» 
Arabic Bulgarian Chinese Croatian Czech Danish Dutch English Estonian Finnish French German Greek Hebrew Hindi Hungarian Icelandic Indonesian Italian Japanese Korean Latvian Lithuanian Malagasy Norwegian Persian Polish Portuguese Romanian Russian Serbian Slovak Slovenian Spanish Swedish Thai Turkish Vietnamese
Arabic Bulgarian Chinese Croatian Czech Danish Dutch English Estonian Finnish French German Greek Hebrew Hindi Hungarian Icelandic Indonesian Italian Japanese Korean Latvian Lithuanian Malagasy Norwegian Persian Polish Portuguese Romanian Russian Serbian Slovak Slovenian Spanish Swedish Thai Turkish Vietnamese

definition - Usbekistan

definition of Wikipedia

   Advertizing ▼

synonyms - Usbekistan

an (prp.)

'Dativ', an der Seite, annähernd, aus, bei, bis, für, Genitiv, nach, nahe, nahezu, neben, ungefähr, von , vor, bis an  (+ datif), in  (+ datif), um  (+ accusatif), zu  (+ datif)

sein

ihr, seine

sein (dét.)

ihr

sein (v. aux.)

werden

Usbeke (n.m.)

Usbekin

see also - Usbekistan

   Advertizing ▼

phrases

-(sein) Wort brechen • /sein Bett machen • sein Abonnement abbestellen • sein Arbeitsverhältnis lösen • sein Augenmerk lenken auf • sein Augenmerk richten auf • sein Augenmerk zuwenden • sein Auskommen haben • sein Bedürfnis verrichten • sein Beileid ausdrücken • sein Beileid aussprechen • sein Beileid bekunden • sein Beileid bezeigen • sein Bestes geben • sein Bestes tun • sein Bett machen • sein Debüt geben • sein Ehrenwort geben • sein Eigen nennen • sein Eigentum nennen • sein Einverständnis geben • sein Fall sein • sein Gehör leihen • sein Gehör schenken • sein Geld zusammenhalten • sein Geschäft erledigen • sein Geschäft machen • sein Gewicht überprüfen • sein Gewissen erleichtern • sein Glück machen • sein Glück versuchen • sein Handwerk verstehen • sein Herz ausschütten • sein Herz entdecken • sein Herz hängen an • sein Herz verlieren • sein Herzblut geben • sein Lager aufschlagen • sein Leben bessern • sein Leben einsetzen • sein Leben fristen • sein Leben geben für • sein Leben lang • sein Leben verbringen • sein Leben än • sein Leben ändern • sein Missfallen zeigen • sein Mißfallen zeigen • sein Möglichstes tun • sein Ohr leihen • sein Ohr schenken • sein Recht behaupten • sein Recht geltend machen • sein Studium fortsetzen • sein Studium vertiefen • sein Urteil abgeben • sein Versprechen einhalten • sein Versprechen halten • sein Wis • sein Wissen ausbauen • sein Wissen erweitern • sein Wissen vergrößern • sein Wissen vervollständige • sein Wohnung räumen • sein Wort geben • sein Wort halten • sein Wort halten/brechen • sein Zeichen setzen unter • sein Zelt aufschlagen • sein eigen nennen • sein eigener Herr • sein eigener Herr sein • sein eigenes Lob singen • sein lassen • sein möglichstes tun • sein wahres Gesicht zeigen • sein Äußerstes tun

-Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß • Acht Sauschneider müssen sein • Auch Spaß muss sein • Aus dem Schneider sein • Benji – Sein größtes Abenteuer • Beyond the Sea – Musik war sein Leben • Cool Runnings – Dabei sein ist alles • Dabei sein ist alles • Dakota – Nur der Colt war sein Gesetz • Das Krokodil und sein Nilpferd • Das Sein und das Nichts • Dead Man Walking – Sein letzter Gang • Der Einzige und sein Eigentum • Der Hornochse und sein Zugpferd • Der Mann, der König sein wollte • Der Müller und sein Kind (1911) • Der Ochse und sein Hirte • Der Richter und sein Henker • Der Richter und sein Henker (Film) • Der blinde Geronimo und sein Bruder • Die Götter müssen verrückt sein • Die Götter müssen verrückt sein II • Die Letzten werden die Ersten sein • Die Liebe muß verrückt sein • Django – Sein Gesangbuch war der Colt • Dog Day – Ein Mann rennt um sein Leben • Ein Lied kann eine Brücke sein • Ein Mann muß nicht immer schön sein • Einmal Prinz zu sein • Ernst sein ist alles • Erwachsen müßte man sein • Es ist nicht leicht ein Gott zu sein • Es muß nicht immer Kaviar sein • FC Venus – Elf Paare müsst ihr sein • Fix und fertig sein • Frauen waren sein Hobby • Haben oder Sein • Hausmeister Krause – Ordnung muss sein • Herr Fridolin und sein Glück • Herr Puntila und sein Knecht Matti • Herr Puntila und sein Knecht Matti (Film) • Herr von Pepinster und sein Popanz • Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten • Ich will da sein – Jenny Gröllmann • Ihr könnt Euch niemals sicher sein • Ihr könnt euch niemals sicher sein • Il Nero – Haß war sein Gebet • Jacques der Fatalist und sein Herr • Jedermann sein eigner Fussball • Jonas, der im Jahr 2000 25 Jahre alt sein wird • Lina Braake oder Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Braake hat • Lucky Luke – Sein größter Trick • Mehr Schein als Sein • Meister Eder und sein Pumuckl • Meister Eder und sein Pumuckl (Fernsehserie) • Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden • Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit • Où peut on être mieux qu’au sein de sa famille • Partner Sein • Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein • Rappen kann tödlich sein • Sartana – Töten war sein täglich Brot • Sein (Philosophie) • Sein Freund Jello • Sein Leben in meiner Gewalt • Sein Lwin • Sein Mädchen für besondere Fälle • Sein Name ist Mad Dog • Sein Name war Parrish • Sein größter Bluff • Sein ist Anderssein • Sein letzter Befehl • Sein letzter Coup • Sein letzter Fall • Sein letzter Fall (Nesser) • Sein letztes Kommando (Film) • Sein oder Nichtsein • Sein oder Nichtsein (1942) • Sein oder Nichtsein (1983) • Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage • Sein und Haben • Sein und Zeit • Simon Birch – Ein kleiner Held und sein außergewöhnliches Schicksal • Skin – Hass war sein Ausweg • Soll das wirklich alles sein? • Stanley und sein Monster • Tamara – Rache kann so verführerisch sein • Tarzan und sein Sohn • Thein Sein • Three Kings – Es ist schön, König zu sein • Timur und sein Trupp • Vater sein dagegen sehr • Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann • Weiß-Sein • White Lies – Das Leben ist zu kurz, um ehrlich zu sein • Winnetou und sein Freund Old Firehand • Woll'n Sie nicht mein Mörder sein? • Woll’n Sie nicht mein Mörder sein? • Xaver und sein außerirdischer Freund • Zipper und sein Vater • Île de Sein

-Angren (Usbekistan) • Asaka (Usbekistan) • Brücke der Freundschaft Afghanistan-Usbekistan • Chust (Usbekistan) • Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan • Fußballer des Jahres in Usbekistan • Kfz-Kennzeichen (Usbekistan) • Kogon (Usbekistan) • Liste der Städte in Usbekistan • Liste der Universitäten und Hochschulen in Usbekistan • Liste der olympischen Medaillengewinner aus Usbekistan • Olympische Sommerspiele 2008/Teilnehmer (Usbekistan) • Olympische Winterspiele 1994/Teilnehmer (Usbekistan) • Olympische Winterspiele 1998/Teilnehmer (Usbekistan) • Olympische Winterspiele 2002/Teilnehmer (Usbekistan) • Olympische Winterspiele 2006/Teilnehmer (Usbekistan) • Olympische Winterspiele 2010/Teilnehmer (Usbekistan) • Rishton (Usbekistan) • Sommer-Paralympics 2008/Teilnehmer (Usbekistan) • Tokmak (Usbekistan) • Unruhen in Usbekistan • Unruhen in Usbekistan 2005

analogical dictionary


an (prép.) [+ datif]


 

préposition (suite) (fr)[ClasseParExt...]

an (prép.) [+ accusatif]


 

an (prép.) [(wohin) , + accusatif , + datif]





sein (aux.)




sein (v.)







factotum (en)[Domaine]

located (en)[Domaine]

sein (v.)



 

factotum (en)[Domaine]

instance (en)[Domaine]

sein (v.)



 

factotum (en)[Domaine]

located (en)[Domaine]

sein (v.)


 

factotum (en)[Domaine]

instance (en)[Domaine]

sein (v.)



factotum (en)[Domaine]

instance (en)[Domaine]

sein (v.)


 

(Alter)[Thème]

sein (v. intr.)



Turki (en)[Hyper.]

Usbeke (n.)


Wikipedia - see also

Wikipedia

.an

                   

.an war die länderspezifische Top-Level-Domain (ccTLD) der 2010 aufgelösten Niederländischen Antillen. Sie existierte seit September 1993 und wurde von der Universität der Niederländischen Antillen verwaltet.[1] Für Curaçao, Sint Maarten und Bonaire, Sint Eustatius und Saba wurden die ccTLDs .cw, .sx und .bq benannt.[2]

Nur Staatsbürger und Unternehmen der Niederländischen Antillen waren berechtigt, eine .an-Adresse zu registrieren.[3] Registrierungen wurden sowohl auf zweiter als auch auf dritter Ebene vorgenommen.

  Einzelnachweise und Quellen

  1. .an Domain Delegation Data. In: iana.org. IANA, abgerufen am 31. Mai 2011 (englisch): „Country-code top-level domain designed for Netherlands Antilles (being phased out)“
  2. ISO 3166-1 NEWSLETTER VI-8. Code elements for Bonaire, Saint Eustatius and Saba, Curaçao and Sint Maarten (Dutch part), update of other territories and minor corrections. In: iso.org. ISO, 15. Dezember 2010, abgerufen am 31. Mai 2011 (pdf, englisch).
  3. University of the Netherlands Antilles. Domain Registration. Computer Center UNA, abgerufen am 31. Mai 2011 (englisch): „The regulation stipulates that the organization or entity requesting a domain name present an official Settlement Permit ("Vestigingsvergunning") of one of the islands pertaining to Netherlands Antilles and that the organization or entity is registered at the Chamber of Commerce ("Kamer van Koophandel"). For entities or organizations not forming part of the Netherlands Antilles or who are not registered at the Chamber of Commerce, third level domain names are made available. These are in the form of (e.g. .COM.AN or name.NET.AN).“
   
               

Sein

                   
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sein (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Begriff Sein (griechisch einai, lateinisch esse - Infinitiv) bedeutet in der Philosophie Dasein, Gegebensein, In-der-Welt-sein, etwas Allgemeines, allem Zugrundeliegendes, aber auch das alles umfassende Höchste (Gott). Im Gegensatz dazu kennzeichnet der Begriff des Seienden (griechisch to on, mittellateinisch ens - Partizip) einzelne Gegenstände oder Tatsachen. Seiendes kann auch die Gesamtheit des Existierenden, also „die ganze Welt“, bezeichnen, solange dies räumlich und zeitlich bestimmbar ist. Sein ist hingegen das unveränderliche, zeitlose, umfassende Wesen (griechisch ousia, lateinisch essentia) sowohl einzelner Gegenstände als auch der Welt als Ganzes.

Die Begriffe „Seiendes“ und „Sein“ stehen in einem Spannungsverhältnis, da jedem Seiendem in irgendeiner Weise ein Sein zukommt. Seiendes ist im Werden vergänglich. Seiendes ist gewordenes Mögliches. Die Untersuchung des Wesens von allem Seienden ist Hauptgegenstand der Ontologie. Ein weiteres Thema ist die Abgrenzung des Seienden zum Nichtseienden. So betont jede Form des Realismus, dass es sich vor allem beim sinnlich Gegebenen um Seiendes handelt, dagegen bei bloß Gedachtem eher um Nichtseiendes. Seiendes setzt eine existierende Welt von Gegenständen, Eigenschaften oder Beziehungen voraus. Im Gegensatz dazu sehen die verschiedenen Formen des Idealismus das eigentlich Seiende in der Innenwelt des rein gedanklich Vorgestellten, während gerade die Realität einer Außenwelt bestritten und für bloßen Schein gehalten wird.

Der Begriff des Seins hat den weitesten möglichen Bedeutungsumfang (Extension) überhaupt, weil er sich auf alles, was denkbar ist, beziehen kann. Alles, was denkbar ist, bedeutet dabei alles, was nicht „nicht ist“. Für Sein und Nichts gilt der Satz vom ausgeschlossenen Dritten. Erst durch den Begriff des Seins wird die Vorstellung von Negation und Differenz möglich. Differenz ist der Übergang vom Sein zum Seienden. Das Sein und das Seiende stehen in einem dialektischen Verhältnis zueinander. Aus dem Sein (These) und dem Nichts (Antithese) ergibt sich durch die Unterscheidbarkeit das Seiende (Synthese). Der Unterschied von Sein und Existenz besteht darin, dass man mit Existenz ein Sein in der Realität mit einer örtlichen und zeitlichen Bestimmung meint. Dem gegenüber kann man auch solchen Gegenständen ohne bewiesene Existenz durchaus Eigenschaften zuschreiben: Atlantis ist ein untergegangenes Weltreich.

Inhaltsverzeichnis

  Der Begriff des Seins

Ein erster Zugang zum Thema ist der sprachliche Gebrauch des Ausdrucks sein.[1] Im umgangssprachlichen Deutsch und in den indogermanischen Sprachen überhaupt wird „sein“ als sprachliche Verknüpfung, als Kopula, zur Verbindung von Subjekt und Prädikat in Sätzen grammatisch oder in Aussagen der Logik verwendet. Ob diese grammatische Funktion als bloße Kopula einer semantischen Bedeutungslosigkeit des Wortes „Sein“ entspricht, wird spätestens seit Aristoteles kontrovers diskutiert.

„Auch das Sein oder Nichtsein ist kein bedeutungshaltiges Zeichen der Sache [von der es gesagt wird], auch dann nicht, wenn man das "seiend" an sich selbst nackt sagen würde, denn es selbst ist gar nichts, sondern bezeichnet eine gewisse Verbindung [zu etwas] hinzu, welche ohne das Verbundene nicht zu denken ist“

Aristoteles[2]

Dabei kommt es, so eine Beobachtung von Aristoteles, die auch heute noch viele Philosophen für zutreffend halten, [3] je nach Aussagekonstellation zu verschiedenen Bedeutungen des Wortes „ist“. „Da aber das Seiende, schlechthin ausgesprochen, in vielfachen Bedeutungen gebraucht wird.“ (Aristoteles[4])

Man kann die verschiedenen Bedeutungen des Wortes „ist“ im Deutschen schematisch wie folgt unterscheiden[5]

  1. Existenz. Beispiel: Sokrates ist.
  2. Relation
    1. Identität
      1. mathematische Gleichheit. Beispiel: Zwei mal zwei ist vier.
      2. Kennzeichnung. Beispiel: Aristoteles ist der Lehrer von Alexander.
      3. Definition. Beispiel: Ontologie ist die Lehre vom Seienden.
    2. Prädikation von Eigenschaften. Beispiel: Sokrates ist sterblich.
    3. Klassifizierung. Beispiel: Ein Elefant ist ein Säugetier.

Die Verwendung des „ist“ zur Kennzeichnung von Existenz kann sich auf die Existenz von Gegenständen, aber auch von Sachverhalten (es ist der Fall, dass …) beziehen. Die anderen Verwendungen von „ist“, also Identität, Prädikation oder Klassifizierung kennzeichnen Relationen oder Eigenschaften, wobei sie jeweils die Existenz des Subjektes implizit unterstellen (sog. Existenzpräsupposition).

  Kategoriale Bestimmung des Seienden

Eine erste systematische Analyse des Seienden ist die Schrift Kategorien von Aristoteles. In dieser Schrift untersuchte er grundlegende Aussageweisen über das Seiende. Er stellte eine Liste von zehn Begriffen zusammen, die vollständig unabhängig voneinander und aus seiner Sicht nicht mehr auf andere Begriffe zurückführbar sind.

Bezeichnung griechisch Frage Beispiel
Substanz ousia, ti esti Was ist etwas? Mensch, Pferd
Quantität poson Wie viel/groß ist etwas? zwei Ellen lang
Qualitatives poion Wie ist etwas beschaffen? weiß, des Lesens kundig
Relation pros ti In welcher Beziehung steht etwas (zu etwas)? doppelt, halb, größer
Ort pou Wo ist etwas? im Lyzeum, auf dem Marktplatz
Zeit pote Wann ist etwas? gestern, voriges Jahr
Lage keisthai In welcher Position ist etwas? es ist aufgestellt, sitzt
Haben echein Was hat etwas? hat Schuhe an, ist bewaffnet
Tun poiein Was tut etwas? schneidet, brennt
Erleiden paschein Was erleidet etwas? wird geschnitten, gebrannt

Die Kategorienliste enthält zwei Klassen von Begriffen, nämlich die Substanz und die übrigen neun Kategorien, die Akzidenzien. Die Substanz ist das dem Seienden Zugrundeliegende (hypokeimenon). Die Substanz ist jeweils das Subjekt einer Aussage (Prädikation). Akzidenzien existieren hingegen nicht selbstständig, sondern nur in einer Substanz. Sie können nur in Verbindung mit einer Substanz ausgesagt werden.

