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Wolf (n.m.)

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Wolf

                   
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wolf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wolf
Wolf (Canis lupus)

Wolf (Canis lupus)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Canis
Art: Wolf
Wissenschaftlicher Name
Canis lupus
Linnaeus 1758

Der Wolf (Canis lupus) ist eine Raubtierart aus der Familie der Hunde (Canidae). Wölfe leben und jagen im Rudel, Hauptbeute sind mittelgroße bis große Huftiere. Die Art war früher in ganz Europa verbreitet, wurde jedoch in West- und Mitteleuropa weitgehend ausgerottet. Deutschland wurde erst Ende der 1990er Jahre wieder besiedelt, im Jahr 2000 wurden erstmals Welpen nachgewiesen. Wölfe haben schon frühzeitig Eingang in die Mythen und Märchen vieler Völker gefunden, sie zählen daher zu den bekanntesten Raubtieren.

Inhaltsverzeichnis

  Merkmale

Grundsätzlich ähnelt der Wolf einem großen Haushund, wobei der Rumpf im Vergleich zu ähnlich gebauten Haushunden länger und der Brustkorb höher, aber schmaler ist. Der Kopf ist relativ groß, die Stirn ist breit. Die Augen setzen schräg an, die Ohren sind eher kurz. Der buschige Schwanz hat etwa ein Drittel der Kopf-Rumpf-Länge.[1]

Die Färbung ist sehr variabel, es gibt weiße, cremefarbene, dunkle, gelbliche, rötliche, graue und schwarze Wölfe. In den gemäßigten Zonen Europas und Asiens überwiegen graue Wölfe, die nördlichen Populationen zeigen größere Anteile schwarzer und weißer Tiere. Meist überwiegen dunkle Haare auf dem Rücken und dem Schwanz. Bauch, Beine und Schnauze sind meist deutlich heller gefärbt. Nach genetischen Untersuchungen beruht die schwarze Fellfarbe bei Grauwölfen auf einer Mutation, die zuerst unter Haushunden auftrat und später in die Wolfspopulation eindrang.[2]

  Wolf im Profil (C. l. lupus)

Maße und Gewichte des Wolfes sind aufgrund seines ausgedehnten Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich (siehe Bergmannsche Regel): Die größten Wölfe in den Waldzonen Lettlands, Weißrusslands, Alaskas und Kanadas erreichen eine Kopfrumpflänge von bis zu 160 cm, der Schwanz ist zusätzlich bis zu 52 cm lang. Die Schulterhöhe beträgt etwa 80 cm. Diese Wölfe können bis zu 80 kg wiegen.

Die kleinsten Wölfe leben im vorderen Orient und auf der Arabischen Halbinsel; ihre Körperlänge beträgt etwa 80 cm bei einem Gewicht von rund 20 kg und einer Schwanzlänge von etwa 29 cm. Die Weibchen sind um 2 bis 12 % kleiner als die Rüden und 20 bis 25 % leichter.

Mitteleuropäische Wölfe liegen zwischen diesen Extremen. Männliche polnische Wölfe aus dem Białowieża-Urwald hatten eine Kopf-Rumpf-Länge von im Mittel 119 cm und eine Schulterhöhe von 70-90 cm, Weibchen aus demselben Gebiet eine mittlere Kopf-Rumpf-Länge von 111 cm (Extreme 97-124 cm) und eine Schulterhöhe von 60-80 cm. Männchen aus dem Südosten Polens wogen 35-67 kg, Weibchen 27-50 kg.[3]

  Unterschiede zum Haushund

Haushunde sind domestizierte Formen des Wolfes und gehören daher ebenso wie der Dingo der gleichen Art (Canis lupus) an. Anhand einiger charakteristischer Merkmale ist die Unterscheidung von Wölfen und Haushunden meistens möglich, wobei das Ausmaß der Unterschiede je nach Hunderasse stark variieren kann. In einigen Fällen ist es allerdings sehr schwierig festzustellen, ob ein Individuum ein zu 100 % reiner Wolf bzw. Haushund ist.

