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definition - Feuersturm

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synonyms - Feuersturm

Feuersturm (n.)

Brand

see also - Feuersturm

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phrases

-Asphyxie durch direktes Feuer von einer feuererzeugenden Vorrichtung oder indirekt durch konventionelle Waffen jeder Art • Brand oder Feuer von Einrichtungsgegenständen, Mobiliar • Explosion oder Feuer • Exposition gegenüber Feuer und Flammen • Feuer anfachen • Feuer anlegen • Feuer anzünden • Feuer entfachen • Feuer entzünden • Feuer eröffnen • Feuer fangen • Feuer geben • Feuer in Kamin • Feuer in Ofen • Feuer legen • Feuer machen • Feuer schüren • Hand(feuer)waffen  • Spiel mit dem feuer • Stürze (aus) (in) (von) Feuer • dem Feuer übergeben • durch Feuer sterben • feuer eröffnen • in Feuer aufgehen • mit dem Feuer spielen • sich durch Feuer verletzen • wie ein Feuer • zu viele etc. Eisen im Feuer haben • Öl ins Feuer gießen • Örtlich begrenztes Feuer auf dem Schiff

-A-Turm • AfE-Turm • Alter Turm • Alter Turm (Eitorf) • Alter Turm (Mettlach) • Alter Turm (Stölzinger Gebirge) • Arnold zum Turm • August-Franke-Turm • Babylonischer Turm • Bajterek-Turm • Bastionierter Turm • Bel-Air-Turm • Belvedere-Turm • Beyazıt-Turm • Blauer Turm • Broch (Turm) • Brunecker Turm • Burana-Turm • Burglehen Issumer Turm • Burgruine Alter Turm Aach • Burtscheider Turm • Chinesischer Turm • Chuch'e-Turm • Das Tor zu Stephen Kings Dunklem Turm I–IV • Das Tor zu Stephen Kings Dunklem Turm V–VII • Der Dunkle Turm • Der Dunkle Turm (Comicreihe) • Der Turm • Der Turm (Hofmannsthal) • Der Turm (Stephen King) • Der Turm (Tellkamp) • Der Turm der lebenden Leichen • Der schiefe Turm • Dicker Turm • Dolder (Turm) • Döhrener Turm • Ernst-Agnes-Turm • Eschenheimer Turm • Eugen-Keidel-Turm • Eugen-Richter-Turm • Freiherr-vom-Stein-Turm (Hagen) • Friedrich-Clemens-Gerke-Turm • Gediminas-Turm • Gelber Turm • Gliesmaroder Turm • Goldener Turm • Gutach-Turm • Gömnitzer Turm • Haldimand-Turm • Haldy-Turm • Heinrich-Hertz-Turm • Henninger-Turm • Hessenstein (Turm) • Hohe-Möhr-Turm • Hoher Turm • Hoher Turm (Chemnitz) • Hoher Turm (Neckarbischofsheim) • Indiana Jones und der Turm von Babel • Jin-Mao-Turm • Kaiser-Friedrich-Turm • Kaiser-Friedrich-Turm Vallendar • Kaiser-Wilhelm-Turm • Kaiser-Wilhelm-Turm (Bad Schmiedeberg) • Kaiser-Wilhelm-Turm (Eutin) • Kaiser-Wilhelm-Turm (Hohe Acht) • Kaisers-Turm • Kaiser’s-Turm • Krefelder Schachklub Turm 1851 • Krummer Turm • König-Friedrich-August-Turm • König-Friedrich-August-Turm (Geringswalde) • König-Karl-Turm • La-Rossee-Turm • Langer Turm • Leipziger Turm • Lister Turm • Lörmecke-Turm • Malakow-Turm • Maria-Josepha-Turm • Martello-Turm • Menschikow-Turm • Moncloa-Turm • Muggenthaler Turm • Nabereschnaja-Turm • Nidfurner Turm • Oberer Turm • Ofenberg-Turm • Ostankino-Turm • Parnass-Turm • Parnaß-Turm • Port-Turm • Prinz-Rupprecht-Turm • Puijo-Turm • Quelle-Turm • RWE-Turm • Raiffeisen-Turm • Reichenbacher Turm • Rhein-Weser-Turm • Robert-Kolb-Turm • Roter Turm • Roter Turm (Bensheim) • Roter Turm (Chemnitz) • Roter Turm (Crimmitschau) • Roter Turm (Halle) • Roter Turm (Jena) • Roter Turm (Lienzer Dolomiten) • Roter Turm (Luckau) • Roter Turm (München) • Roter Turm (Wien) • Rothaus-Zäpfle-Turm Höchenschwand • Rund um den Henninger-Turm • Rund um den Henninger-Turm 2008 • Sauvabelin-Turm • Scheiblischer Turm • Schiefer Turm (Soest) • Schiefer Turm von Dausenau • Schiefer Turm von Pisa • Schiefer Turm von Suurhusen • Schiefer Turm von Thorn • Schiefer Turm von Ząbkowice Śląskie • Schwarzer Turm • Schwarzer Turm (Brugg) • Schwarzer Turm (Verlag) • Schwarzer Turm (Wölfersheim) • Schwarzer-Grat-Turm • Schöner Turm • Schöner Turm (Erding) • Sendeanlagen im Heinrich-Hertz-Turm • Smáratorg-Turm • Spremberger Turm • St. Jakob-Turm • Steinerner Turm • Stendaler Turm • Stolper Turm • Stumpfer Turm • Sucharew-Turm • Sujumbike-Turm • Tagblatt-Turm • Talk im Turm • Theater am Turm • Torre (Turm) • Turm (Bauwerk) • Turm (Schach) • Turm (U-Boot) • Turm Jerusalem • Turm Saint-Jacques • Turm Schlans • Turm Triva • Turm am Spitz • Turm der Arbeit • Turm der Bundestreue • Turm der Einheit • Turm der Winde • Turm der Winde (Athen) • Turm der Winde (Rom) • Turm des Schreckens • Turm des Sint-Lievens-Münsters (Zierikzee) • Turm hinter der Ausfahrt der Möllenvogtei • Turm ohne Namen • Turm ohne Namen (Aachen) • Turm und Riegel • Turm von Bel-Air • Turm von Dubai • Turm von Jericho • Turm von London • Turm zu Stocken • Turm zum Stocken • Turm- und Schwertorden • Turm-Leichtfiguren-Endspiel • Turm-und-Palisaden-Siedlung • U-Bahnhof Weißer Turm • Urban-Turm • Vasco-da-Gama-Turm • Vesteda-Turm • Victoria-Turm (Mannheim) • Von-der-Heydt-Turm • Weißer Turm • Weißer Turm (Bad Homburg) • Weißer Turm (Bergen-Enkheim) • Weißer Turm (Darmstadt) • Weißer Turm (Nürnberg) • Weißer Turm (Thessaloniki) • Weißer Turm (Wölfersheim) • Weißer Turm (Wülfershausen a. d. Saale) • Wellenberg (Turm) • Wendischer Turm • Wiler Turm • Windsor-Turm • Wittelsbacher Turm (Bad Kissingen) • Zoroastrischer Turm in Jiexiu

