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| Neunkirch | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Schaffhausen (SH) |
| Bezirk: | Oberklettgau |
| BFS-Nr.: | 2904 |
| Postleitzahl: | 8213 |
| Koordinaten: | 679621 / 28272247.6902758.499161429Koordinaten: 47° 41′ 25″ N, 8° 29′ 57″ O; CH1903: 679621 / 282722 |
| Höhe: | 429 m ü. M. |
| Fläche: | 17.91 km² |
| Einwohner: | 1943 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.neunkirch.ch |
| Karte | |
Neunkirch ist eine politische Gemeinde des Kantons Schaffhausen in der Schweiz.
Das Landstädtchen Neunkirch liegt im Klettgau, etwa 13 km von Schaffhausen entfernt. Gemeindepräsident ist Franz Ebnöther (FDP).
Inhaltsverzeichnis |
| Jahr | um 1300 | 1530 | 1798 | 1850 | 1900 | 1950 | 2000 |
| Einwohner | ca. 170 | ca. 460 | ca. 1087 | 1640 | 1206 | 1217 | 1722 |
In der Ersterwähnung wird Neunkirch als Niuchilchun bezeichnet. Niu heisst neu und Chilchun Kirche, zusammen: Neue Kirche. Diese Ortschaft sollte also eigentlich Neukirch heissen. Im Laufe der langen Ortsgeschichte änderte sich dieser Name aber ständig. Sie hiess Nuinchilchen, Niunchilchen und Nüwenkilch. Noch im 17. Jahrhundert wurde sie Nükilch und Nünkilch genannt.
Wie man bemerkt, kam im Laufe der Jahre ein „n“ dazu, verschwand und tauchte wieder auf. Zu jener Zeit nahm man es mit der Rechtschreibung noch nicht so ernst. Man vermutet, dass man die Ortschaft am Schluss Neunkirch nannte, um Verwechslungen mit anderen Ortschaften im Bistum Konstanz zu vermeiden.
Neunkirch wird zum ersten Mal in einer Schenkurkunde an das Kloster Rheinau erwähnt. Dies geschah am 21. September in der Regierungszeit König Ludwigs. Das genaue Jahr ist nicht angegeben. Jedoch haben Nachforschungen ergeben, dass während der Regierungszeit von König Ludwig (843-876) der 21. September nur in den Jahren 850, 861, 867 und 872 auf einen Sonntag fiel. Von diesen vier Jahren wurde schliesslich die erste, 850, als Ersterwähnungsjahr angenommen.
Mehr als den Namen erfahren wir nicht aus der Urkunde. Erst 1122 wird ein Vogt in Neunkirch erwähnt und 1155 besass der Bischof von Konstanz die Kirche und einen Hof. Wer aber zu dieser frühen Zeit die Stadtherren gewesen sind, ist heute nicht bekannt. Vermutlich war es ein Adelsgeschlecht, das sich selber de niuchilchun nannte. Dieses Geschlecht ist bis Ende des 13. Jahrhunderts nachweisbar. Jedoch waren sie zu dieser Zeit nicht mehr die Stadtherren, denn als Bischof Eberhard II. von Waldburg 1260 die Hohe- und Niedere Gerichtsbarkeit sowie zwei grosse Höfe erwarb, kaufte er diese von den Herren von Krenkingen.
Kurze Zeit später wurde Neunkirch zerstört. Ob dies durch einen Brand oder feindliche Truppen geschah, weiss man nicht. Jedoch wurde Neunkirch nach der Zerstörung planmässig wieder aufgebaut. Es entstand eine befestigte Ortschaft mit vier geraden Gassen. Heute noch ist dieser historische Ortskern zu sehen. In die Zeit der Neugründung muss auch die Ernennung zur Stadt geschehen sein. Neunkirch war als Zentrum gegründet worden. Jedoch konnte sie diese Funktion nie den Möglichkeiten entsprechend einnehmen, da sie von Anfang an von der nahen Stadt Schaffhausen unterdrückt wurde. So wurden Neunkirch die üblichen Stadtrechte wie das Markt- und Münzrecht untersagt. Dies verhinderte in späteren Jahren das Wachstum von Neunkirch.
Neunkirchs Befestigung war nicht ohne Grund gebaut worden. 1440 fielen feindliche Truppen in das Klettgau ein und plünderten Neunkirch. Kurze Zeit später schloss der Bischof von Konstanz ein Bündnis mit den Eidgenossen, worauf auch Neunkirch unter diesen Schutz kam. Im Schwabenkrieg 1499 besetzten zürchische Truppen Neunkirch, da Neunkirch dem Bischof von Konstanz unterstand, der mit den Schwaben sympathisierte. Im weiteren Verlauf des Krieges blieb aber Neunkirch verschont.