  Morphologische und anatomische Unterschiede

Wölfe tragen ihren Schwanz meist waagerecht oder etwas gesenkt, Hunde hingegen oft nach oben oder eingerollt. Wölfe haben eine Violdrüse an der Oberseite des Schwanzes, die bei vielen Hunden fehlt bzw. reduziert auftritt, bei anderen aber ein weites Drüsenfeld bildet.[4] Insbesondere am Schädel lassen sich zahlreiche Unterschiede zwischen Wolf und Hund feststellen, dies betrifft unter Anderem die Form der Augenhöhle, der Ohrmuschel, des Praesphenoids, des Basis vomerus, der Fissura petrobasialis sowie die Form des Unterkiefers und die Anordnung der Schneidezähne im Unterkiefer.

  Weitere Unterschiede

Wölfe bekommen nur einmal jährlich Nachwuchs, Hunde meist zweimal. Bei der Entscheidung, ob Fährten Hunden oder Wölfen zuzuordnen sind, hilft der Verlauf dieser Fährten. Wölfe setzen im Schnee ihre Hinterpfoten in die Abdrücke der Vorderpfoten, im Rudel laufen sie hintereinander und setzen ihre Pfoten in die Abdrücke des Vorderwolfes. Daher entsteht oft der Eindruck, dass man der Spur eines einzelnen Wolfes folgt, bis sich die Fährte plötzlich in mehrere Individualfährten aufteilt.

  Verbreitung und Lebensraum

  Verbreitung des Wolfes
(grün = aktuell, rot = ehemalig)

Der Wolf war bis zur Entwicklung von Land- und Herdenwirtschaft das am weitesten verbreitete Raubtier der Erde. Er war in ganz Europa und Asien bis nach Nordafrika sowie in Nordamerika beheimatet. In weiten Teilen dieses einst riesigen Verbreitungsgebietes, besonders im westlichen Europa und in Nordamerika, wurde die Art durch menschliche Verfolgung ausgerottet. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Kanada, Sibirien, der Mongolei, und zu einem geringeren Grade dem Iran gibt es noch größere zusammenhängende Populationen. Ansonsten ist der Wolf heute nur in isolierten Beständen (manche umfassen weniger als 100 Tiere) anzutreffen.

Wölfe bewohnen eine Vielzahl von Habitaten. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit lässt sie in der arktischen Tundra ebenso leben wie in den Wüsten Nordamerikas und Zentralasiens. Die meisten Wölfe bewohnen Grasland und Wälder. Dass sie vor allem als Waldtiere bekannt wurden, liegt daran, dass der Mensch sie in großen Teilen des Verbreitungsgebietes frühzeitig aus offeneren Landschaften vertrieben hat.

  Systematik

Nach Bibikow ist die Unterartengliederung bis heute umstritten; seit 1985 gibt es Versuche einer genetischen Revision der Unterarten des Wolfes (Mitochondrial DNA Method). In den letzten Jahren hat man sich weitgehend auf eine Einteilung in dreizehn lebende und zwei ausgestorbene Unterarten geeinigt. Haushund (Canis lupus familiaris), sowie Neuguinea-Dingo (Canis lupus hallstrom) und australischer Dingo (Canis lupus dingo) sind durch Domestizierung entstandene Unterarten des Wolfs. Wegen ihrer teilweise erheblichen domestikationsbedingten Unterschiede zu den Wildformen wird auf die betreffenden Einzelartikel verwiesen.

