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| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
![]() |
53.258.81Koordinaten: 53° 15′ N, 8° 49′ O |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niedersachsen |
| Verwaltungssitz: | Osterholz-Scharmbeck |
| Fläche: | 650,7 km² |
| Einwohner: |
111.718 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 172 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | OHZ |
| Kreisschlüssel: | 03 3 56 |
| NUTS: | DE936 |
| Kreisgliederung: | 11 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Osterholzer Straße 23 27711 Osterholz-Scharmbeck |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Dr. Jörg Mielke (parteilos, für SPD) |
| Lage des Landkreises Osterholz in Niedersachsen | |
Der Landkreis Osterholz liegt im nördlichen Niedersachsen. Er grenzt im Westen an die Weser (westlich davon der Landkreis Wesermarsch), im Norden an den Landkreis Cuxhaven, im Osten an den Landkreis Rotenburg (Wümme) und im Süden an den Landkreis Verden und das Stadtgebiet von Bremen (und damit an das Land Bremen). Kreisstadt ist Osterholz-Scharmbeck.
Inhaltsverzeichnis |
Der Norden und Westen des Landkreises wird von der Osterholzer Geest geprägt, der Osten gehört zur Niederung von Hamme und Wümme mit dem großenteils seit dem 18. Jahrhundert kultivierten Teufelsmoor. Im äußersten Westen erstreckt sich der Landkreis mit der Osterstader Marsch bis an die Weser.[2]
Der Landkreis hat seinen Namen Osterholz dem ehemaligen Kloster (1184–1650) in der Kreisstadt zu verdanken, dessen Basilika als Klosterkirche St. Marien erhalten ist. Bis zum Dreißigjährigen Krieg war das Kloster, wie auch das benachbarte Kloster Lilienthal teil des Erzstifts Bremen, das später säkularisiert teil des Herzogtums Bremen-Verden wurde. Aus den Klöstern gingen im Rahmen der Säkularisierung Ämter hervor, die ab 1719 im Kurfürstentum Hannover offizielle politische Gemeinwesen wurden. Ab 1823 waren das Amt Osterholz und das Amt Lilienthal Teil der Landdrostei Stade im Königreich Hannover.
Ein Kreis Osterholz, auch Steuerkreis genannt, wurde am 1. Oktober 1867 aus den ehemals hannöverschen Ämtern Osterholz, Blumenthal und Lilienthal für Militär- und Steuerverwaltungszwecke gegründet. Die allgemeine Verwaltung blieb Sache der alten Ämter. Nachdem am 1. April 1885 die Landdrostei Stade zum neuen Regierungsbezirk Stade umgewandelt geworden war, wurde im Rahmen der neuen Kreisordnung für die Provinz Hannover aus den Ämtern Osterholz und Lilienthal der Kreis Osterholz gebildet.[3] Das Amt Blumenthal bildete nun zusammen mit Teilen des Amtes Hagen den Kreis Blumenthal.[4] 1932 wurde dieser aufgelöst und dem Kreis Osterholz zugeschlagen, wodurch der Kreis seine Einwohnerzahl etwa verdoppelte.
Allerdings musste der Kreis 1939 einen Teil der hinzugewonnenen Gemeinden (Aumund, Blumenthal, Farge, Grohn, Lesum und Schönebeck) an die Stadt Bremen abgeben und verlor dadurch einen großen Teil der Einwohnerschaft wieder. In Zuge dieser Gebietsreform wurde der Kreis in Landkreis Osterholz umbenannt.
Im Ortsteil Löhnhorst wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft das Heim Hohehorst des Lebensborn aus der Konkursmasse des Wollmagnaten Lahusen.[5] betrieben. Im Ortsteil Schwanewede befand sich ein Außenkommando des Konzentrationslagers Neuengamme, in dem Kriegsgefangene für den Bau des U-Bootbunkers „Valentin“ gefangen gehalten wurden.[6]. Dort befand sich zuletzt die Weser-Geest-Kaserne der Bundeswehr. Im Ortsteil Lübberstedt-Bilohe lag ein weiteres Außenkommando des Konzentrationslagers Neuengamme, welches die Lufthauptmunitionsanstalt MUNA in Lübberstedt betrieb.[7]. Dort befand sich bis 2009 ein Depot der Bundeswehr.
