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Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München wurden im Volleyball Turniere für Damen und Herren ausgetragen.
Qualifikation
Bei den Herren qualifizierten sich zwölf Mannschaften. Neben dem Gastgeber Deutschland waren die Sowjetunion und Japan als Finalisten der letzten Olympischen Spiele gesetzt. Bulgarien, die Tschechoslowakei und Polen qualifizierten sich durch ihre guten Platzierungen bei der Weltmeisterschaft 1970. Tunesien (Afrika) und Südkorea (Asien) sowie Brasilien und Kuba (Panamerika) gewannen kontinentale Vorausscheidungen. Die DDR und Rumänien sicherten sich ihre Olympiateilnahme bei einem Turnier in Paris.
Bei den Damen qualifizierten sich acht Mannschaften. Neben dem Gastgeber Deutschland war die Sowjetunion als Titelverteidiger gesetzt. Japan, Nordkorea, Ungarn und die Tschechoslowakei profitierten von ihren guten Platzierungen bei der Weltmeisterschaft 1970. Südkorea (Asien) und Kuba (Panamerika) gewannen kontinentale Vorausscheidungen.
Modus
Bei den Herren wurden die zwölf qualifizierten Mannschaften in zwei Gruppen mit jeweils sechs Teilnehmern gelost. Die Vorrunde wurde nach dem Modus „jeder gegen jeden“ ausgetragen. Die beiden besten Teams jeder Gruppe trafen im Halbfinale über Kreuz aufeinander. Die restlichen Mannschaften spielten die Plätze fünf bis zwölf aus.
Bei den Damen gab es zwei Gruppen mit jeweils vier Teilnehmern. Die beiden besten Teams jeder Gruppe trafen im Halbfinale über Kreuz aufeinander. Die restlichen Mannschaften spielten die Plätze fünf bis acht aus.
Die Spiele wurden vom 27. August bis 9. September in München ausgetragen. Spielstätte war die Halle im Olympiapark.
Neue Regeln
Das Gewicht des Balles wurde beim olympischen Turnier zum ersten Mal auf 250 bis 280 Gramm festgelegt. Außerdem wurden am Netz flexible Antennen installiert, damit die Schiedsrichter besser erkennen konnten, ob ein Ball das Netz innerhalb der Grenzen des Spielfelds überquert.
Spielplan Herren
Vorrunde
In Gruppe A blieb die Sowjetunion bei nur drei verlorenen Sätzen ungeschlagen. Bulgarien erreichte mit vier Siegen den zweiten Platz.In Gruppe B trafen die beiden deutschen Mannschaften aufeinander. Im direkten Duell schlug die DDR-Auswahl das bundesdeutsche Team in drei Sätzen. Auch insgesamt waren die Ostdeutschen erfolgreicher. Sie erreichten hinter Japan, das keinen einzigen Satz abgab, mit vier Siegen als Gruppenzweiter das Halbfinale. Die Westdeutschen blieben hingegen sieglos.
| 27. August | Sowjetunion | Tunesien | 3:0 | | Tschechoslowakei | Polen | 3:0 | | Bulgarien | Südkorea | 3:1 | | 29. August | Polen | Tunesien | 3:0 | | Sowjetunion | Südkorea | 3:0 | | Bulgarien | Tschechoslowakei | 3:2 | | 31. August | Tschechoslowakei | Tunesien | 3:0 | | Südkorea | Polen | 3:1 | | Sowjetunion | Bulgarien | 3:1 | | 2. September | Südkorea | Tunesien | 3:0 | | Sowjetunion | Tschechoslowakei | 3:0 | | Bulgarien | Polen | 3:2 | | 5. September | Bulgarien | Tunesien | 3:0 | | Tschechoslowakei | Südkorea | 3:0 | | Sowjetunion | Polen | 3:2 |
| | 28. August | DDR | Kuba | 3:0 | | Japan | Rumänien | 3:1 | | Brasilien | BR Deutschland | 3:2 | | 30. August | DDR | Brasilien | 3:1 | | Japan | Kuba | 3:0 | | Rumänien | BR Deutschland | 3:0 | | 1. September | Brasilien | Rumänien | 3:2 | | Japan | DDR | 3:0 | | Kuba | BR Deutschland | 3:2 | | 3. September | DDR | BR Deutschland | 3:0 | | Japan | Brasilien | 3:0 | | Rumänien | Kuba | 3:0 | | 5. September | Kuba | Brasilien | 3:2 | | DDR | Rumänien | 3:0 | | Japan | BR Deutschland | 3:0 |
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Finalrunde
Die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland besiegte im Platzierungsspiel Tunesien mit 3:1 und belegten den elften Rang. Neunter wurde Polen nach einem 3:0 gegen Kuba.
Im Halbfinale am 8. September entthronte die DDR den Titelverteidiger. Der Sowjetunion blieb nach den Titelgewinnen bei den beiden ersten olympischen Volleyballturnieren diesmal nur die Bronzemedaille. Japan erreichte nach fünf Sätzen gegen Bulgarien das Endspiel am 9. September. Dort gewannen sie mit einem 3:1 gegen die DDR Gold.
