer werden als Pfosten, Stiel, Stütze, Stab oder Ständer, die leicht schräg stehenden als Strebe oder Schwertung bezeichnet, die horizontalen als Schwelle, Rähm, Riegel oder Pfette. Im Winkel von meist 45° verlaufende Hölzer zur Querstabilisierung nennt man Bänder oder Bug, sie verbinden die senkrecht aufeinander stehenden Teile. Streben sind oft symmetrisch angeordnet und sollten nach oben außen zeigen, damit seitlich auftretende Windkräfte besser abgefangen werden können.

Die Hölzer haben einen Querschnitt von 10 × 10 bis 18 × 18 cm. Aufeinander treffende Teile werden meist verzapft und mit Holznägeln gesichert. Dabei werden die Löcher leicht versetzt gebohrt, damit die Zapfen ins Zapfenloch gezogen werden. Die verwendeten Holznägel haben einen Durchmesser von etwa 2 cm und sind mindestens 2 cm länger als die Stärke des Balkens – sie stehen über.

Die Bauteile werden beim Zuschnitt mit Abbundzeichen versehen, um sie am Bauplatz schnell und richtig zusammensetzen zu können. Auch können Fachwerkkonstruktionen abgebaut und wieder aufgebaut werden, sowie einzelne Teile ersetzt werden (Modulbauweise).

  Material

  Freigelegte Konstruktion mit Gefachen mit Holzgeflecht und Lehmbewurf sowie Gefachen mit Steinen.

Als Holzart wird zumeist Stieleiche oder Traubeneiche, in nadelholzreichen Gebieten Tanne verwendet, da sie witterungsbeständig sind und Fäulnis widerstehen – konstruktiven Holzschutz vorausgesetzt. Welches hohe Alter solche Hölzer erreichen können, darauf wird im Kapitel Geschichte eingegangen.

Die Zwischenräume (das Gefach) werden entweder mit einem Holzgeflecht mit Lehmbewurf ausgefüllt (Klaiben), mit sichtigen Backsteinen oder Bruchstein ausgemauert, oder mit Lehmbausteinen verbaut und verputzt.

Die erstgenannte Technik leitet sich von der Flechtwerkwand ab, die als eine der ältesten Baukonstruktionen gelten kann.

Das Holzgeflecht ist aus festen Hölzern (Lehmstaken), auch zusätzlich aus biegsamen Ruten (Fachgerten) aus einem Holz wie Weide.

  Schmuckformen im Fachwerk

  Andreaskreuze neben einer Heiligennische im Holzbalken
  „Wilder Mann“ an Sanierungsobjekt in Lauf/Pegnitz

Die künstlerische Ausgestaltung von Fachwerkhäusern ist je nach Region und Erbauungszeit sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Als Schmuck kommen insbesondere die Anordnung der tragenden und aussteifenden Balken, das Einfügen von zusätzlichen, statisch nicht wirksamen Hölzern als Schmuckelemente, das Gestalten von Hölzern durch Schnitzwerk und Bemalung sowie die farbliche Fassung der Gefache oder die Anordnung der Klinker zur Anwendung. Die verwendeten Schmuckformen variieren regional und zeitlich sehr stark und tragen teilweise auch unterschiedliche Bezeichnungen.

Heute nimmt man an, dass viele der ehemals verwendeten Schmuckformen in direkter Beziehung zum Erbauer standen. Einige der verwendeten Schmuckelemente durften nur von alten Handwerksmeistern ausgeführt und errichtet werden. Beim Fachwerkbau gibt es unter anderem folgende Schmuckformen:

  • Andreaskreuz
  • Mann, eine Form des Strebenkreuzes in diversen Varianten, auch Wilder Mann genannt
  • Doppelstrebe
  • Stiel mit Fußbändern
  • Sonnenscheiben
  • Laubstab (ca. 1520–1550)
  • Kreuzfries
  • Schrägkreuzfries
  • Treppenfries (ca. 1470–1520) Beispiel: Haus Ritter St. Georg in Braunschweig
  • Bügel- oder Trapezfries (ca. 1500–1540)
  • Fächerfries (ca. 1535–1560)
  • Ketten- oder Bandfries (ca. 1550–1670)
  • Diamantband (als Steigerung des Kettenfrieses)
  • Figurenfries
  • Taustab (wie ein Tau gedrehte Zierstab mit rundem Querschnitt - Bad Wildungen: Haus Rebenstock)
  • Inschriften (zum Beispiel „Nisi Dominus Frustra; Psalm 127“)
  • Knaggen (die Konsolen) verziert mit Heiligenfiguren, Roll- und Volutenformen oder Kerben; Beispiele: Huneborstelsches Haus und Haus Ritter St. Georg in Braunschweig.

