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Herzberg (Elster)

                   
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herzberg (Elster)
Herzberg (Elster)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herzberg (Elster) hervorgehoben
51.692513.23555555555681Koordinaten: 51° 42′ N, 13° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Höhe: 81 m ü. NN
Fläche: 148,5 km²
Einwohner:

9890 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04916
Vorwahl: 03535
Kfz-Kennzeichen: EE
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 224
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
04916 Herzberg (Elster)
Webpräsenz: www.herzberg-elster.de
Bürgermeister: Michael Oecknigk (CDU)
Lage der Kreisstadt Herzberg (Elster) im Landkreis Elbe-Elster
Bad Liebenwerda Crinitz Doberlug-Kirchhain Elsterwerda Falkenberg Fichtwald Finsterwalde Gorden-Staupitz Großthiemig Gröden Heideland Herzberg Hirschfeld Hohenbucko Hohenleipisch Kremitzaue Lebusa Lichterfeld-Schacksdorf Massen-Niederlausitz Merzdorf Mühlberg/Elbe Plessa Röderland Rückersdorf Sallgast Schilda Schlieben Schönborn Schönewalde Schraden Sonnewalde Tröbitz Uebigau-Wahrenbrück BrandenburgKarte
Über dieses Bild
  Herzberg 1899

Herzberg (Elster) ist die Kreisstadt des Landkreises Elbe-Elster in Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

  Geografie

  Geografische Lage

Die Stadt Herzberg liegt an der Schwarzen Elster etwa 90 km südlich von Berlin an der Grenze zu Sachsen-Anhalt und Sachsen.

  Nachbargemeinden

Herzberg grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Schönewalde, Kremitzaue, Schlieben, Uebigau-Wahrenbrück, Falkenberg/Elster, Beilrode, Großtreben-Zwethau und Annaburg.

  Stadtgliederung

Zur Kernstadt zählen die bewohnten Gemeindeteile Bicking, Frauenhorst, Friedrichsluga und Neunaundorf. Des Weiteren bestehen im Stadtgebiet die Ortsteile Arnsnesta, Bicking, Borken, Buckau, Fermerswalde, Friedersdorf, Gräfendorf, Löhsten, Mahdel, Osteroda mit dem bewohnten Gemeindeteil Redlin, Rahnisdorf und Züllsdorf. Weiterhin gibt es den Stadtteil Kaxdorf.[2]

  Geschichte

  Herzberg um 1650

Herzberg wurde 1239 erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Archäologische und dendrologische Untersuchungen lassen eine Entstehung um 1215 vermuten. Jedoch hatte man sich lange Zeit auf eine Urkunde berufen, nach der die Stadt angeblich schon 1184 existiert haben soll. Eine Überprüfung der Angaben ergab, dass besagte Urkunde nicht existiert und die Stadt Herzberg erst viel später eine bedeutende Rolle in der Region spielte.[3]

Der Name Herzberg stammt von Hirschen. Aus ursprünglich Hirschberg wurde über Hirthsbergh, Hirzberg der heutige Name Herzberg. Graf Friedrich II. von Brehna (1156–1181) verfügte zunächst nur über die Schutzherrschaft über das Gebiet, später nahm er es als erledigtes Lehen in seinen Besitz. Vermutlich waren es niederländische Wasserbauern, welche Gräben und Wälle um die Stadt anlegten um die Stadt auszubauen und zu befestigen; es handelte sich dabei um Lapine, Mühlgraben, Nord- und Südpromenade. Nach dem Tod von Graf Otto III. (IV.) von Brehna († 1290) übertrug König Rudolf am 31. August 1290 die Grafschaft Brehna mit der Stadt Herzberg als erledigtes Lehen an die Wettiner in Wittenberg, den Askanierherzog Rudolph I. Die Bürgerschaft erwirkte es die Stadt als Kurstadt dem Fürsten zu unterstellen. 1361 erwarb die Stadt Herzberg das Privileg über den Salzmarkt. Der mittelalterliche Fernhandel von Leipzig über Torgau führte an Herzberg vorbei nach Frankfurt/Oder. 1467 erwarb die Stadt vom Kurfürsten die Gerichtsbarkeit über Hals und Hand. Die Stadt besaß Geleitsfreiheit in ganz Kursachsen, pachtete aber 1558 das „Haupt und Beigeleit“ an der Straße Leipzig–Frankfurt/Oder. Schon 1522 wurde der evangelische Gottesdienst in deutscher Sprache durch Johannes Wagner eingeführt. Philipp Melanchthon verfasste 1538 eine Schulordnung für das hier ansässige Gymnasium, die im Laufe des 16. Jahrhunderts in ganz Deutschland übernommen wurde.

