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Wikipedia

Gardekorps

                   
  Der preußische „Gardestern“ (Stern des Schwarzen Adlerordens), das Abzeichen der Garde

Dem Gardekorps gehörten bis 1918 sämtliche Gardetruppenteile der Königlich-Preußischen Armee an. Sie hatten – mit Ausnahme des Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiments Nr. 4, das zeitweilig in Koblenz stationiert war – grundsätzlich ihre Garnison in der preußischen Haupt- und Residenzstadt Berlin sowie der Residenz Potsdam und den Städten und Gemeinden zwischen Berlin und Potsdam, die erst 1920 zu Groß-Berlin kamen. Der Verband war zu Beginn des Ersten Weltkrieges der II. Armee-Inspektion unterstellt.

Chef der beiden prestigeträchtigsten Garderegimenter, des 1. Garde-Regiments zu Fuß und des Regiments der Gardes du Corps war immer der jeweilige König von Preußen.

Inhaltsverzeichnis

  Gliederung

Das Gardekorps war nach dem letzten Friedensstand von 1914 in zwei Garde-Infanterie-Divisionen mit fünf Garde-Infanterie-Brigaden, eine Garde-Kavallerie-Division mit vier Garde-Kavallerie-Brigaden, zwei Garde-Feldartillerie-Brigaden, eine Eisenbahn-Brigade und sonstige Truppen und Behörden gegliedert. Es umfasste folgende Truppenteile:

Außerdem unterstanden dem Gardekorps:

Mit der Mobilmachung im August 1914 wurde das Gardekorps in seine Kriegsgliederung überführt und mit der 1. und 2. Garde-Division der 2. Armee unterstellt, ebenso wie das neugebildete Garde-Reserve-Korps mit der 3. Garde-Division und der 1. Garde-Reserve-Division. Die Garde-Kavallerie-Division kam zum Höheren Kavallerie-Kommando 1 (bei der 3. Armee), die 2. Garde-Reserve-Division zum X. Reserve-Korps (ebenfalls 2. Armee) und die Garde-Ersatz-Division bildete mit anderen Ersatz-Divisionen den mobilen Ersatz.

Im weiteren Verlauf des Krieges wurden noch aufgestellt:

  Uniform und Abzeichen

Gemeinsames Abzeichen aller Gardetruppen war der sogenannte „Gardestern“ (Stern des schwarzen Adler-Ordens) als Auflage auf dem Gardeadler bei Helm mit Spitze ("Pickelhaube"), Tschako, Tschapka der Ulanen usw.; am Waffenrockkragen und an den Ärmelaufschlägen trugen alle Einheiten des Gardekorps besondere Stickereien (meist Kolbenstickerei nach M1842 ("Gardelitzen")). Letztere wurden nach 1918 allgemein als Kragenverzierung im deutschen Heer eingeführt. Noch heute sind sie auf den Kragenspiegeln der Heeres-Uniformen der Bundeswehr angebracht. Der so genannte „Gardestern“ ziert heutzutage die Barette der Feldjägertruppe der Bundeswehr.

  Kommandierende Generäle

Name Beginn bzw. Zeitraum des Kommandos
Karl von Mecklenburg 1816
Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen 1825
Karl von Prittwitz 1843
Karl von der Gröben 1853
August von Württemberg 1858 bis 1878
Wilhelm Graf von Brandenburg[1] 1882 bis 1884
von Pape 1884
Oskar von Meerscheidt-Hüllessem 1888 bis 1893
Hugo von Winterfeld[2] 1893 bis 1897
Max von Bock und Polach 1897 bis 1902
Gustav von Kessel 1902 bis 1909
Alfred von Loewenfeld[1] 1909 bis 1913
Karl von Plettenberg 1913 bis 1917
Ferdinand von Quast 1917
Graf zu Dohna-Schlobitten 1917
Alfred von Böckmann November 1917 bis Kriegsende

  Quelle

Rangliste des aktiven Dienststandes der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps. Mit Dienstalterslisten der Generale und der Stabsoffiziere, einem Anhange enthaltend das Reichsmilitärgericht, die Marine-Infanterie, die Kaiserlichen Schutztruppen und die Gendarmerie-Brigade in Elsaß-Lothringen und einer Anlage enthaltend die Bezirkskommandos I bis VI Berlin. Nach dem Stande vom 6. Oktober 1912. Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs. Redaktion: Kriegsministerium, Geheime Kriegs-Kanzlei. Berlin, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 1912.

  Literatur

  • Eike Mohr: Bibliographie zur Heeres- und Truppengeschichte des Deutschen Reiches und seiner Länder. 1806 – 1933. 2. überarbeitete und ergänzte Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 2004, ISBN 3-7648-2331-3.

  Einzelnachweise

  1. a b The Prussian Machine
  2. http://amtspresse.staatsbibliothek-berlin.de/personen.php?char=W&liste=kurz
   
         
   

 

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