  Geschichte

  Holzrahmenkonstruktion minoischen Typs, 3000 v. Chr. in Akrotiri auf Santorin

Die Vorläufer des Fachwerks waren die fachartig unterteilten 8500 Jahre alten Hauswände in Çatalhöyük. Sie wurden nicht zwischen Holz-, sondern zwischen Lehmständern und -riegeln errichtet. Ähnliche Bautechniken mit höherem Holzanteil gab es in Alalach, später in Mykene und Tiryns. Bevor die Bauweise mit Holzversteifung im Hausbau einsetzte, wurden Wälle und Mauern (Murus Gallicus) mit Holzrüstungen versehen. Für die Michelsberger Kultur des Jungneolithikums wurden Fundamente von Häusern gefunden, die in Schwellbalken-Holzfachwerktechnik gebaut wurden.[1] Für das 1. Jahrhundert beschrieb Tacitus den Fachwerkbau bei den Germanen mit den Worten:

Einige Flächen bestreichen sie recht sorgfältig mit einer so blendendweissen Erde, dass es wie Bemalung und farbiges Linienwerk aussieht.[2]

Auch das sogenannte römische Streifenhaus des 1. Jahrhunderts wurde bereits in Fachwerktechnik errichtet. Bis zum Frühmittelalter war in Europa jedoch die Pfostenhaustechnik vorherrschend. Die geläufige Fachwerktechnik im Hausbau ist in Mitteleuropa erst seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts fassbar und seit dem hohen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war der auf Schwellbalken errichtete Fachwerkbau die am weitesten verbreitete Bauweise für Hochbauten nördlich der Alpen in Deutschland, Teilen von Frankreich, England und Skandinavien. Fachwerkbauten sind jedoch auch aus den holzreichen Gegenden des ehemaligen osmanischen Reiches von Bulgarien bis Syrien bekannt. Der Lehm als Ausfachungsmaterial ließ sich einfach und kostengünstig vor Ort ausgraben (oft aus der Baugrube). Auch Holz war meist eher verfügbar als geeignete Steine und ließ sich vor allem leichter transportieren (auf dem Wasserwege geflößt).

In Deutschland lassen sich zwei Arten der Verzimmerung unterscheiden: der ältere mittelalterliche Ständerbau (auch Geschossbau oder Säulenbau genannt), bei dem die Wandständer von der Schwelle bis zum Traufrähm durchgehen und der jüngere ab etwa 1600 gebräuchliche Rähmbau oder Stockwerksbau, bei dem jedes Stockwerk als in sich geschlossenes Modul hergestellt wurde. Hier kommt es oft vor, dass das obere Stockwerk etwas über dem unteren Stockwerk hervorragt. Neben senkrechten und waagerechten Hölzern sind auch schräg verlaufende Hölzer notwendig, um das Gefüge zu stabilisieren.

  Egerländer Fachwerkhaus in Neualbenreuth 49.97902212.441979

Insbesondere beim Rähmbau bzw. Stockwerkbau des 17. bis 19. Jahrhunderts findet sich eine Vielzahl von Schmuckformen. Besonders in der Anordnung der schrägen Hölzer kam es in jüngerer Zeit (seit dem 15. Jahrhundert) zu schmuckartigen Gestaltungen. Gestaltungsmöglichkeiten boten darüber hinaus geschnitzte Reliefs, Muster oder Inschriften. In Deutschland werden drei Stilgruppen unterschieden.

Die Verbreitungsgrenzen waren aber eher fließend. So findet sich etwa in Paulinzella (Ortsteil von Rottenbach (Thüringen)) der Zinzboden des ehemaligen Klosters, der im 15. Jahrhundert mit alemannischem Fachwerk errichtet wurde.

Seit dem 18. Jahrhundert wurde in vielen Regionen das Bauholz immer knapper. Das führte dazu, dass der Fachwerkbau sich verteuerte. Zunehmend genügten auch die relativ dünnen und reparaturanfälligen Wände den Ansprüchen der Erbauer nicht mehr, so dass Massivbauten aus anderen Materialien an die Stelle von Fachwerkbauten traten. Die letzten traditionellen Fachwerkbauten entstanden um 1900, wenngleich diese Bauweise bis heute gelegentlich angewandt wird.

Bis in die 1970er-Jahre konnte das Alter der Fachwerkbauten nur anhand der konstruktiven und der stilistischen Merkmale geschätzt werden. Mithilfe der Dendrochronologie (naturwissenschaftliche Methode der Holzaltersbestimmung) kann das Alter der Fachwerkbauten sehr exakt bestimmt werden. Eine solche Untersuchung hatte 1984 ergeben, dass das älteste Fachwerkhaus der damaligen Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1276 in der Innenstadt von Göttingen errichtet wurde.[3]

  Verbreitung

  Deutschland

  Das Haus Kickelhain in Mosbach
  Fachwerkhäuser in Ochsenfurt
  Fachwerkspeicher am Marktkanal in Veddel
  Fachwerkkirche in Kernbach

Trotz der erheblichen Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges etwa in Braunschweig, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Halberstadt und Hildesheim und der Verluste der Nachkriegszeit haben sich in Deutschland über eine Million Fachwerkbauten erhalten, zu denen auch einige Fachwerkkirchen gehören. Der Fachwerkbau bestimmt noch heute das Bild ganzer Altstädte und Dorfkerne. In Stolberg (Harz) ist der gesamte historische Ortskern aus über 500 Jahren Fachwerkbau erhalten. Auf dem Lande finden sich auch zahlreiche freistehende Kotten. In der Gegenwart sind eigentlich nur die südlichen Teile Bayerns weitgehend fachwerkfrei. Allerdings finden sich hier verwandte Konstruktionsarten, etwa das Bundwerk.