In einem weiteren Schritt unterschied Aristoteles erste Substanzen (prote ousia) von zweiten Substanzen (deutera ousia). Die erste Substanz kann nicht von einem anderen Zugrundeliegenden ausgesagt werden. Sie ist individuell und der Zahl nach eins, also unteilbar. Die zweite Substanzen sind die Arten und Gattungen, die von den ersten Substanzen ausgesagt werden. Von Sokrates sagt man, er sei ein Mensch und ein Lebewesen. Die zweiten Substanzen sind keine Akzidenzien, weil sie der ersten Substanz immer zukommen. Sie beschreiben das Wesen der ersten Substanz. Akzidenzien beziehen sich hingegen immer auf einen bestimmten Zustand einer Substanz.

  Philosophiegeschichte

  Antike

In der griechischen Naturphilosophie bestand die Suche nach dem Urgrund des Seienden in Erklärungen anhand eines Urstoffes (Feuer, Wasser, Luft, Apeiron). Erst bei Parmenides wurde das Sein zu einem abstrakten, jenseits der Naturphilosophie zu bestimmenden Begriff.

„Der eine (zeigt), dass das (Seiende) ist und dass es unmöglich ist, dass es nicht ist. Das ist der Pfad der Überzeugung; folgt er doch der Wahrheit. Der andere aber (behauptet), dass es nicht ist und dass es dieses Nichtsein notwendig geben müsse. Dieser Weg ist – das sage ich dir – völlig unerforschlich. Denn das Nichtseiende kannst du weder erkennen (denn das ist unmöglich) noch aussprechen.“

Parmenides[6]

Indem das Seiende nicht mehr das empirisch Fassbare, sondern das Wahre ist, lehnte Parmenides das Nichtseiende als unmöglich ab. Für ihn galt, „dass Seiendes ungeworden und unvergänglich ist, ganz und einheitlich, und unerschütterlich und vollendet.“ [7] Parmenides unterschied in seinem Lehrgedicht, in dem er auch das Werden und Vergehen der Natur betrachtete, damit erstmals zwischen dem vergänglichen Seienden und dem unvergänglichen metaphysischen Sein, auch wenn er den Begriff des Seins noch nicht explizit verwendete. Was es wirklich gibt, entsteht nicht und vergeht nicht. Gegen Parmenides vertrat Heraklit das Werden als das der Welt zugrunde liegende Prinzip. (panta rhei)

Platon problematisierte im Dialog Sophistes, dass im Nichtseienden Möglichkeit steckt, so dass man auch über Nichtseiendes reden kann. Das Nichtseiende ist nicht Nichts, sondern Verschiedenheit. Wenn man zum Beispiel sagt, dass Ruhe nicht Bewegung ist, dann heißt das nicht, dass Ruhe nichts ist. „Sie ist aber doch wegen ihres Anteils am Seienden“ [8]. Ruhe und Bewegung sind nur nicht identisch. Für Platon war das Seiende als Werden und Vergehen etwas, das am Sein (an den unveränderlichen Ideen) teilhat. Die Existenz von roten Dingen besteht in der Teilhabe an der Röte. Sein ist nach Platon neben Ruhe, Bewegung, Identität und Verschiedenheit eine der fünf Kategorien, an denen alle anderen Ideen teilhaben.

„Und da das Sein und das Verschiedene durch alles und auch durch einander hindurch gehen: so wird nun das Verschiedene als an dem Seienden Anteil habend freilich sein vermöge dieses Anteils, nicht aber jenes, woran es Anteil hat, sondern verschieden; als verschieden aber von dem Seienden seiend ist es aber offensichtlich ganz notwendig nichtseiendes Sein. Wiederum nun das Seiende, als am Verschiedenen Anteil habend, ist ja verschieden von allen anderen Gattungen, und von ihnen insgesamt verschieden ist es ja eine jede von ihnen nicht, noch auch alle anderen insgesamt, sondern nur es selbst.“

Platon[9]

Auch wenn er das Sein als Abstraktes auffasste, so konzentrierte sich Platon noch auf die Betrachtung des empirisch Fassbaren:

„Ich sage also, was nur irgendeine Wirkkraft (dynamis) besitzt, es sei denn ‚von Natur irgendetwas anderes zu tun‘ (poiein) oder wenn auch nur das geringste vom unbedeutendsten zu erleiden - und wäre es auch nur ein einziges mal -, alles in exakter Weise sei (ontus einai); denn ich setze als Definition (Grenze), um das Seiende in seinem Sein abzugrenzen, nichts anderes als Wirkkraft.“

Platon[10]

Dem den Gesetzen von Ursache und Wirkung unterliegenden Sein stehen als unveränderliche Größen die Ideen gegenüber, deren höchstes Prinzip die Einheit (to hen) ist.

Erst Aristoteles kam zu einer klaren begrifflichen Unterscheidung von Seiendem und Sein. „Von alters her und jetzt und immer ist gefragt und immer schwierig zu fassen, was das Seiende sei.“ (Met. VII 1, 1028 b 2-4) In der Auseinandersetzung mit Platons Ideen entwickelte er in einem frühen Konzept die Strukturierung des Seienden nach Kategorien (siehe oben). Später machte er in der Metaphysik das „Seiendem als Seiendes“ (to ho en on) zum grundlegenden Thema der „ersten Philosophie“[11]. „Es gibt eine Wissenschaft, die das Seiende als Seiendes betrachtet und das, was diesem an sich zukommt.“ (Met. IV 1, 1003a 21)

Über die kategoriale Strukturierung hinaus betrachtete er das Seiende nun als Existenz (to estin), als Wirklichkeit (entelechia) und Möglichkeit (dynamis) und als Wahres und Falsches. Das Sein ist kein Gattungsbegriff, weil es nicht eindeutig (univok), sondern mehrdeutig (äquivok) von den Dingen ausgesagt wird. Der Begriff des Seins fügt der Substanz (ousia) nichts hinzu; es ist das, was in den Einzeldingen immer schon, unveränderlich und wesensmäßig enthalten ist. Das Sein als Allgemeines kann nicht ohne Bezug auf ein Einzelnes ausgesagt werden (siehe Universalienproblem). Alles was über Seiendes ausgesagt wird, hat in sich das Sein als solches, das die Einheit stiftet (pros hen), das oberste und erste Seiende (protos on). „Indem nun in so vielen Bedeutungen das Seiende bezeichnet wird, so ist offenbar von ihnen erstes Seiendes das Was, welches das Wesen (Substanz) bezeichnet.“ (Met. 1028 a 13 – 15). Das absolut Seiende ist bei Aristoteles der „unbewegte Beweger“, die er als die reine, nur sich selbst denkende Vernunft auffasste, zu der alles Seiende strebt und durch die damit das Werden und Vergehen verursacht wird.

  Neuplatonismus

Im Neuplatonismus bei Plotin ist der Urgrund, das oberste Prinzip, das Eine (to hen), aus dem sich die Ideen und das empirisch Seiende hierarchisch herleiten. Das Sein wird mit dem Geist (nous) gleichgesetzt. Der Geist ist zugleich das Seiende. Sein und Denken fallen in einem zusammen. Das Sein ist das Denken, das Seiende das Gedachte.

„Das Erste nämlich muss ein Einfaches vor allen Dingen Liegendes sein, verschieden von allem was nach ihm ist, für sich selbst seiend, nicht vermischt mit etwas was von ihm stammt, und dabei doch in anderer Weise fähig, den Dingen beizuwohnen, wahrhaft eines seiend und nicht zunächst etwas anderes und dann erst Eines. […] Denn wenn es nicht einfach wäre, entrückt aller Zufälligkeit und aller Zusammengesetztheit, und wahrhaft eigentlich Eines, dann wäre es nicht mehr der Urgrund; erst dadurch, dass es einfach ist, ist es von allen dingen das Unabhängigste und so das Erste.“

Plotin[12]

Aus diesem Urgrund fließt alles Seiende durch Emanation. Der Geist selbst ist der erste Schritt der Emanation. Vernunft kann nicht oberste Instanz sein, denn sie beinhaltet stets den Bezug auf etwas, eine Differenz. Diese unspezifizierte Differenz ist das Sein. Die Entfaltung des Seins ist die Welt der Ideen (kosmos noetos), die Weltvernunft. Der Nous erzeugt durch Emanation die Gattungen und Arten des Seienden. Die Ideen sind das Ganze des jeweils Seienden, durch die die Vielheit der Materie zur Einheit gebracht wird. Die Ideen geben dem Seienden die Form und sind damit ontologisch primär. Die Emanation ist ein hierarchischer Prozess der Entwicklung vom obersten Allgemeinen bis hin zur einzelnen Art und zum Individuum. Hierdurch ist zugleich die Ordnung der Welt bestimmt.

„Wenn die Ideen nun viele sind, so muss es notwendig ein Gemeinsames in ihnen geben und auch ein Eigenes, wodurch sich die eine von der anderen unterscheidet. Dies Eigene also, dieser absondernde Unterschied ist die individuelle Gestalt der Idee. Ist aber eine Gestalt da, so gibt es etwas, das gestaltet wird, an dem der spezifische Unterschied ist; es gibt dort also auch Materie welche die Form aufnimmt und für jede das Substrat ist. Ferner wenn es in der oberen Welt einen intelligiblen Kosmos gibt und der irdische sein Abbild ist, dieser aber zusammengesetzt ist unter anderem aus Materie, so muss es auch dort Materie geben.“

Plotin[13]

Ähnlich wie Plotin unterschied dessen Schüler Porphyrios Sein, Leben und Denken. Hieran anknüpfend verband Augustinus in seiner Trinitätslehre das christliche Denken mit dem Neuplatonismus. Dem ungeschaffenen göttlichen Sein steht das geschaffene weltliche Seiende gegenüber. Das Sein ist der sinnlichen menschlichen Erkenntnis nicht mehr zugänglich. Erkenntnis des Seins wird zu einer glaubenden inneren Erkenntnis (intima cognitio). Auch Boethius vertrat die Abhängigkeit des Seienden vom göttlichen Sein. „Verschieden ist das Sein und das, was ist; das Sein selbst nämlich ist noch nicht, sondern erst das, was ist, indem es die Form des Seins empfangen hat, ist und besteht.“ (Boethius[14]) Jedes Seiende (ens) hat teil am Sein (esse), aber das Sein selbst hat an nichts teil. Die Ideen sind Ideen im Geist Gottes, dessen Wille das erste Prinzip ist.

  Mittelalter

In der mittelalterlichen Diskussion erfolgte die Auseinandersetzung um das Verhältnis des Seins und Gottes zueinander vor allen Dingen über die Frage der Gottesbeweise. Während Scotus Eriugena Gott noch über das Sein und das Nichtsein stellte und Aussagen über Gott als unmöglich ablehnte, enthält der Gottesbeweis von Anselm von Canterbury positive Aussagen über Gott, indem er ihn als das höchste Gute, höchste Große, das höchste Wesen (summum essentia), das höchste Sein (summum esse), aber auch als das höchste Seiende (summum ens) bezeichnete. Gott ist das, was nicht als Größeres gedacht werden kann (quo maius cogitari non potest). Erst durch das Zusprechen einer Eigenschaft wird ein Gottesbeweis möglich und damit zugleich die Einnahme einer realistischen Position im Universalienstreit.

Thomas von Aquin hat den radikalen Realismus Anselms durch die Lehre von der Analogia Entis abgemildert. In seiner Schrift De ente et essentia (Über das Seiende und das Wesen) zeigte er zunächst, dass für das Sein ohne Zirkel oder infiniten Regress keine Verursachung aufgezeigt werden kann. Das Sein selbst ist Voraussetzung für die Unterscheidung (Realdistinktion) von Seiendem.

Gegen das Konzept der Analogie setze Johannes Duns Scotus die Lehre von der Univozität des Seienden. Das Seiende (ens) ist der einfachste Begriff überhaupt (simplex simpliciter). Dieser Begriff ist in allen anderen Begriffen enthalten (in omni conceptu est ens). Ob man über die Natur oder die Philosophie oder die Theologie redet, immer ist schon der Begriff des Seienden mit enthalten. Die Unterscheidung in Kategorien kann sich nur auf das natürliche und endliche Seiende beziehen. Gott ist dagegen das unendliche Seiende, über das weiteres nichts ausgesagt werden kann. Das endlich Seiende ist Gegenstand der Vernunft, das unendlich Seiende ist Sache des Glaubens.

Die Trennung von Vernunft und Glauben fand bei Wilhelm von Ockham eine weitere Fortsetzung. Er erkannte zwar an, dass Seiendes und Eines als Begriffe von allen Einzeldingen dem Wesen nach (washeitlich) ausgesagt werden, doch als Nominalist verwarf er das Konzept der Univozität. „obschon es in diesem Sinne einem allem Seienden gemeinsamen Begriff gibt, ist dennoch der Name ‚Seiend’ äquivok, weil er nichts von allen Dingen, von denen er ausgesagt werden kann, bei signifikantem Gebrauch gemäß einem Begriff ausgesagt wird.“[15] Außerhalb des Verstandes gibt es nur Einzeldinge.

  Hume

Für David Hume war die Existenz einer Außenwelt rational nicht begründbar. Der Glaube an die Außenwelt ist ein natürliches, psychologisch bedingtes menschliches Bedürfnis.

„Die Vorstellung der Existenz muss also genau dasselbe sein wie die Vorstellung dessen, was wir als existierend konzipieren. Sich in der Reflexion auf irgendetwas einfach zu beziehen und sich dabei auf Existierendes zu beziehen, sind nicht zwei verschiedene Dinge. Die Vorstellung der Existenz fügt, wenn sie mit der Vorstellung eines beliebigen Gegenstandes verbunden ist, nichts zu ihr hinzu. Was immer wir vorstellen, stellen wir als existierend vor. Jede Vorstellung, die es uns beliebt zu vollziehen, ist eine Vorstellung von etwas Seiendem. Wer dies bestreitet, muss notwendig auf den bestimmten Eindruck hinweisen können, aus dem die Vorstellung des Seins sich herleiten könnte, und zeigen, dass dieser Eindruck von jeder Perzeption, die wir als existierend betrachten, untrennbar ist.“

David Hume[16]

  Kant

„Sein ist offenbar kein reales Prädikat, das ist ein Begriff von irgend etwas, was zu dem Begriffe eines Dinges hinzu kommen könnte. Es ist bloß die Position eines Dinges oder gewisser Bestimmungen an sich selbst. Im logischen Gebrauch ist es lediglich die kopula eines Urteils. Der Satz Gott ist allmächtig enthält zwei Begriffe, die ihre Objekte haben: Gott und Allmacht; das Wörtchen: ist, ist nicht noch ein Prädikat, sondern nur das, was das Prädikat beziehungsweise auf das Subjekt setzt. Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit all seinen Prädikaten (worunter auch die Allmacht gehöret) zusammen und sage: Gott ist, oder es ist ein Gott, so setze ich kein neues Prädikat zum Begriffe von Gott, sondern nur das Subjekt an sich selbst mit allen seinen Prädikaten, und zwar den Gegenstand in Beziehung auf seinen Begriff. Beide müssen genau einerlei enthalten, und es kann daher zu dem Begriffe, der bloß die Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck: er ist) denke, nichts weiter hinzukommen. Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche.“

Kant[17]

Der Begriff der Existenz eines Gegenstandes ist leer. Er bringt zu einem Gegenstand nichts Zusätzliches hinzu. Ob ein Begriff einen Inhalt hat, kann man nur aufgrund von Erfahrung beurteilen. Und diese beruht nach Kant auf Erscheinungen. Ontologie ist daher für Kant eine spekulative, das heißt metaphysische Disziplin.

  Fichte

In Fichtes Konzept des subjektiven Idealismus ist das Sein Ausdruck des Ich: „Dasjenige, dessen Sein (Wesen) bloß darin besteht, dass es sich selbst als seiendes setzt, ist das Ich, als absolutes Subjekt. So wie es sich setzt, ist es; und so wie es ist, setzt es sich; und das Ich ist demnach für das Ich schlechthin, und notwendig. Was für sich selbst nicht ist, ist kein Ich..“[18]

  Hegel

Das Problem des Anfangs stellt sich aller Philosophie. In ihm sind für Hegel bereits alle Momente enthalten. Seine Lehre vom Sein bildet den Anfang seiner Logik. Dazu nimmt er das Seinsverständnis der Eleaten, und andererseits das des Heraklit, wieder auf. Diese bestimmten es als den Anfang (Prinzip) oder Grund der veränderlichen Erscheinung der Natur. Das reine Sein ist als das Andere des reinen Nichts (Heraklit/Platon) unmittelbar im Anfang enthalten. [19] Hegel redet hier von einer reinen Abstraktion, das heißt absolut unbestimmtem Sein. Es ist die Einheit von Endlichkeit und Unendlichkeit; Ruhe und Bewegung, sowie Grund alles Gegebenen. Das absolute Sein ist für ihn gleichbedeutend mit Gott.

