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Wikipedia

Sankt Peter-Ording

                   
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sankt Peter-Ording
Sankt Peter-Ording
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sankt Peter-Ording hervorgehoben
54.3041666666678.65111111111113Koordinaten: 54° 18′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Eiderstedt
Höhe: 3 m ü. NN
Fläche: 28,3 km²
Einwohner:

4069 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25826
Vorwahl: 04863
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 113
Adresse der Amtsverwaltung: Welter Straße 1
25836 Garding
Webpräsenz: www.sankt-peter-ording.de
Bürgermeister: Rainer Balsmeier (parteilos)
Lage der Gemeinde Sankt Peter-Ording im Kreis Nordfriesland
Karte

Sankt Peter-Ording ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Sie hat als einziges deutsches Seebad eine eigene Schwefelquelle und trägt daher die Bezeichnung „Nordseeheil- und Schwefelbad“. Nach den Übernachtungszahlen ist Sankt Peter-Ording das größte Seebad Deutschlands und in Schleswig-Holstein der Ort mit den meisten Übernachtungen.

Inhaltsverzeichnis

  Geographie

  Der Strand von St. Peter um 1895
  Küstendüne

Sankt Peter-Ording liegt an der Westspitze der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein. Ein Teil der Gemarkung liegt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Charakteristisch für Sankt Peter-Ording sind der Strand (etwa 12 km lang und bis zu 2 km breit), die Dünen, die Salzwiesen und die für diesen Landstrich untypische, nachträglich angepflanzte Bewaldung. Der Strand besteht aus den Hochsänden mit den Bezeichnungen Hochsichtsand und Hitzsand.

Die Salzwiesen sind von besonderer ökologischer Bedeutung, da sie zu den wenigen Salzwiesen im weitgehend natürlichen Zustand gehören, die weder beweidet wurden noch mit Grüppen versehen sind.[2] Im Gegensatz zu anderen Salzwiesen an der Nordseeküste gibt es hier zahlreiche kleine Tümpel und Pfützen. Im landnäheren Teil werden sie nur noch gelegentlich und nicht einmal mehr jedes Jahr von Salzwasser überflutet, so dass sich hier − heute ungewöhnlich direkt in Nordseenähe − Amphibien wie Grasfrosch, Moorfrosch und Erdkröte angesiedelt haben und sich Kreuzkröten regelmäßig fortpflanzen.[2]

Die Tide beträgt im Normalfall bis zu drei Meter. Bei Wattwanderungen sollte der Gezeitenkalender immer beachtet werden.

  Klima

Wie für Küstenregionen typisch, herrscht auch in Sankt Peter-Ording Seeklima mit milden Wintern und kühlen Sommern. Windstärken von 7 bis 10 sind keine Seltenheit.

Das Inselklima, insbesondere die Luft an Dünen und Strand, die der Salzwiese und die des Waldes, enthalten salz-, iod- und aerosolhaltige Substanzen. Zusätzlich sorgt der niedrige Allergengehalt für eine reine Luft.

Diese besonderen Eigenschaften und die klimatischen Wechselwirkungen werden zur Thalassotherapie genutzt.

Ein Aufenthalt in Sankt Peter-Ording soll den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System stärken sowie die körpereigene Kortisonproduktion anregen.

  Ortsteile

Die Gemeinde Sankt Peter-Ording hat die vier Ortsteile Böhl, Bad, Dorf (Süd) und Ording.

  Geschichte

  „Et gah uns wol up unse olen dage“
  Die Kirche von St. Peter um 1895
  Ording um 1895

Sankt Peter-Ording setzt sich aus mehreren ehemals getrennten Ortsteilen zusammen. Der Name des Dorfes St. Peter datiert aus der ersten bekannten urkundlichen Erwähnung von 1373, zuvor hieß der Ort Ulstrup. Der Name der Kirche, St. Peter, wurde später als Ortsname verwendet, weil Ulstrup durch die Nordsee viel Land verloren hatte. Es ist belegt, dass bereits die Wikinger in diesem Bereich siedelten. Süderhöft/Böhl gab seine Eigenständigkeit nach der Sturmflut von 1553 auf und wurde mit Sankt Peter vereinigt. Ording und Sankt Peter vereinigten sich kirchlich 1867. Erst am 1. Januar 1967 wurden sie zu Sankt Peter-Ording zusammengelegt. Am 26. April 1970 wurde die Gemeinde Teil des neuen Kreises Nordfriesland, bis dahin hatte sie zum damaligen Kreis Eiderstedt gehört.

