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Michel Barnier (* 9. Januar 1951 in La Tronche, Isère, Frankreich) ist ein französischer Politiker (UMP). Seit dem 10. Februar 2010 ist er Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen in der Kommission Barroso II.
Inhaltsverzeichnis |
Barnier kommt aus der Gegend von Albertville. Als einer der wenigen französischen Spitzenpolitiker ist er kein Absolvent der École nationale d’administration (ENA), sondern besuchte bis 1972 die École supérieure de commerce de Paris. Barnier ist mit einer Anwältin verheiratet und hat drei Kinder.
Barnier machte schnell politische Karriere. Von 1973 bis 1978 arbeitete er im Stab verschiedener Minister; mit 22 Jahren wurde er 1973 Abgeordneter im Departementsrat von Savoie und war von 1982 bis 1999 dessen Präsident. In dieser Funktion war er zusammen mit Jean-Claude Killy Präsident des Organisationskomitees für die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville.
Mit 27 Jahren zog er 1978 für die neogaullistische RPR in die Nationalversammlung ein und wurde damit jüngster Abgeordneter. In der Regierung Édouard Balladurs war Barnier von 1993 bis zu Balladurs Ablösung 1995 Umweltminister, danach im Kabinett Alain Juppés wurde ihm das Amt des dem Außenminister unterstellten Europaministers übertragen. Als solcher war er entscheidend an den Verhandlungen zum Vertrag von Amsterdam beteiligt.
Nach der Abwahl der konservativen Regierung wurde Barnier 1997 für das Departement Savoie in den Senat gewählt und leitete bis 1999 den Europa-Ausschuss des Senats. 1999 wurde er von Frankreich als Mitglied der Europäische Kommission nominiert und übernahm unter Kommissionspräsident Romano Prodi das Ressort für Regionalpolitik und institutionelle Reformen. In seiner Zeit als EU-Kommissar war er unter anderem Vertreter der Kommission im Europäischen Konvent, dessen Aufgabe die Ausarbeitung des Vertrags über eine Verfassung für Europa war.
Nach einer Kabinettsumbildung Jean-Pierre Raffarins wurde Barnier am 31. März 2004 Nachfolger Dominique de Villepins im Amt des Außenministers. Dieses Amt bekleidete er bis zum 2. Juni 2005, als er bei der Regierungsbildung des neuen Premierministers de Villepin nicht mehr berücksichtigt wurde. Kommentatoren mutmaßten dazu, die Nichtberücksichtigung hänge mit dem Scheitern des Referendums über die EU-Verfassung zusammen. Von Februar 2006 bis Mai 2007 war er Vizepräsident von Mérieux Alliance mit dem Zuständigkeitsbereich internationale Beziehungen. Als Sonderberater des EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso war er 2006 zudem für die Vorlage eines Berichts verantwortlich, in dem die Schaffung einer europäischen Katastrophenschutztruppe („Europe Aid“) vorgeschlagen wurde.
Nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum Präsidenten und dessen Ernennung von François Fillon zum Premierminister wurde Barnier 2007 wieder in die Regierung berufen und fungierte als Minister für Landwirtschaft und Fischerei. Innerhalb der französischen Konservativen galt der profilierte Europa-Spezialist Barnier stets als Befürworter der europäischen Einigung. In den Kampagnen vor dem Referendum von 1992 über die Annahme des Vertrags von Maastricht war er auf der Seite der Befürworter und bedauerte die Spaltung der Neogaullisten in dieser Frage. Im März 2006 wurde er zu einem der Vizepräsidenten der Europäischen Volkspartei gewählt und zog bei der Europawahl 2009 als Listenführer der UMP für die Ile-de-France ins Europäische Parlament ein.
Am 27. November 2009 gab EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Nominierung Barniers zum Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen bekannt. Dieses Amt trat er am 10. Februar 2010 an und erhält damit in der Finanz- und Wirtschaftskrise ein Schlüsselressort, in dem unter anderem die Zuständigkeiten für die Aufsicht über Finanzdienstleister sowie den Abbau von Markthindernissen angesiedelt sind.
