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definition - Tagesspiegel

definition of Wikipedia

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synonyms - Tagesspiegel

see also - Tagesspiegel

Tag- (aff.)

Alltäglichkeit täglich

Tag (n.m.)

Nacht, Nachtzeit

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Spiegel[Classe]

miroir destiné à se regarder (fr)[Classe]

salle de bain (fr)[DomainDescrip.]

Reflektor[Hyper.]

spiegeln[Dérivé]

Spiegel (n.)



Wikipedia - see also

Wikipedia

Tag

                   
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tag (Begriffsklärung) aufgeführt.
Heute ist:
32. KW

Mit dem Wort Tag (mhd. tag tac, asächs. dag, got. dags, germ. *dagaz)[1] werden verschiedene Begriffe bezeichnet, die einen zeitlichen Bezug angeben oder herstellen. Gemeinsam ist ihnen die Bezugnahme auf eine periodisch wechselnde Belichtung. Deren Phasen, Phasenintervalle oder Perioden werden als Grundmuster bezogen, zu dem Vorgänge nach ihrem Verlauf in ein Verhältnis gesetzt werden können und dann zeitliche Struktur gewinnen.

Lichtintensität, Helligkeitsdauer und der Wechsel von hellen und dunklen Phasen auf der von der Sonne bestrahlten Erde bilden für zahlreiche Arten den natürlichen Hintergrund, wenn sie innere Prozesse aufeinander abstimmen und wiederholbare Verhaltensmuster entwickeln; derart können auch circadiane innere Rhythmen gebildet werden, mit denen sie nun über zeitgebendes Licht sich dann auf die äußeren Zyklen von Tag und Nacht einzustellen vermögen.

Als Wort ist Tag eine der am häufigsten gebrauchten Formen im Deutschen, als Begriff eine essentielle Form für den Bezug auf Zeit oder von Zeitbezug.
Das Begriffsfeld „Tag“ umfasst dabei unterschiedliche Konstruktionen des Zeitbezuges, die sich auf einfachere Formen zurückführen lassen. So kann „Tag“ in unmittelbarer Weise bestimmt werden als das Verhältnis, welches für einen Ort der Erdoberfläche durch das Sonnenlicht gegeben ist („dies Gegebene“, lateinisch: datum; siehe Datum).

Inhaltsverzeichnis

  Dauer eines Tages

Die Dauer eines Tages wird gebildet durch die Zeitspanne, die für einen Beobachter an diesem Ort der Erdoberfläche jeweils verstrichen ist, entweder während der lichten Phase oder für die ganze Periode aus hellem und dunklem Intervall. Die Zeitspanne möglicher Belichtung durch die Sonne wird im topozentrischen Bild zum Tagesbogen des Sonnenlaufs, im geozentrischen Bild als scheinbarer Lauf der Sonne um die Erde angesehen, im heliozentrischen Bild als Bewegung der Erde verstanden – zerlegt in deren Rotation und deren Umlauf.

Mit diesem Verständnis[2] bestimmen eine rotatorische und eine revolutorische[3] Komponente sowie ihr Verhältnis zueinander die Dauer eines sonnenbezogenen Tages; ein solcher Sonnentag kommt damit – entgegen einem verbreiteten Missverständnis – nicht zustande durch eine volle Umdrehung der Erde um sich selbst.
Auch muss ein Tag nicht genauso lange dauern wie der nächste; Tag als solcher ist daher keine Maßeinheit der Zeit im Unterschied zur Sekunde, mit der Tageslängen dann gemessen werden können.

Von dem Grundkonzept ausgehend sind eingeschränkte oder erweiterte, besondere und allgemeine Begriffe des Tages entwickelt worden:

  • tags oder Tag nicht näher bestimmt oder bezogen, als Zeit mit Licht, somit des Tageslichts
  • lichter Tag, die sonnenerhellte „helllichte“ Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
  • voller Tag, bestehend aus den Spannen nachts und tags, zum Beispiel Nychthemeron
  • der Tag als ein abgeschlossener Zeitraum, wie zwischen Mitternacht und Mitternacht
  • ein Tag als die bemessene Zeitspanne genau festgelegter Anzahl Stunden, meist 24
  • ein Tag als ungefähr einer Zeitspanne von beispielsweise 24 Stunden entsprechend
  • der Tag als ein durch bestimmte Festlegung seiner Grenzen definierbarer Zeitraum
  • Wochentag, mit einer abzählbaren Stelle in der Anordnung einer Reihe von Tagen
  • Kalendertag, summierbar in Aufzählung, so umgangssprachlich „aktuelles Datum
  • dieser Tag als ein besonderes Datum ausgezeichnet, wie Geburtstag oder Gedenktag
  • subjektiver Tag, wie jemand seine Zeitspanne vom Aufstehen bis zum Schlafengehen erlebt
  • kürzere Zeitabschnitte innerhalb eines Tagesablaufs, so etwa als Arbeitstag oder Schultag
  • sozialer Tag, wie der Tagesablauf für Teilnehmer in Gesellschaft als üblich organisiert wird
  • dem Tag auf der Erde analoge Begriffe, erweitert auf andere Himmelskörper
  • ein Standard-Tag als Zeitmaß mit festgelegter Summe von SI-Einheiten Sekunde
  • “Tag“ als uneigentlich gebrauchter, beispielsweise metaphorisch übertragener Begriff.

Die Benennung Tag wird also sowohl für ein Zeitmaß, wie für Zeitspannen als auch für Zeitpunkte verwendet. Auf diesen Tag heute als den aktuellen bezogen bezeichnet gestern den vergangenen und morgen den folgenden Tag. Auf den Tag als helle Zeit tags bezogen ist das Gegenteil nachts. Die Begriffe Tag und Nacht können damit einzeln oder zusammen je verschieden gefasst werden. Unterschiedliche Definitionen der Tagesgrenzen – ob dies nun der wahre, scheinbare oder mittlere Aufgang, Untergang oder Durchgang von Rand oder Mitte der Sonne als ein beobachtetes, errechnetes, festgelegtes oder verkündetes Datum sei – sowie die Zeitgleichung, Zeitzonen, Schalttage, Schaltsekunden, Referenzorte und Referenzsysteme führen dazu, dass beispielsweise auch der Anfang eines Kalendertages abhängig vom kulturellen Kontext anders gesetzt werden kann.

Gemeinhin übereinstimmend ist es tags dann, wenn Sonnenlicht direkt ins Auge fällt oder doch fallen kann, und auch dann, wenn dies der Fall sein könnte, aber die Augen zu, Wolken dazwischen, Gebäude im Weg oder nahe Berge davor sind und selbst dann, wenn der Aufenthalt drinnen ist, in einem Bau – unter den Umständen im Bergbau auch unter Tage.

Üblicherweise wird ein lichter Tag zwischen Aufgang und Untergang der Sonne gefasst. Da uns die Sonne nicht punktförmig, sondern als Sonnenscheibe erscheint unter einem Winkel von etwa einem halben Grad, würde es einen Unterschied von gut 2 Zeitminuten ausmachen, wenn man sich dabei auf die Sonnenmitte anstatt der ersten und letzten Sonnenstrahlen bezöge. Wollte man daneben berücksichtigen, dass infolge der Brechkraft irdischer Atmosphäre die Sonne über dem Horizont erscheinen kann, auch wenn sie ohne diese Lufthülle nicht zu sehen wäre, so würde in unseren Breiten für den Strahlengang eine Refraktionskorrektur von jeweils etwas mehr als einem halben Grad für Aufgang und Untergang nötig sein; durch die brechenden Luftschichten scheint uns die Sonne somit etwa 5 Minuten länger.
Wenn nicht der mathematisch auf einen idealen Horizont bezogene Tagbogen der Sonne zugrunde gelegt wird, sondern der tatsächliche – als der aufgrund des aktuellen Standortes für den natürlichen Horizont reale – Sonnenlauf in Betracht gezogen wird, dann hängt der lichte Tag für ein bestimmtes Datum nun nicht nur von der geographischen Lage ab, sondern er kann zudem je nach topographischer Umgebung im Gelände und Beobachtungshöhe über Grund deutlich verschieden sein.