Unterarten (Auswahl):

  Polarwolf (Canis lupus arctos)
  Timberwolf (Canis lupus lycaon)
  Arabischer Wolf (Canis lupus arabs)
  • Polarwolf (C. lupus arctos); kanadische Arktis, Grönland; mittelgroß, weiß oder cremeweiß mit langem Fell; legal bejagt, stabil
  • Timberwolf (C. l. lycaon); Südostkanada, östliche USA; größere Unterart, sehr variable Fellfarbe von weiß bis schwarz, meist jedoch braun; in Teilen Kanadas legal bejagt, gefährdet
  • Buffalo Wolf (Canis l. nubilus); südliche Rocky Mountains, Mittlerer Westen, Ost- und Nordostkanada, südwestlichstes Kanada und Südost-Alaska; mittelgroß, meist grau, schwarz, gelbbraun oder rötlich; in Teilen Kanadas legal bejagt, stabil
  • Mackenzie-Wolf (C. l. occidentalis); Alaska, nördliche Rocky Mountains, West- und Zentralkanada; sehr groß; meist schwarz oder ein gemischtes grau oder braun, allerdings ist das gesamte Farbspektrum vertreten; diese Unterart wurde 1995 im Yellowstone-Nationalpark und in Idaho wiedereingeführt; legal in Alaska und Teilen Kanadas bejagt, sonst geschützt, stabil
  • Mexikanischer Wolf (C. l. baileyi); Zentral-Mexiko, West-Texas, südliches Neu-Mexiko und Arizona; kleinere Unterart, meist gelbbraun oder rostfarben; seit 1998 in Arizona wieder eingeführt, die Zahl der wildlebenden Tiere beträgt 35-50; vom Aussterben bedroht und geschützt
  • Tundrawolf (C. l. albus); nördliches Russland, Sibirien; relativ groß, typischerweise cremeweiß oder grau; legal bejagt, stabil
  • Russischer Wolf (C. l. communis); Zentral-Russland; sehr groß; legal bejagt; stabil oder rückläufig
  • Eurasischer Wolf (C. l. lupus); Europa, Skandinavien, Russland, China, Mongolei, Himalaya; durchschnittlich groß, gewöhnlich kurzes, graubraunes Fell; die am weitesten verbreitete Unterart Europas und Asiens, geschätzte Zahl 100.000; in einigen Gebieten legal bejagt, in anderen geschützt, stabil
  • Iberischer Wolf (C. l. signatus); Spanien und Nordportugal; mittelgroß; gewöhnlich graubraunes Fell mit einem charakteristischen Paar dunkler Markierungen an seinen vorderen Beinen und Weißmarkierungen auf den oberen Lippen; gering gefährdet, in Nordspanien teilweise bejagt, sonst geschützt, stabil
  • Italienischer Wolf (C. l. italicus); Italienische Halbinsel; mittelgroß; Färbung variabel; stark gefährdet und geschützt
  • Kaspischer Wolf (C. l. cubanensis); zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer; relativ klein; als Schädling verfolgt, stark gefährdet, rückläufig
  • Hokkaido-Wolf (C. l. hattai); japanische Insel Hokkaido; kleinere Unterart; 1889 aufgrund von Nachstellungen mit Gift ausgestorben
  • Honshu-Wolf (C. l. hodophilax); japanische Inseln Honshu, Shikoku und Kyushu; kleinste bekannte Unterart; 1905 durch Tollwut und menschliche Nachstellung ausgestorben
  • Arabischer Wolf (C. l. arabs); Saudi-Arabien, Jemen, Oman; sehr kleine Unterart, meist braun mit kurzem Fell; wird als Schädling verfolgt, vom Aussterben bedroht, rückläufig
  • Ägyptischer Wolf (C. l. lupaster); Nordafrika; kleine, schlanke Unterart; Fell meist silbernes bis meliertes grau oder braun; sehr selten, vom Aussterben bedroht.
  • Tibetischer Wolf (C. l. chanco); Aus dem Gebiet zwischen Transkaspien und dem Fernen Osten beschrieben, allerdings nicht monophyletisch; Wölfe des Himalaya-Gebietes zwischen Kaschmir, Ost-Nepal und Tibet, die ursprünglich dieser Unterart zugerechnet wurden, unterscheiden sich genetisch deutlich von anderen Wölfen Nordeurasiens und Nordamerikas, aber auch von Indischen Wölfen[5]. Diese Himalaya-Wölfe könnten möglicherweise eine eigene Art C. himalayensis darstellen[6].
  • Indischer Wolf (C. l. pallipes); Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien; sehr kleine Unterart; typischerweise gelbbraun, sandfarben oder rötlich mit sehr kurzem, dichten Fell; als Schädling verfolgt, stark gefährdet, rückläufig. Stellt möglicherweise eine eigenständige Art dar[7].