„Das reine Sein macht den Anfang, weil es sowohl reiner Gedanke als das unbestimmte, einfache Unmittelbare ist, der erste Anfang aber nichts Vermitteltes und weiter Bestimmtes sein kann.“

Hegel[20]

Hier bedeuten reines Denken, reiner Gedanke und reines Sein, dass sie bloße Form und absolut ohne Inhalt sind. Als reine Abstraktion ist es das Gleiche wie das Nichts.[21] Allein für sich ist die eine so wahr oder falsch wie die andere. Hegel sagt, dass erst die Einheit beider ihre Wahrheit ist.[22] Das Werden besteht aus ihnen. Darum sind sie in ihm identisch, obwohl sie Verschiedene bleiben. Diese Wahrheit Heraklits ist fundamental für Hegels ganze Logik.[23] Hegel spricht von einer absoluten Abstraktion ohne weitere Bestimmung. Alle Begriffe der Philosophie sind für ihn „Beispiele dieser Einheit“. [24]

„Es ist ein großer Gedanke, vom Sein zum Werden überzugehen; es ist (bei Heraklit, Anm.) noch abstrakt, aber zugleich ist es auch das erste Konkrete, die Einheit entgegengesetzter Bestimmungen. Diese ist so in diesem Verhältnis unruhig, das Prinzip der Lebendigkeit ist darin. Es ist darin der Mangel ersetzt, den Aristoteles an den früheren Philosophien aufgezeigt hat, - der Mangel an Bewegung; diese Bewegung ist nun hier selbst Prinzip. Es ist so diese Philosophie keine Vergangene; ihr Prinzip ist wesentlich […]. Es ist eine große Einsicht, dass man erkannt hat, dass Sein und Nichtsein nur Abstraktionen ohne Wahrheit sind, das erste Wahre nur das Werden ist. Der Verstand isoliert beide als wahr und geltend; hingegen die Vernunft erkennt das eine in dem anderen, dass in dem einen sein Anderes enthalten ist, - und so ist das All, das Absolute zu bestimmen als das Werden.“

Hegel[25]

Er nimmt die alte Frage der Metaphysik nach Gott wieder auf. „Das Sein selbst sowie […] die logischen Bestimmungen überhaupt können als Definitionen des Absoluten, als die metaphysischen Definitionen Gottes angesehen werden“ (Hegel)[26] Reines Sein ist nur die Form des Absoluten. Ferner unterscheidet er vom unbestimmten Sein das bestimmte, das er Dasein nennt. „Dasein ist bestimmtes Sein; seine Bestimmtheit ist seiende Bestimmtheit, Qualität.“ (Hegel[27]) Dieses ist endlich, weil das Werden schon das Moment dessen Endlichkeit, das Nichts, in sich enthält. Vermittelt ist das Sein durch das Wesen. In ihm ist das Sein nicht nur unmittelbar, sondern zugleich vermittelt. [28] Erst in der konkreten Existenz tritt der Unterschied zwischen dem Wesen und seiner Erscheinung auf.[29] Alles Existierende hat eine Erscheinung. Es ist nichts anderes als das unbewegte Wesen, das dieser veränderlichen Erscheinung zugrunde liegt. [30] Im Begriff sind Sein und Wesen aufgehoben. Sie sind in ihm als Wissen vereint. Er ist die Einheit von Subjektivität und Objektivität. Insofern ist das höchste, was der Mensch von Gott und allem anderen wissen kann, sein Begriff. Dieser macht dann auch die Wirklichkeit für das Subjekt aus.[31]

  Heidegger

Martin Heideggers ontologischer Ausgangspunkt ist die ontologische Differenz von Sein und Seiendem, mit der er sozusagen das hermeneutische Paradigma auf die Ontologie überträgt: So wie ein Einzelnes nur durch seinen Bezug zum Ganzen verstanden werden kann, bildet das Sein den Verständnishorizont für alles einzeln in der Welt Begegnende. Das Sein geht daher allem Seienden voraus. So wie im Gegebenen der Geber und das Geben nicht sichtbar sind, ist das Sein stets vor- und mitgängig im Umgang mit der Welt. Da das Sein aber selbst nichts Seiendes ist, lässt sich nicht sagen das „Sein ist“. Heidegger sagt daher um den Ausdruck „Sein ist“ zu vermeiden „es gibt Sein“ oder „das Sein west“. Das Sein ist der stets unthematische Horizont auf dem sich die Einzeldinge in ihrer sinnhaften Bedeutung zeigen. Sein und Verstehen fallen damit bei Heidegger zusammen. Heideggers philosophisches Anliegen bestand darin, diesen unthematischen Horizont eigens zum Thema zu machen und ins Ausdrückliche zu heben, was sonst bloß unausdrücklich mitgedacht und mitgemeint wird.

Da sich die Alltagssprache stets nur auf Seiendes bezieht und nicht auf unthematische „Verständnishorizonte“, sah sich Heidegger in der Pflicht, ein vollkommen neues Vokabular zu entwickeln, um damit über das Sein zu reden, ohne dass dabei die tradierten Begriffe für Seiendes fälschlicherweise auf das Sein übertragen würden und es so verdinglicht hätten. Dies hat bei Heidegger zu einem Ringen mit der überlieferten Sprache geführt und ihm seinen eigenwilligen Stil eingetragen.

Um den „Sinn von Sein“ zu verstehen, versucht Heidegger in „Sein und Zeit“ diesen dadurch zu klären, dass er denjenigen befragt, der immer schon Sein irgendwie versteht: den Menschen. Es geht Heidegger dabei um ein verstehen von Sein und nicht um ein erkennen, wie etwa bei Kant, wenn dieser nach dem Erkenntnisvermögen des Subjekts fragt. Hinter das Verstehen kann das Denken nicht zurückgehen, denn Sinn ist etwas stets schon vorangehendes, es kann nicht nachträglich durch Zusammenstückung zweier zunächst beziehungsloser, d.h. sinnloser Dinge hergestellt werden. Den „Sinn von Sein“ zu verstehen, kann daher nur durch das Eintreten in einen hermeneutischen Zirkel gelingen um in kreisenden Bewegungen, die sich vom Einzelnen zum Ganzen bewegen und zurück, den Sinn von Sein freizulegen. Dieses Einzelne ist der Mensch, das ihm gegebene Ganze ist seine Existenz und die Welt in ihrer Weltlichkeit, womit Heidegger die basalen Sinnstrukturen der Welt meint, wie etwa die Nützlichkeit von Werkzeugen. Heidegger versucht in „Sein und Zeit“ die Existenzialien, also die den Menschen grundlegend bestimmenden Strukturen freizulegen. Auf Grundlage dessen soll dann wiederum die Frage beantwortet werden, wie sich durch sie die Welt verstehen lässt.

„Sein und Zeit“ blieb jedoch Fragment und die Frage nach dem Sinn von Sein weitgehend ungeklärt. Heidegger hat nach einem von ihm als Kehre bezeichnetem Umdenken in seinem Spätwerk versucht den seinsgeschichtlichen Bezug des Menschen zum Sein zu denken. Im philosophiegeschichtlichen Rückblick zeigt sich für Heidegger, daß das Sein selbst nichts statisches ist, sondern Veränderungen unterliegt: Im Mittelalter wird beispielsweise alles Seiende als von Gott geschaffen gedacht, während in der Neuzeit, nach dem Tod Gottes, der gesamte Planet nur noch als Ressource für menschliche Bedürfnisse erscheint, also unter Nützlichkeitserwägungen. „Wahrheit“ ist damit keine überzeitliche und immer herrschende, sondern Wahrheit ist selbst geschichtlich. Sie lässt sich nicht mehr wie noch bei Kant auf ein Subjekt zurückführen, das durch die Anwendung von feststehenden Kategorien das Seiende bestimmt, sondern sie ereignet sich im Verlauf der Geschichte vom Sein selbst her. Dabei kann der Mensch nicht darüber verfügen, wie und wann sich ihm eine Welt im Ganzen erschließt. Zumal ist dies selbst ein Prozess, so Heidegger, der bis heute noch nie ins Bewusstsein der Menschen gerückt ist. Dies hängt damit zusammen, dass das Sein sich stets so entbirgt, dass Seiendes im Sein ankommt und erscheint, zugleich jedoch wird der Prozess der Entbergung selbst dem Menschen nicht zum Problem. Das Sein verbirgt sich also selbst in seinem Entbergen. Dies führt für Heidegger zur Seinsvergessenheit, welche die abendländische Philosophiegeschichte wesentlich bestimmt und welche bis heute dafür sorgt, dass noch nie wirklich zur Frage erhoben wurde, warum mit Beginn der Neuzeit die technische Weltbeherrschung als letzter Sinn der Menschheit erscheint.

  Siehe auch

  Literatur

  Klassiker

  Klassiker-Exegesen

  • Karl Albert: Meister Eckharts These vom Sein, Kastellaun 1979, ISBN 3-450-00009-8
  • P. Aubenque: Art. Onto-logique, in: Encyclopédie philosophique universelle
  • L. Azar: 'Esse in the philosophy of Whitehead, in: New Scholasticism 37 (1963), 462–471.
  • Enrico Berti: Multiplicity And Unity Of Being In Aristotle, in: Proceedings of the Aristotelian Society 101/2 (2001), 185–207.
  • Joseph Bobik: (Thomas) Aquinas: On being and essence (De ente et essentia), A translation and interpretation, Notre Dame : University Press 1970
  • S. Brown: Avicenna and the unity of the concept of being, in: Franciscan Studies 25 (1965), 117–150.
  • S. Dumont: The univocity of the concept of being in the 14th century, in: Mediaeval Studies 49 (1987), 1–75.
  • L. J. Elders: The metaphysics of being of St. Thomas Aquinas in a historical perspective, Leiden 1993
  • Kurt Flasch: Sein und Können-selbst bei Nikolaus von Kues, in: Parusia Studien zur Philosophie Platons und zur Problemgeschichte des Platonismus, Frankfurt/M.1965, 407-421.
  • J. de Vries: Das 'esse commune bei Thomas von Aquin, in: Scholastik 39 (1964), 163–177.
  • Etienne Gilson: Being and Some Philosophers, Toronto:Pontifical Institute of Mediaeval Studies 1949
  • Etienne Gilson: L'être et l'essence, 2. A., Paris 1962.
  • Ludger Honnefelder: Ens inquantum ens, Der Begriff des Seienden als solchen als Gegenstand der Metaphysik nach der Lehre des Johannes Duns Scotus, Münster : Aschendorff, 1971, 2. A. 1989.
  • K. Kremer: Die neuplatonische Seinsphilosophie und ihre Wirkung auf Thomas von Aquin, 2. A. Leiden 1971.
  • W. Kluxen: Thomas von Aquin: Das Seiende und seine Prinzipien, in: J. Speck (Hg.): Grundprobleme der großen Philosophen, Altertum und Mittelalter, 1972, 177–220.
  • S. Knuuttila / Jakko Hintikka (Hgg.): The logic of being, Dordrecht 1982
  • Alasdair MacIntyre, Art. Being, in: Donald Borchert (Hg.): Encyclopedia of Philosophy, 2. A., Macmillan 2005, Bd. 1, 527-532, ISBN 978-0-02-865780-6
  • Gottfried Martin: Immanuel Kant: Ontologie und Wissenschaftstheorie, Köln 1951.
  • S. P. Marrone: Henry of Ghent and Duns Scotus on the knowledge of being, in: Speculum 63 (1988) 22–57.
  • Parviz Morewedge (Hg.): Philosophies of Existence ancient and medieval, New York: Fordham University Press 1982, ISBN 0-8232-1059-6 Aufsätze u.a. zu Platon, Aristoteles, Antike Philosophie, Buddhismus, Duns Scotus, 13. Jh., Spätmittelalter, Kalam, Suhrawardi, Avicenna und Islamische Philosophie
  • L. Oeing-Hanhoff: Sein und Sprache in der Philosophie des Mittelalters, in: Jan P. Beckmann (Hg.): Sprache und Erkenntnis im Mittelalter, Berlin : De Gruyter 1981 (Miscellanea mediaevalia 13), 165–178.
  • Joseph Owens: The Doctrine of Being in the Aristotelian Metaphysics, Toronto: Pontifical Institute of Mediaeval Studies 1951.
  • Yvanka B. Raynova, Vesselin Petrov (eds.): Being and Knowledge in Postmetaphysical Context. Wien: Institut für Axiologische Forschungen, 2008, ISBN 978-3-902295-06-4
  • L. M. de Rijk: Die Wirkung der neuplatonischen Semantik auf das mittelalterliche Denken über das Sein, in: Jan P. Beckmann (Hg.): Sprache und Erkenntnis im Mittelalter, Berlin : De Gruyter 1981 (Miscellanea mediaevalia 13), 19–35.
  • L. M. de Rijk: Peter Abaelards semantics and his doctrine of being, in: Vivarium 35 (1986), 85–127
  • Barry Smith: Ontologische Aspekte der Husserlschen Phänomenologie, in: Husserl Studies 3 (1986), 115–130.
  • E. Sonderegger: Denn das Sein oder Nichtsein ist kein Merkmal der Sache. In: Zeitschrift für philosophische Forschung 43 (1989), 489-508.
  • W. Strolz: Sein und Nichts in der abendländischen Mystik. Freiburg/Br. 1984
  • Hans Peter Sturm: Weder Sein noch Nichtsein. Würzburg 1999.
  • Michael Theunissen: Sein und Schein. Die kritische Funktion der Hegelschen Logik, Frankfurt/M. : Suhrkamp 1978.
  • Ernst Tugendhat: Das Sein und das Nichts, in: Durchblicke Martin Heidegger zum 80 Geburtstag. Frankfurt/M. 1980
  • Bernhard Welte: Ens per se subsistens, in: Philosophisches Jahrbuch 71 (1964), 243–252.
  • Albert Zimmermann: Ontologie oder Metaphysik? Die Diskussion über den Gegenstand der Metaphysik im 13. und 14. Jahrhundert ; Texte und Untersuchungen, Leiden: Brill 1965

  Neuere systematische Diskussion

  • P. Butchvarov: Being qua Being. A Theory of Identity, Existence, and Predication, Bloomington: Indiana University Press 1979
  • Peter T. Geach: Form and Existence, in: Proceedings of the Aristotelian Society 55 (1954), 251–272.
  • Peter T. Geach, A. J. Ayer, Willard Van Orman Quine: Symposium: On What There Is. In: Aristotelian Society Supplement 25 (1951), 125–160.
  • Peter T. Geach: What Actually Exists. Proceedings of the Aristotlian Society, Supplement 42(1968), 7–16
  • John Mackie: The Riddle of Existence. In: Proceedings of the Aristotelian Society, Supplement 50 (1976), 247–266
  • Alasdair MacIntyre, Art. Being, in: Encyclopedia of Philosophy, 2. A., Bd. 1, 527–532
  • Barry Miller: The Fullness of Being, Notre Dame: University of Notre Dame Press 2002
  • George E. Moore: Is Existence a Predicate? In: Aristotelian Society Supplement 15 (1936), 175–188.
  • William V. O. Quine: On What There Is. in: Review of Metaphysics 2 (1948), 21–38.
  • Wolfgang Stegmüller: Das Universalienproblem einst und jetzt. 1965.
  • P. Weiss: Being, Essence and Existence. In: Review of Metaphysics 1 (1947), 69–92.
  • C. J. F. Williams: Being, Identity, and Truth. Oxford: OUP 1992.

  Weblinks

  Einzelnachweise

  1. Die Arbeiten von Charles H. Kahn bieten eine konzise Zusammenschau des griechischen Materials und sind nach wie vor unverzichtbar. Für einen kurzen Überblick vgl. seinen Essay in Knuutila/Hintikka.
  2. Aristoteles: Peri hermeneias 3. 16 b, 20−25
  3. Vgl. Albert Keller: Stichwort „Sein“, in: Hermann Krings, Hans Michael Baumgartner, Christoph Wild: Handbuch philosophischer Grundbegriffe, München 1974
  4. Aristoteles: Met. VII 1, 1026a 33
  5. umfangreiche und ausführliche systematische Skizze von Wortbedeutungen im Artikel Sein in Anton Hügli, Poul Lübcke: Philosophielexikon, Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart, rororo Enzyklopädie, Band 55453, 1995, ISBN 3-499-55453-4
  6. Parmenides: Über die Natur (Fragmente), in: Wilhelm Capelle: Die Vorsokratiker, Kröner, 8. Aufl. 1968, 165
  7. Parmenides: Über die Natur, 169
  8. Platon: Sophistes 256a
  9. Platon: Sophistes, 233
  10. Platon: Sophistes, 247d-e
  11. Zweite Wissenschaft ist hingegen die Physik, die sich mit dem wahrnehmbaren Wesen befasst (Met. VII 11, 1037a 14-16)
  12. Plotin: Enneaden V, 4, 1., Schriften Band 1, Hamburg 1956, 151
  13. Plotin: Enneaden II, 4, 4, 1.c., Schriften Band 1, Hamburg 1956, 249
  14. Boethius: Hebdomadibus, II, in: Theologische Traktate, Meiner 1988, 37
  15. Wilhelm von Ockham; Texte zur Theorie der Erkenntnis und der Wissenschaft, Stuttgart 1984, 83
  16. David Hume: Traktat über die menschliche Natur, Meiner, Hamburg 1989, 91
  17. Kritik der reinen Vernunft B 627 f.
  18. Johann Gottlieb Fichte: Grundlage der Wissenschaftslehre (1802), Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften I/2, 359-360
  19. vgl. G.W.F. Hegel: Wissenschaft der Logik I. stw, Frankfurt 1986, S. 73. Es ist noch Nichts, und es soll Etwas werden. Der Anfang ist nicht das reine Nichts, sondern ein Nichts; von dem Etwas ausgehen soll; das Sein ist also auch schon im Anfang enthalten.
  20. vgl. G.W.F. Hegel:Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften I. stw, Frankfurt am Main 2003, § 86, S. 182f.
  21. vgl. G.W.F. Hegel:Enzyklopädie I. § 87, S.186.
  22. vgl. G.W.F. Hegel:Enzyklopädie I. , § 88, S. 188f.
  23. vgl. G.W.F. Hegel:Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie I. stw, Frankfurt am Main 1999, S.320. Hier sehen wir Land; es ist kein Satz des Heraklit, den ich nicht in meine Logik aufgenommen (habe).
  24. vgl. G.W.F. Hegel:Wissenschaft der Logik I. S. 86. "Da […] diese Einheit von Sein und Nichts als erste Wahrheit ein und für allemal zugrunde liegt und das Element von allem Folgenden ausmacht, so sind außer dem Werden selbst alle ferneren logischen Bestimmungen: Dasein, Qualität, überhaupt alle Begriffe der Philosophie, Beispiele dieser Einheit
  25. G.W.F. Hegel:Geschichte der Philosophie I. S. 324f.
  26. G.W.F. Hegel:Enzyklopädie I. § 85, S.181.
  27. G.W.F. Hegel:Wissenschaft der Logik I. S. 115.
  28. vgl. G.W.F. Hegel:Enzyklopädie I. § 122, S.231.
  29. vgl. G.W.F. Hegel:Enzyklopädie I. § 131 (+Zusatz), S. 261ff.
  30. vgl. G.W.F. Hegel:Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. I S. 275ff. Das Bewusstsein davon sieht er zum ersten Mal bei den Eleaten aufgehen. „Indem jetzt aber die Veränderung in ihrer höchsten Abstraktion als Nichts aufgefasst wird, so verwandelt sich diese gegenständliche Bewegung in eine subjektive, tritt auf die Seite des Bewusstseins, und das Wesen wird das Unbewegte.“ S. 278. Aber erst Platon fragt explizit nach der Natur des Wesens (eidos).
  31. G.W.F. Hegel:Wissenschaft der Logik II, 245f.
   