-Agnes – Engel im Feuer • Am Anfang war das Feuer • Auf dem Mond ein Feuer • Australischer Feuer-Prachtkäfer • BAT-21 – Mitten im Feuer • Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen • Bengalisches Feuer • Brennendes Feuer der Leidenschaft • Bruder Feuer • Byzantinisches Feuer • Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme • Das Feuer (Annunzio) • Das Feuer (Barbusse) • Das Lied von Eis und Feuer • Das Lied von Eis und Feuer (Fernsehserie) • Das Spiel mit dem Feuer • Die Feuer von Troia • Die Füße im Feuer • Ein Feuer auf der Tiefe • Er – Stärker als Feuer und Eisen • Fahles Feuer • Feuer (Begriffsklärung) • Feuer (Heraldik) • Feuer (Hohlbein) • Feuer (Kartenspiel) • Feuer (Schmuckstein) • Feuer (Umweltfaktor) • Feuer im Herbst • Feuer in der U-Bahn in Daegu • Feuer und Bewegung • Feuer und Blut • Feuer und Eis • Feuer und Stein • Feuer über England • Feuer, Eis und Dosenbier • Feuer, Wasser und Posaunen • Feuer-Ahorn • Feuer-Lilie • Feuer-Schwertgrundel • Feuer-Waldsänger • Fire – Wenn Liebe Feuer fängt • Griechisches Feuer • Grünes Feuer • Hatrenisches Feuer • Hayman-Feuer • Heiliges Feuer • Heiliges Feuer (Orthodoxie) • Herz-Jesu-Feuer • Hot Spot – Spiel mit dem Feuer • Im Feuer • Indirektes Feuer • Kein Feuer im Winter • Kisna – Im Feuer der Liebe • König-Ludwig-Feuer • Mann unter Feuer • Mit Feuer und Schwert • Olympisches Feuer • Olympisches Feuer (Zeitschrift) • Panther II – Eiskalt wie Feuer • S.O.S. Feuer an Bord • Schüren (Feuer) • Spiel mit dem Feuer • Superstition – Spiel mit dem Feuer • Verborgenes Feuer

analogical dictionary



 

factotum (en)[Domaine]

Artifact (en)[Domaine]

Artefakt, Werk[Hyper.]

factotum (en)[Domaine]

Building (en)[Domaine]

Bauwerk[Hyper.]

Turm (n.)




 

feu (fr)[Classe]

Feuer (n.)



 

feu (fr)[Classe]

Feuer[ClasseHyper.]

Feuer (n.)







Wikipedia

Feuersturm

                   
Dieser Artikel behandelt den Brandeffekt. Siehe auch: Der Feuersturm, TV-Serie, für den gleichnamigen Film Feuersturm (Film)

Als Feuersturm bezeichnet man den Kamineffekt bei großen Flächenbränden, bei denen durch starke Hitzeentwicklung heiße Luft über dem Brandherd emporsteigt und der entstehende Sog Frischluft nachzieht. Bei diesem Kamineffekt entsteht somit eine positive Rückkopplung – die Zufuhr frischer Luft facht das Feuer weiter an. Begünstigt werden Feuerstürme durch eine talförmige Geländeformation sowie durch eine fächerförmige Anlage der Initialbrände, wobei die Spitze des Fächers in die Richtung zeigt, aus der der Wind kommt.

Ein Feuersturm wird gelegentlich mit einem Großbrand verwechselt, bei dem jedoch nicht solche Rückkoppelungseffekte auftreten.

Ein Feuersturm kann nur entstehen, nachdem sich ein großflächiger, zusammenhängender Brandherd gebildet hat (z.B. durch das Zusammenwachsen von einzelnen kleinen Bränden). Feuerstürme können bei großen Waldbränden und bei Bränden von Stadtvierteln oder Städten entstehen.

Einige Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg führten zu Feuerstürmen (siehe unten).

Nach atomaren Explosionen – den beiden Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki sowie oberirdischen Kernwaffentests – wurden sie ebenfalls beobachtet.[1]

Das meteorologische Umfeld kann ihre Entstehung begünstigen (z.B. war es in den Wochen vor dem Feuersturm in Hamburg besonders heiß und trocken).

In seinem Buch "Der Brand" zeigt Autor Jörg Friedrich anhand von Recherchen, dass das RAF Bomber Command gezielt an der Erzeugung eines solchen Feuersturms arbeitete. Hierzu wurden sowohl städtebauliche, architektonische, meteorologische, als auch tageszeitliche Erwägungen zusammengetragen. Zusammenfassend stellte man fest, dass eine Großstadt mit Sprengbomben allein nicht mit vertretbarem Aufwand zerstörbar wäre. Ein Feuersturm hatte zum Ziel, der Zivilbevölkerung die Überlegenheit der Royal Airforce zu zeigen und auch die Festungsmentalität der Deutschen zu schwächen, denn einem Feuersturm konnte kein menschliches Bauwerk widerstehen und selbst die zivilen Bunker hätten keine Sicherheit geboten. Diese Erwägungen ergaben, dass ein Feuersturm durch vertretbaren Aufwand erzeugbar sei, wobei die Vorgehensweise (laut Autor) teilweise durch Modellexperimente überprüft wurde. Der Luftangriff erfolgte mit deutlichem Abstand zum Sonnenuntergang, da eine abgesunkene Temperatur am Boden den Thermik-Effekt fördern würde. Das Zielgebiet wurde daraufhin von Pathfinder-Bombern mit Leuchtkugeln markiert, ein Ampelsystem verschiedener Leuchtkugelfarben sorgte bei den in Formation fliegenden Bombern für das Ausstreuen eines sehr gleichmäßigen an das Terrain angepassten Bombenteppichs. So wurden in einer ersten Angriffswelle vor allem Luftminen abgeworfen. Da eine Luftmine wesentlich dünnwandiger ist als eine herkömmliche Sprengbombe und ihr Sprengstoffanteil um so höher ausfällt, ist die Druckwelle enorm groß und vermag Fenster zu zerstören und Dächer abzudecken. Zeitgleich wurden aus großer Höhe aufschlaggezündete Sprengbomben abgeworfen. Diese drangen vor der Detonation ins Erdreich ein und zerstörten einen Teil der städtischen Frischwasserleitungen. Infolgedessen sank der Druck im Hydrantensystem und erschwerte so das Löschen. Ferner sorgten diese sehr weitgestreut abgeworfenen Bomben für eine Zerstörung oder Verschüttung der Straßen und somit eine Erschwerung des Löschens und Bergens. Auch wurde mit in Erwägung gezogen, dass viele Häuser teilweise brandhemmende Stahlbetondecken hatten. Für die Erzeugung eines Kamineffektes genügte es, diese vereinzelt zu zerstören, was auch mit den Sprengbomben bewerkstelligt wurde. In der zweiten Angriffswelle wurden dann kleine Brandbomben abgeworfen. Diese fielen in die bloßgelegten zundertrockenen Dachstühle und entfachten ein starkes Feuer.