Herzberg gilt als eine der wenigen deutschen Städte, die während des 30-jährigen Krieges nicht erobert werden konnten. Bedingt wurde das durch ein umfangreiches Fluss- und Grabensystem.

Ein Stadtbrand zerstörte 1757 große Teile des Ortes. Mit dem Wiener Kongress von 1815 ging die Stadt in das Gebiet der preußischen Provinz Sachsen über.

Mit der Bildung der Kreise 1816 wurde Herzberg Kreisstadt des Kreises Schweinitz.

  Deutschlandsender Herzberg um 1940

Herzberg war von 1939 bis 1945 Standort des Deutschlandsenders (Deutschlandsender III). Als Antennenträger diente ein – ohne Dachkapazität – 325 Meter hoher, gegen die Erde isolierter abgespannter Selbststrahlender Sendemast, der auf seiner Spitze eine linsenförmige Dachkapazität mit 25 Meter Durchmesser und 4 Meter Höhe trug, die innen begehbar war.

Da dieser Mast zudem noch auf einem 8 Meter hohen Abstimmhaus stand, besaß die gesamte Konstruktion eine Höhe von 337 Metern und war zum damaligen Zeitpunkt das zweithöchste Bauwerk der Erde. Bemerkenswert war auch, dass dieser Mast über keine Flugsicherheitsbefeuerung verfügte. Stattdessen wurde seine Spitze mit Hilfe von drei auf kleinen Masten montierten rotierenden Skybeamern während der Nachtstunden angestrahlt. Der Deutschlandsender wurde am 21. April 1945 bei einem Bombenangriff stark beschädigt und anschließend mit all seinen technischen Anlagen von den sowjetischen Besatzungsstreitkräften und hinzugezogener Zivilbevölkerung demontiert. Überreste der Anlage sind heute noch vorhanden. Zudem erinnert noch der Straßenname „Am Sender“ und die dort erhaltene Wohnsiedlung der Mitarbeiter an den ehemaligen Standort des Deutschlandsender III. Wo der Mast wiederaufgebaut wurde, ist nicht bekannt. Gelegentlich wird behauptet, dass er in Raszyn wiederaufgebaut worden sei, wofür aber konkrete Belege fehlen.

Mit der Neugliederung der Bezirke und Landkreise 1952 blieb Herzberg Kreisstadt des neu gegründeten Kreises Herzberg.

  Eingemeindungen

Am 1. Juli 1950 wurden zwei ehemalige Gemeinden eingegliedert.[4] Neunaundorf folgte am 1. Januar 1960.[4] Am 1. Januar 1974 kamen drei weitere Orte hinzu.[4] Schließlich wurden am 31. Dezember 2001 insgesamt zehn Orte eingegliedert.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Arnsnesta 31. Dezember 2001
Bicking 1. Januar 1974
Borken 31. Dezember 2001
Buckau 31. Dezember 2001
Fermerswalde 31. Dezember 2001
Frauenhorst 1. Januar 1974
Friedersdorf 31. Dezember 2001
Friedrichsluga 1. Januar 1974
Gräfendorf 31. Dezember 2001
Grochwitz 1. Juli 1950
Kaxdorf 1. Juli 1950
Löhsten 31. Dezember 2001
Mahdel 31. Dezember 2001
Neunaundorf 1. Januar 1960
Osteroda 31. Dezember 2001
Rahnisdorf 31. Dezember 2001
Redlin 22. März 1970 Eingemeindung nach Osteroda
Züllsdorf 31. Dezember 2001

  Einwohnerentwicklung

  Politik

  Stadtverordnetenversammlung

  Herzberg; Rathaus und Marienkirche

Die Stadtverordnetenversammlung von Herzberg besteht aus 22 Stadtverordneten sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

  Wappen

Das Wappen wurde am 19.Januar 1993 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Dreiberg ein schreitender roter Hirsch (mit 12 Enden).“[5]

  Städtepartnerschaften

  Villa Marx

Partnerstädte von Herzberg sind:

  Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Herzberg (Elster) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.