Anlässlich der niedersächsischen Kreisreform 1974 wurde das Kreisgebiet leicht verändert. Es kam die Weserinsel Harriersand und das Gebiet Hammelwarder Sand vom Landkreis Wesermarsch, sowie die Gemeinden Axstedt und Lübberstedt aus dem Landkreis Wesermünde an den Landkreis Osterholz.
In den 1980er Jahren wurden die Ortschaften Wilstedter Moor und Tarmstedter Moor aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) eingemeindet.
Die Zahlen der folgenden Tabellen stammen aus der ausführlicheren Tabelle des ehemaligen Regierungsbezirks Stade, den dort angegebenen Quellen und dem Gemeindeverzeichnis von 1900 [8] und für 1904 aus der Chronik von Osterholz-Scharmbeck.[9]
| Einwohnerzahl | 1890 | 1900 | 1904 | 1910 | 1925 | 1933 | 1939 | 1950 | 1969 | 1980 | 1990 | 2006 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blumenthal | 22547 | 30353 | 39535 | 43104 | ||||||||
| Osterholz | 28232 | 29205 | 29471 | 31284 | 32545 | 80216 | 41529 | 73407 | 80600 | 93700 | 96000 | 112498 |
| Fläche (km2) | 1900 | 1932 | 1950 | 2000 |
|---|---|---|---|---|
| Blumenthal | 175 | |||
| Osterholz | 478 | 653 | 620 | 651 |
| Kreistag Sitzverteilung nach Wahl vom: |
SPD | CDU | Grüne | FDP | Wähler- gemeinschaft |
Bürger- fraktion |
Die Linke (2006 als WASG) |
Die Lilienthaler WG |
Gesamt |
| 15. September 1996 | 21 | 17 | 5 | 1 | 1 | 1 | - | 46 Sitze | |
| 9. September 2001 | 21 | 16 | 4 | 2 | 2 | 1 | - | 46 Sitze | |
| 10. September 2006 | 20 | 15 | 5 | 3 | 1 | 1 | 1 | 46 Sitze | |
| 11. September 2011 | 17 | 13 | 9 | 1 | 1 | 2 | 2 | 1 | 46 Sitze |
Die nächste Kommunalwahl in Niedersachsen findet im September 2016 statt.
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Landrat Jörg Mielke ist seit dem 1. Januar 2005 der erste gewählte Landrat seit Einführung der „Eingleisigkeit“ der Verwaltung im Landkreis Osterholz. Am 11. November 2011 wurde er mit 85.46 % (2004 = 62,26 %) wiedergewählt; im Gegensatz zu 2004 gab es mit Oliver Koller (FDP 8.39 %) und Norbert Weber (Die Linke 5,96 %) zwei Gegenkandidaten. Seine Wahl war 2004 von der SPD und 2011 von SPD und CDU unterstützt worden.
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Seit April 2006 besteht eine Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Marienwerder (Powiat Kwidzyński). Beide Kreise haben über das EU-Projekt „Baltic Rural Broadband“ Verbindung aufgenommen, das sich mit dem Ausbau der Breitbandtechnologie im ländlichen Raum befasst. In Kwidzyn leben auf rund 834 km² etwa 80.200 Einwohner, davon etwa die Hälfte in der gleichnamigen Stadt.
Im Schatten des Oberzentrums Bremen wurde bereits 1970 festgestellt, dass der Landkreis Osterholz hinter der industriellen Entwicklung anderer niedersächsischer Kreise zurückgeblieben war, unter anderem eine Folge der Gebietsreform von 1939 mit der durch Abgabe der höher entwickelten Gemeinden (Aumund, Blumenthal, Farge, Grohn, Lesum und Schönebeck) 75 % der Industrie an Bremen verloren gegangen waren. Auf Grund mangelnder Standortvoraussetzungen und der Nähe zu Bremen konnte der Landkreis Osterholz diesen Verlust bis heute nicht kompensieren.
Nach dem Regionalranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) von 2009 belegt der Landkreis Platz 98 von 409 untersuchten Kreisen bezüglich der Kaufkraft, Rang 391 bei der Wirtschaftsleistung; d.h. 16.576 Euro pro Einwohner bezüglich des Bruttoinlandsprodukt sind unterdurchschnittlich bezüglich des Bundesdurchschnitts von 28.534 Euro. Innerhalb von Niedersachsen bedeutet das den 44 von 46 Rängen.[10]
Es wird deshalb u.a. auf touristische Konzepte insbesondere im Teufelsmoor gesetzt, da hier noch Wachstumspotential gesehen wird; so belegt der Landkreis mit 1,1 Gästen pro Einwohner nur Rang 372 von 391 untersuchten Kreisen. Das ist Rang 40 von 46 niedersächsischen Kreisen.[10]
Der Landkreis Osterholz ist wegen seiner Nähe zu Bremen ein sogenannter Verdichtungsraum; insbesondere die dort angrenzenden Gemeinden Schwanewede, Ritterhude und Lilienthal haben ihre Einwohnerzahlen durch Zuzüge aus Bremen erheblich steigern können.