Experimente zeigten, dass zahlreichere, auf Phosphor/Magnesium basierende Stabbrandbomben in ihrer Wirkung mit flüssigkeitsgefüllten Brandbomben gleichwertig waren, wobei erstere deutlich handhabungssicherer waren; allerdings konnten diese Stabbrandbomben in ihrer Annbrennphase von Löschkräften eingesammelt werden. Um dem entgegenzuwirken, wurden zusammen mit den Stabbrandbomben kleinere Sprengbomben abgeworfen um die Feuerwehr gezielt zu töten oder zu demoralisieren und bereits brennendes Material auch in der Horizontalen umherzuschleudern. Um diesen Effekt zu verstärken, wurden Verzögerungszünder und "Linksgewinde" verwendet, also Bomben, die beim Entschärfen oder während der Löschversuche explodierten.

Als Folge der Bemühungen entstand auf den Häuserdächern eine Ebene mit enorm heißen Verbrennungsgasen die durch die ihr eigene Thermik aufwärts strebten und von den Seiten kühle Frischluft anzogen. Hierdurch wurde das in den unteren Häuseretagen verursachte Feuer angefacht und innerhalb kürzester Zeit kam es zu einem selbstverstärkenden Rückkopplungseffekt bei dem das Feuer sich durch den entstehenden Luftzug selber anheizte. Zu diesem Zeitpunkt war ein Aufhalten nicht mehr möglich, Selbst einfachere Schutzkeller und Zivilbunker konnten der entstehenden Hitze nicht ausreichenden Schutz entgegensetzen.

Durch die Intensität des Feuers konnten Flammen über 2000 Grad Celsius heiß werden. Ihre Strahlungshitze zerstörte Stahl, brachte Straßenbeläge (Teer, Asphalt bzw. Bitumen) zum Schmelzen und setzte sie in Brand.

Ein großer Feuersturm kann durch die Corioliskraft auch in Rotation geraten und dann einen Wirbelsturm bilden. Feuerstürme gelten allgemein als nicht aktiv löschbar. Sie enden meist wegen fehlendem weiteren Brennmaterial.

Inhaltsverzeichnis

  Historische Beispiele

  Britische Luftaufklärung nach dem verheerenden Luftangriff vom 6. November 1944, zu sehen ist die Altstadt von Koblenz, links das ausgebrannte Kurfürstliche Schloss

Bekannte historische Feuerstürme sind der

  Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg gab es eine Vielzahl durch Flächenbombardements mit Spreng- und Brandbomben herbeigeführter Feuerstürme als Teil des Luftkriegs, zum Beispiel (alphabetisch):

Ein nuklear erzeugter Feuersturm entstand am 6. August 1945 beim Atombombenabwurf auf Hiroshima.

Dass schwere, konzentrierte Bombardements von Städten nicht notwendigerweise einen Feuersturm erzeugen, zeigen die Beispiele von Berlin und München: auch auf längere Zeit verteilte Angriffe konnten keinen Rückkoppelungseffekt erzeugen; speziell dann nicht, wenn genügend Löschkapazitäten vor Ort vorhanden waren.

  Siehe auch

  Fußnoten

  1. Florian Coulmas: Hiroshima: Geschichte und Nachgeschichte, Seite 32. Beck Verlag 2005 (ISBN 3406527973 / 978-3406527975), 2010 (3406587917 / 978-3406587917)
  2. Sixty Seconds that Will Change the World. Peter Hadfield. Erste Kapitel und Fußnoten

  Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Feuersturm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
   
               

Turm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Turm (von althochdeutsch: torn, aus lateinisch: turris) steht für:


Turm heißen:

  • ein Berg (Turm, 2867 m, auch Mittlere Grinbergspitze) in den Zillertaler Alpen; siehe Grinbergspitzen
  • eine Literatur- und Kulturzeitschrift, siehe Turm (Zeitschrift)


Der Turm ist Titel von:

  • einem Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, siehe Der Turm (Hofmannsthal)
  • einem Theaterstück von Peter Weiss, siehe Der Turm (Peter Weiss)
  • einem Musiktheaterstück von Detlef Heusinger, siehe Der Turm (Detlef Heusinger)
  • einem Roman von Uwe Müller, siehe Der Turm (Uwe Müller)
  • einem Roman von Stephen King, siehe Der Turm (Stephen King)
  • einem Roman von Uwe Tellkamp, siehe Der Turm (Tellkamp)


Der Turm ist der Name

  • einer Wuppertaler Künstlergruppe, siehe Der Turm (Künstlergruppe)


Siehe auch:

  • Tower, Begriffsklärung
  • Thurm, eine deutsche Schauspielerin
  • Am Turme, ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff
  • turmdersinne, ein interaktives Museum in einem Nürnberger Stadtmauerturm zum Thema Wahrnehmung


 Wiktionary: Turm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.

Feuer

                   
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Feuer (Begriffsklärung) aufgeführt.
  Feuer
Fire burning.ogg
 
  Video eines Feuers

Das Feuer (von althochdeutsch: fiur) bezeichnet die Flammenbildung bei der Verbrennung unter Abgabe von Wärme und Licht. Voraussetzungen für die Entstehung und Aufrechterhaltung eines Feuers sind ein Brennstoff, ein Oxidationsmittel, wie etwa Sauerstoff aus der Luft, sowie die Überschreitung der Zündtemperatur des Brennstoffs.