Spielplan Damen
Vorrunde
In Gruppe A waren die deutschen Damen chancenlos und schafften keinen Satzgewinn. Die Sowjetunion gewann alle drei Spiele und gab dabei nur zwei Sätze ab. Südkorea reichten zwei Siege zum Einzug ins Halbfinale.In Gruppe B dominierten die Asiaten. Japan gab keinen einzigen Satz ab und Nordkorea belegten den zweiten Platz.
| 27. August | Ungarn | BR Deutschland | 3:0 | | Sowjetunion | Südkorea | 3:1 | | 29. August | Südkorea | Ungarn | 3:0 | | Sowjetunion | BR Deutschland | 3:0 | | 31. August | Sowjetunion | Ungarn | 3:1 | | Sowjetunion | BR Deutschland | 3:0 |
| | 28. August | Nordkorea | Kuba | 3:0 | | Japan | Tschechoslowakei | 3:0 | | 30. August | Japan | Kuba | 3:0 | | Nordkorea | Tschechoslowakei | 3:0 | | 1. September | Kuba | Tschechoslowakei | 3:1 | | Japan | Nordkorea | 3:0 |
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Finalrunde
Die deutschen Damen verloren auch beide Platzierungsspiele gegen Kuba und die Tschechoslowakei mit 0:3 und belegten somit den letzten Platz. Im Halbfinale am 2. September gewann Japan das asiatische Duell gegen Südkorea, während Nordkorea der Sowjetunion unterlagen. Damit trafen die Koreaner im Duell um Bronze aufeinander, das der Norden in drei Sätzen gewann. Die Entscheidung im Finale am 7. September fiel erst im Tiebreak. Die Sowjetunion bezwang Japan im Spiel um Gold.
Kritik
Nach der Niederlage im Spiel um Bronze im Damen-Wettbewerb reichte Südkorea einen Protest ein und behauptete, dass es sich bei Kim Jung-bok, von deren Leistung der nördliche Nachbar am meisten profitiert hatte, um einen Mann handle. Der Protest wurde jedoch abgewiesen, da die Medizinische Kommission der Spielerin ein Weiblichkeits-Zertifikat erteilt hatte. Daraufhin behaupteten die Südkoreaner, dass die Spielerin Han Jong-suk, die in der Olympiaauswahl nicht eingesetzt worden war, zum Sextest erschienen sei.
Medaillen
Herren
| Platz | Land | Spieler |
|---|
| 1 | Japan | Katsutoshi Nekoda, Kenji Kimura, Jungo Morita, Seiji Oko, Tadayoshi Yokota, Kenji Shimaoko, Tetsuo Nishimoto, Fukao Yoshihide, Yuzo Nakamura, Yasuhiro Noguchi, Masayuki Minami, Tetsuo Sato |
| 2 | DDR | Siegfried Schneider, Rudi Schumann, Arnold Schulz, Rainer Tscharke, Eckehard Pietzsch, Wolfgang Webner, Wolfgang Weise, Wolfgang Löwe, Jürgen Maune, Horst Peter, Horst Hagen, Wolfgang Maibohm |
| 3 | UdSSR | Waleri Krawtschenko, Jefim Tschulak, Wladimir Putjatow, Wladimir Patkin, Leonid Saiko, Juri Starunski, Jewgeni Lapinski, Juri Pojarkow, Wjatscheslaw Domani, Aleksandr Saprykin, Wiktor Borstsch, Wladimir Kondra |
|---|
| 11 | BR Deutschland | Klaus-Dieter Buschle, Bernhard Endrich, Hans-Ulrich Graßhoff, Rüdiger Hild, Klaus Meetz, Hatto Nolte, H.-G. von der Ohe, Volker Paulus, Toni Rimrod, Wolfgang Simon, Ulf Tütken, Uwe Zitranski |
Damen
| Platz | Land | Spieler |
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| 1 | UdSSR | Ljudmila Buldakowa, Wera Dujunowa, Ljudmila Borosna, Inna Ryskal, Nina Smolejewa, Tatjana Gonoboblejewa, Ljubow Tjurina, Galina Leontjewa, Tatjana Tretjakowa, Rosa Salichowa, Tatjana Sarytschewa, Natalja Kudrewa |
| 2 | Japan | Noriko Yamashita, Sumie Olnuma, Seiko Shimakage, Makiko Furukawa, Takako Iida, Katsumi Matsumura, Michiko Shiokawa, Takako Shirai, Mariko Okamoto, Keiko Hama, Yaeko Yamazaki, Toyoko Iwahara |
| 3 | Nordkorea | Chun Ok-Ri, Myong Suk-Kim, Zung Bok-Kim, Ok Sun-Kang, Yeun Ja-Kim, He Suk- Hwang, Ok Rim-Jang, Myong Suk-Paek, Chun Ja-Ryom, Su Dae-Kim, Ok Jin-Jong, Chun Ok-Ri |
| 8 | BR Deutschland | Birgit Drechsel, Annette Ellerbracke, Erika Heucke, Marianne Lepa, Ingrid Lorenz, Birgit Pörner, Regina Pütz, Annedore Richter, Rike Ruschenburg, Traute Schaefer, Margret Stender, Ursel Westphal |
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