Der deutsche Fachwerkbau überrascht durch die Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionsdetails und Schmuckelemente. Die regionalen Unterschiede sind sehr groß, einige Grundmuster haben sich jedoch über weite Teile ausgebreitet. So finden sich etwa typische Vertreter des sogenannten „fränkischen“ Fachwerkbaues bis hinein ins Elsass, das „alemannische“ Fachwerk findet sich in ähnlicher Form in Südwestdeutschland, der Schweiz und Vorarlberg. Der „niedersächsische“ Fachwerkbau fällt besonders durch seine reichen, geschnitzten Schmuckformen auf, die in Mittel- und Süddeutschland wesentlich seltener auftreten. Hier fallen dafür die phantasievollen Fachwerkfigurationen ins Auge (geschweifte Andreaskreuze unter anderem), besonders im „fränkischen“ und im „württembergischen“ Fachwerkgebiet, schöne Beispiele sind das Rathaus in Großbottwar und die Palmsche Apotheke in Schorndorf. Hingegen sind in Altbayern (die Gebiete des Freistaat Bayern südlich der Donau) Fachwerkbauten traditionell nahezu unbekannt.

Insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert wurden Fachwerkwände häufig mit Holz oder Schiefer verkleidet, sodass die Konstruktion in der Außenansicht relativ schwer erkennbar ist. In einigen Landstrichen, etwa im Bergischen Land (Nordrhein-Westfalen), kam es zur Ausbildung von regionalen Gestaltungsweisen, bei denen etwa Schiefer eine besondere Rolle spielte.

Eine andere bekannte Sonderform des Holzgerüst- bzw. Fachwerkbaus ist das Umgebindehaus, in dem sich der östliche Blockbau und der westliche Fachwerkbau verbindet. Sehr bekannt sind die Umgebindehäuser der Lausitz.

Auf dem Gelände der Franckesche Stiftungen in Halle (Saale) befindet sich das größte Fachwerkhaus Europas.

Als Würdigung der besonderen architektonischen und künstlerischen Eigenheiten der Fachwerkhausbauweise gibt die Deutsche Post AG eine Serie von Sonderpostwertzeichen heraus, die ausgewählte Beispiele älterer Fachwerkhäuser in Deutschland als Motive verwendet. So z.B. das 1582 erbaute Baumannsche Haus in Eppingen und das 1734 errichtete Bauernhaus in Dünsche, Gemeinde Trebel.

  Schweiz

In der Nordostschweiz, insbesondere im Kanton Thurgau und der Region „Zürcher Weinland“, sind über 90 % der älteren Bauernhäuser Riegelhäuser; in dieser Region (man schätzt über 600.000 reine Fachwerkhäuser und zahlreiche Mischformen) gibt es Dörfer (Unterstammheim und Oberstammheim, Nussbaumen, Üsslingen...), die praktisch nur aus Riegelhäusern bestehen. Das Fachwerkhaus ist hier schlichtweg das Bauernhaus per se. Typisch sind die rote Bemalung der Balken und die weiße Ausfachung. Die rechteckige Rasterung wird fast immer durch Diagonalbalken durchzogen. Zur Erhaltung gefährdeter Fachwerkgebäude entstand das Freilichtmuseum Ballenberg.

  Fachwerkaufbau von 1550 : Burg Zug in Zug

  Österreich

Klassisches Fachwerk kommt praktisch nicht vor (ähnlich wie in Südbayern). Nur einzelne Bauten in Vorarlberg. Häufiger ist das sogenannte Bundwerk, das praktisch ein auf der Innenseite verschaltes Fachwerk ist.

  Frankreich

  Blangy-le-Chateau, Normandie (2007)

Während das Elsass wegen seiner Geschichte und Kultur überwiegend dem fränkischen und alemannischen, also deutschen Fachwerkgebiet zuzurechnen ist, weisen besonders die Normandie und die Champagne noch eine Vielzahl an typisch französischen Fachwerken auf. Hier haben allerdings die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts große Verluste mit sich gebracht. Geschlossene Stadtbilder finden sich noch in Rouen und Troyes sowie einigen kleineren Orten.

Die Normandie besitzt zahlreiche kleinere Herrenhäuser aus Fachwerk, auch die übrige ländliche Architektur ist stark von Fachwerk geprägt. Die senkrechten Ständer französischer Fachwerke sind oft sehr dünn und stehen zwischen Hauptständern dicht nebeneinander, oft sind die Hölzer wesentlich unregelmäßiger als etwa bei deutschen Bauten; der unregelmäßige Wuchs des Bauholzes war oft ein bewusst integriertes Gestaltungsmittel. Die reichen Schnitzereien mancher Fachwerke, z.B. in der Normandie, dokumentieren die hochstehende Handwerkskunst der französischen Zimmerleute eindrucksvoll.