Die Erzeugung von Feuer zählt zu den Kulturtechniken. Die Nutzung und zunehmende Beherrschung des Feuers war ein wichtiger Faktor der Menschwerdung und ist mindestens seit dem Jungpaläolithikum ein Bestandteil aller Zivilisationen.

Inhaltsverzeichnis

  Chemisch-physikalischer Hintergrund

  Dieser Werftbrand saugt so viel bodennahe Luft an, dass er Schlauchboote in fast 2 km Entfernung anzieht

Chemisch gesehen ist Feuer eine Oxidationsreaktion mit Flammenerscheinung. Dies ist eine exotherme Reaktion, das heißt, mit Feuererscheinung verlaufende Reaktionen geben mehr Energie in Form von Wärme an die Umgebung ab als zum Entzünden benötigt wird.

Zur Entfachung bzw. Aufrechterhaltung eines Feuers sind allgemein ein brennbarer Stoff, ein Oxidator und Zündenergie (Wärme, mechanische Funken, Elektrizität) nötig. Dieser Zusammenhang kann in einem Verbrennungsdreieck anschaulich dargestellt werden. Mangelt es an einer der drei Komponenten, erlischt das Feuer. Dies kann man sich zur Brandbekämpfung zunutze machen.

Bei der Verbrennung von organischen Materialien werden beispielsweise Kohlenwasserstoffe mit dem Oxidationsmittel Sauerstoff aus der Luft bei einer vollständigen Verbrennung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser umgesetzt. Auch partielle Verbrennungen sind möglich, wobei Kohlenstoffmonoxid und andere, nur teilweise oxidierte Stoffe entstehen und nicht oxidierte Stoffe wie Ruß zurückbleiben können. Das Oxidationsmittel kann jedoch in manchen Fällen auch bereits dem Brennstoff beigemischt sein, beispielsweise in Form von Salpeter.

Da die entstehenden Verbrennungsgase ("Rauch") aufgrund ihrer hohen Temperatur eine geringere Dichte haben als die umgebende Luft, steigen sie bei einer frei brennenden Flamme durch natürliche Konvektion nach oben ("Kamineffekt"). Der entstehende Unterdruck saugt von unten und von der Seite Frischluft an. Der darin enthaltene Sauerstoff erhält die weitere Verbrennung aufrecht. Bei extrem großen Feuern kann der so entstehende Luftzug Orkanstärke erreichen - man spricht dann von einem Feuersturm.

Da in der Schwerelosigkeit die Dichteunterschiede keine Konvektion verursachen, ist die Zufuhr von neuem Sauerstoff gestört, weshalb sich beispielsweise bei einer in einem Raumschiff brennenden Kerze nur eine relativ schwache und annähernd kugelförmige Flamme ausbildet.

Ist die natürliche Konvektion für den gewünschten Zweck nicht ausreichend, können bei technischen Anwendungen sowohl die Luftzufuhr als auch die Abfuhr der Verbrennungsgase auch künstlich erfolgen, beispielsweise mit Hilfe von Gebläsen (siehe auch Saugzug).

Das Licht des Feuers ist eine physikalische Erscheinung. Elektronen der erhitzten Teilchen erlangen kurzzeitig ein höheres Energieniveau und fallen nach kurzer Zeit unter Abgabe (Emission) von Energie in Form eines Lichtquants (Photons) auf ihre ursprünglichen Energieniveaus zurück. Nicht jede solche Emission ist für das menschliche Auge sichtbar, es entsteht auch infrarote Strahlung (siehe Flammenfärbung).

Mit den chemischen und physikalischen Vorgängen in einem Feuer befasst sich die Verbrennungslehre.

  Wortherkunft

Das neuhochdeutsche Wort Feuer lässt sich - über mittelhochdeutsch viur, althochdeutsch fiur und westgermanisch fewur - zurückverfolgen bis zum uralten, bedeutungsidentischen Indogermanischen pehwr (vergleiche auch altgriechisch πῦρ/pyr, armenisch hur, hethitisch pahhur, gotisch fon und umbrisch pir).

  Prähistorische Feuernutzung

Die Zähmung von Wildfeuern (beispielsweise aus Blitzschlägen) und später die Kunstfertigkeit, Feuer zu entfachen,[1] waren wichtige Schritte der Menschwerdung. Bei Zunahme der karnivoren Diät, die für Homo habilis, mehr noch für Homo rudolfensis mit Veränderungen an Gebiss und Gehirn bewiesen ist, war die Verwertung dieser Nahrung nur durch Garen möglich.[2] Kochen oder Braten über offenem Feuer erleichtern den enzymatischen Aufschluss der Nahrung und entlasten damit den Verdauungstrakt. Außerdem konnte Nahrung durch Räuchern länger haltbar gemacht werden. Feuer bot zugleich Wärme, Licht und Schutz vor Raubtieren und Insekten und konnte gegebenenfalls bei der Treibjagd auf flüchtiges Wild eingesetzt werden. Die Verwendung von Feuer bei Treibjagden kann jedoch nur vermutet werden, archäologische Indizien dafür gibt es nicht.

  Alt- und Mittelsteinzeit

Sehr frühe archäologische Belege der Feuernutzung durch Australopithecinen (vor 4 - 1,5 Millionen Jahren) ebenso wie durch Homo habilis (vor 2,5 - 2 Millionen Jahren) sind bis heute umstritten.[3][4] Prominente Beispiele solch zweifelhafter Belege sind Koobi Fora am Turkanasee (Kenia),[5] Swartkrans (Südafrika),[6] Yuanmou (China), Gongwangling-Stätte (China; vgl. Lantian-Mensch) und Pandalja 1 bei Pula (Kroatien).[7] Die Indizien von Feuerstellen in Swartkrans bestehen im Grad der Erhitzung des Sediments, indem mittels ESR belegt wird, dass die Brenntemperatur in der Feuerstelle höher war als bei einem natürlichen Grasbrand.[8][9] Ein weiterer umstrittener Fundplatz liegt im kenianischen Chesowanja, nahe dem Baringosee. Dort wurden Tierknochen und Oldowan-Werkzeuge neben über fünfzig verbrannten Lehmbrocken sowie eine feuerstellenähnliche Anordnung von Steinen gefunden.[10]