Eng verwandt mit dem Wolf sind der Rotwolf (Canis rufus) aus Nordamerika (der vielleicht ein Hybride aus Wolf und Kojote ist), der Kojote (Canis latrans) und der Äthiopische Wolf (Canis simensis). Eine bisher nicht erkannte Form des Wolfs oder zumindest ein enger Verwandter scheint darüber hinaus in Ägypten vorzukommen. DNA-Analysen ergaben, dass sich die ägyptische Unterart des Goldschakals (Canis aureus lupaster) genetisch stark von anderen Goldschakalen unterscheidet. Diese ägyptischen Schakale, deren Ähnlichkeit zu Indischen Wölfen (Canis lupus pallipes) bereits im 19. Jahrhundert von Zoologen bemerkt wurde, fallen genetisch in die engere Verwandtschaft der Wölfe. Sie sind auch deutlich größer und langbeiniger als typische Goldschakale. Dabei bildet der ägyptische Canide, wie der Indische Wolf und der Himalaya-Wolf auch, offenbar einen basalen Zweig innerhalb der Wölfe. Neben den ägyptischen Tieren wurden Vertreter dieser Form auch im Hochland von Äthiopien 2500 km südöstlich nachgewiesen[8].

  Lebensweise

  Soziale Organisation

  Wolf im Nationalpark Bayerischer Wald

Obwohl man auch einzelne Wölfe in der Wildnis antrifft, ist die normale Sozialordnung des Wolfes das Rudel. Das Wolfsrudel besteht im Regelfall aus dem Elternpaar und deren Nachkommen, es handelt sich also um eine Familie. Wölfe werden erst mit zwei Jahren geschlechtsreif (Haushunde schon mit 7 bis 11 Monaten) und verbleiben bis zur Geschlechtsreife bei den Eltern. Die vorjährigen Jungwölfe unterstützen das Elternpaar bei der Aufzucht der neuen Welpen. Unter normalen Bedingungen besteht ein Rudel im Herbst also aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus demselben Jahr. Mit Erreichen der Geschlechtsreife wandern die Jungwölfe in der Regel aus dem elterlichen Territorium ab und suchen sich ein freies Revier, wo sie mit einem auf der Wanderung getroffenen und ebenso ausgewanderten Jungwolf als Partner eine eigene Familie gründen.[9] Die Elterntiere sind grundsätzlich dominant gegenüber ihrem Nachwuchs, Kämpfe um die Rangordnung gibt es daher nicht. Eine Paarung verwandter Tiere findet üblicherweise auch dann nicht statt, wenn keine anderen Sexualpartner zur Verfügung stehen, denn der Rüde verweigert eine solche Paarung.

In der Literatur findet sich häufig die Darstellung einer streng hierarchischen Rangordnung mit einem dominanten Alpha-Paar, das in der Regel die Nachkommen des Rudels zeugt, einer Gruppe nachgeordneter Tiere und einem schwachen Tier am Ende der Rangordnung in der Rolle des „Prügelknaben“ oder Omega-Wolfs. Diese Darstellungen sind das Ergebnis der Forschung an Wölfen in Gefangenschaft und keinesfalls auf natürliche Verhältnisse übertragbar. In Gefangenschaft wurden meist Wölfe unterschiedlicher Herkunft oder Familiengruppen zusammengesperrt und gezüchtet. Hier ist weder eine Abwanderung mit Erreichen der Geschlechtsreife, noch die (mit der Abwanderung verbundene) Vermeidung von Verpaarungen verwandter Tiere möglich. In diesen in Gefangenschaft gehaltenen Rudeln sind daher Auseinandersetzungen häufig.