Anlässlich des Weltverbrauchertages 2011 am 15. März 2011 kündigte Binnenmarktkommissar Michel Barnier u.a. die Schaffung eines europäischen Grundrechts auf ein Basisgirokonto und striktere Regeln für den Verbraucherschutz bei Hypothekendarlehen an.[1]
Barnier gilt als enger Freund des ehemaligen Premierministers Jean-Pierre Raffarin und hat – trotz Chiracs zeitweiligem Euroskeptizismus – immer ein gutes Verhältnis zum ehemaligen Präsidenten Jacques Chirac behalten.
Hans von der Groeben | George Thomson | Antonio Giolitti | Grigoris Varfis | Bruce Millan | Monika Wulf-Mathies | Michel Barnier | Jacques Barrot | Danuta Hübner | Paweł Samecki | Johannes Hahn
Michel Barnier (bis April 2004) | Frits Bolkestein | Philippe Busquin | David Byrne | Anna Diamantopoulou (bis März 2004) | Franz Fischler | Neil Kinnock | Pascal Lamy | Erkki Liikanen (bis Juli 2004) | Mario Monti | Poul Nielson | Loyola de Palacio | Chris Patten | Romano Prodi | Viviane Reding | Michaele Schreyer | Pedro Solbes (bis April 2004) | Günter Verheugen | António Vitorino | Margot Wallström
Ergänzungen
Joaquín Almunia (ab April 2004) | Péter Balázs (ab Mai 2004) | Jacques Barrot (ab April 2004) | Joseph Borg (ab Mai 2004) | Stavros Dimas (ab März 2004) | Ján Figeľ(ab Mai 2004) | Dalia Grybauskaitė (ab Mai 2004) | Danuta Hübner (ab Mai 2004) | Siim Kallas (ab Mai 2004) | Sandra Kalniete (ab Mai 2004) | Márcos Kyprianoú (ab Mai 2004) | Janez Potočnik (ab Mai 2004) | Olli Rehn (ab Juli 2004) | Pavel Telička (ab Mai 2004)
Maurice Couve de Murville | Michel Debré | Maurice Schumann | André Bettencourt | Michel Jobert | Jean Sauvagnargues | Louis de Guiringaud | Jean François-Poncet | Claude Cheysson | Roland Dumas | Jean-Bernard Raimond | Roland Dumas | Alain Juppé | Hervé de Charette | Hubert Védrine | Dominique de Villepin | Michel Barnier | Philippe Douste-Blazy | Bernard Kouchner | Michèle Alliot-Marie | Alain Juppé | Laurent Fabius
Joaquín Almunia | László Andor | Catherine Ashton | Michel Barnier | Dacian Cioloș | John Dalli | Maria Damanaki | Karel De Gucht | José Manuel Barroso | Štefan Füle | Máire Geoghegan-Quinn | Kristalina Georgiewa | Johannes Hahn | Connie Hedegaard | Siim Kallas | Neelie Kroes | Janusz Lewandowski | Cecilia Malmström | Günther Oettinger | Andris Piebalgs | Janez Potočnik | Viviane Reding | Olli Rehn | Maroš Šefčovič | Algirdas Šemeta | Antonio Tajani | Androulla Vassiliou
Piero Malvestiti | Giuseppe Caron | Guido Colonna di Paliano | Hans von der Groeben | Wilhelm Haferkamp | Finn Olav Gundelach | Étienne Davignon | Karl-Heinz Narjes | Francis Cockfield | Martin Bangemann | Raniero Vanni d’Archirafi | Mario Monti | Frits Bolkestein | Charlie McCreevy | Michel Barnier
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Barnier, Michel |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Politiker (UMP), Außenminister, MdEP und EU-Kommissar |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1951 |
| GEBURTSORT | La Tronche, Isère, Frankreich |