Seit 2011 wurden zum Teil mehr als 1 Million Jahre alte Feuerstellenbefunde aus der Wonderwerk-Höhle in Südafrika publiziert, die aufgrund der verbrannten Knochensplitter und Pflanzenreste als von Menschen angelegt interpretiert werden.[11][12][13] Eine archäologisch recht sichere Feuerstelle mit verbrannten menschlichen Nahrungsresten liegt auch von Gesher Benot Ya’aqov im Norden Israels vor, die mit Homo erectus in Verbindung steht und etwa 790.000 Jahre alt ist.[14] Neben kleinformatigen gebrannten Steinartefakten, deren räumliche Verteilung auf Feuerstellen schließen lässt, wurden hier auch verbrannte Reste essbarer Pflanzen gefunden: Wilde Gerste (Hordeum spontaneum) sowie Holz Wilder Olivenbäume (Olea europaea subsp. oleaster) und Wilder Weinreben (Vitis sylvestris).[14] Es gibt Forscher, die für die Zeit ab circa 600.000 vor heute davon ausgehen, dass die Besiedelung des nordalpinen Europa durch Homo heidelbergensis (synonym für den späten Homo erectus in Europa) nur mit Hilfe von Feuernutzung möglich war.[15] Dennoch sind einige früher für Homo erectus angeführte Belege heute widerlegt, wie in der Höhle von Zhoukoudian (China), wo die Laminierung der Sedimentschichten mit Schluffen, organischen Partikeln und Holzkohlen stattdessen deren natürlichen Eintrag beweist.[16] Ebenfalls fehlinterpretierte Funde stammen vom deutschen Fundplatz Bilzingsleben, wo es sich anstelle von „Holzkohlefeuern“ eines Living floors[17] um verkohlte und umgelagerte Treibholzstücke handelt.[18] Auch Manganausfällungen können infolge der Schwarzfärbung von Gesteinen wie Travertin die Existenz von Feuerstellen vorspiegeln. Als gesichert gelten hingegen rund 400.000 Jahre alte Feuerstellen aus der englischen Beeches Pit[19] und dem niedersächsischen Schöningen.[20] Ein als „Bratspieß“ bezeichneter Fichtenholzstab im Umfeld der Schöninger Speere wurde möglicherweise bewusst im Feuer gehärtet,[21] während Feuerhärtung für die etwa gleich alte Lanzenspitze von Clacton-on-Sea und die eemzeitliche Lanze von Lehringen bezweifelt wird.[22][23]

Weitere als sicher angesehene Belege für Feuernutzung stammen von den Fundplätzen Terra Amata bei Nizza[24] und Vértesszőlős in Ungarn. Beide Fundplätze werden in mittelpleistozäne Interglaziale datiert, die mit den marinen OIS 9, 11 oder 13 gleichgesetzt werden.[20] In denselben Zeithorizont vor etwa 400.000 Jahren sind Feuerstellen in der Qesem-Höhle in Israel zu stellen.[25]

Beispiele aus dem Zeithorizont der „klassischen“ Neandertaler der Würm-Eiszeit liegen mit der Grotte XVI[26] oder Abric Romaní[27] vor.

Die älteste Pyritknolle als Teil eines steinzeitlichen Feuerschlägersets wurde aus einer Brandschicht der württembergischen Vogelherdhöhle beschrieben, die der archäologischen Kultur des typischen Aurignacien zugeordnet wird und damit mehr als 35.000 Jahre alt ist.[28] Diese Knolle, deren Schichtzugehörigkeit wegen der ungenauen Ausgrabung im Jahre 1931 nicht zweifelsfrei erwiesen ist, wäre der mit Abstand älteste Beweis für das „Feuerschlagen“ und damit eines Feuerzeugs.[29][30] Dazu gehört neben einer Pyrit- oder Markasitknolle (von Archäologen werden Pyrit und Markasit oft gleichgesetzt) im weiteren ein Schlagstein (meist Feuerstein) und ein Stück Zunderschwamm (Fomes fomentarius) oder anderer Baumschwamm (zum Beispiel Birkenporling). Weitere altsteinzeitliche Belege angeschlagener Markasitknollen gibt es aus Laussel (Schichtzuordnung unklar, Solutréen?)[31] und aus dem belgischen Chaleux (Magdalénien).[30] Solche „Feuerschlag-Sets“ sind im Mesolithikum und der jüngeren Vorgeschichte dann gehäuft gefunden worden.[31] Gut datierte Belege aus dem Frühmesolithikum liegen vom englischen Fundplatz Star Carr vor, wo sowohl Fomes fomentarius als auch Markasit-Stücke gefunden wurden.[31] Der Nachweis konnte auch durch Rückstände (Residuen) von Pyrit an Schlagsteinen nachgewiesen werden,[32] wie in den spätmesolithischen Fundplätzen Henauhof-Nord bei Bad Buchau[33] und am Ullafelsen im Fotschertal.[34]

  Jüngere Vorgeschichte

FeuerMachen2010Rhof.ogg
  Feuermachen mit Feuerstahl, Feuerstein und Zunder

Im Zuge der Neolithisierung bildete das Feuer die Basis wichtiger Kulturtechniken, wie das Brennen von Keramik (Töpferei) und die Metallschmelze (seit der Kupfersteinzeit). Die Standardmethode des Neolithikums ist das „Markasit-Feuerzeug“, wie an diversen Funden der Bandkeramischen Kultur belegt werden kann.[35] „Markasit-Feuerzeuge“ sind auch während der Bronzezeit nachgewiesen.[36]

Ab der Eisenzeit ersetzt nach und nach der Feuerstahl die Markasitknolle. Im Gräberfeld von Bescheid wurde im Hügel 78/2 ein Roteisenstein und eine Feuersteinklinge gefunden, was in dieser Kombination als Feuerzeug gedeutet wird.[37]

Ahlenförmige Feuerstähle wurden unter anderem auf dem Nydam-Schiff gefunden.[38] In Norddeutschland sind während der Eisenzeit schiffchenförmige Quarzitobjekte bekannt, die ebenso wie Feuerstein als Feuerschläger funktionieren.[39]

Die Funkenerzeugung in Verbindung von Eisen und Feuerstein bleibt bis in die Neuzeit die am weitesten verbreitete Art des Feuermachens in Europa. Dieses Prinzip wird auch beim Steinschloss-Prinzip der Flinten angewandt.