Durch den ständigen Sandflug konnte sich in Sankt Peter-Ording nie Fischfang etablieren, da durch die Verwehungen kein Hafen angelegt werden konnte. Auch die Landwirtschaft, von der die damalige Bevölkerung lebte, warf oftmals nicht genug ab, da die Ländereien häufig durch Überflutungen versalzten oder versandeten.

In früherer Zeit konnten nach der Flut Strandläufer, die Hitzlöper, beobachtet werden. Diese durchsuchten das Strandgut nach Brauchbarem. Wertvolle Gegenstände wurden wegen der geforderten Abgaben oftmals versteckt.

Insbesondere die Wanderdünen machten den Bewohnern früher zu schaffen. So mussten die Ordinger zweimal ihre Kirche aufgeben, nachdem sie sich zuvor über Jahrzehnte regelmäßig den Weg zum Gottesdienst freischaufeln mussten. Die Bepflanzung begann 1860 noch auf Anweisung des dänischen Königs, der bis 1864 über das Gebiet herrschte. Die Grenze war damals die Eider. Ab 1867 gehörte die Gemarkung Sankt Peter zu Preußen.

1877 gab es erste Anfänge als Badort, als das erste Hotel erbaut wurde. 1913 wurde das erste Sanatorium errichtet. Ein halbes Jahrhundert später wurden weitere Rehabilitationseinrichtungen erbaut, nachdem 1953 eine starke Jodsolequelle gefunden worden war und 1958 die staatliche Anerkennung als Nordseeheil- und Schwefelbad erfolgt war.

  Alte Boje an der Überfahrt zum Südstrand

Der erste der charakteristischen Pfahlbauten auf dem Strand wurde 1911 errichtet und nannte sich „Giftbude“, weil es dort wat gift (etwas gibt). Unter Insidern war insbesondere Cognac damit gemeint. Auch die Verkehrsanbindungen wurden nach und nach verbessert. 1926 entstand die erste Seebrücke am Ordinger Strand, 1932 folgte eine Bahnstrecke nach Husum. Eine bessere Straßenanbindung wurde durch die Errichtung des Eidersperrwerkes ermöglicht.

St. Peter-Ording war Drehort mehrerer Film- und Fernsehproduktionen, unter anderem für Jan Delay – Irgendwie, Irgendwann, Irgendwo; Gegen den Wind und Jetzt oder Nie. 2011 wurden im Ortsteil Bad an der Seebrücke Außenaufnahmen für den Film Rubbeldiekatz (Regie Detlev Buck) gedreht. Es kamen hierbei rund 200 Komparsen zum Einsatz.

  Politik

Von den 20 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die SPD und die Wählergemeinschaft AWG haben je fünf und die FDP hat zwei Sitze.

  Wappen

Blasonierung: „In Blau zwei schräggekreuzte goldene Schlüssel mit den voneinander abgekehrten Bärten nach oben; zwischen den Schlüsselbärten rechts ein sechsstrahliger goldener Stern und links eine einwärts gekehrte goldene Mondsichel nebeneinander.“[3]

Die Schlüssel symbolisieren den Apostel Petrus, der Stern und der Mond stehen für die Seefahrt. Möglicherweise steht der Stern auch für St. Nikolaus, den Patron der Kirche in Ording.

  Kultur und Sehenswürdigkeiten

  Pfahlbau am Strand bei Hochwasser, nach Beginn der Ebbe
  Zugang zum Strand und den Pfahlbauten über die Strandbrücke
  Heimatmuseum in der Olsdorfer Straße

Wahrzeichen sind die Pfahlbauten am rund zwölf Kilometer langen Sandstrand und der Böhler Leuchtturm.

St. Peter-Ording verfügt über ein modernes Freizeit- und Erlebnisbad mit großer Saunalandschaft – die Dünen-Therme. Sie wird mit Nordseewasser, verteilt auf über 1000 m² Wasserfläche, betrieben.

An den fünf Badestellen Böhl, Süd/Dorf, Bad, Ording und FKK/Ording-Nord stehen rund 1.800 Strandkörbe. Über „Hotspots“ stehen im Strandkorbbereich und in Teilbereichen der Strandparkplätze von Anfang Mai bis Ende September registrierungspflichtige Wireless-LAN-Zugänge zur Verfügung.[4]

Sankt Peter-Ording ist auch Ausgangspunkt für den Themenradweg Wikinger-Friesen-Weg, der dem früheren Handelsweg der Wikinger und Friesen bis nach Maasholm an der Ostsee folgt.

  Parks

Im Westküstenpark befindet sich eine Seehundanlage (Robbarium). Der „TaNaGa“ (TakelageNaturGarten) ist ein Seilgarten mit Balance-, Kletter- und Logik-Elementen.

