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Schulen für Afrika

                   
  Das Logo von „Schulen für Afrika“

Das Projekt Schulen für Afrika will allen Kindern in den ärmsten Ländern Afrikas Zugang zur Schulbildung verschaffen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Kinder nur mit dieser Grundbildung der Not entkommen können, in die sie hineingeboren wurden. Neben den individuellen Schicksalen von 45,5 Millionen Kindern, darunter viele Mädchen und die große Zahl afrikanischer Waisen als besonders Betroffene, steht die Situation im südlichen Afrika insgesamt im Fokus des Projektes. „Bildung ist der Zugang zu Freiheit, Demokratie und Entwicklung“ hat Nelson Mandela die nachhaltige Wirkung beschrieben, die die von dem Hamburger Reeder Peter Krämer initiierte Aktion „Schulen für Afrika“ auf die Partnerländer und den ganzen Kontinent ausübt.

„Schulen für Afrika“ ist ein gemeinsames Projekt von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, der „Nelson Mandela Stiftung“ und der „Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts“, die Peter Krämer gegründet hat, um sein soziales und politisches Engagement zu bündeln. Während die Mandela-Stiftung ihre Netzwerke vor Ort einsetzt, kümmert sich UNICEF im Rahmen des Projektes um den Bau von Schulen, die Ausstattung und die Lehrerbildung. Peter Krämer trägt mit eigenen Millionenspenden wesentlich zur Finanzierung bei.

Inhaltsverzeichnis

  Die Situation

In den Ländern Afrikas südlich der Sahara geht etwa jedes dritte Kind nicht zur Schule – das sind 45,5 Millionen Kinder, die als Analphabeten keine wirkliche Chance haben, der täglichen Not aus Armut, Krankheit und Unterernährung zu entkommen (Stand 2009). Viele Familien sind zu arm, um das Schulmaterial für ihre Kinder zu bezahlen. Besonders auf dem Land sind die Schulen oft überfüllt, schlecht ausgestattet oder einfach zu weit entfernt. Und es fehlt an qualifizierten Lehrern. Besonders betroffen sind die Mädchen, die meist früh mitarbeiten müssen oder bereits als Teenager verheiratet werden. Eine folgenschwere Entwicklung: Ist die Mutter nicht zur Schule gegangen, verdoppelt sich für ein Kind das Risiko, ebenfalls keinen Unterricht zu erhalten. Auch die Waisen im südlichen Afrika haben ohne Hilfe praktisch keine Chance. Rund zwölf Millionen Kinder haben hier allein durch AIDS ihre Eltern verloren.

Auch bietet die Einschulung selbst noch keine Garantie auf Besserung. Nur zwei Drittel der eingeschulten Kinder erreichen in den Ländern des südlichen Afrika die letzte Grundschulklasse – oft, weil der Unterricht schlecht ist oder die Eltern es sich nicht leisten können, ihr Kind regelmäßig zur Schule zu schicken.

  Schlüssel im Kampf um das Überleben

Extreme Armut, Mangelernährung, unzureichende Wasserversorgung und Krankheiten bedrohen in den elf Projektländern von „Schulen für Afrika“ das Überleben und die Entwicklung von Millionen Kindern. Die Hälfte der Bevölkerung bestreitet ihren Lebensunterhalt hier mit weniger als umgerechnet 1,25 Dollar pro Tag. Viele Eltern wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren sollen – geschweige denn, wie sie den Schulbesuch ihrer Kinder finanzieren sollen.

Hier droht eine verhängnisvolle Spirale, in der die Not sich selbst immer wieder neu erschafft. Denn Bildung ist die entscheidende Voraussetzung für ein besseres Leben: Kinder, die zur Schule gehen, haben später bessere Berufsaussichten. Sie lernen, sich eine Meinung zu bilden und eigene Entscheidungen zu treffen. Und sie wissen, wie man gesund bleibt und sich zum Beispiel vor HIV/AIDS schützt.

Besonders Mädchenbildung hat für die Gesellschaft enorm weit reichende und positive Auswirkungen: Frauen mit Bildung heiraten meist später, bekommen weniger Kinder und können diese besser versorgen. Die Kindersterblichkeit sinkt, je länger die Mütter zur Schule gehen. Und Mädchen mit Schulbildung sind selbstbewusster und damit weniger gefährdet, misshandelt, sexuell missbraucht oder ausgebeutet zu werden.

  Die Aktivitäten

UNICEF hat die Spenden aus der Aktion „Schulen für Afrika“ zunächst in elf Programmländern eingesetzt: Angola, Äthiopien, Burkina Faso, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, Simbabwe sowie Südafrika. Dort hilft UNICEF, verfallene Klassenräume wieder herzurichten oder neue zu bauen. Das Kinderhilfswerk sorgt für sauberes Trinkwasser sowie einfache Latrinen an den Schulen. Schüler und Lehrer werden mit Büchern, Heften und Lehrmaterial versorgt, für die Klassenzimmer stellt UNICEF Bänke, Tische und Tafeln bereit. Zugleich schult das Kinderhilfswerk die Lehrer, damit sie ihren Unterricht kindgerechter gestalten. Schulleiter erhalten Hilfe, um den Schulbetrieb gut zu organisieren. An vielen Schulen fördert UNICEF regelmäßige Untersuchungen und Impfungen, um den Gesundheitszustand der Kinder zu verbessern. Aufklärung im Unterricht hilft zudem, die Kinder vor Gefahren wie AIDS zu schützen. Um die Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den Schülern zu stärken, unterstützt UNICEF Schülerclubs, in denen die Kinder sich nachmittags treffen können.

  Erfolge und Ziele

„Schulen für Afrika“ hat in den vergangenen Jahren große Wirkung und zählbare Erfolge erzielt. Insgesamt 155.000 Bundesbürger hatten bis Ende 2009 für das Projekt gespendeten. Mit dem Geld wurden 680 Schulen neu gebaut oder instand gesetzt, 740 Schulen erhielten einen Wasseranschluss oder hygienisch einwandfreie Latrinen. 1,3 Millionen Kinder haben neue Klassenzimmer erhalten oder lernen jetzt mit neuem Schulmaterial. Diese Erfolge haben zusammen mit der Schulung von 80.000 Lehrern dafür gesorgt, dass sich die Unterrichtssituation für 3,6 Millionen Kinder im südlichen Afrika entscheidend verbessert hat (Stand Ende 2009).

  Die Aktion läuft weiter

Die Aktion „Schulen für Afrika“ läuft auch im kommenden Jahr weiter. UNICEF läutete Ende November 2009 mit einer Veranstaltung in Berlin die zweite Phase des Projektes ein. Mit dabei: UNICEF-Schirmherrin Eva Luise Köhler, Oliver Bierhoff, der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und UNICEF-Botschafter, Peter Krämer, Initiator der Kampagne „Schulen für Afrika“, der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Dr. Jürgen Heraeus, und UNICEF-Patin Eva Padberg, die kürzlich UNICEF-Projekte in Burkina Faso besuchte. Von Beginn 2010 an wird „Schulen für Afrika“ auf fünf weitere Länder ausgedehnt: Äthiopien, Burkina Faso, Mali, Madagaskar und Niger.

Ende November 2009 haben die Projektbeteiligten zudem einen neuen Internetauftritt mit ausführlichen Informationen, Spendenaufrufen und Beispielen ins Netz gestellt, wie man „Schulen für Afrika“ unterstützen kann.

  Weblinks

   
               

 

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