Nachmittelalterliche Bauten weisen oft einfache Andreaskreuze oder rautenförmige Figurationen auf. Ein besonderes Kennzeichen sind die geschwungenen Giebelblenden, die im 19. Jahrhundert in Deutschland gerne nachgeahmt wurden.

  Belgien

In Belgien kommen Fachwerkhäuser hauptsächlich in den Provinzen Lüttich, Limburg und Luxemburg vor. In den Freilichtmuseen Fourneau Saint-Michel und Bokrijk sind etliche Fachwerkbauten rekonstruiert worden. In der Stadt Lüttich sind in den letzten Jahren viele Fachwerkhäuser aufwändig restauriert worden. Fachwerkfassaden, die wegen der sich ändernden Mode mit steinähnlichem Zementputz modernisiert waren, werden wieder freigelegt. Im Vergleich zu den deutschen Fachwerkhäusern sind die Fassaden schlicht und manchmal abgesehen von einem Stein mit dem Namen des Hauses, wenig dekoriert und das Holz ist selten bemalt. Typisch ist auch für die reicheren Stadthäuser ein Erdgeschoss in Blaustein oder Sandstein und nur die Obergeschosse in Fachwerk. Ein schönes Beispiel ist das Geburtshaus des Komponisten André-Modeste Grétry, jetzt als Grétrymuseum eingerichtet.[4]

  England

  Fachwerkhäuser in Warwick (England).

Auch die mittelalterliche und frühneuzeitliche Wohnarchitektur Englands war stark vom Fachwerkbau geprägt, der hinsichtlich seiner Fassadengestaltung oft deutliche Ähnlichkeiten mit dem französischen aufweist. Besonders auffallend ist ähnlich wie in Nordfrankreich das sogenannte „closed studding“, ein weitgehend riegelloses Fachwerk, dessen Ständer („studs“) eine extrem dichte Abfolge besitzen. Beim sogenannten „herringbone studding“ begegnen auch enge Abfolgen von diagonalen Streben. Daneben gibt es aber Fachwerk mit annähernd quadratischen Gefachen. Manche Zierformen erinnern an deutsche Beispiele; sogenannte „downward braces“ sind den deutschen Fußstreben recht ähnlich.

Zahlreiche englische Städte weisen noch schöne Beispiele auf, ein guterhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen Stadt ist das nordenglische York und selbst in Städten wie London hat der Fachwerkbau früher eine wichtige Rolle gespielt. Erhalten sind auch eindrucksvolle Fachwerkbauten etwa in East Anglia, Warwickshire, Worcestershire, Herefordshire, Shropshire and Cheshire, wo Little Moreton Hall eines der prächtigsten erhaltenen englischen Fachwerkhäuser ist. In Kent und Sussex findet sich der Haustyp des sogenannten Wealden house, ein traufseitig erschlossenes Haus mit einer zentralen Halle (und offenem Dachwerk im Inneren). Auf der einen Seite ist diese Halle von Nebenräumen, auf der anderen von den Wohnräumen des Besitzers flankiert.

  Polen

  „Dom Kołodzieja” (Stellmacherhaus) in Zgorzelec, Polen

Im nördlichen Polen (den ehemaligen Landesteilen von Preußen) ist Fachwerk bekannt. Auf Polnisch wird Fachwerk „preußische Mauer“ genannt und gilt als typisch deutsch. Daher wurden insbesondere in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Fachwerkhäuser in den Oder-Neiße-Gebieten verputzt oder verblendet, um das Fachwerk zu verbergen.

  Bulgarien

  Haus von Dimitraki Hadschitoschew im ethnografischen Komplex „St. Sophronius von Wraza“ in Wraza, Bulgarien

In Bulgarien ist vor allem das ethnografische Museum „Sophronius von Wraza“ in Wraza mit seinem Fachwerkgebäude bekannt.

  Tschechien

Auch in Teilen von Tschechien, namentlich in Böhmen, gibt es eine Vielzahl von Fachwerkbauten. Sie lehnen sich in vieler Hinsicht an die regionalen Bauformen der benachbarten Teile von Deutschland an. Bekannt sind die Egerländer Fachwerkhäuser.

  Russland

Trotz großer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg blieben im ehemals zu Ostpreußen gehörenden, heutigen Oblast Kaliningrad zahlreiche Fachwerkhäuser erhalten, so z.B. in der Stadt Kaliningrad (ehemals Königsberg) und dem Seebad Selenogradsk (ehemals Cranz).

  Litauen

  Theaterplatz in Klaipėda, Litauen

Im bereits 1920 erstmals von Ostpreußen abgetrennten, ehemaligen Memelgebiet finden sich ebenfalls Fachwerkhäuser, vor allen Dingen in der Stadt Klaipeda (ehemals Memel).