               

Usbekistan

                   
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Oʻzbekiston (Begriffsklärung) aufgelistet.
Oʻzbekiston Respublikasi

Republik Usbekistan

Flagge Usbekistans
Wappen Usbekistans
Flagge Wappen
Amtssprache Usbekisch,
regional auch Karakalpakisch
Hauptstadt Taschkent (usbek. Toshkent)
Staatsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt Präsident Islom Karimov
Regierungschef Shavkat Mirziyoyev
Fläche 447.400 km²
Einwohnerzahl 29.559.100 (1. Januar 2012)
Bevölkerungsdichte 66,1 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2009)[1] 32,816 Mrd. US$ (82.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 1.176 US$ (132.)
Human Development Index 0,710 (119.) (2009)
Währung Soʻm (russisch Sum)
Unabhängigkeit von der Sowjetunion
am 1. September 1991
Nationalhymne Serquyosh, hur oʻlkam,
elga baxt, najot
Zeitzone UTC+5
Kfz-Kennzeichen UZ
Internet-TLD .uz
Telefonvorwahl +998
Uzbekistan on the globe (Eurasia centered).svg
  Satellitenaufnahme von Usbekistan

Usbekistan (usbek. Oʻzbekiston; amtlich Republik Usbekistan, usbek. Oʻzbekiston Respublikasi) ist ein Binnenstaat in Zentralasien. Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan, im Osten Kirgisistan, im Südosten Tadschikistan und Afghanistan, im Süden Turkmenistan. Im Westen grenzt das Land zudem an den Aralsee. Der Staat Usbekistan entstand 1925 als Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik, einem Teil der Sowjetunion, und wurde 1991 unabhängig. Der Name Usbekistan leitet sich vom Volk der Usbeken ab, deren Bezeichnung wiederum auf Usbek Khan zurückgeht.

Inhaltsverzeichnis

  Geographie

Usbekistan hat eine Fläche von 447.400 km² und liegt im mittleren Zentralasien. Usbekistan und Liechtenstein sind die einzigen Binnenstaaten der Erde, die ihrerseits nur von Binnenstaaten umgeben sind.[2] Man muss also mindestens zwei Staatsgrenzen überqueren, um in einen Staat mit Zugang zu einem offenen Meer zu gelangen. Die Ausdehnung Usbekistans beträgt von Westen nach Osten etwa 1.425 km und von Norden nach Süden etwa 930 km. Das Land erstreckt sich dabei zwischen dem 37. und 46. nördlichen Breitengrad, sowie zwischen dem 56. und 73. östlichen Längengrad.

Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan (2.203 km gemeinsame Grenze, davon verlaufen etwa 230 km geradlinig durch den Aralsee), im Osten Kirgisistan (1.099 km), im Südosten Tadschikistan (1.161 km) und Afghanistan (137 km), im Süden Turkmenistan (1.621 km). Die gesamte Länge der Staatsgrenze Usbekistans beträgt 6.221 km.[3] Zum Staatsgebiet Usbekistans gehören die von Kirgisistan umschlossenen Exklaven So'x, Shohimardon, Chong-Kara und Jangail, umgekehrt werden die kirgisische Exklave Barak und die tadschikische Exklave Sarvan von usbekischem Territorium umschlossen.

  Landschaftszonen

Usbekistan erstreckt sich von den Wüsten am Aralsee im Westen über zirka 1.200 km bis zum fruchtbaren Ferghanatal im Osten.

Der von vollständiger Austrocknung bedrohte Aralsee hatte im Jahr 2004 eine Fläche von ungefähr 17.000 km². Südwestlich des Sees befindet sich das flachwellige, wüstenhafte Ustjurt-Plateau, dessen Westhälfte zu Kasachstan gehört und das ein großes Naturreservat bildet.

Der größte Teil der Fläche Usbekistans wird von Wüsten eingenommen. Südöstlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich die Kysylkum-Wüste (usbek. Qizilqum), die vier Zehntel der Staatsfläche Usbekistans umfasst und sich auf dem angrenzenden Territorium Kasachstans fortsetzt. Sie wird nur durch einige Restmassive unterbrochen, die im Gora Aktau 920 m Höhe erreichen. Südlich davon liegt eine große Steppenlandschaft, durch die der Amudarja fließt.

Im Osten Usbekistans liegen die Turkestangebirgskette und die vorgebirgige Landschaft des Tianshan, sowie Teile des Ferghanatals, einer dichtbesiedelten Senke zwischen dem Tianshan- und dem Alai-Gebirge mit wichtigen landwirtschaftlichen Anbauflächen.

Der höchste Berg Usbekistans liegt im Hissargebirge (Provinz Surxondaryo) und erreicht eine Höhe von 4.643 Metern. Dieser trug einst den Namen Berg des 22. Kongresses der Kommunistischen Partei, war danach eine Zeit lang namenlos, trägt aber heute den Namen Hazrat Sulton.[4][5] Die tiefste Stelle im Land liegt 12 m unter dem Meeresspiegel in der Wüste Kysylkum.

  Gewässer

  Fluss Chatkal im Nordosten Usbekistans

Durch Usbekistan fließen die zwei wichtigsten Zuflüsse des Aralsees und größten Ströme Zentralasiens, der Amudarja (usbek. Amudaryo) mit 2.539 km Länge und der Syrdarja (usbek. Sirdaryo) mit 2.212 km Länge. Beide Flüsse liegen jedoch nur mit einem Teil ihres Laufes in Usbekistan.

Die Quellflüsse des Amudarja, in der Antike Oxus genannt, daher kommt auch der klassische Begriff Transoxanien, entspringen außerhalb Usbekistans im zu Tadschikistan und Afghanistan gehörenden Pamir. Der Amudarja bildet in seinem Mittellauf zunächst die usbekisch-afghanische Grenze und verläuft sodann parallel zur Grenze Usbekistans zu Turkmenistan, die jedoch nur in einem Teilstück dem Fluss direkt folgt. Sein Mündungsbereich gehört ganz zu Usbekistan.

Die Quellflüsse des Syrdarja entspringen im zu Kirgisistan gehörenden Tianshan. Der Syrdarja durchquert in seinem Mittellauf den zu Usbekistan gehörenden Teil des Ferghanatals, fließt dann über das Territorium Tadschikistans, südwestlich von Taschkent erneut eine Strecke durch Usbekistan, während sein Unterlauf zu Kasachstan gehört.

Weitere wichtige Flüsse sind der Surchundarja (usbek. Surxondaryo), ein rechter Nebenfluss des Amudarja, der Kaschkadarja (usbek. Qashqadaryo), der die Oase von Karschi erreicht, und der Serafschan (usbek. Zarafshon), der die Oasen von Samarkand und Buchara bewässert und schließlich in der Wüste südwestlich von Buchara endet, ohne den Amudarja erreicht zu haben.

Die größten Seen des Landes, die nur zum Teil gänzlich in Usbekistan liegen, sind neben dem Aralsee (Orol dengizi) der Aibugirsee, der Sarykamyschsee (Sariqamish koʻli), der Aydar Koʻl und der künstliche Talimardschan-Stausee.

  Klima

  Klimadiagramm Taschkent
  Klimadiagramm Cimbaj

Das Klima Usbekistans zählt zu der gemäßigten Zone. Je nach Region herrschen kontinentales Feuchtklima, gemäßigtes Steppenklima oder gemäßigtes Wüstenklima vor. Die Sommer sind meist heiß und wolkenlos, die Winter unbeständig und kalt.[6]

Der Jahresniederschlag beträgt – je nach Region – nur 50–400 mm, steigt jedoch in den Gebirgen teilweise auf über 1.000 mm jährlich an. Die Temperaturen schwanken sowohl jahres- als auch tageszeitlich stark. Der gesamte Niederschlag über Usbekistan beträgt etwa 12,2 km³ pro Jahr und entspricht weniger als 0,2 % der in Usbekistan verfügbaren Wasserressourcen.

  Tier- und Pflanzenwelt

Aufgrund seiner Größe und der vielen Landschaftszonen und trotz der Tatsache, dass etwa 80 % der Landesfläche aus Wüste und Steppe bestehen, bietet Usbekistan eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Knapp zwei Prozent des Landes stehen unter Naturschutz.

Bedingt durch die weitläufige Steppen- und Wüstenlandschaft finden sich über 3000 Grasarten, aber auch immerhin etwa 80 Baumarten. Weniger als fünf Prozent der Fläche sind bewaldet.

Zu den über 40 Säugetierarten zählen Steppenschafarten, wie das Karakulschaf, Rothirsche, Kropfgazellen, Saigas, Braunbären, Wölfe, Füchse, Luchse, Dachse, Wildschweine und Stachelschweine. Sogar Schneeleoparden sind in den Westausläufern des Tianshan beheimatet. Der Kaspische Tiger ist heute ausgestorben, durchstreifte aber bis vor wenigen Jahrzehnten das früher grüne Mündungsdelta des Amudarja.

Über 400 Vogelarten kommen in Usbekistan vor, darunter beispielsweise usbekische Flugtümmler, eine Taubenrasse, Kragentrappen, Wacholderdrosseln, Rebhühner, Stare, Zwergadler, Geier und Falken.

Hinzu kommen etwa 60 Reptilienarten und über 70 Fischarten.[7][8]

  Umweltproblematik

Die übermäßige Wasserentnahme aus Flüssen zur Bewässerung von Ländereien für den Anbau von Baumwolle verursacht ökologische Schäden, wie zum Beispiel eine massive Bodenversalzung. Dazu kommt ein hoher Eintrag von Düngerückständen, Herbiziden und Pestiziden, der Böden und Grundwasser nachhaltig verunreinigt.

Der Aralsee steht vor seiner Austrocknung, weil seine Zuflüsse seit den Zeiten der UdSSR zu stark für künstliche Bewässerung verwendet wurden. Seine Tiefe halbierte sich, seine Fläche verringerte sich von 66.000 km² auf derzeit etwa 17.160 km² (Stand: 2004). Das Verschwinden des einst riesigen Sees wird das Klima noch trockener machen.[9]

Es bestehen Überlegungen, ob man mittels künstlich hervorgerufenen Regens die derzeitigen jährlichen Niederschläge von 12,2 km³ auf über 20 km³ steigern könnte. Versuche dieser Richtung fanden bereits in den Siebziger und Achtziger Jahren in der Region des Flusses Pskem bei Taschkent, in der Region Qashqadaryo und im Ferghanatal statt.[10]

  Bevölkerung

  Frauen in Buchara
  Usbekische Jungen auf einem Basar

Usbekistan hatte 2009 etwa 27,7 Mio. Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 61,2 Einwohner pro km² und entspricht damit nur etwa einem Viertel der Bevölkerungsdichte in Deutschland. Jedoch verteilt sich die Bevölkerung ungleichmäßig auf das Land: So liegt die Bevölkerungsdichte im Ferghana-Becken bei über 570, in der Provinz Navoiy hingegen bei nur 8,4 Einwohnern pro km². Das Bevölkerungswachstum liegt bei knapp einem Prozent. Die Migrationsrate ist mit 0,3 Prozent ebenfalls sehr niedrig (Stand: 2009)[2] Bis 2012 stieg die Einwohnerzahl auf 29,6 Millionen[11] und somit die Bevölkerungsdichte auf 66,1 Einwohner pro km².

Usbekistan ist zudem ein sehr junges Land, denn etwa 10,4 Mio. Menschen, das entspricht knapp 40 % der gesamten Bevölkerung, sind unter 18 Jahre alt. Etwa 17 Millionen Menschen, also circa 65 % der Bevölkerung, sind unter 30 Jahre alt und so ergibt sich ein Durchschnittsalter von nur 22,9 Jahren (Stand: 2007). Die Lebenserwartung bei Geburt liegt bei durchschnittlich 72 Jahren, 69 Jahre bei Männern und 75,2 Jahre bei Frauen (Stand: 2009).[2]

  Ethnien

Die Bevölkerung Usbekistans besteht aus über 100 Völkerschaften, davon nach offiziellen Angaben zu 71 % aus Usbeken, 5,1 % Russen, 5 % Tadschiken, 4,1 % Karakalpaken, 3,2 % Kasachen, 2,7 % Tataren, 2,5 % Koreaner (letzte sind auch bekannt als Korjo-Saram). Zu den kleineren Minderheiten zählen Turkmenen, Uiguren, Wolgadeutsche, Armenier, Mescheten, Aserbaidschaner und Kurden. Im Jahre 2001 gab es noch 24.000 Deutsche in Usbekistan. Stalin deportierte in den Vierziger Jahren rund 40.000 Wolgadeutsche nach Taschkent.

Von tadschikischer Seite wird behauptet, die Anzahl der Tadschiken in Usbekistan sei viel höher als offiziell angegeben. Diese Behauptung wurde in jüngster Zeit auch von einigen internationalen Menschenrechtsorganisationen, wie z. B. Human Rights Watch oder Amnesty International, aufgegriffen. Tatsächlich ist jedoch eine unparteiische Ermittlung des Bevölkerungsanteils der Tadschiken in manchen Landesteilen wie dem Gebiet um die Städte Samarkand und Buchara kaum möglich, da die dortige Bevölkerung traditionell zweisprachig (turk- und persischsprachig oder in heutiger Terminologie usbekisch- und tadschikischsprachig) ist und eine Trennung in zwei verschiedene Völker erst durch die moderne amtliche Terminologie eingeführt worden ist.

Bei offiziellen Erhebungen geben viele Bürger tadschikischer Ethnie die usbekische Volkszugehörigkeit an.[12] Während der Usbekisierung unter Scharaf Raschidow, dem 1959 bis 1982 amtierenden Generalsekretär der Kommunistischen Partei, mussten Tadschiken sich entweder mit der Angabe „Usbeke“ für den Verbleib in ihrer Region, so z. B. in der Stadt Samarkand, oder aber für eine Umsiedlung nach Tadschikistan entscheiden.[13][14] Dennoch wurden auch in letzter Zeit immer mehr Diskriminierungen gegen die Tadschiken berichtet. Im Jahre 2000 kam es zu Zwangsvertreibungen und zur Inhaftierung vieler Tadschiken.[15]

  Sprachen

Staatssprache ist das Usbekische, in der autonomen Republik Karakalpakistan ist zudem auch die karakalpakische Sprache offizielle Amtssprache. In den Städten Samarkand und Buchara ist die tadschikische Sprache weit verbreitet, die russische Sprache ist als lingua franca sowie als Sprache der Bildung und Wirtschaft weiterhin von großer Bedeutung. In Medresen (Koranschulen) erfolgt der Unterricht zumeist auf arabisch. Mangels exakter Bevölkerungsstatistiken existieren nur ungenaue Schätzungen über die Anzahl tadschikischer Muttersprachler. In akademischen Kreisen wird von einem Bevölkerungsanteil von bis zu 30% ausgegangen.[16]

Nach einem Beschluss des usbekischen Parlaments erfolgt seit Mitte der 1990er Jahre der Umstieg vom kyrillischen auf das lateinische Alphabet. De facto sind nun beide Alphabete parallel in Gebrauch. Zudem kam es 1998 zu Bücherverbrennungen und Unterdrückungen persischsprachiger Zeitungen und Medien.[17]

  Religionen

  MadrasaSherdor“ (erbaut 1619-1636) auf dem Registan in Samarkand

Circa 89 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, etwa 8 % russisch-orthodox (meist Angehörige der russischen Minderheit). Darüber hinaus gibt es schiitische Muslime (vor allem in Buchara und Samarkand) sowie Angehörige anderer christlicher Konfessionen in Usbekistan (Angehörige der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Katholischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche und diverser protestantischer Gemeinden) sowie Juden (ca. 93.000 Gläubige, siehe Usbekische Juden), Buddhisten, Anhänger des Bahaismus und Anhänger der Lehren Krishnas.