Wegen Reflexion und Streuung an Partikeln der Erdatmosphäre erreicht auch nach Untergang und auch vor Aufgang der Sonne Licht indirekt die Oberfläche. Auf der Erde ist der Tag daher nicht scharf gegen die Nacht als plötzliche Dunkelheit abgesetzt und es gibt hier als Abendgrauen zu Nachtbeginn und Morgengrauen zu Nachtende Übergangszeiten von Dämmerung, die äquatornah nur kurz währen und polwärts dann zunehmend länger dauern. Sie lassen sich nach dem Helligkeitsgrad beziehungsweise nach dem geometrischen Stand der Sonne unter dem Horizont abstufen in bürgerliche (im Buch den Schriftsatz erkennen können, bis 6°) und nautische (auf dem Meer die Horizontlinie Kimm erkennen können, bis 12°) sowie astronomische Dämmerung (am Himmel zunehmend mehr Sterne erkennen können, bis 18°), bis dass der Hintergrund dann nicht mehr dunkler wird oder nachtschwarz ist. Betrachtet man die Erde mit einer Perspektive vom All aus, so erscheint auf der Erdscheibe die Grenze zwischen Licht- und Schattenseite, ihr solarer Terminator, infolge der streuenden Lufthülle unscharf.

Mit Blick auf die Erde als Ganze und einer Kugel ähnlich, global gesehen, entsprechen dem Aufgang und Untergang der Sonne je eine über die Erdoberfläche ziehende Nacht-Tag- beziehungsweise Tag-Nacht-Grenze; diese fassen also zwischen sich schattenseits Nacht und lichtseits lichten Tag. Die fortlaufende Verschiebung der Licht-Schatten-Grenzen bezüglich Orten der Oberfläche, nun lokal gesehen bis hin zur Wiederholung der gleichen Stellung für einen Ort, bildet so einen vollständigen Tag-Nacht-Zyklus. Dieser Umfang wird auch ein voller Tag genannt und kann denn als Tagesspanne unterschiedlich bestimmt werden, grob zwischen Morgen und Morgen oder Abend und Abend, oder genauer zwischen Mittag und Mittag oder aber Mitternacht und Mitternacht, wie in der zurzeit gebräuchlichen Form.

Herkömmlich wird die Dauer eines Tages definiert als jener Zeitumfang, den die Erde oder ein Himmelskörper braucht, um eine einzelne Drehung in Bezug auf einen Stern zu vollziehen, präzise gemessen von einer Kulmination zur nächsten folgenden beziehungsweise von Durchgang zu Durchgang desselben Meridians. In Hinsicht auf einen fernen Stern, als fixiert angenommen, wäre dies ein Siderischer Tag und gleichwertig einer vollständigen Umdrehung des Körpers um sich selbst. Im Hinblick auf die Sonne, bezogen als zentrales Gestirn, ist dieser Sonnentag nicht gleich einer ganzen Rotationsperiode des Körpers um seine Achse – denn der Lauf um die Sonne würde für sich genommen ja schon einen Tag während des jährlichen Umlaufes allein durch Revolution hervorbringen.

Da die Erde sich nicht auf einer Kreisbahn mit immer gleicher Winkelgeschwindigkeit um die Sonne dreht, sondern ihren elliptischen Orbit verschieden schnell durchläuft, nehmen wahre Sonnentage im Verlauf des Jahres unterschiedliche Zeitspannen ein. Eine zusätzliche Ungleichheit der Tageslängen entsteht dadurch, dass die Rotationen der Erde um ihre Achse nicht exakt dieselbe Periodendauer aufweisen.

Durchschnittlich dauern sonnenbezogene Tage auf der Erde gegenwärtig ungefähr 86.400 Sekunden. Mit dem gerundeten Mittelwert ist der – fiktive, gleichförmig verlaufende – mittlere Sonnentag geschaffen worden, der als sogenannter bürgerlicher Tag zur Grundlage des kalendarischen Zeitbezuges wurde. Bis Ende der 1960er Jahre waren auch die infradianen Zeitmaße Stunde, Minute, Sekunde als Bruchteile eines mittleren Sonnentages (des tropischen Jahres 1900) bestimmt. Heute steht neben einer solchen Sonnensekunde die Atomsekunde, mit der nun die Maßeinheit der Zeit als SI-Sekunde international gültig festgelegt wird.

  Tag als Zeitmaß

Einheit
Norm Zum Gebrauch mit dem SI zugelassen, Richtlinie 80/181/EWG
Einheitenname Tag
Einheitenzeichen \mathrm{d} [1]
Beschriebene Größe(n) Zeit, Zeitspanne, Dauer
Größensymbol(e) t;\, T;\;\, \tau,\, \Tau
Dimensionsname Zeit
Dimensionssymbol T
In SI-Einheiten \mathrm{1\, d = 86\,400\, s}
Abgeleitet von d .. lat. dies (Tag)
Siehe auch: Jahr, Monat, Stunde, Minute
Anm.:[1] ein hochgestelltes \mathrm{{}^{d}} ist nicht normgerecht, aber üblich

Im Messwesen wird eine Maßeinheit „Tag“ der physikalischen Größe Zeit (Dauer) als ein bestimmtes Vielfaches der Basiseinheit Sekunde des Internationalen Einheitensystems (SI) definiert. Das Einheitenzeichen ist der kleine Buchstabe „d“, nach dem lateinischen Wort dies für Tag.

1 d = 24 h = 1440 min = 86 400 s

Die Einheit „Tag“ ist selbst keine konforme SI-Einheit, darf aber als gesetzliche Maßeinheit zusammen mit SI-Einheiten verwendet werden. Die Definition ist so gewählt, dass „d“ ungefähr der mittleren Dauer von sonnenbezogenen Tagen auf der Erde entspricht.

Da die natürlich auftretenden Sonnentage infolge der periodischen Schwankungen und auch wegen nicht periodischer Verschiebungen ja verschieden lange dauern, ergeben sich denn Differenzen zu einem Bezugsmuster, dem die Maßeinheit „d“ als Standard für Tag zugrunde gelegt wird. Erst mit einem Referenzsystem im Hintergrund kann dann für die unterschiedlichen Zeitspannen tatsächlicher Tage über die Zeitgleichung ein wiederholbares Zeitmaß konstruiert, auf eine Maßeinheit bezogen und durch Schaltsekunden gegebenenfalls angepasst werden.

In ähnlicher Weise wird heute die Koordinierte Weltzeit (UTC) gebildet.

  Kalendertag

Der Kalendertag ist in der Kalenderrechnung als Zeitspanne neben dem Kalenderjahr und bisweilen dem Kalendermonat die grundlegende Größe. Beginn und Ende eines solchen Tages sind abhängig von der Zeitzone auf die sich die Angabe bezieht.

  Gregorianischer Kalendertag

In dem bei uns gebräuchlichen gregorianischen Kalender ist ein Tag die Zeitspanne von einer Mitternacht bis zur nächsten Mitternacht.

Eine Zeitspanne von 24 Stunden, die um 00:00 Uhr beginnt und um 24:00 Uhr endet. 24:00 Uhr fällt mit dem Beginn des nächsten Tages zusammen (ISO 8601)

Eine Kombination wie 5. Mai, also bestimmt durch Monat und Tagesnummer, aber ohne Jahr, nennt man einen Kalendertag.

Die Kalendertage werden nach der ISO 8601 innerhalb eines Monats von „1“ ausgehend als Kalenderdatum fortlaufend nummeriert und in einem Datumsformat schriftlich fixiert. Außerdem wird ihnen, von Monat und Jahr unabhängig, in fester Reihenfolge ein Wochentag zugewiesen. Damit beschreibt das Datum des Tages eine fortlaufende Zeitskala (lineare Zeit), in Unterscheidung zum Wochentag, das sich in seinem Ablauf regelmäßig wiederholt (zyklische Zeit).

  Tage in anderen Kalendersystemen

Der Tagesbeginn um Mitternacht ist eine Übereinkunft angelehnt an Konventionen der Astronomie. Andere Kalendersysteme setzen den Tagesbeginn auf den Sonnenaufgang. Im jüdischen und islamischen Kalender umfasst der Tag die Zeit von einem Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenuntergang. Diese Auffassung war im europäisch-vorderasiatischen Raum insgesamt lange vorherrschend. Die römische Zählung der Nachtstunden (vigiliae) und bestimmte Elemente des christlichen Ritus können als Beispiele genannt werden. Das bekannteste Beispiel dürfte der Beginn des Weihnachtsfestes (25. Dezember) bereits an seinem Vorabend sein, der nach moderner Rechnung noch zum 24. Dezember gehört (Heiligabend). Die Setzung des Tagesbeginns auf den Sonnenuntergang ist besonders in Kombination mit Mondkalendern zweckmäßig, bei denen der Monat ebenfalls abends mit der dann sichtbaren neuen Mondsichel beginnt.