  Museen

In St. Peter-Ording gibt es das Museum der Landschaft Eiderstedt und das Nordseebernsteinmuseum. Sehenswert ist auch der Leuchtturm in Sankt Peter-Böhl.

  Sport

Sankt Peter-Ording gilt zusammen mit Sylt als das beste deutsche Revier zum Wind- und Kitesurfen. Der Strand wird ebenso zum Strandsegeln und Kitebuggyfahren benutzt. Häufig sind auf den Dünen viele Drachen zu sehen. Auch die Beach-Volleyball-Masters werden regelmäßig hier ausgetragen. Bekannt wurde der Ort in den 1990er Jahren auch als Drehort und Handlungsstätte der Surf-Serien Gegen den Wind und Die Strandclique der ARD. Des Weiteren findet jedes Jahr im Sommer (seit 2004) der Gegen-den-Wind-Triathlon statt.

  Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine betreute Grund- und Förderschule (Utholm-Schule). Es gibt auch eine Realschule mit Hauptschulteil (Westküstenschule) und ein Gymnasium (Nordseegymnasium), die im Jahre 2010 als Nordseeschule zusammengefasst wurden. Ferner ist dort ein Internat, dessen Schüler die allgemeinbildenden Schulen vor Ort besuchen. Eine dänische Schule (Klitskolen) wurde 1984 geschlossen.

  Wirtschaft und Infrastruktur

Die Gemeinde war im Jahr 2010 vor Westerland wichtigstes Zentrum für Tourismus in Schleswig-Holstein: 260.624 Gäste buchten 2.331.476 Übernachtungen.[5] Das Heilbad verfügte über 8.991 Gästebetten.

Zahlreiche Erkrankungen können hier ambulant oder stationär behandelt werden, auch in Kinderkurheimen und Rehabilitationskliniken.

  Verkehr

  Der Kopfbahnhof Bad-St-Peter-Ording

  Bahn

St. Peter-Ording ist Endpunkt der Bahnstrecke Husum–Bad St. Peter-Ording. Diese Strecke wird im Personenverkehr von der Regionalbahn SH bedient und von früh morgens bis etwa Mitternacht in beiden Richtungen jeweils im Stundentakt befahren. Es gibt zwei von der DB betriebene Bahnstationen, Bad St Peter Süd und Bad St Peter-Ording.

  Bundesstraße

Die B 202 von Sankt Peter-Ording über TönningRendsburgKielOldenburg in Holstein (bis zur A 1) verbindet den Ort mit dem Bundes-Fernstraßennetz.

Ebenso verbinden die L 33, L 305, L 153 und B 203 Sankt Peter-Ording über das Eidersperrwerk und Wesselburen mit Heide und damit mit der A 23.

  Flugplatz

Hauptartikel: Flugplatz St. Peter-Ording

  Persönlichkeiten

  Söhne und Töchter der Gemeinde

  Mit Sankt Peter-Ording verbunden

  Literatur

  • AG Orts-Chronik, St. Peter-Ording (Hrsg.): St. Peter und Ording im Wandel. Historische Ansichten von 1890–1935. St. Peter-Ording 1990.
  • Uwe Carstens: Das Flüchtlingslager St. Peter-Böhl, in: Jahrbuch für Ostdeutsche Volkskunde. N. G. Elwert Verlag, Marburg 1988, ISBN 3-7708-0887-8.
  • Werner Klose (Redaktion): 100 Jahre Bad Sankt Peter-Ording. Vom Badekarren zur Badekur. St. Peter-Ording 1977.
  • Heiko Gauert (1996–2002), Georg Panskus (ab 2003): Jahrbuch St. Peter-Ording. Fresenborg-Verlag.
  • Kurt Geisler: Bädersterben. St. Peter-Ording Kriminalroman. Gmeiner-Verlag, ISBN 978-3-8392-1094-9.

  Weblinks

 Commons: Sankt Peter-Ording – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
  2. a b Uwe Dierking: Die Kreuzkröten im Vorland von St. Peter-Ording. In: Umweltbundesamt und Nationalparkverwaltungen Niedersächsisches Wattenmeer/Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (Hrsg.): Umweltatlas Wattenmeer. Bd. 1: Nordfriesisches und Dithmarsches Wattenmeer. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998/1999, ISBN 3-8001-3491-8, S. 130–131.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. WLAN-Nutzung am Strand von Sankt Peter-Ording
  5. Presseinformation der Gemeinde, abgerufen am 28. Mai 2012
   
         
   

 

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