  Entfachen eines Feuers

  Einwohner von Vanuatu beim Feuermachen
 
Papierloses „Anfeuern“ mit aufgefächerten Astspänen z. B. beim Lagerfeuer

Soll ein Feuer angezündet werden, muss neben dem Vorhandensein von Brennstoff und Sauerstoff dafür gesorgt werden, dass genügend Sauerstoff an den Brennstoff gelangt und die Verbrennungsprodukte abziehen können (Kaminwirkung). Für das Entfachen ist eine Initialzündung notwendig, um die Zündtemperatur zu erreichen, wofür vorindustrielle Völker verschiedene Methoden kannten:

Reibung
Beim Feuerbohren wird Reibung erzeugt. Ein Stück weiches Holz wird schnell zwischen den Handflächen oder effizienter mithilfe eines Bogens in einem Stück harten Holzes gedreht. Wenn genug Hitze entsteht, werden Zunder oder dünne, von einem trockenen Holzstück abgehobene Späne vorsichtig an die heiße Stelle gebracht. Bei einem Alternativverfahren, dem sogenannten Feuersägen (siehe Bild rechts), wird ein Stück weiches Holz schnell in einer Kerbe eines Stück harten Holzes hin und her geführt – der Zunder liegt dabei in der Kerbe. Sobald dieser glimmt, wird er vorsichtig angefacht und mit ihm Späne oder kleine Holzstücke entzündet. Diese wiederum können zum Entzünden größerer Holzscheite genutzt werden.
Funkenschlag
Zum Funkenschlag wird ein Stück Pyrit oder Markasit mit einem anderen Stück Pyrit, einem Feuerstein oder einem Stück hartem Stahl (Feile) geschlagen, um Funken zu erzeugen, die man in ein leicht entflammbares Material fallen lässt. Der Pyrit mit seinem verbrennenden Schwefelanteil ist dabei der „Funkenspender“, der Feuerschlagstein der „Funkenschläger“.[30] Als Zunderschwamm oder Baumschwamm eignet sich neben dem Zunder mit ähnlichen Eigenschaften auch der Birkenporling.[1] Andere Pilze, wie Kellertuch, Netzstieliger Hexenröhrling und Boviste (Lycoperdon bovista), müssen zuvor „nitriert“ , das heißt in Salpeterlösung getränkt werden.[1] Nitrierte Rohrkolbenwatte ist ebenfalls als leicht entzündliches Material geläufig.[1]
Luftkompression
Dieses Verfahren wird in Hinterindien mit der Feuerpumpe angewandt.
Lichtbündelung
Mit Hilfe eines Brennglases (Lupe) oder eines Hohlspiegels kann Sonnenlicht auf einen Punkt fokussiert werden, sodass an dieser Stelle die Zündtemperatur von z. B. Holz oder Papier erreicht wird.

Geübte Menschen können ein Feuer mit solchen Methoden in etwa einer Minute entfachen; siehe dazu auch Survival. Heutzutage werden Feuer meist mit dem Feuerzeug oder mit Streichhölzern entfacht. Gegebenenfalls wird ein Fidibus verwendet, um unzugängliche Stellen zu entzünden.

  Frühe naturwissenschaftliche Konzepte für Feuer

Im antiken Griechenland wurde dem Element Feuer das Tetraeder als einer der fünf Platonischen Körper zugeordnet. Feuer ist eines der Elemente sowohl der klassischen Vier-Elemente-Lehre als auch der chinesisch-japanischen Fünf-Elemente-Lehre.

  Religiöse Bedeutung des Feuers

  Burning Man Festival
  Osterfeuer am Strand von Binz auf Rügen
  Feuerjongleur

Die Bedeutung des Feuers spiegelt sich in zahlreichen Mythen wieder, etwa dem des Feuerbringers Prometheus oder des Vogels Phönix.

Die alte Religion des persischen Religionsstifters Zarathustra wirkte nachhaltig in die dortige Volkskultur hinein. So wurde bei der Ausbreitung des Islams von „Feueranbetern“ berichtet. Auch heute noch lebt diese Religion als Parsismus bzw. Zoroastrismus fort. Viele persische Vornamen nehmen auf das Feuer Bezug.

Die Römer verehrten Vesta, die Göttin und Hüterin des Herdfeuers, mit einem eigenen Frauenkult (den Vestalinnen).

Judentum / Christentum: Im Alten Testament der Bibel sind Feuer, Rauch und Beben Begleiterscheinungen einer Theophanie (Gotteserscheinung, vgl. z. B. 2. Buch Mose, Kapitel 3). Nach dem Zeugnis der Apostelgeschichte zeigte sich der Heilige Geistin Zungen wie von Feuer“(vgl. Apg. 2 Pfingsten). In der Osternacht wird am Osterfeuer die Osterkerze, Sinnbild der Auferstehung Jesu Christi, entzündet. Der Brauch des Osterfeuers hat vermutlich vorchristliche Wurzeln. Bei Johannes nennt sich Jesus selbst das Licht der Welt. Dem Feuer wird außerdem reinigende Wirkung zugesprochen. So wurden im Mittelalter Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, um ihre sündigen Seelen reinigen zu lassen.

Im Hinduismus ist Agni, das Feuer, die Verkörperung Gottes, der auf der Erde in Flammenform erscheint. Feuer spielt im Gottesdienst sowie in allen anderen religiösen Riten eine herausragende Rolle: Die populärste tägliche Zeremonie ist das Arati, wo man ein Butterlicht vor dem Altar schwenkt. Das Feueropfer, Yaggya (auch Yajna) genannt, war ursprünglich wahrscheinlich das wichtigste Opferritual, bei dem die Opfergaben in das heilige Feuer geworfen wurden.

Auch heute noch spielt das Feuer im Glaubensleben der Hindus eine wichtige Rolle: Zu bestimmten Anlässen, ganz besonders wenn es um Reinigungszeremonien wie Einweihung von Wohnungen, Geschäften oder dergleichen geht, entzündet der Priester unter Gebeten rituell das heilige Feuer. Im Feueropfer, heute auch Homa oder Havan genannt, verehrt er Agni. Bei einer Wohnungseinweihung etwa trägt der Priester oder der Besitzer anschließend die Schüssel mit dem glimmenden Feuer segnend durch die Räume. Besonders bei allen hinduistischen Sakramenten ist immer die lebendige Anwesenheit des Göttlichen in seiner Flammenform notwendig: Ein hinduistisches Paar schließt die Ehe, indem es gemeinsam siebenmal um das Feuer herumgeht.