Der Landkreis Osterholz gehört zu den Optionskommunen. Die Betreuung der Langzeitarbeitslosen unter Arbeitslosengeld II wird nicht von der Agentur für Arbeit, sondern vom Landkreis vorgenommen. Die Förderung und Vermittlung dieses Personenkreises erfolgt durch ProArbeit, einer kommunalen Anstalt öffentlichen Rechts (kAöR), die Leistung- und Grundsicherung durch die Gemeinden des Landkreises. So waren im November 2007 von insgesamt 3.259 Arbeitslosen 2.108 (64,7 %) auf ALG II angewiesen.[11]
Der Arbeitsmarkt des Landkreises ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Bremen eng verknüpft [12]; da viele Einwohner des Landkreises als Pendler dorthin unterwegs sind. Die Pendlerquote beträgt -14,4 %.[10]
Die Arbeitslosenquote des Landkreises folgt in der Regel dem Bundestrend:
Die Aufschlüsselung nach Geschlecht ergibt z.B. für den Januar 2006, dass von 4.976 Arbeitslosen 2.706 (54,4 %) Männer und 2.270 (45,6 %) Frauen waren.[11] Die Zahl der gemeldeten Offenen Stellen bewegt sich zwischen 200 bis 300; so waren es im Januar 2006 z.B. 247 und im November 2007 286.[11]
Im Juni 2010 waren nach Altersgruppen aufgeteilt 10 % der Arbeitslosen unter 25 Jahre alt; 30 % waren 50 Jahre und älter; 9,8 % kamen aus dem Ausland: 3,5 % galten als schwerbehindert.[14]
Die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und die Gemeinde Lilienthal sind Standorte von Akutkrankenhäusern. In Osterholz-Scharmbeck handelt es sich dabei um das Kreiskrankenhaus Osterholz, in Lilienthal bestehen die Residenz-Kliniken, die sich früher in kirchlicher Trägerschaft befanden und nun nach einem Insolvenzverfahren von einem privaten Träger übernommen wurden.[15].
Durch das Kreisgebiet verläuft in Süd-Nord-Richtung die Autobahn A 27 von Walsrode über Bremen, Ritterhude und Schwanewede nach Bremerhaven und Cuxhaven.
Traditionell ist das Gebiet des heutigen Landkreises Osterholz evangelisch-lutherisch geprägt. Die Gemeinden gehören zur Landeskirche Hannover. Insbesondere nach dem Krieg haben sich durch Zuzug vieler Heimatvertriebener, Gastarbeiter aus Südeuropa und Aussiedler aus Ostmittel- und Osteuropa große katholische Gemeinden gebildet, die zum Bistum Hildesheim gehören. Durch die hohe Zahl der Kirchenaustritte sind beide großen christlichen Kirchen Umstrukturierungsprozessen unterworfen.
Ferner leben im Kreisgebiet Angehörige von Freikirchen, Zeugen Jehovas, Juden sowie Muslime und Atheisten.
In Klammern die Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2011[16].
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Samtgemeinde mit ihren Mitgliedsgemeinden:
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Ammerland | Aurich | Braunschweig | Celle | Cloppenburg | Cuxhaven | Delmenhorst | Diepholz | Emden | Emsland | Friesland | Gifhorn | Goslar | Göttingen | Grafschaft Bentheim | Hameln-Pyrmont | Region Hannover | Harburg | Heidekreis | Helmstedt | Hildesheim | Holzminden | Leer | Lüchow-Dannenberg | Lüneburg | Nienburg/Weser | Northeim | Oldenburg (Land) | Oldenburg (Stadt) | Osnabrück (Land) | Osnabrück (Stadt) | Osterholz | Osterode am Harz | Peine | Rotenburg (Wümme) | Salzgitter | Schaumburg | Stade | Uelzen | Vechta | Verden | Wesermarsch | Wilhelmshaven | Wittmund | Wolfenbüttel | Wolfsburg