  Griechenland

Der Mangel an Holz führte unweigerlich zu einer Zuwendung zum Stein- und Ziegelbau. Traditionell gibt es vereinzelte Beispiele in Nord- und Nordwestgriechenland. Eine gewisse modische Beliebtheit hatte das Fachwerkhaus im Historismus des späten 19. Jahrhunderts, z.B als Garten- und Wärterhäuschen im romantischen Kontext z.B an Villen des Architekten Ernst Ziller.

Auf der Insel Lefkada entschloss man sich im 18. Jahrhundert aufgrund der Erdbebengefahr zur Einführung des Fachwerkbaus, erhaltene Gebäude erinnern stark an mitteleuropäische Vorbilder, sind aber farblich mediterran bunt gehalten. Nachdem einige Gebäude restauriert und teilrekonstruiert wurden, entschloss man sich auch komplette Fachwerkhäuser neu zu errichten. Gemessen an den Kosten einer konventionellen erbebensicheren Konstruktion, schneidet das Fachwerkhaus besser ab, es bietet auch klimatische Vorteile.

  Brasilien

Durch die deutsche Einwanderung gibt es einige Fachwerkhäuser in Brasilien. Es gibt Städte im Süden Brasiliens mit einer großen Anzahl von Häusern, z. B. Ivoti, Dois Irmãos, Nova Petrópolis, Teutônia, Blumenau, Joinville, Jaragua do Sul, Pomerode, Campos do jordão und Curitiba.

  USA und Australien

Fachwerkbauten kamen mit den Kolonisten seit dem 17. Jahrhundert nach Nordamerika und dem 19. Jahrhundert nach Australien. Wie auch die Raumstrukturen der Häuser zeigen, waren in den USA britische Einflüsse dominierend, so dass auch britische Fachwerkformen weit überwiegen. Daneben gibt es aber auch andere, etwa niederländische Einflüsse (bekannt sind z. B. die „Dutch barns“, Hallenhäuser mit Ankerbalkenkonstruktion wie sie ähnlich in den Niederlanden und Norddeutschland zu finden sind). Zahlenmäßig stammen die meisten Fachwerkhäuser in den USA und Australien aus dem 19. Jahrhundert und bestehen meist aus sparsam verriegeltem, an der Außenseite verbrettertem Fachwerk. Gleichwohl gibt es aber – etwa in Australien – auch Bauten deutscher Einwanderer, die bis in die Details hinein alle Merkmale des norddeutsch-preußischen Fachwerks zeigen.

  Gegenwart

  Modernes Fertighaus in Fachwerkkonstruktion

Die klassische Fachwerkbauweise mit Ausfachungen aus Ziegeln oder Lehm wird im modernen Holzbau nicht mehr verwendet. Dennoch werden tragende Fachwerke aus Holz nach wie vor in vielen Neubauten und Anbauten verwendet. Spezielle Techniken sind dabei Holzständerbauweise, Holztafelbau, Holzrahmenbau.

  Restauration und Wiederaufbau

In den letzten Jahrzehnten wurden viele Fachwerkhäuser restauriert und verputzte Fachwerke oft wieder freigelegt. Allerdings wurden viele dieser freigelegten Bauten ursprünglich nicht als Sichtfachwerke geplant, das Fachwerk ist hier rein konstruktiv. Oft sollte ein repräsentativer Steinbau vorgetäuscht werden, durch das Abschlagen des Putzes wird der ursprüngliche Charakter des Hauses stark verfälscht. Auch spätere Fenstereinbrüche und sonstige Veränderungen sprechen manchmal gegen eine Freilegung. In vielen alten Städten und Dörfern verbirgt sich noch so manches schöne Fachwerk hinter dicken Putzschichten, das verputzte Ortsbild ist aber seinerseits – als historisch gewachsenes Denkmal – erhaltenswert (Dinkelsbühl).

  Wiederaufbau des Umgestülpten Zuckerhuts

Neben der Restaurierung und Freilegung historischer Fachwerkbauten ist seit etwa 20 Jahren auch die vollständige oder teilweise Rekonstruktion kriegszerstörter Einzeldenkmäler oder Fachwerkensembles zu beobachten, die in der Fachwelt jedoch umstritten ist. Auf dem Römerberg in Frankfurt am Main beispielsweise wurde eine Platzseite nachgebaut, in Hildesheim gar der gesamte Marktplatz rekonstruiert. Im Zuge dieses Wiederaufbaues ist dort auch das angeblich „schönste Fachwerkhaus der Welt“, das Knochenhaueramtshaus, wiedererstanden. Ebenfalls in Hildesheim wurde vom Oktober 2009 bis zum Oktober 2010 der Umgestülpte Zuckerhut wieder aufgebaut, ein um 1510 erbautes und wegen der stark überkragenden Geschosse sehr bekanntes Fachwerkhaus. In Braunschweig wurde 1994 der Wiederaufbau der freistehenden Alten Waage abgeschlossen.