  Heulender Wolf

  Raumorganisation

Wolfsrudel leben im Normalfall in festen Revieren, die sowohl gegen andere Rudel als auch gegen einzelne Artgenossen abgegrenzt und falls nötig auch vehement verteidigt werden; die Reviere benachbarter Rudel überschneiden sich daher meist nur minimal. Die Größe der Reviere wird im Wesentlichen durch die Größe der Beutetierarten und die Zahl der Beutetiere bestimmt. Die durchschnittliche Größe der Reviere variiert daher von Region zu Region stark und reicht von einigen Dutzend bis zu 13.000 Quadratkilometern. Aus Mitteleuropa liegen bisher nur Werte aus Polen vor, dort wurden Reviergrößen zwischen 150 und 350 km² festgestellt[10], im Białowieża-Wald waren die Reviere von vier Rudeln im Mittel 238 km² groß.[11] Zur Abgrenzung der Reviere werden vor allem Harnmarkierungen benutzt. Bei ihren Wanderungen durch das Revier setzen Wölfe etwa alle 350 m mit erhobenem Bein Harnmarken ab. Dafür werden markante Objekte wie einzelne Bäume, Sträucher, Steine oder Pfosten ausgesucht. Im Bereich der Reviergrenzen wird besonders intensiv markiert. Als weiteres Mittel zur Reviermarkierung dient das gemeinschaftliche Heulen der Rudelmitglieder. Dieses wird meist von den benachbarten Rudeln beantwortet.

 
Wolf howls.ogg
  Lautäußerungen von heulenden Wölfen

Diese Reviere werden regelmäßig von den Rudelmitgliedern durchwandert; im Białowieża-Wald lag die durchschnittliche, tägliche Laufstrecke der Wölfe von vier Rudeln bei 22,1 km für Weibchen und 27,6 km für Männchen. Pro Tag wurden dabei etwa 9 % des Reviers genutzt, die an aufeinander folgenden Tagen genutzten Revierteile überschnitten sich jeweils nur minimal. Dies dient mit hoher Wahrscheinlichkeit einerseits der Notwendigkeit, möglichst kontinuierlich im gesamten Revier präsent zu sein, um dieses gegen Artgenossen abzugrenzen, zum anderen aber vermutlich auch zur Erhöhung des Jagderfolges, da die Beutetiere auf die längere Anwesenheit der Wölfe mit erhöhter Vorsicht und Ausweichbewegungen reagieren.[11]

  Ernährung

Grundnahrung des Wolfes bilden im größten Teil des Verbreitungsgebietes mittelgroße bis große pflanzenfressende Säugetiere, er nutzt dabei die im jeweiligen Lebensraum dominierenden Arten. Wölfe jagen im Norden ihres Verbreitungsgebietes überwiegend im Rudel vor allem Elche, Rentiere und verschiedene andere Hirscharten. Weiter südlich sind auch Wildschweine und in Gebirgen Wildschafe und Steinböcke eine häufige Beute. Kleinere Säuger wie Hasen, Kaninchen, Wühlmäuse und Lemminge werden ebenfalls häufig erbeutet. In der Nähe des Menschen schlagen sie auch Schafe oder junge Rinder, Haushunde und Hauskatzen.

In nahrungsarmen Zeiten frisst der Wolf sowohl Aas als auch Abfälle.

Neuere Untersuchungen eines Zoologenteams um Chris T. Darimont von der University of Victoria haben erbracht, dass sich Wölfe in der kanadischen Küstenprovinz British Columbia im Herbst bevorzugt von Lachs ernähren. Dessen Anteil an der Nahrung beträgt dann bis zu 70 %, obwohl die Nahrung der Wölfe im restlichen Jahr zu 95 % aus Wild besteht. Erklärt wird dieses Verhalten damit, dass der Lachsfang einfach und gefahrlos ist, und Lachse zudem einen höheren Nährwert als Paarhufer haben.[12]

  Ein Amerikanischer Bison verteidigt sich gegen ein Wolfsrudel.