Obwohl laut Verfassung Religionsfreiheit garantiert wird, werden einzelne (besonders protestantische) Christen und christliche Gemeinden oder Gruppen stark eingeschränkt. Der Druck auf usbekische Christen hat über die Jahre zugenommen.[18] Nach dem Weltverfolgungsindex belegt Usbekistan den Platz 9 (Stand Januar 2011). Auch Amnesty International beklagt die eingeschränkte Religionsfreiheit, vor allem für behördlich nicht zugelassene Gruppen wie die christlich-evangelikalen Gemeinden und schiitische Muslime.[19][20]

Der Ramadan wird von vermutlich 40 % der Muslime in den Städten und 85 % auf dem Land praktiziert.

Im zentralasiatischen Volksislam finden sich bis heute Einflüsse aus zwei weiteren Religionen, dem monotheistischen Zoroastrismus, der zwischen 1800 v. Chr. und 600 v. Chr. vermutlich in Baktrien entstand, und dem Buddhismus. Ebenfalls verbreitet sind Elemente des Schamanismus und volksislamische Frömmigkeitsformen, was sich beispielsweise in Perlenketten und Amuletten äußert, die vor dem sogenannten Bösen Blick schützen sollen und in Teilen des Landes verbreitet sind.[21]

  Städte und Ballungsräume

Die größten Städte Usbekistans sind Taschkent (Toshkent) (ca. 3.140.000 Einwohner), Namangan (ca. 830.000), Andijon (ca. 970.000), Samarkand (Samarqand) (ca. 850.000), Nukus (ca. 240.000) und Buchara (Buxoro) (ca. 430.000) (Stand: 1. Januar 2009).[22] Sie sind gleichzeitig die wichtigsten Ballungsräume des Landes, der Ballungsraum Taschkent hat dabei über 3,2 Mio. Einwohner. Neben diesen Ballungsräumen ist die Region Fargʻona mit über 500.000 Einwohnern ein weiterer bedeutender Ballungsraum.[23]

  Bildung und Soziales

Das Bildungssystem wurde in den letzten Jahren mehrfach leicht reformiert. Die Dauer der Schulausbildung beträgt zwölf Jahre. Danach schließen sich verschiedene Hochschulen und Universitäten an. In Taschkent befinden sich zudem auch einige englischsprachige Universitäten. Es gibt nur ca. 4 % Analphabeten.

Das Gesundheitssystem des Landes basiert zu weiten Teilen noch auf dem sowjetischen System der staatlichen Polikliniken. Daneben entstand in den neunziger Jahren ein privater Gesundheitssektor. Dieser steht jedoch seit einem Parlamentsbeschluss im September 2009 vor dem Aus.[24]

  Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Usbekistans

Usbekistan ist in seiner heutigen Form erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts als Sowjetrepublik entstanden.

  Vorislamische Zeit

Im Jahre 1938 wurden in Teshik-Tosh, gelegen zwischen Termiz und Duschanbe (Tadschikistan), zahlreiche Steinwerkzeuge, Tierknochen und das Skelett eines Kindes entdeckt, das auf die Zeit von 30.000 bis 40.000 v. Chr. datiert werden konnte. Dieser Fund stellte die erste paläolithische Entdeckung Zentralasiens dar.[25]

  Der Verlauf der Seidenstraße in Zentralasien

Unter Dareios I. gelangte ganz Zentralasien unter achämenidische Herrschaft; diese Herrschaft konnten schließlich die Truppen Alexanders des Großen brechen. Usbekistan war daraufhin Teil der historischen Landschaft Baktrien. Prägende Einflüsse hinterließ die Seidenstraße, die seit dem Altertum zu einem Teil durch das heutige Gebiet Usbekistans verlief.

  Zeit muslimischer Dynastien

Mit Beginn des 8. Jahrhunderts konnte sich infolge des arabische Eroberungszugs des Qutaiba ibn Muslim der Islam etablieren. Kleine sogdische Herrschaften wurden eingegliedert und 751 gehörte Transoxanien endgültig zur islamischen Welt. Die folgenden Jahrhunderte wurden durch die Samaniden in Buchara (819 bis 1005) bestimmt. Das türkische Elememt setzte sich durch und die Khane der Karluken regierten als "Kara-Chaniden" in Buchara.

Ab Mitte des 12. Jahrhunderts herrschten die Choresm-Schahs und die verfeindeten, aus China geflohenen, Kara Kitai.

  Das Denkmal des Amir Timur in Taschkent

Im Jahre 1220 kamen die Mongolen. Diese Zeit gilt als sehr unbeständig. Es gab immer wieder Kriege unter den Nomaden. Am Ende dieser Zeit stand der neue, heutige usbekische Volksheld Timur Lenk (auch Tamerlan, in Usbekistan Amir Timur), der sich 1370 zum Herrscher von ganz Transoxanien ausrief und den Titel eines Emirs annahm. Er gilt als Herrscher der Gegensätze, der die Wiederherstellung des Mongolischen Reiches anstrebte und dabei mit äußerster Brutalität vorging. Dennoch gilt er ebenfalls als wichtiger Förderer von Kunst und Literatur, der der Region einen Beginn des kulturellen und wissenschaftlichen Aufschwungs ermöglichte.

In der Dynastie der Timuriden folgte ihm sein Enkel Ulugh Beg, ein bekannter Astronom. Die Timuriden herrschten noch bis Anfang des 16. Jahrhunderts. Erst daraufhin begann die Zeit der eigentlichen Usbeken, einem Turkvolk mit Herkunft aus (West-)Sibirien.

Die Zeit der usbekischen Khanate, mit dem noch bis 1600 ansteigenden Karawanenhandel, gilt als eine Blütezeit der Kultur und Wissenschaft. Im 17. Jahrhundert erlebte das Land unter der Dynastie der Dschaniden (1599-1785) Stabilität. Die Dschaniden-Dynastie gilt als sehr orthodox geprägt und förderte den Bau einer Vielzahl von Moscheen und Medresen.

Mit dem frühen 18. Jahrhundert begann eine Zeit der inneren Probleme und Unruhe. Das 1710 gründete Khanat von Kokand zog 1740 in Buchara ein und bezwang den dort herrschenden Khan. Das Gebiet des heutigen Usbekistans verteilte sich zu dieser Zeit überwiegend auf die beiden Khanate Xiva und Kokand, sowie das Emirat Buchara.

  Russische Herrschaft

  Angriff der Russen auf Xiva im Jahre 1871

Im 19. Jahrhundert begann das Great Game (dt. Große Spiel) zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Russischen Reich um die Vorherrschaft in Zentralasien. Russland erlangte schließlich die Kolonialherrschaft über Usbekistan und 1868 zeigte sich die militärische Überlegenheit Russlands gegenüber dem Emirat Buchara und dem Khanat Xiva. Diese blieben allerdings als eigenständige Staaten unter russischem Protektorat bestehen. Das Khanat Kokand wurde hingegen vollständig vom Russischen Reich annektiert. Unter russische Herrschaft wurden die Gebiete in Zentralasien zum Generalgouvernement Turkestan zusammengefasst. Die Hauptstadt wurde Taschkent, die heutige Hauptstadt Usbekistans.

Im Jahre 1918, nach der Machtübernahme durch die Bolschewiki, wurde aus dem vormaligen Generalgouvernement Turkestan die Turkestanische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der Russischen SFSR gebildet. Im Khanat Chiwa und im Emirat Buchara wurden 1920 die Volksrepubliken Choresmien und Buchara ausgerufen. Der gestürzte Emir Said Alim Khan von Buchara und dessen Verbündete wurden erst nach Afghanistan vertrieben und schließlich besiegt.

  Flagge der Usbekischen SSR

1924/1925 wurde aus der Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Turkestans und den beiden Volksrepubliken Choresmien und Buchara die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik (Usbekische SSR). Diese erhielt 1925 den Mitgliedsstatus der Sowjetunion. Tadschikistan wurde 1929 als selbständige Tadschikische SSR ausgegliedert, die Karakalpakische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (Karakalpakische ASSR) hingegen in Usbekistan eingegliedert. Erste Hauptstadt der Usbekischen SSR war Samarkand, erst 1930 ging dieser Status an Taschkent über. 1963 wurden 40.000 km² von der Kasachischen SSR an die Usbekische SSR übertragen[26]; Usbekistan, in seinen heutigen Grenzen, war entstanden.

In den 1930er Jahren fiel ein Großteil der rekrutierten, einheimischen Parteiführung den Säuberungen Stalins zum Opfer. Es entstand eine an Moskau orientierte, stalinistische Partei- und Staatsbürokratie.

Von 1959 bis 1983 war Usbekistan eine Art kommunistisches Khanat unter der Herrschaft von KP-Generalsekretär Scharaf Raschidow.

  Unabhängigkeit

  Unabhängigkeitsdenkmal in Taschkent: Usbekistans Umriss erscheint auf dem Globus; die glückliche Mutter, Symbol für das Mutterland, kümmert sich um die Zukunft, das Kind

1991 wurde die Unabhängigkeit Usbekistans erklärt. Präsident wurde Präsident Islom Karimov, der schon seit 1989 erster Parteisekretär in Usbekistan war und sein Amt als Präsident Usbekistans bis heute ausübt.

In den 1990er Jahren gab es wiederholt innere Konflikte, vor allem im Ferghanatal im Osten des Landes. 1999 starben bei einem Bombenattentat in Taschkent 20 Menschen.

Zu einer Serie von Bombenanschlägen kam es 2004. Erst wurde am 29. März 2004 ein Selbsttötungsanschlag verübt, bei dem mindestens 19 Menschen starben. Dann lieferte sich am 30. März 2004 eine Gruppe von vermutlich 20 Extremisten ein Feuergefecht mit der Miliz und sprengte sich nahe der Hauptstadt Taschkent in die Luft. Zudem detonierte eine Autobombe vor einem Staudamm. Schließlich sprengten sich am 30. Juli 2004 Selbsttötungsattentäter nahe der Botschaften Israels und der Vereinigten Staaten in Taschkent in die Luft und töteten acht Menschen. Offizielle usbekische Stellen beschuldigen die Islamische Bewegung Usbekistan, die dem islamischen Fundamentalismus zugeordnet wird.

  Die Unruhen vom Mai 2005

Hauptartikel: Unruhen in Usbekistan 2005

Im Mai 2005 wurden in der Stadt Andijon im Ferghanatal während einer Demonstration 400 bis 600 Menschen durch usbekische Militär- und Polizeikräfte erschossen. Die mehrtägigen Unruhen, die neben Andijon auch Qorasuv und andere Städte nahe der Grenze zu Kirgisistan erfassten, wurden vom Regime Karimov den Islamisten der Hizb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) zugeschrieben und deren Bekämpfung als Kampf gegen den Terror ausgegeben. Vermutlich wurden sie aber durch soziale und politische Ursachen wie hohe Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Armut und politische Unterdrückung ausgelöst.[27]

Die Europäische Union äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen, in späterer Konsequenz erließ die EU aber ein Exportverbot von Waffen nach Usbekistan und ein Einreiseverbot für hohe usbekische Politiker in die EU. Die Sanktionen wurden Ende 2007, vor allem auf Drängen Deutschlands, gelockert und bis auf das Waffenembargo im Oktober 2008 aufgehoben.[28] Ein Jahr später, im Oktober 2009, wurde auch das Waffenembargo aufgehoben.[29]

  Politik

  Präsident Islom Karimov

Nach der Verkündung der Unabhängigkeit Usbekistans wurden in einer kurzen Zeit die Rechtsgrundlagen des neuen Staates geschaffen. Die Verfassung Usbekistans ist auf Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft mit sozialen Garantien und Grundrechtsschutz ausgerichtet[30]. Die praktische Umsetzung der Verfassung durch die Politik ist jedoch heftiger Kritik wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit und erheblicher Demokratiedefizite ausgesetzt.[31][32]

  Staatspräsident

Präsidentschaftswahl 2007[33] Stimmen Anteil
Islom Karimov 13.008.357 88,1%
Asliddin Rustamov 468.064 3,17%
Diloram Tashmuhamedova 434,111 2,94%
Akmal Saidov 420.815 2,85%

Aus den ersten direkten Präsidentschaftswahlen am 29. Dezember 1991 ging Islom Karimov mit 86 Prozent der Stimmen als Sieger hervor und wurde erster Präsident der unabhängigen Republik Usbekistan. Seine Amtszeit wurde am 26. März 1995 in einem Referendum bis zum Jahr 2000 verlängert.

Am 9. Januar 2000 ließ er sich mit 91,9 Prozent für eine weitere Amtszeit bestätigen. Die Abstimmung wurde von vielen Staaten als nicht frei und wenig demokratisch kritisiert, der einzige Gegenkandidat erklärte, er habe selbst für den Präsidenten gestimmt. In einem Referendum am 27. Januar 2002 ließ er sich erneut seine Amtszeit, bis zum Dezember 2007, verlängern.

Obwohl Artikel 90 der usbekischen Verfassung vorsieht, dass die fünfjährige Amtszeit des Präsidenten nur einmal verlängert werden kann, wurde Karimov nach Mitteilung der Wahlkommission mit 88,1 Prozent der Stimmen am 23. Dezember 2007 wiedergewählt. Drei weitere Kandidaten kamen auf jeweils etwa drei Prozent. Sie hatten aber keinen Wahlkampf geführt und sich teilweise sogar für den Amtsinhaber ausgesprochen. Mit der Wahl wurde Karimov für weitere fünf Jahre als Präsident bestätigt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erklärte, dass die Wahl zahlreiche Kriterien für demokratische Wahlen nicht erfüllt habe.[34]

  Parlament

  Gebäude des Oliy Majlis (Parlamentsgebäude) in Taschkent
Zusammensetzung des Senats
- Obere Kammer
Senatoren
ernannt durch Staatspräsident 16
gewählt durch Provinzräte je sechs
gewählt durch Rat der Stadt Taschkent sechs
gewählt durch Rat Karakalpakstans sechs
Ergebnisse der Parlamentswahl 2005
- Untere Kammer [35]
Sitze
Liberal-Demokratische Partei 40
Milliy tiklanish (demokratisch) 29
Volksdemokratische Partei 28
Adolat (sozialdemokratisch) 10
sonstige oder parteienlos 13

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Demokratie war die Wahl des Oliy Majlis am 25. Dezember 1994, des ersten auf dem Mehrparteienprinzip basierenden Parlaments in der Geschichte Usbekistans. Seitdem erfolgten zwei Neuwahlen des Parlamentes, die erste davon im Dezember 1999. Das jetzige Parlament wurde am 26. Dezember 2004, mit Stichwahlen im Januar 2005, gewählt. Die nächsten Neuwahlen fanden am 27. Dezember 2009 statt.[35]

Gemäß der Verfassung der Republik Usbekistan ist das Oliy Majlis das höchste repräsentative Staatsorgan, das die gesetzgebende Funktion wahrnimmt.

Bis zu den Wahlen 2004 war das Oliy Majlis ein Einkammer-Parlament. Es setzte sich aus 250 Abgeordneten zusammen, die in den territorialen Ein-Mandat-Wahlbezirken für die Dauer von fünf Jahren gewählt wurden. Seit dem 26. Dezember 2004 gibt es in Usbekistan ein Zweikammerparlament. Zusammengesetzt ist es aus der unteren, gesetzgebenden Kammer mit 120 Abgeordneten, gewählt auf fünf Jahre, und der oberen Kammer, dem Senat mit 100 Senatoren. 16 Senatoren werden vom Präsidenten ernannt, die anderen, sechs pro Gebiet, werden von den jeweiligen Provinzräten, dem Rat der Stadt Taschkent und dem Rat Karakalpakstans gewählt.

Die Abgeordneten sind in fünf Parteifraktionen und zwei Blöcken vereinigt: Die Fraktion der Volksdemokratischen Partei Usbekistans, die Fraktion der National-demokratischen Partei Fidokorlar, die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Adolat, die Fraktion der Partei Milliy tiklanish, die Fraktion der Partei des Heimatsfortschritts, dem Block der aus den lokalen Verwaltungsorganen gewählten Abgeordneten und dem Block der Wählergruppeninitiativen.

Das Parlament hat zwölf Ausschüsse und vier Kommissionen für sämtliche Bereiche des gesellschaftspolitischen und sozialökonomischen Lebens.

Die Leitung des Oliy Majlis üben der Vorsitzende und seine drei Stellvertreter, die aus den Reihen der Abgeordneten für die ganze Legislaturperiode gewählt werden, aus. Einer der Stellvertreter des Vorsitzenden des Oliy Majlis ist ein Vertreter der Republik Karakalpakistan, der gegenwärtig der Vorsitzende des Joqarg'ı Ken'es, des Parlaments Karakalpakistans, ist.

Um die Arbeit des Oliy Majlis zu organisieren und andere Vollmachten gemäß der Gesetzgebung auszuüben, ist der Kengash (Rat) des Oliy Majlis eingesetzt. Er besteht aus dem Vorsitzenden des Oliy Majlis, seinen Stellvertretern, den Vorsitzenden der Ausschüsse und Kommissionen, sowie den Vorsitzenden der Parteifraktionen und Abgeordnetenblöcke.

  Innenpolitik

Die Innenpolitik des Landes wird in großem Maße von Staatspräsident Karimov bestimmt, welcher auch einen erheblichen Einfluss auf das Parlament hat.

Aus den Abgeordneten des Oliy Majlis wurde eine Beauftragte für Menschenrechte (Ombudsfrau) gewählt. Zudem wurde eine Kommission aus Ehrenamtlichen zur Wahrung der Verfassungsrechte und Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger gegründet. Anderweitige Organisationen im Bereich Menschenrechte werden jedoch nicht geduldet.