Auch in zahlreichen Freilichtmuseen gibt es restaurierte Fachwerkhäuser. Im Hessenpark finden sich viele Häuser, die andernorts abgetragen wurden und teilweise noch auf ihre Wiedererrichtung warten.

  Literatur

  Überblickswerke

  • Manfred Gerner: Fachwerk. Instandsetzung, Sanierung, Neubau. DVA, München 2007, ISBN 978-3-421-03575-2
  • G. Ulrich Großmann: Der Fachwerkbau in Deutschland. Das historische Fachwerkhaus, seine Entstehung, Farbgebung, Nutzung und Restaurierung. 3. erw. Auflage, Köln 2004
  • G. Ulrich Großmann: Fachwerk in Deutschland – Zierformen seit dem Mittelalter. Petersberg 2006
  • Wolfgang Lenze: Fachwerkhäuser, restaurieren – sanieren – modernisieren. 8. durchgesehene Aufl. 2011, ISBN 978-3-8167-8530-9
  • Heinrich Stiewe: Fachwerkhäuser in Deutschland. Konstruktion, Gestalt und Nutzung vom Mittelalter bis heute. Darmstadt 2007

  Einzelne Regionen

  Weblinks

 Commons: Holzfachwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  Einzelnachweise

  1. Almut Bick: Die Steinzeit. Theiss WissenKompakt, Stuttgart 2006. ISBN 3-8062-1996-6
  2. Tacitus De origine et situ Germanorum liber, 16, von Manfred Fuhrmann, S. 25, Stuttgart 2007
  3. Neue Presse, Hannover vom 14. März 1984
  4. David Houbrechts, Le logis en pan-de-bois dans les villes du bassin de la Meuse moyenne (1450-1650), Dossier de la Commission Royale des monuments, sites et fouilles, Liège, Commission Royale des monuments, sites et fouilles, 2008, 314 pàgines, ISBN 978-2-8056-0000-5
   
               

Haus

                   
Dieser Artikel behandelt das Gebäude. Eine Übersicht zu anderen Bedeutungen des Wortes „Haus“ ist unter Haus (Begriffsklärung) zu finden.
  Ein Einfamilienhaus mit einer freistehenden Garage und Pergola
  Einfamilienhaus

Ein Haus ist ein Gebäude, in dem Menschen leben oder arbeiten, d. h. ein Wohngebäude oder Geschäftsgebäude.

Häuser unterscheiden sich nach ihrem Haustyp (z. B. Reihenhaus, Hochhaus, Mehrfamilienhaus) und häufig auch nach ihrem Energiestandard (z. B. Passivhaus, Niedrigenergiehaus).

Inhaltsverzeichnis

  Etymologie

Als eigenständiger Begriff[1][2] wird Haus vor allem für Gebäude mit Wohnfunktion gebraucht: „Haus ist ein Gebäude, das Menschen zum Wohnen, Unterkunft und Beschäftigung dient.“[1] Umgangssprachlich wird das Wort synonym zu Gebäude – ohne Kontext der Nutzung – verwendet (wie in Hochhaus). Haus wird im Deutschen mit verschiedenen Begriffen zur Bezeichnung unterschiedlicher Gebäudetypen oder dem Verwendungszweck verknüpft, zum Beispiel Wohnhaus, Bauernhaus, Parkhaus, Rathaus, Kaufhaus, Krankenhaus, Waisenhaus, Elefantenhaus, Baumhaus etc.

Das Wort selbst hat eine lange Geschichte mit etlichen Bedeutungswandlungen:[1]

Althochdeutsch hûs heißt ursprünglich „das Bedeckende“. Es wurzelt in einer sehr alten, indogermanischen Grundbedeutung *kû/*[s]keuSchutz, umhüllen“, zu finden auch etwa in sanskr. sku „bedecken“, griech. σκευη skeueKleidung, Rüstung“, σκυτος skytosHaut, Leder“, oder lat. scûtum „Schild“, wie auch Scheune[3]. Das deutsche Schluss-«s» wird als „Rest eines Mittel oder Werkzeuge andeutenden Suffixes[1] gedeutet, und hûs steht daher dem althochdeutschen hût nahe, das sich zu den Worten Hütte, (Ob-)Hut/hüten, und Haut ausdifferenziert, und wohl auch dem Hut m. zugrunde liegt.[4] Erhalten ist diese Bedeutung auch im Gehäuse.

Das Wort bezeichnet in der Folge neben „Gebäude“ zunehmend auch „Wohnstätte“ (vgl. hausen „wohnen“), „Wohnung“ im Sinne Gemach, oder die „Haushaltung“ und das „Gut des Hauses“ (den Hausrat), sowie den Hausstaat, also die „Ehe[5] und die „Familie“.[6]

Der Begriff erweitert sich folglich auf:

Mittelhochdeutsch steht verbreitet ausschließlich hûs im sächlichen Geschlecht, plur. hûs und hiuser[6], neuhochdeutsch diphthongiert das lange «û» im Bairischen zu haus, hauß, von wo es Eingang in die Hochsprache findet, während niederländisch huys, huis bildet, englisch house, die skandinavischen Sprachen behalten hus. Im Hochdeutschen ist es auch apokopiert (Verlust der mittelhochdeutschen Substantivendung «-e»), in „zu hause“, „im Hause“ hat sich aber ein Rest erhalten.