In Mitteleuropa dominieren Wildschweine, Hirschartige und Haustiere im Nahrungsspektrum. So wurden in der Slowakei Wildschweine in 45,5 % aller Wolfsexkremente gefunden, zweitwichtigste Beute war dort der Rothirsch (23,3 %), danach folgten Rotfuchs (10,4 %), Haushund (7,9 %) und Reh (5,5 %). Im polnischen Bialowieza konnten Hirschartige (Rothirsch und Reh) im Sommer in 93,1 %, im Winter in 97,0 % aller Exkremente nachgewiesen werden; dort war das Wildschwein im Sommer in 47,7 % aller Exkremente und im Winter in 29,0 % der Exkremente nachweisbar und damit das zweitwichtigste Beutetier.[13]

Freilebende Wölfe fressen nach verschiedenen Untersuchungen täglich so viel Fleisch, welches der Masse von 10-21 % ihres Körpergewichtes entspricht. Bei einem mittleren Gewicht von etwa 40 kg also 4,0-8,4 kg pro Tag.[14] Wölfe können innerhalb von 24 h bis zu 12,5 Kilogramm Fleisch verzehren, ein Teil davon wird jedoch wieder ausgewürgt und als Vorrat verscharrt.

  Jagdweise

Wölfe finden Beutetiere meist direkt durch deren Geruch, seltener durch die Verfolgung frischer Spuren. Sie versuchen sich den Beutetieren dann unbemerkt bis auf geringe Distanz zu nähern. Fliehende Tiere werden meist nur wenige Dutzend Meter weit mit hoher Geschwindigkeit verfolgt, gelingt es den Wölfen bis dahin nicht, das Beutetier zu erreichen, wird die Jagd abgebrochen. Längere Hetzjagden über mehrere Kilometer sind seltene Ausnahmen. Häufig versuchen Wölfe, für sie günstige Geländegegebenheiten zu nutzen, indem ein Teil des Rudels die Beute in Richtung anderer Rudelmitglieder jagt, die an einer geeigneten Stelle in Deckung liegen. Im Winter versuchen Wölfe, Huftiere auf zugefrorene Seen oder Flüsse zu treiben, wo diese mit ihren glatten Hufen schnell ausrutschen.[15]

Huftiere bis zur Größe eines weiblichen Rothirsches versuchen durch Flucht zu entkommen. Große und wehrhafte Beutetiere wie Elche, Bisons, Moschusochsen oder auch Wildschweine stellen sich den Wölfen oft und verteidigen sich häufig erfolgreich. Elche flüchten bei Angriffen häufig ins Wasser und bleiben dort stehen, sie werden dann meist nicht weiter attackiert.

Kleinere Huftiere werden meist durch einen einzigen, sehr kraftvollen Biss in die Kehle oder in den Nacken getötet. Große Tiere, wie Elche, werden durch Bisse in Hinterteil, Flanken, Rücken und Nase aufgehalten und zu Fall gebracht und dann ebenfalls durch Bisse in die Kehle getötet. Das Opfer wird im Normalfall möglichst vollständig gefressen, große Huftiere werden über mehrere Tage lang genutzt und bis auf große Knochen, das Fell und Teile des Darmtraktes verwertet.[16]

  Fortpflanzung

  Ein Wolfspaar

In Mitteleuropa fällt die Paarungszeit in den Spätwinter und das zeitige Frühjahr von Ende Januar bis Anfang März. Weibchen sind jeweils etwa 7 Tage lang empfängnisbereit. Wie bei vielen Hundeartigen wird die Paarung durch das sogenannte „Hängen“ abgeschlossen, wobei der angeschwollene Penis des Männchens noch bis zu 30 Minuten lang in der Vagina des Weibchens gehalten wird. Die Tragzeit wird je nach Autor mit 62 bis 64 oder 62 bis 75 Tagen angegeben. Vor der Geburt der Jungen wird im Normalfall eine Erdhöhle gegraben oder von anderen Säugern übernommen und vergrößert. Die Höhlen haben ein oder zwei Eingänge. Von diesen führt ein Gang in die große Kammer. Etwa drei Wochen vor der Geburt verlässt das tragende Weibchen die Höhlenumgebung meist nicht mehr.[17]