Zahlreiche Oppositionelle gingen nach Amtsantritt Islom Karimovs bereits in den frühen 1990er-Jahren ins Exil, etliche mussten für mehrere Jahre ins Gefängnis und mehrere sind verschwunden. De facto existiert keine Opposition in Usbekistan, denn nahezu alle Oppositionelle leben im Ausland. Inländische Oppositionelle müssen mit schweren Repressalien rechnen. Kritische ausländische Webseiten werden in Usbekistan meist blockiert.

2004 saßen nach Angaben von Human Rights Watch ca. 7000 politisch und religiös verfolgte Menschen in Haft.[36]

Die Todesstrafe ist in Usbekistan offiziell seit dem Jahr 2008 ohne Ausnahme abgeschafft. Gleichzeitig werden jedoch nach Angaben der International Crisis Group in Usbekistan Menschen in den Gefängnissen zu Tode gefoltert, ohne dass diese indirekte Todesstrafe in die Statistik eingeht.[37] Human Rights Watch sieht "Folter tief im Strafjustizsystem [von Usbekistan] verwurzelt".[38]

  Außenpolitik

Usbekistan unterhält politische Beziehungen zu mehr als 100 Ländern und hat diplomatische Vertretungen in über 40 Ländern, darunter sind zwei Vertretungen in Deutschland. In Taschkent gibt es über 50 Botschaften, darunter ist auch die Deutsche Botschaft in Usbekistan.[39]

  Usbekische Botschaft in Berlin

Usbekistan bemühte sich in den 1990er und in der ersten Hälfte der 2000er-Jahre, gute Beziehungen sowohl zu Russland als auch zu den USA und Großbritannien zu unterhalten. Zur Zeit haben sich jedoch die Beziehungen zwischen den USA und Usbekistan abgekühlt, da Karimov die amerikanische Militärbasis räumen ließ.[40] Ein Grund dafür war, dass die USA die blutigen Unterdrückungen in Andijon verurteilten. Außenminister ist Vladimir Norov.

Obwohl sich Usbekistan von den Vereinigten Staaten abgewendet hat und die Nähe zu Moskau sucht, sieht sich der usbekische Staat weiterhin als Teil der weltweiten Anti-Terror-Koalition. Gründe dafür sind die Ereignisse von Andijon im Mai 2005, sowie die versuchten Terroranschläge auf Präsident Karimov in den Jahren zuvor. Der islamische Fundamentalismus wird von Regierungsseite als größte Bedrohung des Landes dargestellt und schon seit längerem bekämpft. Doch oft wird dies als Rechtfertigung dazu verwendet, oft unschuldige, meist lediglich nicht regierungstreue Personen zu inhaftieren.

Aus der Unterstützung des weltweiten Kampfes gegen Terrorismus resultiert auch die Nutzung des Lufttransportstützpunktes Termiz durch etwa 80 deutsche Bundeswehrsoldaten, die dort zur logistischen Unterstützung des ISAF-Einsatzes in Afghanistan stationiert sind.

Unterstützung erhielt Usbekistan sowohl von der US-Regierung, die 2002 202 Mio. Euro für dessen Armee und Sicherheitseinheiten überwiesen, als auch von dem ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer, der sich mehrfach sehr wohlwollend gegenüber dem Regime äußerte.[41]

  Mitgliedschaften

Aus der GUAM (bis dahin GUUAM) und dem Türkisch-Zentralasiatischen Gipfel (OATCT) trat Usbekistan im Mai 2005 aus.

Usbekistan erkennt nahezu alle internationalen Verträge und Vereinbarungen an und ist vielen internationalen Abkommen und Konventionen beigetreten. Ein Beitritt zur Welthandelsorganisation ist bisher noch nicht erfolgt, Usbekistan ist aber Beobachter und befindet sich aktiv in Verhandlungen. Gründe für den bisher nicht erfolgten Beitritt liegen u. a. in der unzureichenden Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Im Jahr 2001 erfolgte die Aufnahme in die Shanghai Cooperation Organisation. Mit der EU wird auf Grundlage eines Kooperations- und Partnerschaftsabkommens, sowie mit der NATO im Rahmen des Programms Partnerschaft für den Frieden zusammengearbeitet.

  Wirtschaftsbeziehungen

Außenhandel (2008) [2]
Exportländer  % Importländer  %
Russland 25,3% Russland 27,6%
Türkei 9,7% China 16,3%
Kasachstan 7,6% Südkorea 11,5%
Bangladesch 6,5% Deutschland 6,1%
China 6,1% Kasachstan 5,4%
10,4 Mrd. US-$ 7,1 Mrd. US-$

Russland, China, Südkorea, Deutschland und Kasachstan sind die fünf wichtigsten Lieferländer Usbekistans. Das Importvolumen betrug im Jahr 2008 7 Mrd. US-Dollar, das Exportvolumen circa 10,4 Mrd. US-Dollar. Importiert werden überwiegend Maschinen, Nahrungsmittel und Chemikalien. Hauptexportgüter sind Baumwolle, Gold und Erdgas.

In der zentralen Frage der Währungskonvertibilität hat Usbekistan einen wichtigen Schritt nach vorn unternommen. Seit dem 15. Oktober 2003 gilt volle Konvertibilität. Gleichzeitig versucht die Regierung Usbekistans, makroökonomische Stabilität über eine stark reglementierte Geldpolitik zu erreichen. Mit der außergewöhnlich starken Kontingentierung der Bargeldmenge sollen Wirtschaft und Handel kontrolliert und Währung und Inflation stabil gehalten werden. Dies behindert das Wirtschaftsleben. Allerdings sind 2005 ein Wachstum von 7 %, ein solider Haushalt und ein positives Außenhandelssaldo erreicht worden. Doch makroökonomische Stabilität bringt noch kein wirkliches Wachstum im Handel und Privatsektor sowie Wohlstand mit sich.

  Beziehungen zu Russland

  Parade beim Besuch von Wladimir Putin im Mai 2000

Mitte November 2005 haben der russische Präsident Wladimir Putin und sein usbekischer Amtskollege Islom Karimov in Moskau einen militärischen Beistandspakt unterzeichnet. Wie es darin heißt, wird ein militärischer Angriff auf einen der beiden Staaten als „Aggression gegen beide Seiten“ gewertet: „Im Fall einer Aggression gegen eine der Vertragsparteien wird die andere Seite jede notwendige, auch militärische Hilfe anbieten“. Berichten zufolge räumt der Vertrag zudem beiden Ländern das Recht auf eine gegenseitige Nutzung ihrer militärischen Infrastruktur ein. Karimov bezeichnete den Vertrag demnach als „historisches Abkommen“. „Russland war und bleibt unser treuester Verbündeter.“ Putin würdigte das russische Verhältnis zu Usbekistan in ähnlicher Weise.

Kommentatoren gilt die Vereinbarung als Bestätigung dafür, dass sich Usbekistan in Zukunft in erster Linie an Russland binden und weniger stark an US-Interessen orientieren will. Russland verstärke damit seinen Einfluss in dem zentralasiatischen Land. Für die Seidenstraßenstrategie der USA bedeutet das Abkommen nach Überzeugung vieler Beobachter einen herben Rückschlag (s. auch: The Great Game).

  Beziehungen zu Deutschland

Westeuropäische Staaten, auch Deutschland, fordern seit Jahren die Fortsetzung demokratischer Reformen, sowie die Verbesserung der Menschenrechtslage in Usbekistan. Dies wird von Usbekistan als Einmischung in die inneren Angelegenheiten angesehen.

Deutschland ist einer der wichtigsten Partner Usbekistans in Westeuropa. Dies geht u. a. auf die Tatsache zurück, dass Deutschland einer der wichtigsten Abnehmer von usbekischem Erdgas ist. Der ehemalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gilt als politischer Freund Usbekistans und setzte sich auf Ebene der Europäischen Union für ein Ende aller Sanktionen gegen Usbekistan und usbekische Politiker ein. Ende Februar 2008 reiste eine deutsche Delegation, unter Führung des ehemaligen Wirtschaftsministers Glos, nach Usbekistan und Turkmenistan. Die etwa 100 Mann starke Delegation wurde durch Diplomaten aus dem Außenministerium und Repräsentanten der Wirtschaft unterstützt. Vertreten waren u. a. Deutsche Bank, EADS, MAN, RWE, Siemens, Thyssen-Krupp und Wintershall. Bei den bilateralen Gesprächen hatte besonders das Thema Energieversorgung mit Erdgas einen hohen Stellenwert.

Es gibt circa 55 deutsche Firmenvertretungen in Usbekistan (ca. 15 mit entsandten Deutschen), darunter Siemens und drei deutsche Banken, die sowohl Baumwollhandel als auch Liefergeschäfte mit Usbekistan finanzieren.

  Sicherheit

  Usbekische Miliz auf Stadtrundfahrt in Samarkand

  Militär

Hauptartikel: Usbekische Streitkräfte

Usbekistan selbst hat 52.500 Soldaten im Dienst. Die Streitkräfte bestehen aus der Armee, den Luftstreitkräften, den militärischen Sicherheitskräften, die dem Innenministerium unterstehen und nicht mit der Miliz zu verwechseln sind, und einer Art Nationalgarde, die dem nationalen Sicherheitsdienst untersteht und für die Sicherheit wichtiger Persönlichkeiten des Landes verantwortlich ist.[42] Marinestreitkräfte besitzt das Land nicht. Laut Verteidigungsgesetz von 1992 ist die Armee eine Verteidigungsarmee.[43][44] Der derzeitige Verteidigungsminister Usbekistans ist Qobul Raimovich Berdiyev.[45]

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den US bewilligte die usbekische Regierung auf Anfrage USA die Stationierung der US-Luftwaffe auf dem Karshi-Khanabad Flughafen im Süden von Usbekistan. Dieser Stützpunkt spielte in der Folge eine wichtige Rolle in der Aufklärung und bei Angriffen auf Al-Kaida Truppen in Afghanistan. Nachdem die Anschläge im Mai 2005 in der Stadt Andijon, bei der mehr als 400 Zivilisten den Tod fanden, von der US-Regierung verurteilt wurden, wurden die US-Truppen aufgefordert den Luftstützpunkt innerhalb von 180 Tagen zu räumen. Die letzten US-Truppen hatten danach im November 2005 Usbekistan verlassen.

Seit einem Erlass des Staatspräsidenten Karimov im November 2008 findet die Einberufung für den einjährigen Grundwehrdienst nur noch einmal im Jahr statt. Zudem wurde ein Dienst für die Einberufung einer Mobilisationsreserve eingeführt.[46]

In Usbekistan sind noch etwa 100 Soldaten der Bundeswehr stationiert. Die Deutschen nutzen den Stützpunkt Termiz, 500 Kilometer südlich von Taschkent, zur Versorgung der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF).

  Miliz

Die usbekische Miliz, so die Bezeichnung der Polizei in einigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, ist wegen der in ihren Reihen grassierenden Korruption berüchtigt. Sie genießt daher in weiten Teilen der Bevölkerung keinen guten Ruf. Auf Land- und Zugangsstraßen zu Städten werden in regelmäßigen Abständen Kontrollpunkte aufgebaut. Vorbeifahrende müssen diese Kontrollpunkte langsam passieren und werden teilweise zu genauerer Kontrolle angehalten. Die Autokennzeichen werden oft aufgezeichnet, was eine Kontrolle der Bevölkerung ermöglicht. Innerhalb der größeren Städte stehen am Straßenrand ebenfalls Milizionäre, meist etwa alle zwei- bis fünfhundert Meter. Die ohnehin schon starke Präsenz der Miliz wurde als Folge der Unruhen im Mai 2005 noch weiter ausgebaut.

  Verwaltungsgliederung

Usbekistan ist in 12 Provinzen (usbek. viloyat, Pl. viloyatlar; in Sowjetzeiten Oblast), eine autonome Republik (usbek. respublika) und eine Stadt (shahar) mit Provinzrang gegliedert. Die Provinzen und die autonome Republik sind in 157 Distrikte (tuman) und 26 distriktfreie Städte gegliedert, die Hauptstadt (mit Provinzrang) in elf Stadtdistrikte. Den Distrikten sind insgesamt 91 Städte, 1049 städtische Siedlungen oder Kleinstädte (shacharcha) sowie 1457 „Landgemeinden“ (qishloq fuqarolar yig'in, wörtlich „Dorfbürgerversammlung“) unterstellt. 15 städtische Siedlungen und 12 „Landgemeinden“ sind verschiedenen distriktfreien Städten unterstellt, außerdem eine Stadt (Yangiobod, zur distriktfreien Stadt Angren). Eine städtische Siedlung (Ulugʻbek) ist dem Distrikt Mirzo Ulugʻbek der Hauptstadt Taschkent unterstellt (alle Angaben mit Stand 1. Januar 2011).[47]

Der autonomen Republik garantiert die usbekische Verfassung das Recht, per Volksabstimmung eine Loslösung von der Republik Usbekistan zu beschließen. Weiters stehen ihr eine eigene Verfassung und eigene Gesetze zu, solange sie in Einklang mit der usbekischen Verfassung stehen.

  Grenzen auf Provinz- und Distriktebene
Provinz (offizielle Bezeichnung) (deutsche Bezeichnung) Hauptstadt (deutsche Bezeichnung) Kfz.- Kennzeichen
Stadt Toshkent (Toshkent shahri) (Stadt Taschkent)   01-09
Toshkent (Toshkent viloyati) (Verwaltungsgebiet Taschkent) Toshkent (Taschkent) 10-19
Sirdaryo (Sirdaryo viloyati) (Verwaltungsgebiet Syr-Darja) Guliston 20-24
Jizzax (Jizzax viloyati) (Verwaltungsgebiet Dschizak) Jizzax 25-29
Samarqand (Samarqand viloyati) (Verwaltungsgebiet Samarkand) Samarqand (Samarkand) 30-39
Fargʻona (Fargʻona viloyati) (Verwaltungsgebiet Fergana) Fargʻona (Ferghana) 40-49
Namangan (Namangan viloyati) (Verwaltungsgebiet Namangan) Namangan 50-59
Andijon (Andijon viloyati) (Verwaltungsgebiet Andischan) Andijon 60-69
Qashqadaryo (Qashqadaryo viloyati) (Verwaltungsgebiet Kaschka-Darja) Qarshi (Karschi) 70-74
Surxondaryo (Surxondaryo viloyati) (Verwaltungsgebiet Surchan-Darja) Termiz (Termez) 75-79
Buxoro (Buxoro viloyati) (Verwaltungsgebiet Buchara) Buxoro (Buchara) 80-84
Navoiy (Navoiy viloyati) (Verwaltungsgebiet Nawoi) Navoiy 85-89
Xorazm (Xorazm viloyati) (Verwaltungsgebiet Choresm) Urganch (Urgentsch) 90-94
Republik Karakalpakstan (Qoraqalpogʻiston Respublikasi; karak. Qaraqalpaqstan Respublikasi) (Republik Karakalpakstan) Nukus (karak. No'kis) 95-99

  Wirtschaft

In der ehemaligen Sowjetunion war Usbekistan eines der ärmeren Gebiete. Mehr als 60 % der Bevölkerung lebten in schwach besiedelten ländlichen Gemeinschaften. Heute ist Usbekistan der drittgrößte Baumwollexporteur der Welt, ein bedeutender Förderer von Erdgas, Gold und Kupfer sowie örtlicher Produzent von chemischen Produkten und Maschinen.

In Folge der Unabhängigkeit 1991 versuchte die damalige Regierung, die Planwirtschaft nach sowjetischem Muster mit Unterstützungsgeldern und starker Kontrolle von Produktion und Preisen aufzufangen. 1994 begann man aufgrund der starken Inflation die Wirtschaft zu reformieren. Das Investitionsklima für ausländische Investoren sollte verbessert, die Rolle des Staates langsam zurückgefahren, die Privatisierung weiter vorangetrieben und eine strengere Geldpolitik eingeführt werden. Der Staat ist aber weiterhin ein dominierender Faktor in der usbekischen Wirtschaft und die Reformen sind soweit fehlgeschlagen, als dass sie die dringend gebrauchten strukturellen Veränderungen nicht brachten. Der IWF schob 1996 einen 185-Millionen-Dollar-Kredit auf, weil die damalige politische Lage in Usbekistan eine Erfüllung der Fonds-Konditionen unmöglich machte. Aufgrund der Asien- und Russland-Krise wurden der Export und die Geldpolitik weiter gestrafft. Ein Hauptgrund für die derzeitige Stagnation ist die Wirtschaftspolitik, die ausländische Investoren verprellt.

Der Anteil der insgesamt über 470.000 kleinen und mittleren Unternehmen am Bruttoinlandsprodukt ist von 30 % im Jahr 2000 auf 53 % in 2010 gestiegen. Sie beschäftigen heute 74 % der Erwerbsbevölkerung. Ca. 30 % der Unternehmen sind in Handel und Gastronomie tätig, ca. 20 % in der Landwirtschaft.[48] Sie kämpfen jedoch mit zahlreichen Problemen vor allem beim Import und Export, bei der Lizenznahme, der Einhaltung von Standards und der externen Finanzierung.[49]

Allgemeine Daten

Alle Angaben auf Basis der Statistik des Internationalen Währungsfonds für das Jahr 2008.[50]

  Landwirtschaft

  Obst- und Gemüseanbau im Bergdorf Hayat (Nuratau-Gebirge)
  Brunnen in Form einer Baumwollkapsel vor dem Theater Navoi in Taschkent

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Anbaugebiete sind das dicht besiedelte Ferghana-Becken und die Regionen um die Städte Taschkent, Samarkand und Buchara. Knapp 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dienen dem Anbau von Baumwolle. Weite Teile der Anbauflächen müssen künstlich bewässert werden. Dies führt zu massiven Problemen der Bodenversalzung.