Siehe auch:

Eine Besonderheit sind die synodischen lunaren Tage Tithi der Vedischen Zeitrechnung, die in ihrer Dauer zwischen 19 und 26 Stunden variieren, mit 1 masa (Lunarmonat) = 30 tithi

  Astronomische Tage

Es gibt verschiedene dem Kalendertag ähnliche Größen, die ihren Ursprung in den komplexen Bewegungen der Himmelskörper und den verschiedenen Bezugspunkten himmelsmechanischer Berechnungen haben:

Wahrer Sonnentag
Die Zeitspanne von einem Sonnenhöchststand bis zum nächsten Sonnenhöchststand. Auf dem Sonnentag basiert die Sonnenzeit, das ist die Wahre Ortszeit (WOZ).
Mittlerer Sonnentag oder Bürgerlicher Tag
Das ist in etwa das Jahresmittel der wahren Sonnentage. Der Mittlere Sonnentag, auch Bürgerlicher Tag genannt, stimmt nahezu mit dem Kalendertag überein; gelegentlich wird aber durch das Einfügen von Schaltsekunden aufgrund der nicht konstanten Erdrotation die Tageslänge verändert. Diese Anpassungen synchronisieren die Weltzeit mit der Universalzeit und der Atomzeit.
Dauer: 24 Stunden (plus/minus 1 Sekunde)
Siderischer Tag
Die Umdrehungszeit der Erde in Bezug auf die Fixsterne. Der Siderische Tag (im Englischen "stellar day") bezieht sich also nicht auf die Belichtung durch die Sonne, sondern auf das Licht anderer ferner Sterne, die als feststehend angenommen werden.
Dauer: rund 23 Stunden 56 Minuten 4 Sekunden
Sterntag
Die Umdrehungszeit der Erde in Bezug auf die Kulmination des Frühlingspunktes wird – nicht ganz treffend – als Sterntag bezeichnet (im Englischen "sidereal day"). Auf dem Sterntag beruht die Sternzeit; seine Dauer ist nur im Tausendstelsekundenbereich vom Siderischen Tag verschieden, für exaktere astronomische Berechnungen aber von Bedeutung.
Ephemeridentag
Der Tag, der auf der Ephemeridensekunde beziehungsweise der Ephemeridenzeit aufbaut, heißt Ephemeridentag.

Für die Festlegung der Weltzeit oder zum Auffinden von Sternörtern wird die Sonnenzeit beziehungsweise die Sternzeit in Referenz auf den Nullmeridian angegeben.

Außerirdische Tage

In allgemeinerer Form wird unter einem Tag die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden gleichen oder vergleichbaren Belichtungsphasen auf einem Himmelskörper verstanden. Bezogen auf dessen Belichtung durch das umlaufene Zentralgestirn ergibt sich ein Tag dann, wenn die Rotationsbewegung des Körpers und seine Umlaufbewegung zueinander ins Verhältnis gesetzt werden nach ihrer Dauer, Ebene und Richtung.

So gibt es neben dem Tag auf der Erde beispielsweise auch einen „Marstag“ („Sol“ genannt) und einen „Merkurtag“; gemessen in irdischen Zeitnormen – d als Maßeinheit Tag auf Basis der SI-Sekunde – dauert ein Tag auf dem Mars etwa 24 Stunden und 40 Minuten und auf Merkur etwa 176 Tage d. Der „Mondtag“ als Tag auf dem Erd-Mond ist im Mittel etwa 29,53 Tage d lang; diesem entspricht dann eine Periode der Mondphasen, wenn sie von der Erde aus betrachtet werden – von einem Neumond bis zum nächsten Neumond ist das gleich einem synodischen Monat.

Frühere irdische Tage

Da die Rotation der Erde im Laufe der Zeit abgebremst wird – insbesondere durch Gezeitenwirkungen des Mondes – werden künftige Erdtage tendenziell länger; umgekehrt dauerte ein Tag auf der Erde früher nicht so lange wie heute. Vor etwa 600 Millionen Jahren vollzog die Erde eine volle Drehung um sich selbst in etwa 22 heutigen Stunden. Da der Umlauf um die Sonne etwa genauso lange wie heute dauerte, hatte ein Jahr damals knapp 400 Sonnentage. Belege dafür finden sich unter anderem in den zyklisch abgelagerten Sedimenten (Warven) präkambrischer Gesteine.

Für die sehr junge Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ergaben numerische Simulationen eine Tagesdauer von etwa 6 Stunden. Die Verhältnisse noch früherer Zeiten vor der Entstehung des Mondes und einer mutmaßlich vorangegangenen Kollision des hypothetischen Protoplaneten Theia mit der Proto-Erde lassen sich nur schwer rekonstruieren.

  Lichter Tag

Als lichten Tag bezeichnet man die Zeitspanne, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang reicht, also den helllichten Tag mit Tageslicht und so auch den durch Sonnenlicht erhellten Abschnitt eines Kalendertages, in dem es nicht „Nacht“ ist. In den antiken Kulturen und auch noch während des Mittelalters war der Unterschied zwischen Tag und Nacht gleich dem von hell und dunkel und somit von weitaus größerer Bedeutung als in den meisten heutigen Gesellschaften, deren Lebensrhythmus durch eine künstliche Beleuchtung verschiebbar geworden ist.

Dem Begriff des lichten Tags entspricht idealisiert der astronomische Begriff Tagbogen der Sonne. Während der helle Tagesabschnitt in äquatornahen Regionen ungefähr gleich bleibt, hängt seine Länge mit zunehmender Äquatorferne stärker von Standort und Jahreszeit ab. Im mittleren Mitteleuropa zum Beispiel dauert der lichte Tag minimal rund 8 Stunden im tiefen Winter und etwa doppelt so lange mit maximal rund 16 Stunden im hohen Sommer – wenn die Sonne je ihren tiefsten oder ihren höchsten Stand mittags über dem Horizont erreicht, im Laufe eines Jahres. Zu diesen Solstitien oder Sonnenwenden kehrt sich der Trend nun jeweils um und die lichten Tage werden wieder länger (vor Beginn der Weihnachtszeit) beziehungsweise wieder kürzer (ab Mittsommer). Bei Gebrauch der astronomischen Bestimmungen für die kalendarischen Jahreszeiten markieren diese Termine dann allerdings nicht mehr die Mitte von Sommer oder Winter, sondern definieren deren Anfang.

Jenseits einer geografischen Breite von etwa 66°, dem Polarkreis, treten um die Termine der Sonnenwenden nun auch – polwärts zunehmend längere – Zeitspannen auf, in denen die Sonne während einer Rotationsperiode gar nicht mehr über dem Horizont erscheint beziehungsweise gar nicht mehr untergeht. Da nach Sichtbarkeit der Sonne dann Tageslängen nicht anders zu bestimmen sind, werden diese Spannen als Polarnacht beziehungsweise Polartag bezeichnet; sie können bis zu einem halben Jahr dauern, arktisch am Nordpol oder antarktisch am Südpol.

  Subjektiver und sozialer Tag

Im täglichen Leben wird der subjektive Tag, englisch auch awake time period, durch den Rhythmus von Aufstehen und Schlafengehen bestimmt. Der Tag wird oft in die Abschnitte Nacht, Morgen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend und Mitternacht gegliedert. Mittag und Mitternacht können dabei sowohl die genaue Uhrzeit wie auch ungefähre Zeitspannen bezeichnen.

Biologische Rhythmen treten mit verschiedener Periodendauer auf − mehrere Jahre, einem Jahr oder Monat oder Tag gleich oder auch kürzere ultradiane Zeitspannen – und können als wiederholte Muster der Anpassung innerer Zustände an äußere Umstände verstanden werden. Dabei wird die Änderung der inneren Prozessbereitschaft eines Organismus als endogener Rhythmus organisiert und über gewisse Signale an die zeitlichen Schwankungen im Ablauf von Veränderungen seiner Umgebung gekoppelt. Verändert sich die Umgebung kaum oder fehlen entsprechende externe Signale, so läuft der endogene Rhythmus frei mit einer eigenen Periodenlänge. Beträgt die ungefähr einen Tag, wird von Circadianem Rhythmus gesprochen. Erzeugt wird dieser endogene Circadiane Rhythmus in einem Organismus – man findet ihn bei Pflanzen und Tieren wie dem Menschen – durch ein schwingendes Teilsystem, Oszillator oder Innere Uhr genannt, das als Schrittmacher fungierend nun mögliche Takte als Phase vorgibt, deren Länge oder Intervall dann über äußere Reize, Zeitgeber genannt, feiner abgestimmt wird. Dadurch können innere und äußere Verhältnisse hinsichtlich ihrer zeitlichen Struktur in Einklang gebracht werden und so synchron sein wie innere Schwingungen veränderten äußeren Schwankungen angeglichen wurden (Entrainment).