In manchen Naturreligionen gibt es einen oder mehrere Feuergeist(er). Im finnischen Epos Kalevala spielt der Raub der Feuermühle Sampo aus dem „Nordort“ (Pohjola) eine bedeutende Rolle, nach der auch die finnische Streichholz-Marke „Sampo“ benannt ist.

  Feuer in der Kunst

Feuer2007-10-16.ogg
  Holzfeuer?

Einen Bezug zum Thema Feuer gibt es in allen Sparten der Kunst. Die Darstellung von bzw. der Umgang mit realem Feuer zu Unterhaltungszwecken wird Feuerschau oder Feuershow genannt. Auch die Komposition eines Feuerwerks erfolgt nach künstlerischen Kriterien.

  Kategorisierung des Feuers

  Zweckfeuer / Nutzfeuer

Zweckfeuer ist – im Gegensatz zu Schadfeuer – das beabsichtigte und kontrollierte Feuer, das zum Erwärmen oder Verbrennen von Gegenständen oder anderem gedacht ist, zum Beispiel das Kaminfeuer, Lagerfeuer, Grillfeuer und Schwedenfeuer.

Der Mensch hat schon sehr lange gelernt, das Feuer zu beherrschen und nutzt es bis heute, zum Teil indirekt in Form des elektrischen Stroms. Aber auch in damit betriebenen Anlagen wird der Begriff Feuer verwendet, z. B. in Befeuerung und Leuchtfeuer. In der Technik bezeichnet man eine technische Vorrichtung, die mit Hilfe von Feuer Wärme erzeugen soll, als Feuerung. Bei flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen kommt meist ein Brenner zum Einsatz.

  Schadfeuer

Hauptartikel: Brandbekämpfung

Das Schadfeuer – auch Brand genannt – ist ein zerstörerisches, meist unbeabsichtigtes Feuer. Es verbrennt ungewollt Gegenstände und ist erst kontrollierbar, nachdem es eingedämmt wurde. Brandbekämpfung von Schadfeuern ist die originäre Aufgabe der Feuerwehren.

Versicherungen definieren den Begriff Brand üblicherweise als Feuer, welches ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder diesen verlassen hat und sich selbständig auszubreiten vermag. Bestimmungsgemäßer Herd kann hier jedes Objekt sein, welches dafür bestimmt ist, Hitze (Backofen, Bügeleisen) oder Feuer zu erzeugen.

Absichtliche Schadfeuer können durch Pyromanie entstehen.

Mit Hilfe von Brandwaffen (nicht zu verwechseln mit Feuerwaffen) kann Feuer im Kampf auch zur gezielten Schädigung eines Gegners genutzt werden.

  Literatur

  • Adam Merschbacher: Brandschutz: Praxishandbuch für die Planung, Ausführung und Überwachung. Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, 2005, ISBN 3-481-02054-6
  • J. Warnatz, U. Maas, R. W. Dibble, Verbrennung, 3. Aufl., Springer, ISBN 3-540-42128-9, (2001)