  Acker- und Gartenbau

In Usbekistan werden verschiedenste Getreide-, Obst- und Gemüsesorten angebaut. Besonderer Beliebtheit, auch weit über die Landesgrenzen hinweg, erfreuen sich die usbekischen Kürbisse. Seit einer Reduzierung der Anbauflächen für Baumwolle nimmt der Acker- und Gartenbau zu. Die meisten Agrarprodukte werden direkt auf den lokalen Märkten angeboten und kaum exportiert.

  Baumwolle

  Baumwollfeld mit Pflückerinnen in der Provinz Fargʻona

Baumwolle ist in Usbekistan ein allgegenwärtiges Thema und das wichtigste Agrarprodukt des Landes. Sie ist ein so zentrales Element der Kultur Usbekistans, dass man sie sogar auf dem Wappen des Landes findet. Es gibt Springbrunnen in Form einer Baumwollkapsel, Hochhäuser und Mauern mit stilisierten Baumwolldarstellungen. Neben dem Anbau von Baumwolle für den Export wird auch Baumwollsamenöl hergestellt, das in der Küche Usbekistans häufig verwendet wird.

Die Baumwollernte 2008 betrug in etwa 3,6 Mio. Tonnen Rohbaumwolle.[51] Usbekistan war mit 1,1 Mio. Tonnen hochwertiger Baumwolle auf dem sechsten Platz der weltgrößten Baumwollproduzenten.[52] Im Jahr 2009 betrug die Baumwollernte nur noch etwa 3,4 Mio. Tonnen Rohbaumwolle, was überwiegend damit zu tun hat, dass Teile der Anbauflächen jetzt für andere landwirtschaftliche Produkte genutzt werden.[53]

Die überwiegend in staatlicher Hand befindliche usbekische Baumwollproduktion beruht zum Teil auf Kinderarbeit und zwangsweise einberufenen Studenten. Usbekistan erließ 2008 ein Verbot, Kinder auf den Baumwollfeldern einzusetzen. Dies geschah auf Druck internationaler Unternehmen der Bekleidungsindustrie, wie u. a. Wal-Mart, Tesco, Gap Inc., H&M und C&A. Beobachtern zufolge kommt es dennoch immer wieder in vielen Teilen des Landes zum Einsatz von Kindern bei der Ernte.[54][55]

  Seidenherstellung

  Traditionelle Seidenherstellung in der Yodgorlik-Fabrik Margilan

In und um Margilan liegt das Zentrum der usbekischen Seidenherstellung. Entlang von Bächen und Kanälen finden sich Maulbeerbäume, welche die Nahrungsgrundlage für die Seidenraupe sind. Die Seidenfäden werden zu Stoffen verarbeitet und teilweise exportiert.

  Bergbau

Usbekistan ist reich an Bodenschätzen wie Erdgas, Gold, Kupfer und Uran. Weitere wichtige Bodenschätze sind Silber, Blei, Zink, Wolfram, Molybdän und Kaolin.

Viele der Rohstoffe werden bisher kaum abgebaut.[56]

  Erdgas

An der Förderung von Erdgas in Usbekistan ist eine Vielzahl internationaler Unternehmen beteiligt. Nahezu alle Investitionen erfolgen in Kooperation mit der usbekischen Holdinggesellschaft Usbekneftegas, die sich in staatlicher Hand befindet.[57]

Die Erschließung der Erdgasförderung in der Region BucharaChiwa läuft in Zusammenarbeit mit Lukoil Overseas seit 2004 und wird vermutlich 2008 abgeschlossen. Die Förderung hat eine geplante Laufzeit von 35 Jahren. Die Vorkommen sind geologisch auf ungefähr 283 Mrd. m³ geschätzt. Die Förderung im Ustjurt-Plateau wurde in Zusammenarbeit mit Zarubezhneftegaz, einer Tochtergesellschaft von Gazprom, und der schweizerischen Gas Project Development Central Asia AG, Gazprom hat hier ebenfalls 50 % Anteil, 2004 wieder aufgenommen und soll bis 2017 die vorhandenen etwa 8 Mrd. m³ Erdgas fördern. Sinopec, eine chinesische Gesellschaft, plant bis 2010 Investitionen in bestehende Fördergebiete und auch in die Erkundung neuer Fördergebiete in den Regionen Andijon und Namangan, sowie Buchara, Chiwa und Ustjurt. Die schweizerische Zeromax GmbH ist an der Erschließung und Nutzung der neuen Gaslagerstätten in der Region Buchara – Chiwa, sowie an den Erkundungen in der Region Tandyrtschi beteiligt. Die Erkundung der Vorkommen im Aralseebecken wird durch ein Konsortium aus Lukoil Overseas (russisch), Petronas Carigali Overseas (malaysisch), CNPC International Ltd. (chinesisch) und KNOC Aral Ltd. (koreanisch) vorgenommen. Ein entsprechendes Abkommen wurde Ende 2006 ausgehandelt.

Ende Juni 2008 begann der Bau einer Gaspipeline von der Region Buchara bis nach China. Partner auf chinesischer Seite ist CNPC. Die Baukosten des ersten Teilabschnitts mit einer Länge von 500 Kilometern sollen etwa zwei Mrd. US-Dollar betragen. Die beiden Linien sollen Ende 2009 und im Jahr 2011 fertiggestellt werden.[58]

  Erdöl

Die Erdölförderung in Usbekistan ist weit weniger bedeutend als die Erdgasförderung. Bei einer Produktion von etwa 100.000 Barrel pro Tag und einem Verbrauch von über 150.000 Barrel pro Tag, muss Usbekistan, trotz seiner nachgewiesenen Vorkommen von 600 Millionen Barrel Rohöl, netto Öl importieren.[2]

  Metalle

Metallverhüttung ist in den Bergbauregionen Angren und Olmaliq angesiedelt. Der Goldexport bringt derzeit noch wesentlich höhere Deviseneinnahmen als der Erdgasexport.

Usbekistan ist derzeit der weltweit fünftgrößte Produzent des radioaktiven Metalls Uran. Da es keinerlei Bedarf an Uran im Inland gibt ist die komplette Produktion zum Export bestimmt. Die Reserven werden auf 186.000 Tonnen geschätzt, bei einer derzeitigen Förderrate von 1.500 Tonnen pro Jahr. Seit 2007 läuft ein fünfjähriges Investitionsprogramm, das den jährlichen Ausstoß um etwa 150% auf 3.500 Tonnen pro Jahr vergrößern soll. Dazu werden alte Minen wiedereröffnet, neue Lagerstätten erschlossen und bestehende modernisiert.[59]

  Industrie

  Industriekomplex bei Chirchiq

In Asaka im Ferganatal produziert Uz-DaewooAvto jährlich etwa 190.000 Kleinwagen (Stand: 2009) der Typen Daewoo Matiz, Daewoo Nexia und Damas für den zentralasiatischen Markt. Uz-Daewoo war ehemals ein Joint-Venture von UzAvtoprom mit dem südkoreanischen Automobilhersteller GM Daewoo, ist aber seit der finanziellen Krise von Daewoo 1998 komplett in usbekischer Hand. Seit Oktober 2007 ist General Motors ein Joint Venture mit UzAvtoprom unter dem Namen GM Daewoo Auto & Technology Uzbekistan eingegangen (siehe: GM Uzbekistan). Im Februar 2008 wurden weitere Vereinbarungen unterzeichnet, wobei GM 25% des Joint Ventures hält. Im Werk von UzAvtoSanoat werden bereits die Modelle Chevrolet Captiva, Epica und Tacuma hergestellt. GM unterstützt UzAvtoSanoat durch sein Händlernetz, Autos der Marke Chevrolet, die in Usbekistan produziert wurden, in den Staaten der GUS zu verkaufen. Mit geplanten 5.000 Mitarbeitern sollen jährlich 250.000 Autos der Typen Chevrolet Captiva, Chevrolet Epica, Chevrolet Lacetti und Tacuma hergestellt werden.

In Taschkent findet die Produktion der Militärtransportflugzeuge Il-76 und der Passagierflugzeuge IL-114 statt, Russland ist aber bestrebt die Produktion nach Uljanowsk zu verlegen.[60]

Weiterer Maschinenbau steht meist in Zusammenhang mit der Landwirtschaft, insbesondere der Herstellung von Baumwollprodukten.

  Tourismus

Der Tourismus in Usbekistan befindet sich noch im Aufbau. Die Infrastruktur entspricht vielfach nicht den Ansprüchen eines international ausgerichteten Tourismus. Seit einigen Jahren entstehen allerdings immer mehr private Pensionen, die heute eine gewisse Konkurrenz zu den alten Hotels aus sowjetischen Zeiten darstellen. Derzeit ist der meiste Tourismus entlang der Seidenstraße zu finden, die das Land in fast der gesamten Länge durchzieht. Beliebte Reiseziele sind die antiken Städte Samarkand, Buchara und Xiva. Optimale Reisezeiten sind Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober), da der Sommer zu heiß ist. Im Chatkal-Nationalpark ist zudem Wintersport in Form von Heliskiing möglich. Zentren des inländischen Tourismus sind u. a. Chimgon und Berldersoy, die als leicht erreichbares Erholungsgebiet für die Bevölkerung Taschkents dienen.

  Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 10,48 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 10,54 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,2 % des BIP.[2]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 2,9 Mrd. US-Dollar oder 9,6 % des BIP.[2]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  Außenwirtschaft und Außenwirtschaftspolitik

Usbekistans Integration in den Welthandel wird durch die prononcierte Importsubstitutionspolitik des Landes behindert. Ein wichtiger Grund für diese Politik ist die Tatsache, dass Usbekistan kapitalintensive Industrien (beispielsweise die Automobilindustrie) aufgebaut hat, obwohl im Land das Kapital relativ knapp ist. Ein anderer Grund ist die veraltete Technik in anderen Industriezweigen. Die in diesen Fabriken produzierten Güter würden einem freien Wettbewerb mit importierten Gütern nicht standhalten können. Daher wird die usbekische Produktion durch hohe, teilweise prohibitive Importzölle geschützt.[62]

Der Zustrom ausländischen Kapitals, insbesondere in Form von Direktinvestitionen, ist geringer als in allen anderen Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion. Die Auswanderung von Arbeitskräften, insbesondere von qualifizierten Arbeitskräften, ist hingegen sehr hoch.[62]

  Infrastruktur

  Verkehr

  Bahnhof von Taschkent (2006)

Usbekistan verfügt im Vergleich zu seinen Nachbarn über eine relativ gute Infrastruktur, wenn auch die geographische Lage als „doppelter Binnenstaat“ durch den mangelnden Zugang zum Meer Restriktionen auf den Güterverkehr setzt.

Die verkehrlich dominierende Eisenbahn wird von der staatlichen Oʻzbekiston Temir Yoʻllari (UTY) betrieben. Das Schienennetz wurde seit 1991 um rund 500 Kilometer auf eine Länge von etwa 3.950 Kilometer (Stand: 2007) erweitert. Die neu gebauten Strecken waren vielfach nötig, um Transitfahrten durch Nachbarstaaten zu vermeiden. Der Großteil des Schienennetzes ist eingleisig und wird erst in der Zukunft erweitert werden. Seit 2003 verkehrt zwischen Taschkent und Samarkand der Registon mit einer Fahrtzeit von 3 Stunden und 40 Minuten und seit 2005 der Sharq zwischen Taschkent und Kogon (nahe Buchara) mit einer Fahrtzeit von 7 Stunden. Im Juli 2011 wurde der erste 250 km/h schnelle Talgozug geliefert, der die Fahrzeit Taschkent–Samarkand auf zwei Stunden verkürzen wird.[63] Daneben gibt es noch einen weiteren Zug mit westlichen Standards, den Zug 49/50 als tägliche Tagesrandverbindung Samarkand – Taschkent – Samarkand. Die Strecken um Taschkent, also im Wesentlichen nach Samarkand und in das benachbarte Kasachstan, wurden mit Einführung der neuen Züge elektrifiziert.[64][65] Taschkent besitzt zudem seit 1977 eine U-Bahn mit einem 39 km umfassenden Netz (Stand: 2007).

Die Länge des Straßennetzes beträgt über 81.600 Kilometer, wovon 71.237 Kilometer mit festem Fahrbahnbelag ausgestattet sind (Stand: 2007). Von herausragender Bedeutung ist die Strecke TaschkentSamarkandBucharaUrganch-Nukus entlang der alten Seidenstraße. Die Autobahn M-39 (Almaty, Kasachstan-Taschkent-Samarkand-Termez) führt in einem Abschnitt zwischen Taschkent und Samarkand durch kasachisches Gebiet und muss daher für den Transit zwischen beiden Städten umfahren werden. Die Autobahn M-37 verbindet Samarkand mit Buchara und führt weiter nach Aschgabat in Turkmenistan. Zwischen Buchara und Urganch führt eine nicht richtungsgetrennte Hauptstraße (A-380) durch die Wüste. Diese Strecke ist mit Ausnahme des Teilabschnittes Buchara-Urganch Teil der Europastraße 40 (Letzteres zwischen Buchara und Urganch durch turkmenisches Gebiet), die auch zwischen dem Kaspischen Meer und Aralsee nordwestlich aus dem Land hinaus nach Kasachstan führt, dort aber nur als „unbefestigte Piste“ vorhanden ist. Weitere Autobahnen auf usbekischem Gebiet sind die M-34 von Taschkent über Guliston nach Duschanbe in Tadschikistan, die M-41 von Termez über Duschanbe ins kirgisische Gebiet.

1.100 Kilometer der Wasserwege sind schiffbar. Die starken Wasserentnahmen aus dem Amudarja schränken den Schiffsverkehr jedoch stark ein. Der einzige nennenswerte Hafen befindet sich in Termiz.

Usbekistan besitzt eine staatliche Fluggesellschaft Uzbekistan Airways (usbek. Oʻzbekiston havo yoʻllari), welche sowohl Binnenflüge wie auch internationale Flüge, so unter anderem nach Frankfurt anbietet. Taschkent verfügt über einen internationalen Flughafen. Auch Nukus, Urganch, Samarkand und Buchara werden von Moskau aus angeflogen.

  Energieversorgung

Die Stromversorgung in Usbekistan erfolgt mit den auch in Europa üblichen 220 Volt Netzspannung und 50 Hz Netzfrequenz. Produziert wird der Strom in Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerken. Die Chorvoq-Talsperre liefert beispielsweise einen Teil des Stromes für Taschkent und Chirchiq.

In weiten Teilen Taschkents existiert ein Fernwärmenetz, welches die Versorgung mit Heißwasser sichert. Viele Haushalte sind zudem an das Gasnetz angeschlossen.

Die Energieversorgung gilt in den Städten als zuverlässig, nicht jedoch auf dem Land. Es kommt dort häufiger zu Stromausfällen.

  Telekommunikation und Post

Das Telekommunikationsnetz stammt zu weiten Teilen noch aus sowjetischer Zeit und bedarf somit dringender Modernisierung. Die staatliche Telefongesellschaft Uzbektelecom hat zur Modernisierung des Netzes einen Kredit der japanischen Regierung über 110 Mio. USD in Anspruch genommen. Zu den etwa 1,821 Mio. Telefonanschlüssen (Stand: 2007) kommen 12,65 Mio. Mobilfunkanschlüsse (Stand: Januar 2009). Es gibt fünf Mobilfunkprovider: Die usbekischen Firmen UCell (ehemals Coscom), Uzmobile und Perfectum Mobile, sowie die russischen Unternehmen Mobile TeleSystems (MTS) und VimpelCom mit dem Markennamen Beeline (ehemals Unitel). Ein landesweiter Ausbau des GSM-Netzes steht allerdings noch aus, UCell hat hierzu im November 2007 einen Vertrag mit Nokia Siemens Networks abgeschlossen.[66] Die Mobilfunkbetreiber planen 2009 etwa 200 Mio. USD in den Netzaufbau von UMTS und WiMAX und in Modernisierung der Netze zu investieren. Ende 2008 soll UMTS in Taschkent in den Regelbetrieb gehen.[67]

Usbekistan ist mit Überland- und Funkleitungen über Kasachstan und Russland an internationale Netze angeschlossen. Derzeit befindet sich das Trans-Asia-Europe-Glasfasernetz (TAE) im Aufbau, das sich an der Seidenstraße orientierend von Frankfurt (Main) bis nach Shanghai erstreckt.[68]

Bisher gibt es in Usbekistan nur knapp 38.200 Internetanschlüsse (Stand: 2008). Die Internetanschlüsse sind derzeit für große Teile der Bevölkerung noch kaum erschwinglich. So kostet ein ADSL-Anschluss mit 1 MBit/s Datenübertragungsrate und 2 GB Traffic etwa 40 USD pro Monat. Viele Usbeken sind daher auf die Nutzung von Internetcafés angewiesen und so erreicht die Zahl der Internetnutzer 2.460.000 Personen (Stand: Januar 2009). Die derzeitigen Engpässe bei der internationalen Anbindung machen sich auch bei der Nutzung von Internet in Usbekistan bemerkbar.