Die meisten chronobiologisch untersuchten Lebewesen konstruieren den passenden tatsächlichen Tagesrhythmus mit Licht als dem wichtigstem Zeitgeber; für die Organisation passender natürlicher Bezüge wirkt also das Licht des Tages zeitgebend.

Für die überwiegende Mehrzahl der Menschen fallen innerlich erlebter subjektiver Tag und äußerlich verlangter „objektiver“ Zeitbezug wenig auseinander. In den gemäßigten Breiten korrespondiert allerdings der Tagesablauf gegenwärtig zumeist nicht mehr mit dem lichten Tag; im Sommerhalbjahr erwacht man erst lange nach Tagesanbruch, im Winter wird man schon vorher wach – und während die Sonne über dem Horizont steht, halten sich viele Menschen gar nicht im Freien auf. Das wird als eine der Ursachen der saisonalen Depression (Winterdepression) gesehen; die Stärke künstlicher Beleuchtung beträgt nur Bruchteile der Leuchtdichte eines natürlich hellen Tages.

Weniger leicht ist die Situation für Menschen, deren subjektiver Tag oft oder regelmäßig nicht dem bürgerlichen Tagesablauf (sozialer Tag) folgt, so etwa bei Schichtarbeit. Solche Personen bezeichnen intuitiv die Zeit nach Mitternacht als zum vorhergehenden Tag gehörig. Die Verschiebung zum Kalendertag fällt ihnen dann etwa beim Verfassen schriftlicher Datumsangaben auf, da die Kommunikation zur – schlafenden – übrigen Gesellschaft eingeschränkt ist. Problematischer aber ist die Verschiebung des Schlafrhythmus gegen den lichten Tag, die auch zu gesundheitlichen Störungen (shift work sleep disorder) führen kann oder beim Wachdienst die gefürchtete Hundswache verursacht. Endgültig verwirrend wird die Situation, wenn der persönliche Tag sich soweit verschiebt, dass er sich mit dem nächsten sozialen Tag überschneidet, wie es bei nächtlicher Schichtarbeit oder auch bei gravierenden Schlafstörungen auftreten kann. Menschen, deren persönlicher Tag als individueller Lebensstil permanent gegenüber dem lichten Tag verschoben scheint, bezeichnet man als Nachtmenschen.[4]

Eine andere Problematik ergibt sich aus der möglichen Zeitverschiebung gegenüber anderen Zeitzonen. Bei der Kommunikation mit Menschen, deren Ortszeit beträchtlich von der eigenen abweicht, ist eine Abklärung, welcher Tag dort heute ist, unabdingbar. Im modernen computerunterstützen Leben wird das durch Zeitzonenuhren unterstützt, oder die Funktion, dass E-Mails in UTC datiert und erst vor Ort umgerechnet werden. Bei Fernreisen in andere Zeitzonen tritt aufgrund der Desynchronisation der inneren Uhr mit verschiedenen örtlichen lichten Tagen der Jetlag auf.

Siehe auch: Zeitwahrnehmung, Chronopsychologie, Chronobiologie

  Tagewerk

Im Mittelalter, aber auch noch bis in das frühe 19. Jahrhundert – und in vielen Weltgegenden außerhalb Europas bis heute – wird den ganzen Tag von „früh bis spät“ gearbeitet, der Arbeitstag – die tägliche Arbeitszeit – beträgt bis zu 16 Stunden. Das Tagewerk ist synonym zur dabei verrichteten Arbeit. Bis heute ist es Pflicht des Arbeitnehmers, ausgeruht zur Arbeit zu erscheinen, daher zählt die Nacht als Schlafzeit zu den Verpflichtungen des arbeitenden Menschen. Erst damit, dass gesetzliche Regeln über die erlaubte maximale tägliche Arbeitszeit (Arbeitszeitgesetze) eingeführt werden, tut sich nach der Arbeit ein Zeitfenster auf, das weder für Arbeit noch für Ruhe genutzt werden muss. Am Anfang der geschichtlichen Entwicklung ist das der Feierabend, der nur ein, zwei Stunden beträgt. Mitte des 20. Jahrhunderts aber reduziert sich die tägliche Arbeitszeit von 10 auf meist 8 Stunden, und der beträchtliche Zeitraum bekommt den Namen Freizeit, als „freie“ Zeit zwischen Tag und Nacht.

Ähnlich verlaufen die Entwicklungen beim Schultag und der Unterrichtszeit.

Heute kommt dieser Begriff des Tages als Arbeitszeit hauptsächlich in manchen sprachlichen Wendungen zum Ausdruck, etwa Halbtagsarbeit, der Frage „Wie war der Tag?“ (auch wenn das Kind zu Mittag nach Hause kommt), „mit seinem Tagewerk zufrieden sein“, und dem „Feierabend“ als Ende der Arbeitszeit am späten Nachmittag.

Noch heute werden viele Feiertage schon am Vorabend begangen, zum Beispiel als Heiligabend oder Nikolausabend, denn in manchen früheren Kalendern im europäischen Raum begann der neue Tag ähnlich wie in jüdischen und islamischen Kalendern nicht erst um Mitternacht, sondern schon mit der lokalen Abenddämmerung, und so ein Feiertag mit dem Feierabend.

  Siehe auch

  Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Tag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Tag – Zitate
 Commons: Day – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  Einzelnachweise

  1. Brüder Grimm: Deutsches Wörterbuch, nach Das Deutsche Wörterbuch retrodigitalisiert von Uni Trier; Eintrag unter TAG
  2. dargelegt in “De Revolutionibus Orbium Coelestium“ durch Nicolaus Copernikus; später aufgefasst als Kopernikanische Wende
  3. daran anschließend beschreibt Johannes Kepler in “Astronomia Nova“ den Umlauf – anstelle eines Kreisens auf Sphären – als Bewegung auf einer elliptischen Bahn und formuliert die Keplerschen Gesetze
  4. Forscher untersuchen innere Uhr des Menschen. In: CORDIS. Amt für Veröffentlichungen der EC, 23. Januar 2007, abgerufen am 22. September 2009 (Zur Studie T. Roenneberg, et al.: The human circadian clock entrains to sun time. Current Biology, 2007, 17: R44-R45.). vgl. EUCLOCK: Humans, Forschungsproject der EU zu Chronobiolgie, Subprojekt Humanforschung an der Universität Basel.
   
               

Spiegel

                   
Dieser Artikel behandelt den Spiegel als reflektierende Oberfläche; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Spiegel (Begriffsklärung), zum Nachrichtenmagazin siehe Der Spiegel.

Ein Spiegel (von lat. speculum „Spiegel, Abbild” zu lat. specere „sehen”) ist eine reflektierende Fläche – glatt genug, dass reflektiertes Licht nach dem Reflexionsgesetz seine Parallelität behält und somit ein Abbild entstehen kann. Die Rauheit der Spiegelfläche muss dafür kleiner sein als etwa die halbe Wellenlänge des Lichts. Eine rauere weiße Fläche remittiert ebenfalls alles Licht, jedoch wird dieses hierbei ungeordnet in alle Richtungen gestreut.

  Spiegelbild einer Vase

Auch nicht sichtbare elektromagnetische Wellen und Schallwellen können an geeigneten Flächen gespiegelt werden („Reflexion“).

Die Transparenz und Absorption (halbtransparent, nicht-transparent, wellenlängenabhängige Transparenz oder Absorption) des Spiegels hat Einfluss auf Helligkeit und Farbe des Spiegelbildes. Ferner wird niemals die gesamte Energie gespiegelt, es gibt immer einen Verlust – der Reflexionsgrad ist immer kleiner 100 %.

Inhaltsverzeichnis

  Eigenschaften des Spiegelbildes

Planspiegel (ebene Spiegel) liefern ein gleich großes virtuelles Spiegelbild. Tripelspiegel liefern seitenverkehrte, auf dem Kopf stehende Bilder.