Die Geburt der Jungen erfolgt in der Höhle. In einem Wurf befinden sich ein bis zwölf, in der Regel vier bis sechs Welpen. Die frisch geborenen, noch blinden und tauben Welpen wiegen 300 bis 500 g und haben ein feines, dunkles Fell. Die Augen öffnen sich nach 11 bis 15 Tagen, die Welpen können nun auch laufen, knurren sowie kauen. Auch die ersten Zähne sind erkennbar. Etwa um den 20. Tag beginnen die Jungen Laute wahrzunehmen, verlassen erstmals die Höhle und beginnen mit den Geschwistern und älteren Familienmitgliedern zu spielen. Ab etwa diesem Alter können die Welpen auch feste Nahrung zu sich nehmen, sie werden jedoch noch bis zum Alter von 6 bis 8 Wochen gesäugt. Die mit Nahrung zurückkehrenden Rudelmitglieder werden von den Welpen am Maul beschnuppert und deren Schnauze mit der eigenen Schnauze umklammert, bis sie Nahrung auswürgen. In der 16. bis 20. Lebenswoche wachsen die festen Zähne, nach etwa einem Jahr ist das Skelettwachstum abgeschlossen.[18]

  Bestand und Gefährdung

  Denkmal für den letzten freien Wolf in Westfalen bei Ascheberg

Seit dem 19. Jahrhundert gilt der Wolf in Nord- und Mitteldeutschland sowie in England als ausgestorben. Wolfspopulationen gab es damals noch in Ungarn, Galizien, Kroatien, der Krain, Serbien, Bosnien, Rumänien, Polen, Russland und Skandinavien.

In vielen Teilen der Welt, in denen der Wolf noch vorkommt, wird er noch heute aktiv verfolgt. Allerdings setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Wolf keine Gefahr für den Menschen oder seine Landwirtschaft darstellt; vielmehr wird der Wolf zunehmend im Rahmen der Naturschutzbemühungen als ein willkommener Bestandteil der Tierwelt gesehen.

  Bestand in Europa

Insgesamt nimmt der Bestand des Wolfes in vielen europäischen Ländern wieder zu, beispielsweise in Spanien, Italien, Slowenien, Kroatien und der Slowakei. Die sehr kleine Population in Skandinavien gilt vor allem aufgrund ihrer geringen genetischen Vielfalt als gefährdet.[19] Für das Jahr 2008 gibt das Schwedische Raubtierzentrum den Bestand für Schweden und Norwegen mit etwa 180 Tieren an.[20] Der gesamte Bestand an freilebenden Wölfen in Skandinavien geht jedoch nur auf drei Gründertiere zurück, die aus der finnisch-russischen Population stammen. Zwei von ihnen sind der Beginn der heutigen skandinavischen Population 1983, ein drittes kam 1991 dazu.[21] Neu besiedelt wurden in den letzten Jahrzehnten Frankreich und die Schweiz. Während es in den südöstlichen Nachbarländern Österreichs Populationen mit jeweils bis zu hundert Wölfen gibt, kommen nur vereinzelt Tiere nach Kärnten.[22] Für das Jahr 2010 schätzte der WWF, dass sich nur drei bis fünf Tiere in den östlichen Bundesländern wild aufhalten.[23] Seit 2009 wurden zudem in Tirol mindestens drei unterschiedliche Wölfe nachgewiesen. Im Herbst 2010 hat ein Wolf, wie durch DNA-Proben nachgewiesen wurde, im Schneeberggebiet, wo man ihn bisher nie beobachtete, einige Schafe gerissen.[24] In dem Gebiet wurden im Herbst 2010 ein männlicher Wolf aus den italienischen Alpen und eine Wölfin aus den Karpaten nachgewiesen. Ob die beiden ein Paar sind, ist nicht klar.[25] Aus den französischen Seealpen kommend sind Tiere inzwischen in den katalanischen Pyrenäen ins Gebiet des Naturparks Cadí-Moixeró von Norden nach Spanien vorgedrungen, einige hundert Kilometer östlich des bisherigen Haupt-Verbreitungsgebietes in der Gegend um Soria.[26]

  Der Wolf in Deutschland

In Deutschland, insbesondere in seinen Ostprovinzen, hatte sich der Wolf während des Dreißigjährigen Kriegs wieder stark ausgebreitet.