  Einzelnachweise

  1. a b c d Collina-Girard, J.: Le Feu avant les Allumettes. Collection Archéologie expérimentale et Ethnographie des techniques 3. Édition de la maison des sciences de l´homme. Paris, 1994
  2. R.N. Carmody, R.W. Wrangham: The energetic significance of cooking. Journal of Human Evolution. Volume 57, Issue 4, October 2009, S. 379-391 doi:10.1016/j.jhevol.2009.02.011
  3. S. Schiegl: Feuernutzung durch den Frühmenschen. In: Günther A. Wagner & Karl W. Beinhauer (Hrsg.): Homo heidelbergensis von Mauer. Das Auftreten des Menschen in Europa. Winter, Heidelberg 1997, ISBN 3-8253-7105-0, S. 298-303
  4. Steven R. James: Hominid Use of Fire in the Lower and Middle Pleistocene: A Review of the Evidence. In: Current Anthropology. No. 30/1, 1989, S. 1-26. doi:10.1086/203705
  5. Randy V. Bellomo: Methods of determining early hominid behavioral activities associated with the controlled use of fire at FxJj 20 Main, Koobi Fora, Kenva. In: Journal of Human Evolution. No. 27/1-3, 1994, S. 173-195 doi:10.1006/jhev.1994.1041
  6. C. K. Brain, A. Sillent: Evidence from the Swartkrans cave for the earliest use of fire. In: Nature. Band 336, 1988, S. 464–466, doi:10.1038/336464a0
  7. M. Barbetti: Traces of fire in the archaeological record, before one million years ago? In: Journal of Human Evolution. 15, 1986, S. 771-781 doi:10.1016/S0047-2484(86)80009-4
  8. A. R. Skinner, J. L. Lloyd, C. K. Brain & F. Thackeray: Electron spin resonance and the controlled use of fire. In: PaleoAnthropology. 2004, A26a
  9. C. C. Andre, A. R. Skinner, H. P. Schwarcz & C. K. Brain: Further Exploration of the First Use of Fire. In: PaleoAnthropology. 2010, A1-2
  10. J. D. Clark & J. W. K. Harris: Fire and its roles in early hominid lifeways. In: African Archaeological Review. No. 3/1, Dezember 1985, S. 3-27 doi:10.1007/BF01117453
  11. Peter B. Beaumont: The Edge: More on Fire-Making by about 1.7 Million Years Ago at Wonderwerk Cave in South Africa. In: Current Anthropology. Band 52, Nr. 4, 2011, S. 585–595 doi:10.1086/660919
  12. Francesco Berna et al.: Microstratigraphic evidence of in situ fire in the Acheulean strata of Wonderwerk Cave, Northern Cape province, South Africa. In: PNAS. Band 109, Nr. 20, 2012, S. E1215–E1220, doi:10.1073/pnas.1117620109
  13. Eine Million Jahre alte Brandspuren: Schon Homo erectus spielte mit dem Feuer. In: Spiegel Online. 3. April 2012
  14. a b Naama Goren-Inbar et al.: Evidence of Hominin Control of Fire at Gesher Benot Ya’aqov, Israel. In: Science. Band 304, 2004, S. 725-727, doi:10.1126/science.1095443
  15. J. A. J. Gowlett: The early settlement of northern Europe: Fire history in the context of climate change and the social brain. In: Comptes Rendus Palevol. Band 5, 2006, S. 299-310 (PDF; 423 KB)
  16. Paul Goldberg, Steve Weiner, Ofer Bar-Yosef, Q. Xud & J. Liu: Site formation processes at Zhoukoudian, China. In: Journal of Human Evolution. Band 41, 2001, S. 483-530, doi:10.1006/jhev.2001.0498
  17. Dietrich Mania, Ursula Mania: Der Urmensch von Bilzingsleben. Ein Lebensbild vor 400 000 Jahren. In: Wolfgang Hansch (Hrsg.): Eiszeit – Mammut, Urmensch … und wie weiter? Städtische Museen, Heilbronn 2000, ISBN 3-930811-85-5, S. 116-137
  18. Leif Steguweit: Gebrauchsspuren an Artefakten der Hominidenfundstelle Bilzingsleben (Thüringen). Leidorf, Rahden 2003, ISBN 3-89646-852-9, S. 39 (PDF; 49 MB)
  19. R. C. Preece, J. A. J. Gowlett, S. A. Parfitt, D. R. Bridgland & S. G. Lewis: Humans in the Hoxnian: Habitat, context and fire use at Beeches Pit, West Stow, Suffolk, UK. In: Journal of Quaternary Science. No. 21, 2006, S. 485–496, doi:10.1002/jqs.1043
  20. a b Wil Roebroeks, Paola Villa: On the earliest evidence for habitual use of fire in Europe. In: PNAS. Band 108, Nr. 13, 2011, S. 5209–5214, doi:10.1073/pnas.1018116108
  21. Hartmut Thieme: Angekohlter Holzstab. Altpaläolithische Holzgeräte aus Schöningen, Lkr. Helmstedt. Bedeutsame Funde zur Kulturentwicklung des frühen Menschen. In: Germania. Band 77, Nr. 2, 1999, S. 474-478
  22. A.J. Cosner: Fire hardening of wood. In: American Antiquity. 22, 1956, S. 179-180
  23. Jürgen Weiner: Kenntnis - Werkzeug - Rohmaterial. Ein Vademekum zur Technologie der steinzeitlichen Holzbearbeitung. In: Archäologische Informationen. Band 26, Nr. 2, 2003, S. 407-426
  24. Paola Villa: Terra Amata and the Middle Pleistocene archaeological record of southern France. University of California Press, Berkeley 1983, ISBN 0-520-09662-2
  25. Panagiotis Karkanas, Ruth Shahack-Gross, Avner Ayalon, Mira Bar-Mathews, Ran Barkai, Amos Fumkin, Avi Gopher & Mary C. Stiner: Evidence for habitual use of fire at the end of the Lower Paleolithic. In: Journal of Human Evolution. 53, 2007, S. 197–212, doi:10.1016/j.jhevol.2007.04.002 (PDF; 4,37 MB)
  26. P. Karkanas, J.-P. Rigaud, J. F. Simek, R. M. Albert & S. Weiner: Ash Bones and Guano: a Study of the Minerals and Phytoliths in the Sediments of Grotte XVI, Dordogne, France. In: Journal of Archaeological Science. No. 29/7, 2002, S. 721-732, doi:10.1006/jasc.2001.0742
  27. J. Vallverdú, E. Allué, J. L. Bischoff, I. Cáceres, E. Carbonell, A. Cebrià, D. García-Antón, R. Huguet, N. Ibáñez, K. Martínez, I. Pastó, J. Rosell, P. Saladié & M. Vaquero: Short human occupations in the Middle Palaeolithic level i of the Abric Romaní rock-shelter (Capellades, Barcelona, Spain). In: Journal of Human Evolution. 48, 2005, S. 157-174, doi:10.1016/j.jhevol.2004.10.004
  28. Gustav Riek: Die Eiszeitjägerstation am Vogelherd im Lonetal. Bd. I: Die Kulturen. Leipzig 1934, S. 161
  29. Fritz Seeberger: Steinzeitliches Feuerschlagen. In: Archäologisches Korrespondenzblatt, Band 7, Heft 3, 1977, S. 195-200
  30. a b c Jürgen Weiner, Harald Floss: Eine Schwefelkiesknolle aus dem Aurignacien vom Vogelherd, Baden-Württemberg. Zu den Anfängen der Feuererzeugung im europäischen Paläolithikum. In: Archäologische Informationen, Band 27, Heft 1, 2004, S. 59-78
  31. a b c Dick Stapert, Lykke Johansen: Flint and pyrite: making fire in the Stone Age. In: Antiquity. 73, 1999, S. 765-777
  32. Alfred Pawlik: Die mikroskopische Analyse von Steingeräten. In: Urgeschichtliche Materialhefte. 10, Tübingen, 1995, S. 98.
  33. Alfred Pawlik: Die mikroskopische Gebrauchsspurenanalyse. In: Claus-Joachim Kind: Die letzten Wildbeuter. Henauhof-Nord II und das Endmesolithikum in Baden-Württemberg. Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg Heft 39. 1997, S. 150-178
  34. Alfred Pawlik: Die funktionale Analyse der Werkzeuge und die Rekonstruktion der Aktivitätsbereiche am Ullafelsen. In: Dieter Schäfer et al.: Zum Untersuchungsstand auf dem altmesolithischen Fundplatz vom Ullafelsen im Fotschertal (Stubaier Alpen, Tirol). In: Germania, Band 76, 1998, S. 439-496
  35. N. Nieszery: Bandkeramische Feuerzeuge. Archäologisches Korrespondenzblatt 22, 1992, S. 359-376
  36. Pawlik, A.: Identifying an Early Bronze-Age Pocket Lighter. In E.A. Walker, F. Wenban-Smith, F. Healy (eds.): Lithics in Action: papers from the conference Lithic Studies in the Year 2000. Oxford, Oxbow Books, 2004, S. 149-151
  37. Rosemarie Cordie-Hackenberg: Das eisenzeitliche Hügelgräberfeld von Bescheid, Kreis Trier-Saarburg. Rheinisches Landesmuseum 1993, S. 94
  38. Archäologisches Landesmuseum Schleswig: Der Opferplatz von Nydam. Die Funde aus den älteren Grabungen, Nydam-I und Nydam-II. Neumünster, Wachholtz, 1998
  39. Harm Paulsen: Die vorgeschichtlichen Feuerzeuge in Schleswig-Holstein. Die Heimat 83, 1976, S. 108-113

  Weblinks

 Commons: Feuer – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Feuer – Zitate
Wiktionary Wiktionary: Feuer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Feuer – Quellen und Volltexte
   
               

 

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