Das Spiegelbild in einem ebenen Spiegel gibt ein wahrheitsgetreues bzw. unverzerrtes Abbild sowohl von Längen als auch von Winkeln. Der Spiegel vertauscht allerdings die ihm zugewandte mit der ihm abgewandten Seite. Dadurch wechselt die ‚Händigkeit‘. Wenn sich der Beobachter in die Lage seines Spiegelbildes versetzen möchte, so erscheint es ihm, als ob rechts und links vertauscht wären – alles erscheint im Wortsinne spiegelbildlich. Es liegt also nahe, die falsche Händigkeit als eine Vertauschung von rechts und links zu interpretieren, was dann zum scheinbaren Widerspruch führt, dass im Gegensatz dazu oben und unten nicht vertauscht wird. Um in diesem Bild zu bleiben, kann man formulieren, dass der Spiegel nicht links und rechts, sondern vielmehr vorn und hinten vertauscht.

Fällt der Blick über zwei Spiegel auf das Objekt, erscheint es wieder mit richtiger Händigkeit. Dieses Phänomen machen sich Periskope und Spiegelreflexkameras zunutze. Man kann nur durch Verwendung von zwei Spiegeln sich selbst so betrachten, wie man von anderen gesehen wird.

Wenn die Spiegelfläche nicht eben ist, ist das Spiegelbild verzerrt. Bei konvexen Spiegeln (gewölbt wie eine Kugeloberfläche) erscheint das (virtuelle) Spiegelbild immer verkleinert.[1] Hingegen kann durch Hohlspiegel ein vergrößertes (reelles) Spiegelbild erzielt werden. Das Abbild entsteht in der entfernungs- und krümmungsabhängigen Fokusebene. Mit welligen Spiegeln können Zerrbilder erzeugt werden, wie man sie in Kuriositäten- oder Lachkabinetten findet.

  Formen und Verwendung

  Vergleich zwischen Alltagsspiegel (links) und optischem Spiegel durch Aufsetzen einer Kugelschreiberspitze
  Porroprismensystem in 3D-Darstellung

Spiegel können nach ihrem Aufbau unterteilt werden. Zum einen gibt es Spiegel für alltägliche Zwecke, die nach heutiger Machart aus einer hinten mit Silber beschichteten Glasplatte bestehen. Die Metallschicht ist hinten durch eine Lackschicht vor Oxidation geschützt. Die Reinigung der Sicht-Seite von Staub, Wasserrändern und anderen Verschmutzungen, z. B. durch Berühren mit Fingern, ist gelegentlich erforderlich, jedoch verhältnismäßig unkritisch. Früher verwendete man Quecksilber und Zinn. Ein Decklack war nicht notwendig, weil das Amalgam chemisch sehr stabil ist.

Im Gegensatz dazu sind optische Spiegel häufig so aufgebaut, dass die spiegelnde Fläche weitgehend offen vorne auf dem Trägermaterial aufgebracht ist. Das hat den Vorteil, dass die Grenzfläche vom Glas, die zweifach vom Strahl durchquert wird, entfällt und somit nicht in der Lage ist, Schatten- und Mehrfachbilder zu bewirken. Als Beschichtung wird hier typischerweise Aluminium verwendet, das wesentlich weniger korrodiert als Silber und außerdem einen vergleichsweise flachen Spektralverlauf des Reflexionsvermögens auf hohem Niveau aufweist. Das Trägermaterial für einen solchen Spiegeltyp muss deshalb im Unterschied keineswegs transparent sein und kann damit ein relativ breites Spektrum an weiteren, gewollten Eigenschaften umsetzen, z. B. Bruchsicherheit, Abführung von Verlustenergie. Ein solcher Spiegel kann deshalb sogar aus Vollmaterial hergestellt werden, erfordert also für die Funktion selbst keinerlei Beschichtungen. Verschmutzungen sind hierbei nach Möglichkeit zu vermeiden und für die (seltene) Reinigung ist die verwendete Methode mit Bedacht zu wählen.

Eine andere Variante von optischen Spiegeln wird durch Prismenspiegel und Strahlteiler realisiert, bei denen das Licht durch eine plane Glasfläche in den eher großvolumigen Glaskörper fällt und dann an einer Schräge unter Ausnutzung der Totalreflexion in eine andere Richtung teilweise oder vollständig abgelenkt wird, um nach etwas Weg wieder aus dem Glaskörper auszutreten. Ein solcher Spiegel benötigt somit keine reflektierende Schicht, sondern nutzt das Grenzschichtverhalten des Materials, in dem sich das Licht bewegt. Auf der anderen Seite der Grenzschicht ist typischerweise Luft zu finden. Bei diesem Konzept kann z. B. Kondensation, also Feuchtigkeit auf der Grenzfläche, die Funktion vorübergehend beeinträchtigen. Die Ein- und Austrittsflächen dagegen sind nur bedingt kritisch.

  Plane Spiegel

Die bekanntesten Spiegel sind die Garderoben- und Badezimmerspiegel im Haushalt. Für sie wird meistens Floatglas verwendet, weil es besonders planparallel ist. Optische Planspiegel dienen in Versuchsaufbauten und/oder optischen Bänken der Umleitung von Strahlengängen in andere Richtungen.

  Konvexe Spiegel

  konvexer Verkehrsspiegel

Konvexspiegel stehen als Verkehrsspiegel im Straßenverkehr an unübersichtlichen Kreuzungen und Ausfahrten. Ihre zweiachsig-konvexe Form ermöglicht es, die Straße trotz der geringen Spiegelfläche gut zu überblicken. Ihre Wirkungsweise entspricht der einer konkaven Linse, bildet also das Licht von einem weiten Bild auf ein deutlich kleineres Sichtfeld ab.

In Rück- und Seitenspiegeln an heutigen Fahrzeugen kann man den Verkehr hinter dem Fahrzeug beobachten, ohne sich umzudrehen. Diese Spiegel und auch Verkehrsspiegel sind ab einem bestimmten Punkt einachsig-konvex gekrümmt, um den Blickwinkel zu vergrößern und so den Toten Winkel zu eliminieren.

  Konkave Spiegel

Rasier- und Kosmetikspiegel sind konkave Hohlspiegel. Hier befindet sich der Betrachter innerhalb der Brennweite und sieht deshalb von sich selbst ein vergrößertes virtuelles Bild, ähnlich wie bei einer Lupe.

  Lichtbündelung durch Parabolspiegel
  Lichtbündelung durch halb-zylindrischen Spiegel

Konkave Spiegel oder Hohlspiegel werden auch für Spiegelteleskope verwendet. Sie erzeugen von weit entfernten Objekten in ihrer Brennebene ein reelles Bild, ähnlich wie konvexe Linsen. Gegenüber Linsenteleskopen besteht aber der Vorteil, dass keinerlei chromatische Aberration auftritt. Zudem verformen sich große Linsen durch ihr Eigengewicht, sodass für große Teleskope ausschließlich große oder unterteilte Spiegel verwendet werden – nur sie können ganzflächig gelagert, ausreichend dick und somit steif sein. Sehr große Spiegelteleskope besitzen rückseitige Stellelemente, um mögliche Verformungen und Abbildungsfehler zu kompensieren. Die Formgenauigkeit eines Spiegels muss jedoch etwa viermal höher sein, als dies bei Linsenteleskopen der Fall ist (vgl. Brechungsgesetz, Reflexionsgesetz).

Die Abbildung von sphärischen Hohlspiegeln, d. h. von Spiegeln in der Form einer Kugelfläche, ist prinzipiell fehlerbehaftet, außer wenn ein Objekt auf sich selbst abgebildet wird. Sollen dagegen parallel eintreffende Strahlen von der gesamten Spiegeloberfläche in einem Punkt fokussiert werden, so muss ein Parabolspiegel verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit zur Beseitigung des Abbildungsfehlers bei sphärischen Spiegeln ist eine Korrekturplatte nach Bernhard Schmidt (siehe Schmidt-Teleskop).

Zur Fokussierung einer Punktlichtquelle in einem zweiten Punkt muss die Spiegelfläche die Form eines Ellipsoids haben (Beispiel: Lichtquellen mit Höchstdruck-Quecksilberdampflampen für die Fotolithografie).

Parabolspiegel werden auch in solarthermischen Kraftwerken verwendet, um das Sonnenlicht auf den Dampferzeuger zu konzentrieren und so möglichst hohe Temperaturen zu erreichen. Auch Autoscheinwerfer (außer den sogenannten Projektionsscheinwerfern) enthalten Parabolspiegel. Bei Projektionsscheinwerfern (Auto, Bühne) erzeugt ein sphärischer Spiegel ein Abbild neben der Glühwendel. Das Licht der Wendel und des Abbildes werden mit einer davor befindlichen asphärischen Linse parallel gerichtet.