1525 endete schliesslich die Herrschaft der Bischöfe von Konstanz über Neunkirch. Durch die Reformation und die Gründung von einer Täufergemeinde in Waldshut vermehrt unter Druck geraten, veräusserte das hoch verschuldete Bistum Neunkirch für 8500 Gulden an Schaffhausen.
Von diesem Tage an stellte die Stadt Schaffhausen die Vögte in Neunkirch, welche im Schloss Neunkirch residierten. Für die Bevölkerung änderte sich indess kaum etwas. Im dreissigjährigen Krieg blieb Neunkirch von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont, litt aber unter der hohen Inflation und der Pest, die 300 Menschen dahin raffte. Ganz knapp entging es einer Plünderung im Oktober 1633 als kaiserliche Truppen das Wutachtal hinab marschierten. Dabei plünderten die Reiterei Beggingen, Schleitheim sowie Hallau, Oberhallau, Siblingen, Trasadingen und Wilchingen.
Während den nächsten gut 150 Jahren änderte sich nicht viel in Neunkirch. Die Entwicklung der Wirtschaft wurde von Schaffhausen unterdrückt, und die Bürger durch hohe Abgaben belastet. Zudem florierte die Vetternwirtschaft, was es den niederen Bürgern verunmöglichte, gegen Ungerechtigkeiten seitens der Vögte vorzugehen. Obwohl es den Bauern versagt blieb zu studieren, gelangten dennoch die Gedanken der Aufklärung über Reisläufer und Gesellen auf Wanderschaft in das Bewusstsein der Neunkircher. Mit mehreren Petitionen an den Schaffhauser Rat versuchten die Bürger ihr Los zu bessern, wurden aber in den meisten Fällen abgewiesen. Eine wichtige Änderung, die gestattet wurde, war, dass Neunkirch ab 1795 das Recht erhielt, zwei Mal jährlich einen Markt abzuhalten. Eine weitere Änderung, die den ganzen Kanton betraf, war die unentgeltliche Abschaffung der Leibeigenschaft 1797. Ausgelöst durch Napoleons siege brachen 1798 in der ganzen Schweiz unruhen aus, die eine Änderung die Abschaffung der damaligen Staatsform forderten.
In Neunkirch geschah dies im Februar 1799. Am 1. dieses Monats kamen im Neunkircher Gemeindehaus Abgeordnete von 22 Schaffhauser Gemeinden zusammen, um ein Memorial mit dem Begehren der Landschaft zu verfassen. Darin forderten sie die Gleichheit von Stadt und Land, sowie eine Versammlung mit einem frei gewählten Abgeordneten je 50 Bürgern für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Darauf versammelten sich Abgeordnete der Gemeinde und Stadt in Neunkirch. Die Schaffhauser Abgeordneten verkündeten die Gleichheit von Stadt und Land, erklärten aber, dass für die Ausarbeitung der Verfassung nur je 12 Bürger von Land und Stadt zusammenkommen sollen. Als dies bekannt wurde, stürmten hunderte von Bürgern den Saal und liessen sich erst wieder zum Gehen bewegen, als ihnen versprochen wurde, dass die Abgeordneten der Stadt für das Begehren eintreten werden. Am nächsten Tag kam die Antwort von Schaffhausen, die allen Begehren der Landschaft entsprachen.
Das Wappen der Gemeinde Neunkirch wurde von Anfang an und ausschliesslich durch seinen Namen bestimmt. Nachgewiesen seit 1433 bildet die „neue Kirche“ das Hoheitszeichen der Ortschaft. Im Laufe der Zeit veränderte sich das Aussehen der Kirche auf dem Wappen, vermutlich entsprechend dem jeweiligen Aussehen der Kirche zu jener Zeit. So sind zum Beispiel mal zwei oder sogar drei Türme auf dem Bild zu sehen. Am 23. Juni 1949 wurde das heute noch aktuelle Gemeindewappen mit der Tinktur endgültig festgelegt. [2]
In Neunkirch gibt es einen Unihockey-, Fussball-, Volleyball- und einen Schiessclub sowie einen Turnverein mit Unterriegen für alle Altersklassen.
Das Dorf besitzt ein Schwimmbad und mehrere Sportplätze für Fuss-, Hand- und Basketball. Der Wald lässt sich gut für sportliche Aktivitäten wie Joggen, Biken oder Spaziergänge nützen.
Johannes Rietmann (1679-1765) in Neunkirch geborener Reisläufer, der es bis zum Grad des Maréchal de camp (vgl. Divisionär) schaffte.
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