  Haus als Rechtsbegriff

Das Wort Haus, ursprünglich „Schutz“ (wie Gehäuse), dann „Wohnstatt“ (in hausen), heute „Wohngebäude“ ist schon in den Frühzeiten des Schrifttums auch als Rechtsbegriff üblich.

Das Hausrecht[15] ist ein weltweit übliches Konzept, dass die rechtliche Hoheitsgewalt (die Hausgewalt) über sein Eigentum und Besitz dem Hausherren zusteht, in Unterscheidung zum Kommunalrecht. Das Hausrecht umfasst die Hausgerichtsbarkeit und die Schirmgewalt (das Recht zur Verteidigung). Es ist schon im römischen Recht verankert und findet in der deutschsprachigen Rechtsauffassung auch im germanischen Recht Stütze.

  • Aus dem Hochmittelalter, als der Hausbegriff auf den Adel übergeht, erhält er sich als Hausgesetz, das sind Rechtsakte, die den Hausstand (die Familie, das Haus) und das nicht entlehnte territoriale Eigentum (die Hausmacht) betreffen.
  • Beim Übergang auf öffentliche Gebäude geht das Konzept auf die Hausordnung (Regelwerk, das Haus betreffend) über
  • Der Hausfrieden (Unverletzlichkeit), ähnlich dem historischen Gartenfrieden als besonders schützenswertes Gut, heute ein Grundrecht[7]
  • Die Hausruhe (Störungsfreiheit)
  • Das Recht auf Hausverbot (das Recht, „die Tür zu weisen“)
„Hausrecht“ in umgangssprachlichen Sinne als das Privileg, sich bei jemand anderem „wie zuhause“ zu fühlen, geht darauf zurück.

Haus und Hof[16] heißt schon ab den 12. Jh., spätestens ab dem 15. Jh. auch im rechtlichen Sinne „Wohnhaus und Länderbesitz“[1], ist also kein Hendiadyoin (Beschreibung mit gleichem), sondern alliterierende Floskel. So findet sich 1227:

„sal sweren, dat he sines huses noch houes nicht ne wete “

– [Er] soll schwören, dass er nicht sein Haus noch Hof betritt[17]

Etwa Ende des 14. Jh. heißt es:

„im an eigen und an hofen … mit … eigen, do meint er acker und huz; daz heissen wir legende eigen; domete daz er spricht hofen, do meint er steende eigen, alzo husere “

– „Ihm an Eigen und an Höfen“ – mit „Eigen“ meint er „Acker und Haus“, das nennen wir liegendes Gut, sagt er „Höfe“, meint er stehendes Gut, also „Häuser“[18]

„Haus“ und „Hof“ tauschen in der Sprachgeschichte ihre Bedeutung in Bezug auf die Liegenschaft aus: Hier steht huz noch für Grundstück, den früheren Begriff Hof, „Acker und Hof“ für Grund und Boden, (Bau-)Grundstück und Flurstück, und hofen, husere für das heutige Haus als Bebauung. Während ursprünglich „Hof“ die Wohnstätte als Konzept bezeichnet, Haus nur die konkreten baulichen Maßnahmen, ist heute Haus das Abstraktum („zuhause“), und Hof nur untergeordneter baulicher Raum (Innenhof, Vorhof).[8][19]

Weitere stehende Wendungen sind:

  • Haus und Habe steht für Immobilien (Liegenschaft) und Mobilien (Hausrat).
  • Haus und Herberge für „das Dach über dem Kopf“ und „Unterkunft bieten“, entsprechend dem heutigen Logis in "Kost und Logis".
  • Haus und Zehr für Kost und Logis

  Haus als baulicher Begriff

Zugrunde liegt dem Begriff in den namenkundlichen Aspekten immer die Bedeutung „festes Gebäude“, in Abgrenzung zu provisorischen und „windigen“ Bauten. So steht im § 297 des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches 1812:

„Eben so gehören zu den unbeweglichen Sachen diejenigen, welche auf Grund und Boden in der Absicht aufgeführt werden, daß sie stets darauf bleiben sollen, als: Häuser und andere Gebäude …“

Insbesondere äußert sich das in der mittelalterlichen Rechtswendung Haus und Rauch[13] für das heizbare Gebäude, so erhalten in zweierlei Sinne:

  • im Hammerhaus eines Sensenwerks, Krafthaus (Industrie), Haus als das Taggebäude eines Bergwerks[20], Sudhaus einer Saline, in der bäuerlichen Architektur Backhaus für den „freistehenden Backofen“, Badhaus für die mittelalterliche Sauna des Bauern (das später per Dekret in das Brechlbad für den Flachsanbau umgewandelt wird)
  • in „Haus“ für das Vorhaus, Flur, was darauf zurückgeht, dass vor der Entwicklung des Kamins (Rauchhaus), aber auch bei vorhandenem Kamin die zentrale Feuerstelle des Hauses im Eingangsbereich angesiedelt ist, und die Räume nur davon abgetrennte Verschläge. Die feste Bauweise der Innenwände („Zimmer“ zu Zimmerei des Blockhauses) entwickelt sich erst später, und in dieser Bauweise sind weiterhin nur Feuerstelle und Rauchfang in Stein „fest“ gebaut. Selbst im gemauerten Haus wird der raumseitige Back- oder Kachelofen anfangs aus dem Flur geheizt.[21] Heute stehen dafür die Redewendungen Haus und Herd oder übertragener Heim und Herd.

  Namenkunde

Orte mit der Namensendung -haus/e/n[22] sind typisch für Siedlungsgründungen im Zuge der fränkischen Landnahme, die im späten 5. bis 7. Jahrhundert stattfand, und den anschließenden Erweiterungen des Frankenreiches auf Bayern, und später Österreich und Sachsen bis zum 9. Jahrhundert, wo sie aber deutlich seltener sind. Namen dieser Art finden sich aber auch in wesentlich späteren Sprachschichten.

Der Name ist im gesamten deutschen Sprachgebiet verbreitet und findet sich auch im Niederländischen und Norwegischen.

Namensvarianten:

  • Haus
  • Hausen/-hausen − kann alt sein, und bis ins 5., 6. Jahrhundert zurückgehen, aber bis in die Neuzeit produktiv
  • Hus(e/n) bzw. -hus(e/n) , meist alt, diese machten die neuhochdeutsche Diphthongierung «u» →«au» nicht mit, und sind im Alemannischen und Niederdeutschen verbreitet, selten Sekundärbildung im Dialekt
  • Häus(e)l(n) bzw. als Endung, im Oberdeutsch (etwa in Neuhäus(e)l) – meist eine Bildung weniger hohen Alters, sie stehen auch primär zu Haus und Häuser im heutigen Sinne, nicht im fränkisch-bajuwarischen Siedlungskontext, wie Familiennamen auf -häusler zeigen
  • -house, engl., -house(n), frz., häufig auch für Frankophonierung vormals deutscher Ortsnamen im Sprachgrenzgebiet
  • huis, huys, nld.

Entsprechungen

  Weblinks

 Commons: Häuser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Haus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Haus – Zitate

  Einzelnachweise

  1. a b c d e HAUS, n. domus. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854ff (http://woerterbuchnetz.de)
  2. Eintrag 1Haus. In: Deutsches Rechtswörterbuch (DRW), Heidelberger Akademie der Wissenschaften (drw-www.adw.uni-heidelberg.de)
  3. Duden Etymologie – Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, 2. Auflage, Dudenverlag, 1989
  4. HUT, m. pileus. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854ff (http://woerterbuchnetz.de)
  5. DRW: 1Haus. V. Hausgemeinschaft. zu Haus fangen, kommen: heiraten
  6. a b Eintrag HÛS, stn. haus, wohnung. In: Georg Friedrich Benecke, Wilhelm Müller, Friedrich Zarncke: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Leipzig 1854–1866, Nachdruck: S. Hirzel, Stuttgart 1990. (germazope.uni-trier.de)
  7. a b DRW: 1Haus. I3f als Stätte von Sicherheit und Frieden.
  8. a b Grimm: HAUS II7)
  9. DRW: 1Haus. III (ständiger) Wohnsitz.
  10. Grimm: HAUS II5)
  11. DRW: 1Haus. I2c eine Burg als ein festes Haus.
  12. Grimm: HAUS II9c)
  13. a b DRW: 1Haus. VI Haushaltung, Hauswirtschaft, Hausvermögen.
  14. a b Grimm: HAUS II2d)
  15. H. Beck, H. Steuer: Haus und Hof in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Göttingen, 1997.
  16. E.-W. Böckenförde: Haus und Hof - die Gefährdung. In: Kultur des Eigentums. Bibliothek des Eigentums, Band 3. Springer 2006, ISBN 3-540-33951-5
  17. Hänselmann: Ottonisches Stadtrecht. In: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig. Zitiert nach: DRW: 1Haus. III 1 (ständiger) Wohnsitz. allgemein. (Übersetzung Wikipedia)
  18. Glosse. In: Das Sächsische Weichbildrecht. Zitiert nach: DRW: 1Haus. I 3 a Einordnung. (Übersetzung Wikipedia)
  19. HOF, m. area, villa, aula. 3). In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854ff (http://woerterbuchnetz.de)
  20. Grimm: HAUS II2c)
  21. Grimm: HAUS II3)
  22. Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. dtv-Band 2490. dtv, 1998 (1. Aufl.), ISBN 3-423-03266-9, S. 91
   
               

 

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