  Sonstige Formen und Anwendungen

  Mehrfach-Laserstrahl mit Spiegel und Linse

Die Zauberkunst verwendet bei optischen Tricks auf der Bühne Spiegel, um Gegenstände scheinbar verschwinden zu lassen (Bild unten). Unterhaltsame Beispiele dazu: siehe Unsichtbarkeit.

Zerrspiegel sind verformte Spiegel, deren bizarre Effekte früher in Wunderkammern und auf Jahrmärkten zur Belustigung der Betrachter eingesetzt wurden. Auch heute findet man sie in Lachkabinetten.
Die Verzerrung entsteht durch gewellte Spiegelflächen, während Konvexspiegel (Wölbspiegel) und Hohlspiegel nur verkleinernd bzw. vergrößernd wirken.

Die medizinische Diagnostik verwendet Spiegel beispielsweise in Endoskopen (daher der Begriff Magenspiegelung) und zur Inspektion unzugänglicher Hohlräume.

Spiegel in Lasern und zu deren Strahlführung und -fokussierung haben besonders hohe Leistungsdichten zu ertragen. Daher müssen sie entweder besonders verlustarm reflektieren oder sie müssen die entstehende Wärme ableiten bzw. gekühlt werden. Man verwendet Interferenz- und Metallspiegel. Erforderlich sind voll reflektierende Spiegel (Endspiegel, Fokussierspiegel) und teiltransparente Spiegel (10 bis 99,9 % Reflexionsgrad), etwa für Auskoppelspiegel und Strahlteiler).

  Beschichtungen der Oberfläche

  Reflexionsvermögen für dicke Schichten von Aluminium (Al), Silber (Ag) und Gold (Au) bei senkrechtem Lichteinfall. Bei Wellenlängen unterhalb der Plasmakante fällt der Reflexionsfaktor stark ab. (Sichtbares Licht reicht von etwa 380 bis 780 nm.)

Durch die Art der Beschichtung kann man den gewünschten Wellenlängenbereich mit hohem Reflexionsfaktor vorgeben:

  • Metallbeschichtungen reflektieren im sichtbaren Bereich gut (≈ 95 %), versagen aber bei Silber und Gold im UV-Bereich, wie im nebenstehenden Bild zu sehen ist.
  • Dichroitische dielektrische Spiegel (Interferenzspiegel) bestehen aus mehreren transparenten Schichten mit abwechselnd jeweils unterschiedlicher Brechzahl auf einem Glassubstrat. Sie reflektieren nur in einem begrenzten Wellenlängenbereich sowie in einem begrenzten Einfallswinkel. Man kann sie so aufbauen, dass sie entweder nur in einem sehr schmalen Wellenlängenbereich sehr gut reflektieren (≈ 99,9 %) oder beispielsweise den gesamten IR-Bereich durchlassen (Kaltlichtspiegel bei Halogenlampen).

Als Substrat kommen auch Metalle, Kunststoffe und sogar einkristalline Stoffe zum Einsatz. Kriterien für die Substratwahl sind dessen Bearbeitbarkeit, Wärmeausdehnungskoeffizient, Preis und – besonders bei hohen Leistungen – die Wärmeleitfähigkeit. Zur Materialbearbeitung mit Kohlendioxidlasern werden oft Ganzmetallspiegel aus Kupfer eingesetzt.

Haushaltspiegel und Spiegel an KFZ (Außenspiegel, Scheinwerfer) bestehen aus einer Aluminiumschicht hinter Glas oder auf Kunststoffen. Früher verwendete man für Haushaltspiegel Silberschichten, diese neigten jedoch zum Anlaufen und liefern ein leicht gelbstichiges Bild.

Silber- und Goldschichten, aber auch Kupfer sind jedoch für Infrarot gut geeignet. Die Reflexion im Mittleren und Fernen Infrarot korreliert mit der spezifischen elektrischen Leitfähigkeit des verwendeten Metalls.

Für Ultraviolett werden Aluminium oder dielektrische Schichten verwendet.

Röntgenstrahlung kann nur in einem sehr flachen Winkel zur Oberfläche (Einfallswinkel ≈ 90°) von Metallen reflektiert werden. Ursachen sind die sehr geringe Kohärenzlänge und der Abstand der Atome, der etwa genauso groß ist wie Wellenlänge. Durch den flachen Auftreffwinkel wird der scheinbare Atomabstand verringert.

Für gute Abbildungseigenschaften muss ein Spiegel (z. B. in Spiegelreflexkameras, Spiegelgalvanometern und Spiegelteleskopen) im Gegensatz zu Haushaltspiegeln die Spiegelschicht vorn tragen (Oberflächenspiegel). Die Spiegelschicht muss in diesem Fall meist durch eine dünne, möglichst harte transparente Deckschicht vor Oxidation und mechanischer Beschädigung geschützt werden.

Als Interferenzspiegel werden oft auch als Spiegel ausgebildete Reflexionsgitter bezeichnet, sie bestehen aus einer mit mikroskopischen Rillen versehenen Spiegelschicht. Sie werden in Spektrometern und Monochromatoren verwendet, um einzelne Wellenlängen zu separieren.

  Teildurchlässige Spiegel

  Metallbeschichtung

  Laserspiegel (Goldbeschichtung auf einkristallinem Silizium) eines Kohlendioxidlasers

Teildurchlässige Metallschicht-Spiegel beruhen auf einer Eigenschaft, die bereits auch unbeschichtete Glasoberflächen besitzen: Sie sind in einem breiten Wellenlängenbereich teilreflektierend.

Solche teiltransparenten Spiegel haben auf einer Glasscheibe eine reflektierende Schicht (Silber, Gold oder andere Metalle), die wesentlich dünner (einige 10 nm) ist als bei einem normalen Spiegel, so dass nur noch ein Teil des auftreffenden Lichts reflektiert wird und ein weiterer Teil absorbiert wird oder ungehindert hindurchtritt.

Halbdurchlässige Spiegel sind auch als „Spionspiegel“ oder Teilerspiegel bekannt und dienen als Strahlteiler: Ein Teil des einfallenden Lichtes wird reflektiert, der Rest durchgelassen (eine Absorption werde hier vernachlässigt). Die jeweiligen Anteile lassen sich durch Wahl einer geeigneten Zusammensetzung der aufgetragenen Reflexionsschicht bestimmen.

Dünne Goldschichten reflektieren vorrangig im Infrarot, sind jedoch im sichtbaren Licht bläulich transparent.

  Einwegspiegel

Siehe Hauptartikel Einwegspiegel.

  Dichroitische Spiegel

Interferenzspiegel sind abseits ihrer Bemessungswellenlänge immer teiltransparent. Sie tragen auf einem Glassubstrat mehrere transparente Schichten mit abwechselnd jeweils unterschiedlicher Brechzahl. Die Dicke der Schichten beträgt die halbe Wellenlänge der zu reflektierenden Strahlung.

Interferenzspiegel reflektieren nur in einem begrenzten Wellenlängenbereich sowie in einem begrenzten Einfallswinkel, erreichen hierbei jedoch wesentlich höhere Reflexionsgrade (> 99,9 %), als dies mit Metallspiegeln (bis etwa 96 %) möglich ist.

Interferenzspiegel können auch als verlustarme teiltransparente Spiegel (Strahlteiler) sowie zur Aufteilung in verschiedene Wellenlängen bzw. als Farbfilter (Interferenzfilter) verwendet werden.

  Spiegel in der Gesellschaft

  Wissenschaft

In der Verhaltensforschung gilt das Erkennen des eigenen Spiegelbildes als ein Zeichen von Intelligenz und Abstraktionsvermögen. Kleinkinder müssen für diese Fähigkeit erst elementare Entwicklungsstufen durchlaufen, während die meisten Tiere gar nicht in der Lage sind, die Bildinformation eines Spiegels auf sich selbst zu beziehen.

  Symbolik

  Spiegelungen in der Kuppel des Reichstagsgebäudes, Berlin 2006
  Schneewittchens Stiefmutter befragt den Zauberspiegel, deutsche Briefmarke, 1962

Der Spiegel ist ein äußerst zweideutiges Symbol. Einerseits gilt er als Zeichen der Eitelkeit und der Wollust. Andererseits symbolisiert er auch Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit: Ursprung für die heute noch gebräuchliche Redensart „Jemandem einen Spiegel vorhalten“ bzw. „Spiegelbild der Seele“. In den Augen mancher Christen ist der Spiegel auch ein Attribut Marias, weil sich in ihr gewissermaßen das Ebenbild Gottes, nämlich Jesus, spiegelt.