  Bauwerke

  Markt
  Wunderstein
  Altes Kurhaus
  • St. Marienkirche mit wertvollen Deckenmalereien und restaurierter Orgel
  • Katholische Kirche
  • Apostolische Kirche
  • St. Katharinenkirche
  • Altherzberger Dorfkirche
  • Rathaus
  • Germania, auch „Eiserne Lady“ genannt
  • Philipp-Melanchthon-Gymnasium
  • Wasserturm mit Sternwarte
  • Zeiss-Planetarium
  • Stadtpark mit Wunderstein und Boldedenkmal
  • Botanischer Garten und Villa Marx
  • Park und Schloss Grochwitz
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Historischer Stadtkern

  Parks

  Regelmäßige Veranstaltungen

Jedes Jahr am ersten Maiwochenende findet das „Herzberger Tierparkfest“ statt. Jeweils im September treffen sich unweit der Stadt hunderte Astronomiebegeisterte mit ihren Fernrohren zum „Herzberger Teleskoptreffen“.

  Sport

  • Städtisches Schwimmbad
  • Fußballverein (VfB Herzberg 68)
  • Handballverein (SV Herzberg)

  Wirtschaft und Infrastruktur

  Verkehr

Herzberg ist Kreuzungspunkt der Bundesstraße 87 und der Bundesstraße 101. Autobahnanschluss besteht an die Bundesautobahn 9 (70 min) westliche Richtung und die Bundesautobahn 13 (45 min) in östlicher Richtung.

Der etwa 2 km vom Zentrum entfernte Bahnhof Herzberg (Elster) ist durch eine Regional-Express-Linie mit Falkenberg/Elster und Berlin bzw. Stralsund verbunden. Des Weiteren gibt es den Bahnhof Herzberg (Elster) Stadt an der Niederlausitzer Eisenbahn, auf der im Sommerhalbjahr der Elbe-Spreewald-Kurier und der Elbe-Elster-Express der Privatbahn DRE Transport GmbH zwischen Riesa und Großleuthen-Gröditsch verkehren.

  Persönlichkeiten

  Ehrenbürger

  • Paul Sellmann (* 1933), Politiker. Sellmann habe sich in besonderer Art und Weise um den Neubau des Modellkrankenhauses der Grundversorgung und der Aufbau der Polizei und Verwaltung in Herzberg verdient gemacht. Die Ehrenbürgerschaft wurde am 16. Juli 2009 vergeben.[6]

  Söhne und Töchter der Stadt

  Clajus-Gedenktafel in der „Magisterstraße“

  Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  Melanchthon-Büste
  • Philipp Melanchthon (1497–1560), entwickelte 1538 erste Schulordnung für das Lateingymnasium in Herzberg
  • Karl Pallas (1860–1933), Archidiakon, Theologe, Volkskundler, Schriftsteller und Heimatforscher; wirkte von 1887 bis 1913 in Herzberg/Elster
  • Adam Herold (1659–1711), war hier Superintendent
  • Traugott August Seyffarth (1762–1831), war hier Superintendent von 1809–1812.
  • Norbert Hering (1907–1991), Landrat von 1942 bis 1945

  Literatur

  • Joh. Christian Schulze, Carl Gottlieb Caspar: Chronik der ehemaligen Chur- und jetzigen Kreisstadt Herzberg; Herzberg 1842
  • Karl Pallas: Geschichte der Stadt Herzberg im Schweinitzer Kreise; Herzberg 1901
  • Artikel Herzberg; in: Berent Schwineköper (Hrsg.): Provinz Sachsen Anhalt; Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 11; Stuttgart: Kröner, 1987; ISBN 3-520-31401-0; S. 209ff.
  • Kultur- und Heimatverein Herzberg (Elster) e.V. (Hrsg.): Heimatkalender für den Kreis/die Region Herzberg, Neue Folge; Herzberg: BücherKammer, 1991ff
  • Sybille Gramlich, Irmelin Küttner (Hrsg.): Landkreis Elbe-Elster, Teil 1: Die Stadt Herzberg/Elster und die Ämter Falkenberg/Uebigau, Herzberg, Schlieben und Schönewalde; Denkmale in Brandenburg, 7; Worms am Rhein: Werner, 1998; ISBN 3-88462-152-1
  •  Ulf Lehmann, Sevn Gückel: Geschichte der Stadt Herzberg (Elster) in Bildern. BücherKammer, Herzberg 2009, ISBN 978-3-940635-17-4.
  • Herzberg. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 4. Band, Zwickau 1817, S. 42–46.

  Weblinks

 Commons: Herzberg (Elster) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  Einzelnachweise

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Herzberg (Elster) vom 25. November 2003
  3. Museumschef korrigiert Gründungsdatum der Stadt Herzberg. Lausitzer Rundschau, abgerufen am 24. Juli 2009.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern; Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995; ISBN 3-8246-0321-7
  5. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  6. http://www.nw-news.de/lokale_news/hoexter/hoexter/3029170_Ehrenbuerger_der_Stadt_Herzberg.html
   
         
   

 

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