Die usbekische Post ist kaum mit der Post in Europa vergleichbar. Eine Zustellung bis an den privaten Briefkasten erfolgt in der Regel nicht. Allerdings kann die Post problemlos in alle Welt verschickt werden. Eine Briefsendung nach Deutschland benötigt in der Regel zwischen einer und drei Wochen. Die usbekischen Briefmarken sind meist äußerst liebevoll mit Motiven aus Kultur und Tierreich gestaltet.

  Kultur

  Antiker Susani (Seidenteppich) im Kunstmuseum von Taschkent
  Eingang zum Ulugh-Beg-Observatorium (Museum) in Samarkand

Im Unterschied zu den Bevölkerungen in den Nachbarländern Kasachstan, Kirgisistan und Turkmenistan, die bis heute im Nomadentum wurzeln und lange nur oberflächlich islamisiert waren, war die Region des heutigen Usbekistan schon seit dem frühen Mittelalter ein Kerngebiet islamischer Kultur. Wesentlich dafür war die hochentwickelte, persisch geprägte Stadtkultur. Insbesondere die alten Zentren in der heutigen Landesmitte, Buchara und Samarkand, haben kulturell eine außergewöhnliche Geschichte. Sie brachten viele bedeutende Philosophen, Wissenschaftler und Theologen hervor. Die berühmtesten sind:

Die Sprache und Kultur Persiens wird noch heute von vielen Menschen im Umkreis dieser Städte gepflegt, während sich die Staatssprache Usbekisch aus osttürkischen Idiomen entwickelte. Der größte Dichter des Landes, Mir Ali Sher Nava'i im 15. Jahrhundert, stammte aus Herat und hat auf Tschagataiisch und Persisch gedichtet.

Zu den ältesten und wichtigsten kulturellen Überlieferungen des Landes gehört das traditionelle indoiranische Neujahrsfest Nouruz (usbek. Navroʻz), das im Frühling feierlich begangen wird. Navroʻz ist ein gesetzlicher Feiertag.

  Medien

In Usbekistan erscheinen drei national verbreitete Tageszeitungen, darunter die turkmenischsprachige Khalk suzi und die russischsprachige Prawda Wostoka (russisch Правда Востока). Der Anteil der Tageszeitungsleser beträgt etwa drei Leser pro 1000 Einwohner.[69] Das Fernsehen ist staatlich, es werden zwei Programme ausgestrahlt.

Der staatliche Rundfunksender UzTV besteht aus vier Fernsehkanälen, wovon drei landesweit übertragen werden. Die private Fernsehgesellschaft Kamalak-TV ist für die Übertragung ausländischer Fernsehsender zuständig, bietet aber auch eigene Sender an. Seit September 2008 werden in Taschkent die Programme auch über DVB-T verbreitet. Für die Zukunft ist ein landesweiter Ausbau von DVB-T und DVB-H geplant.[70]

Neben den staatlichen Radiosendern haben sich Mitte der 90er-Jahre auch einige private Sender etablieren können. Der Sendebetrieb findet ausschließlich auf dem FM-Band statt.[71]

In der Rangliste der Pressefreiheit 2009 von Reporter ohne Grenzen rangiert Usbekistan auf Platz 160 von 175 Ländern.[72]

  Küche

  Plov
Hauptartikel: Usbekische Küche

Die usbekische Küche ist sehr abwechslungsreich, so zählt sie mehr als tausend Gerichte[73] und das obwohl sie unter dem Einfluss der allgemeinen Landwirtschaft steht. Typisch für die usbekische Küche sind Suppen wie Shoʻrva und Naryn, dem Bachor (Salat), den Hauptgerichten Plov oder Manti als auch Lagʻmon – was sowohl als Hauptgericht als auch als Nachspeise gereicht wird – und Halva. Ganzjährig wird vor allem grüner Tee (koʻk choy) in Teehäusern, den sogenannten Choyxonas, getrunken. Im Sommer dagegen werden Ayron, ein gekühlter Joghurt, und Fruchtsäfte bevorzugt. Alkoholische Getränke finden im Allgemeinen keinen großen Zuspruch, außer Wein, von dem, für ein überwiegend muslimisch bevölkertes Land, ausgesprochen viel getrunken wird.

Die Geschichte der usbekischen Küche, bzw. die Herkunft der verschiedenen usbekischen Gerichte, lässt sich teilweise mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen.[74] Daher lassen sich die auch noch heute üblichen traditionellen Rituale beim Zubereiten der Speisen erklären. Heute wie auch vor mehreren Jahrhunderten ist die usbekische Küche aufgrund der Lage, Sprache, Kultur und Religion des Landes eng mit der orientalischen Küche und der anderer turksprachiger Länder verbunden.

  Literatur

  • Bernhard Chiari, Magnus Pahl (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte: Usbekistan. Paderborn, München, Wien, Zürich, Ferdinand Schöningh 2009, ISBN 978-3-506-76880-3, Download 10 MB [3]
  • James Critchlow: Nationalism in Uzbekistan: a Soviet republic’s road to sovereignty. – Boulder [u. a.] : Westview Press, 1991.
  • Julia M. Eckert: Das unabhängige Usbekistan: auf dem Weg von Marx zu Timur: politische Strategien der Konfliktregelung in einem Vielvölkerstaat. – Münster: Lit, 1996. (Berliner Studien zur Internationalen Politik ; 1)
  • Jürgen Nowak: Die ethnopolitische Situation Usbekistans. – Köln: Bundesinst. für Ostwiss. und Internat. Studien, 1995. (Berichte des Bundesinstituts für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien ; 1995,30)
  • Resul Yalcin: The rebirth of Uzbekistan: politics, economy and society in the post-Soviet era. 1. ed. – Reading [u. a.] : Garnet [u. a.], 2002.
  • Judith Peltz: Usbekistan entdecken. Entlang der Seidenstraße nach Samarkand, Buchara und Chiwa. Trescher Verlag, Berlin 2005 (4. Auflage), ISBN 3-89794-077-9.
  • Britta Wollenweber, Peter Franke: Usbekistan – Land zwischen Orient und Okzident. Der Reiseführer für den Hintergrund. Wostok Verlag, Juli 2007 (2. Auflage), ISBN 3-932916-34-4

  Einzelnachweise

  1. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2009
  2. a b c d e f g h i CIA World Factbook
  3. [1] (abgerufen am 28. Juni 2009)
  4. Atlas of the Soviet Central Asian Republics, Geodesy and Cartography Authority. Moskau 1988 (Russisch)
  5. Initial Communication of the Republic of Uzbekistan (englisch)
  6. Staaten nach Klimazonen auf lexas.net (abgerufen am 28. Juni 2009)
  7. traveling-world.de - Usbekistan: Lage und Natur
  8. Informationen zu Usbekistan auf Sogda-tour.com
  9. Destabilisierungs- und Konfliktpotential prognostizierter Umweltveränderungen in der Region Zentralasien bis 2020/2050.
  10. Ferghana.Ru – Rainfall control may double Uzbekistan's water resources (englisch)
  11. Pressemitteilung des Staatlichen Komitees der Republik Usbekistan für Statistik vom 24. Januar 2012 (englisch)
  12. Country report on Uzbekistan, United States Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor here.
  13. Rahim Masov: The History of the Clumsy Delimitation, Irfon Verlag, Duschanbe 1991. Englische Übersetzung: The History of a National Catastrophe, Iraj Bashiri 1996.
  14. Uzbekistan: Treatment of ethnic Tajiks and the state protection available to them (2003 - 2005). The UN Refugee Agency
  15. amnesty.org - Uzbekistan: Briefing on human rights situation
  16. Richard Foltz, "The Tajiks of Uzbekistan", Central Asian Survey, 15(2), 213-216 (1996)
  17. Ethnic Composition and Discriminations by David Carlson, Harvard University
  18. Usbekistan. Open Doors
  19. Amnesty Report 2010 Usbekistan. Amnesty International
  20. Uznews.net – Uzbek authorities continue to suppress religion
  21. Judith Peltz: Usbekistan entdecken. Entlang der Seidenstraße nach Samarkand, Buchara und Chiwa. Trescher Verlag, Berlin 2005 (4. Auflage), ISBN 3-89794-077-9., S. 33ff.
  22. Usbekistan: Die wichtigsten Orte mit Statistiken zu ihrer Bevölkerung. World Gazetteer
  23. [2] (abgerufen am 28. Juni 2009)
  24. uznews.net - Uzbekistan bans private health services
  25. Grégoire Frumkin: Archaeology in Soviet Central Asia. Brill Archive, 1970
  26. Regions of Uzbekistan, statoids.com
  27. FAZ, 25. Mai 2005
  28. Focus.de – EU hebt Reiseverbote gegen usbekische Funktionäre auf
  29. Thomas Latschan (28. Oktober 2010): EU kippt Waffenembargo gegen Usbekistan. Deutsche Welle. Abgerufen am 7. März 2011.
  30. mansurovs.com - Constitution of Uzbekistan (abgerufen am 17. Oktober 2009)
  31. OSCE - OSCE/ODIHR Limited Election Observation Mission Final Report (abgerufen am 17. Oktober 2009)
  32. Welt.de - Dem Diktator gebührt Respekt (abgerufen am 17. Oktober 2009)
  33. uza.uz - Islam Karimov receives 88.1% votes at presidential elections (abgerufen am 19. Oktober 2009
  34. Karimow gewinnt Präsidentschaftswahl in Usbekistan haushoch Swissinfo, 24. Dezember 2007
  35. a b dw-world.de - Usbekistan: Parlamentswahlen ohne Opposition? (abgerufen am 19. Oktober 2009)
  36. Staatsfeinde schaffen - Religiöse Verfolgung in Usbekistan. Human Rights Watch, März 2004, (Pdf)
  37. Leufgens, Jochen, 2011:Nachgefragt: Usbekistan in Monitor vom 27. Januar 2011, abgerufen am 11. Februar 2011.
  38. Human Rights Watch: Usbekistan: Folter tief im Strafjustizsystem verwurzelt. UN-Komitee soll Taschkent zur öffentlichen Verurteilung und Beendigung von Folter drängen vom 6. November 2007, abgerufen am 11. Februar 2011.
  39. Deutsche Botschaft in Usbekistan
  40. Artikel in Eurasisches Magazin
  41. Why the US won't admit it was jilted. The Guardian, 3. August 2005
  42. bundesheer.at - Usbekistan (abgerufen am 28. Juni 2009)
  43. The World Defence Almanac 2006, Mönch Publishing Group, Bonn 2006
  44. IISS Military Balance 2007, p.327
  45. Jung reist nach Usbekistan und Afghanistan (abgerufen am 12. März 2009)
  46. http://uza.uz/de/society/232/
  47. SOATO (Klassifizierungsschlüssel der Verwaltungsgliederung) bei der Statistikbehörde Usbekistans (gepackte dBASE-Datei)
  48. http://www.stat.uz 2011
  49. IFC Survey Report: Business Environment as seen by small and medium enterprises, 2009, http://www.ifc.org/research/
  50. IMF.org - World Economic Outlook Database, April 2009 (abgerufen am 17. Oktober 2009)
  51. Usnews.net – Uzbekistan harvests
  52. USDA (United States Department of Agriculture): Foreign Agricultural Service – Production, Supply and Distribution Online
  53. uza.uz - 3.4 million tons of cotton harvested in Uzbekistan (abgerufen am 30. Oktober 2009)
  54. EJF - Still in the fields
  55. uznews.net - Schoolchildren sent to pick cotton in Samarkand Region (abgerufen am 17. Oktober 2009)
  56. Uzbekistan.de - Das geostrategische Potential
  57. Ausländische Investoren erschließen neue Öl- und Gasquellen in UsbekistanUsbekistan – Energiewirtschaft 2006
  58. Uzbekistan.de – Bau der Usbekistan–China–Gaspipeline gestartet
  59. Ferghana.Ru – Uzbekistan Boosts Uranium Production With Continuing 5-Year Program
  60. Russland holt IL-76 zurück nach Ulyanowsk
  61. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  62. a b Abror E. Azimov und Hans-Heinrich Bass, Research in Development Economics: Economic Diversification and Innovation in Uzbekistan, in: Hans-Heinrich Bass und Hans-Martin Niemeier (eds.), Institute for Transport and Development, Annual Report 2011/2012, Bremen: Hochschule Bremen, S. 16
  63. High-speed electro-train "Afrosiyob" arrived in Tashkent. 25. Juli 2011, abgerufen am 27. Juli 2011 (englisch).
  64. Private Seite zur usbekischen Eisenbahn (englisch)
  65. Offizielle Webseite der Usbekischen Eisenbahn
  66. Coscom will renew its entire mobile network in Uzbekistan
  67. Usbekischer Markt für Mobiltelefonie legt kräftig zu
  68. Fibre Optical Cable System Trans Asia Europe (TAE) – Historical reference
  69. http://dev.prenhall.com/divisions/hss/worldreference/UZ/media.html
  70. Kathrein liefert DVB-T-Antenne nach Usbekistan
  71. Mediensystem: Usbekistan
  72. Rangliste der Pressefreiheit weltweit von Reporter ohne Grenzen
  73. Oriental Express Central Asia
  74. Reiserat.de zur usbekischen Küche

  Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Usbekistan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Usbekistan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Usbekistan – in den Nachrichten

41.66666666666764.066666666667Koordinaten: 42° N, 64° O

   
         
   

 

All translations of Usbekistan


sensagent's content

  • definitions
  • synonyms
  • antonyms
  • encyclopedia

  • Definition
  • Synonym

Dictionary and translator for handheld

⇨ New : sensagent is now available on your handheld

   Advertising ▼

sensagent's office

Shortkey or widget. Free.

Windows Shortkey: sensagent. Free.

Vista Widget : sensagent. Free.

Webmaster Solution

Alexandria

A windows (pop-into) of information (full-content of Sensagent) triggered by double-clicking any word on your webpage. Give contextual explanation and translation from your sites !

Try here  or   get the code

SensagentBox

With a SensagentBox, visitors to your site can access reliable information on over 5 million pages provided by Sensagent.com. Choose the design that fits your site.

Business solution

Improve your site content

Add new content to your site from Sensagent by XML.

Crawl products or adds

Get XML access to reach the best products.

Index images and define metadata

Get XML access to fix the meaning of your metadata.


Please, email us to describe your idea.

WordGame

The English word games are:
○   Anagrams
○   Wildcard, crossword
○   Lettris
○   Boggle.

Lettris

Lettris is a curious tetris-clone game where all the bricks have the same square shape but different content. Each square carries a letter. To make squares disappear and save space for other squares you have to assemble English words (left, right, up, down) from the falling squares.

boggle

Boggle gives you 3 minutes to find as many words (3 letters or more) as you can in a grid of 16 letters. You can also try the grid of 16 letters. Letters must be adjacent and longer words score better. See if you can get into the grid Hall of Fame !

English dictionary
Main references

Most English definitions are provided by WordNet .
English thesaurus is mainly derived from The Integral Dictionary (TID).
English Encyclopedia is licensed by Wikipedia (GNU).

Copyrights

The wordgames anagrams, crossword, Lettris and Boggle are provided by Memodata.
The web service Alexandria is granted from Memodata for the Ebay search.
The SensagentBox are offered by sensAgent.

Translation

Change the target language to find translations.
Tips: browse the semantic fields (see From ideas to words) in two languages to learn more.

last searches on the dictionary :

4622 online visitors

computed in 0.344s

   Advertising ▼

I would like to report:
section :
a spelling or a grammatical mistake
an offensive content(racist, pornographic, injurious, etc.)
a copyright violation
an error
a missing statement
other
please precise:

Advertize

Partnership

Company informations

My account

login

registration

   Advertising ▼

Zentralasien. Kirgisistan, Süd Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan 1 : 1 500 0 (9.99 EUR)

Commercial use of this term

Reise Know-How KulturSchock Usbekistan - Katja Koch - 9783831722020 (14.9 EUR)

Commercial use of this term

Usbekistan / Uzbekistan 1000 Sum 2001 Unc. Pick/KM:82 (1.95 EUR)

Commercial use of this term

Mein Usbekistan von Marga Kreckel PORTOFREI (19.9 EUR)

Commercial use of this term

USBEKISTAN / UZBEKISTAN 25 Sum 1994 UNC P. 77 (1.1 EUR)

Commercial use of this term

Reise Know-How KulturSchock Usbekistan von Katja Koch PORTOFREI (14.9 EUR)

Commercial use of this term

Usbekistan von Judith Peltz / Daniel Lepetit PORTOFREI (18.95 EUR)

Commercial use of this term

Usbekistan - Judith Peltz - 9783897942516 (18.95 EUR)

Commercial use of this term

ke59018 Usbekistan Madrasah Muhammad Amin Khan Kat. Usbekistan (5.6 EUR)

Commercial use of this term

Buch: Reise Know-How KulturSchock Usbekistan von Katja Koch (14.9 EUR)

Commercial use of this term

Pauli, Ingeborg: Usbekistan (13.8 EUR)

Commercial use of this term

Usbekistan - Ingeborg Pauli - 9783842364868 (13.8 EUR)

Commercial use of this term

Teetasse Tee Trinkschale PIALA Samowar Samovar Kirgisien Kasachstan Usbekistan (39.0 EUR)

Commercial use of this term

Touristenzentren Usbekistan, Autorenkollektiv: (17.0 EUR)

Commercial use of this term

USBEKISTAN / UZBEKISTAN 50 Sum 1994 UNC P. 78 (1.0 EUR)

Commercial use of this term

Zentralasien - Usbekistan, Kirgisstan, Tadschikistan, Turkmenistan, Kasachstan. (23.95 EUR)

Commercial use of this term

Reise durch Zentralasien - Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan. Kr (11.95 EUR)

Commercial use of this term