In antiken Kulturen stand der Spiegel als Abbild der Seele einer Person, in dem – je nach mythologischer Vorstellung – die Seele auch eingefangen und festgehalten werden konnte. Im Alten Ägypten waren die Worte „Spiegel“ und „Leben“ identisch. Keltinnen wurden aus demselben Grund mit ihrem Spiegel begraben. In der griechischen Mythologie wird Dionysos' Seele von den Titanen in einem Spiegel gefangen. Die Reflexion seines Selbstbildes hielt Narziss auf dem Wasser fest. Auch im Buddhismus wird die Existenz des Menschen mit der Reflexion in einem Spiegel verglichen.

In der jüdischen Überlieferung dient der Spiegel zur Erläuterung der überragenden Rolle von Moses als Prophet. Maimonides vergleicht die göttliche Offenbarung mit der Erhellung einer Nacht durch den Blitz. Einigen Propheten wurde nur ein einziges Mal die Gnade eines solch blitzartigen Aufleuchtens gewährt, anderen wiederum des Öfteren, während Moses einer dauernden, ununterbrochenen Erleuchtung teilhaftig war. Die Rabbiner erklären, dass seine Seele die göttliche Botschaft wie von einem klaren Spiegel zurückwarf.

Im Neuen Testament wird der Spiegel von Paulus zum einen in Anknüpfung an die rabbinische Deutung als Bild für die dem Mose allerdings überlegene christliche Gotteserkenntnis benutzt (2 Kor 3,18 EU). Zum anderen dient der Spiegel (der damals als blank geputzte Metallplatte nur dunkel und verschwommen spiegeln konnte) als Bild für die (im Vergleich zur Liebe) unvollkommene irdische Erkenntnis:

„Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.(1 Kor 13,12 EU).“

In vielen Kulturen, so auch in der mitteleuropäischen Sagenwelt, gehören Spiegel und übersinnliche Erkenntnis (Weissagen, Wahrsagen) zusammen. Laut dem Volkskundler Trachtenberg haben noch im Mittelalter jüdische Gelehrte geglaubt, dass Spiegel beim Hineinsehen die Kraft der Augen wiedergeben und sie auf diese Weise stärkten. Gelehrte hätten deshalb während des Schreibens einen Spiegel vor sich hingestellt. Spiegelnde Oberflächen herzustellen hatte auch noch etwas Magisches an sich.

In Klöstern waren Spiegel zum Teil verboten, um die Eitelkeit nicht zu fördern. In der chinesischen Tradition sah man den Spiegel als Verbanner des Bösen, denn wenn das Böse in den Spiegel sieht und seine Missbildung sieht, überkommt es der Schreck. In der sozialen Umgebung bedeutete dies Loyalität und in der geistlichen Sichtweise sah man es als Attribut des weisen Mannes, der seinen Verstand dem Spiegel ähnlich äußert.

In Japan spielte der Spiegel eine herausragende Rolle; er war eine der kaiserlichen Kostbarkeiten neben dem Thron und dem Schwert. Die shintoistische Tradition assoziiert einen achtkantigen Spiegel mit der Symbolik des Elements Metall und des kosmischen Epos über die Sonnengöttin Amaterasu. Der Legende nach war es der Spiegel, der sie dazu gebracht hat, aus ihrem Versteck herauszukommen und der Welt das Licht zurückzubringen. Der Spiegel, der die Göttin reflektiert und sie erweckt, ist damit das Symbol der Welt, des Raums, in dem die Erscheinung entsteht. Der Spiegel wird mit der Zahl „8“ assoziiert und mit dem Symbol der göttlichen Vollendung. Der Spiegel ist ein Mondsymbol, denn er ist wie der Mond eine Reflexion der Erscheinung. Der Spiegel wird mit dem Wasser verglichen und dient dem Wahrsagen und zu magischen Ritualen bei den Völkern von Kongo, Bambara und Asien. In einer Schale mit Wasser oder in einem Spiegel sieht der Wahrsager die Geister. In Altrussland haben junge Frauen magische Rituale mit Spiegeln durchgeführt: An Heiligabend stellte man einen großen Spiegel gegenüber einem kleineren, dazwischen stand eine Kerze. Dann bat man den Spiegel, seinen zukünftigen Mann zu zeigen, und wenn dieser sichtbar wurde, musste man schnell „Gott stehe mir bei“ rufen, sonst würde der Doppelgänger des Gezeigten aus dem Spiegel treten und der Frau viel Übel bringen, die ihn gerufen hat.

Im Mittelalter wurde der Spiegel als die Reflexion des Gotteswortes und als Mittel seiner Deutung aufgefasst. Sich Gedanken machen bedeutete, einen Spiegel zu besitzen, der die göttlichen Gesetze widerspiegelt und diese dadurch erkennen zu können. Er ist ein Mittel, Himmelskörper und den Kosmos zu beobachten.

  • In E. T. A. Hoffmanns Sammlung Phantasiestücke in Callots Manier, Unterkapitel: Die Abenteuer der Sylvesternacht, verkauft in der Erzählung Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild der Protagonist Erasmus Spikher seiner im Bund mit dem Teufel stehenden Geliebten Giulietta sein Spiegelbild und damit seine Seele. (In der Oper Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach tut dieses Hoffmann selbst.)
  • In einer Erzählung mit dem Titel Spiegelgeschichte erzählt Ilse Aichinger das Leben einer Frau rückwärts, beginnend mit dem Tod bis hin zur Geburt.
  • Ein autobiographisch-poetischer Film von Regisseur Andrei Tarkowski trägt den Titel Der Spiegel (1975), und diese nahmen in seiner Filmsprache immer eine gewichtige Rolle ein. (Tarkowski plante auch, über E. T. A. Hoffmann und unter anderem Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild zu filmen.)
  • Erwin Jaeckle: Das Hexeneinmaleins des Spiegels. Ein Essay, Calatra Press, Lahnstein 1997
  • Herta Müller nennt ein Buch mit Essays zu ihrer Poetik Der Teufel sitzt im Spiegel. Das Sprichwort stammt von der Großmutter, schreibt sie, es soll vor Hoffart warnen.
  • Die Verbindung Tod/Teufel mit einem Spiegel ist seit dem Spätmittelalter, verstärkt seit dem Barock ein Vanitas-Symbol. In Daniel Hoffers (*1470 †1536) Holzschnitt erscheinen Tod und Teufel der eitlen Schönen im Spiegel. Ein Holzschnitt Der Teufel im Spiegel des eitlen Mädchens stammt aus dem Ritter von Turn, Verlag Johann Bergmann von Olpe, Basel 1493;
  • Grimms Märchen Schneewittchen; ferner bei Rainer Maria Rilke, Nikolaus Lenau und Annette von Droste-Hülshoff im Motiv des Doppelgängers.
  • Giovanni Segantini zeichnet die Vanitá als Schöne, die sich eitel im spiegelnden Wasser betrachtet.[2]

  Aberglauben

Spiegel sind schon seit langem häufige Elemente des Aberglaubens. Beispiele hierfür:

  • Wenn man einen Spiegel zerbricht, würde man sieben Jahre lang von Unglück heimgesucht, denn im Spiegel befände sich ein Doppelgänger. Sollte man diesen verletzen, würde er sich rächen. Man könne das Unglück auch abwenden, wenn man die Splitter schwarz färbt oder sie in fließendes Wasser eintaucht.
  • Man solle nicht in einen zerbrochenen Spiegel sehen, denn dort sehe man den Teufel. Alternativ könne man seine Energie verlieren, wenn man in den zerbrochenen Spiegel blickt, im schlimmsten Fall stoße einem ein Unglück zu.
  • Sollte man einem kleinen Kind den Spiegel zeigen, könne es ängstlich oder oft krank werden.
  • Wenn man aus dem Haus geht und feststellt, dass man etwas vergessen hat, solle man in seine Widerspiegelung schauen, sonst würde man auf seinem Weg auf viele Hindernisse treffen.
  • Im Hause eines Toten solle man alle Spiegel zuhängen, damit sich seine Seele dort nicht ansiedeln kann und die Lebenden erschreckt.
  • Eine Frau dürfe nicht in den Spiegel schauen, wenn sie menstruiert, schwanger ist oder gerade geboren hat, denn in dieser Zeit sehe sie ihr offenes Grab.
  • Man solle vor dem Spiegel nichts Böses sagen und auch sich selbst nicht kritisieren, denn er spiegle das Gesagte.
  • Man solle sich jeden Morgen vor den Spiegel stellen und ihn darum bitten, alles Böse im Haus zurückzuwerfen und alle, die in dem Haus wohnen, zu beschützen.
  • Man könne seine Energie mit Hilfe des Spiegels aufladen, wenn man einige Minuten in seine Augen schaut, und zwar morgens vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang. Die Erklärung hierfür ist, dass die Sonne die Energie wie ein Magnet anziehe.
  • Im Schlafzimmer solle der Spiegel den Schlafenden möglichst nicht widerspiegeln, sonst würde man unruhig schlafen. Man könne die Spiegel auch während der Nacht zuhängen. Wenn man unruhig schläft, solle man einen großen Spiegel unter das Bett mit der Spiegelseite nach unten legen; er würde alle Einflüsse auf den Schlafenden zurückwerfen.
  • Vampiren wurde/wird nachgesagt, dass sie kein Spiegelbild haben.

  Geschichte der Spiegelherstellung

  Wasseroberfläche als Spiegel
"Ännu sitter Tuvstarr kvar och ser ner i vattnet", von John Bauer

  Prähistorische Spiegel, Ägypten, Rom

Der Spiegel ist so alt wie die Menschheit selbst, genau genommen sogar älter. Neben ruhenden Wasseroberflächen in der Natur dürften die ersten künstlichen Spiegel flache Schalen mit Wasser gewesen sein. Schmuck und Körperbemalung gehören seit der Steinzeit zum Menschen und damit auch das Bedürfnis, das Resultat des Schmückens und Bemalens an sich selbst zu sehen.

Die ersten von Menschen erschaffenen Spiegel entstanden möglicherweise schon in der Kupfersteinzeit oder in der Bronzezeit, indem man nun verfügbare Metalle zu diesem Zweck polierte. Um 3000 v. Chr. gab es bereits in Mesopotamien solche Bronzespiegel.

  ägyptischer Spiegel, ca. 1300 v. Chr.
  Spiegel aus massivem Silber, Fundstück aus Pompeji, Italien, 79 n.Chr.
  Römischer Glasspiegel

In Çatalhöyük fand James Mellaart Spiegel aus Obsidian. Diese bestanden aus einer konisch grob behauenen Rückseite und einer flachen Vorderseite. Diese wurde glatt poliert und ist ein wenig konvex. Nach den herstellungstechnischen Experimenten wurde die Spiegelfläche zunächst grob zugehauen und dann mit groben und feinen Schleifsteinen, mit Sand, Lehm und Wasser poliert. Der Arbeitsaufwand, aus einer Obsidiankugel einen Spiegel so herzustellen, wird auf acht Stunden geschätzt.

Aus dem alten Ägypten sind Spiegel aus polierten Bronze- und Kupferplatten bekannt. Sie treten seit dem Alten Reich in bildlichen Darstellungen auf und sind gut durch Funde belegt, da sie zur Standardausstattung von Frauenbestattungen gehörten. Diese Spiegel waren rund und hatten einen Griff, der meist aus einem anderen Material gefertigt war. Einige dieser Griffe sind reich verziert. Aus Ägypten stammen auch die ersten Behältnisse zur Aufbewahrung von Spiegeln. Alle erhaltenen Exemplare sind Handspiegel.[3]

Die erste schriftliche Überlieferung metallischer Spiegel in der Bibel findet sich in Exodus 38,8: „Und machte ein Handfaß von Erz und seinen Fuß auch von Erz aus Spiegeln der Weiber, die vor der Tür der Hütte des Stifts dienten.“ Etruskische und griechische Spiegel wurden auf der Rückseite oftmals reich mit figürlichen Szenen dekoriert. Spiegel aus dem alten Griechenland haben oft auch einen Griff, der als Standbein fungierte, so dass man die Spiegel frei aufstellen konnte. Diese Standbeine sind oft in Form von stehenden Figuren gearbeitet. Daneben finden sich im 4. Jahrhundert v. Chr. die ersten Klappspiegel, deren Deckel, die die Spiegelfläche schützten, gerne reich verziert sind.

Römische Spiegel haben oft nicht mehr den langen Griff, wie er in den vorherigen Epochen üblich war, doch kommen diese Griffe auch weiterhin vor. In Pompeji wurde ein schöner Silberspiegel mit solch einem Griff gefunden. Klappspiegel waren auch beliebt. Sie konnten eine Metallspiegelfläche haben oder eine aus Glas. Die römischen Klappspiegel sind meist kleiner als die griechischen.

Die ersten Spiegel mit einer Spiegelfläche aus Glas werden von Plinius[4] beschrieben und sollen in Sidon erfunden worden sein. Die ältesten erhaltenen Exemplare stammen aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Sie sind in der Regel rund. Das Glas ist meist innerhalb einer Metallfläche eingelassen.

  Mittelalter

Im 14. Jahrhundert entstanden erstmals Spiegel, indem man Glaskugeln blies und, noch während sie glühten, in sie hinein Metalllegierungen einbrachte. Nach dem Erkalten zerteilte man diese Kugeln in Abschnitte und erhielt so konvexe Spiegelflächen.

  Frühe Neuzeit: Belegen mit Zinnfolie unter Verwendung von Quecksilber

Zum Ende des Mittelalters wurde die Technik der Glasspiegel weiterentwickelt, man stellte so genannte Quecksilber-Spiegel her. Dabei wurde Quecksilber auf dünne, auf Papier gelagerte, polierte Zinnfolien aufgetragen und mit einem weiteren, glatten Papierblatt bedeckt. Darauf wurde eine Glasplatte gelegt und leicht angedrückt, während die obere Papierschicht wieder entfernt wurde. Nach 10–20 Stunden Ruhe- und Presszeit und bis zu zwei Wochen Trocknungszeit war der Spiegel fertig.[5]

Da sich Zinn und Quecksilber zu Zinnamalgam verbinden, wäre Zinnamalgam-Spiegel die korrekte Bezeichnung. Die Herstellung dieser Spiegel war ungleich aufwändiger als die Spiegelherstellung durch Einblasen der Legierung in Glaskugeln, wurde jedoch fast vier Jahrhunderte lang angewandt.

  Moderne: Beschichtung mit Silber und Aluminium

Im 19. Jahrhundert schließlich entstand der Silberspiegel. 1835 publizierte Justus von Liebig die Zeilen: „[…] wenn man Aldehyd mit einer Silbernitratlösung mischt und erhitzt, scheidet sich Silber auf der Wand des Glases ab und es entsteht ein brillanter Spiegel.“ Aber erst als Amalgamspiegel 1886 wegen ihrer Giftigkeit verboten wurden, ging man allgemein zur Silberspiegelfabrikation über. Zur genaueren Beschreibung der chemischen Zusammenhänge siehe auch: Silberspiegelprobe.

Heute presst man unter Vakuum Aluminiumfolie auf glatte Glasscheiben oder bedampft bzw. besputtert sie mit Aluminium.

Es gibt einfache Glasspiegel und wertvollere Kristallspiegel. Diese müssen mindestens 10 % Oxide enthalten. Entweder Bleioxid (PbO) oder Bariumoxid (BaO), Kaliumoxid (K2O) oder Zinkoxid (ZnO). Siehe auch Kristallglas.

  Verwandte Themen

  Einzelnachweise

  1. M. V. Berry: Reflections on a Christmas-Tree-Bauble. In: Physics Education. Band 7, Heft 1, 1972, S. 1-6, doi:10.1088/0031-9120/7/1/301
    Eef van Beveren, Frieder Kleefeld, George Rupp: Images in Christmas baubles. In: European Journal of Physics. Band 27, Heft 2, 19. Januar 2006, S. 337, doi:10.1088/0143-0807/27/2/016
  2. Abb. im Art. Segantini
  3. ägyptische Spiegel
  4. Naturgeschichte:36.193
  5. Spessartmuseum (Hrsg.) Mensch und Wald - Handblätter für Besucher. Thema: Kurmainzische Spiegelmanufaktur. Lohr am Main (2002).

  Weblinks

 Commons: Spiegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Spiegel – Zitate
Wiktionary Wiktionary: Spiegel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
   
               

 

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