Der Wolf war bis 1770 im Sauerland und in der Eifel bis 1872 heimisch. Danach wird er als Zuwanderer aus den Ardennen eingestuft. Die Tiere sollen über den zugefrorenen Rhein auf die östliche Rheinseite gekommen sein und dann weiter bis nach Wittgenstein. Zuwanderer verzeichnete man in Westfalen noch bis 1861 und in der Eifel bis 1900. Die letzten Tiere sollen alle Rüden gewesen sein, die Fernwanderungen durchführten.[27]

Über sein Auftreten in Pommern bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts liegen statistische Angaben vor.[28][29]

Der auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik vorläufig letzte freilebende Wolf wurde am 27. Februar 1904 in der Lausitz erschossen. Er war 160 cm lang, hatte eine Widerristhöhe von 80 cm und wog 41 kg. Da es in der Gegend lange Zeit keinen Wolf mehr gegeben hatte, vermutete man hinter dem gerissenen Wild erst ein ausgebrochenes Zirkustier, weshalb er den Spitznamen „Tiger von Sabrodt“ (Ort des ersten Auftauchens) erhielt. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten immer wieder Wölfe nach Deutschland ein, bis 1990 wurden in Deutschland mindestens 21 Wölfe geschossen oder mit Fallen gefangen.[30] Auch nach 1990 sind immer wieder Wölfe über die polnische Grenze nach Deutschland eingewandert und hielten sich bevorzugt auf Truppenübungsplätzen auf.

Im Jahr 2000 wurde im sächsischen Teil der Lausitz erstmals seit mindestens 100 Jahren wieder eine erfolgreiche Reproduktion des Wolfes in Deutschland nachgewiesen. Seitdem hat der Bestand des Wolfes dort kontinuierlich zugenommen und das Verbreitungsgebiet hat sich beständig vergrößert. Ende Februar 2012 lebten in der Lausitz in Sachsen und Brandenburg elf Rudel und ein Wolfspaar.[31] Außerhalb der Lausitz gibt es weitere territoriale Vorkommen: Ein reproduzierendes Rudel in Sachsen-Anhalt in der Altengrabower Heide und mehrere stationäre Einzeltiere oder Paare in anderen Regionen Sachsen-Anhalts, Brandenburgs, in Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen, womit man von einem Wolfsbestand von 50 bis 60 frei lebenden Wölfen in Deutschland ausgehen kann.[32][33] Ob die in Hessen und Bayern festgestellten Einzeltiere noch anwesend und am Leben sind, ist unklar.[34][35][36]

Mit der wachsenden Gesamtpopulation und seiner langsamen Ausbreitung kann bei weiterem erfolgreichen Schutz davon ausgegangen werden, dass der Wolf in Deutschland wieder dauerhaft ansässig wird. Allerdings fordern einzelne Jäger und Jägervertreter in der Lausitz einen Abschuss bzw. eine kontrollierte Bejagung der dort lebenden Wölfe.[37]

Von drei im Frühjahr 2009 besenderten Wolfsrüden des Nochtener (zwei junge Rüden) bzw. Neustädter Rudels (ca. zwei bis drei Jahre alter Rüde) hatte ein junger Rüde[38] nach einem über 1000 km langen Weg im Sommer 2009 Litauen erreicht.[39] Seit Dezember 2009 wurden von ihm keine Signale mehr empfangen.[40] Dies ist der erste Nachweis des Auswanderns eines in Deutschland freilebend geborenen Wolfes seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein zweiter junger Rüde[41] des Rudels war nach einem zweiwöchigen „Ausflug“ mit Distanzen von bis zu 150 km Anfang April 2009 zu diesem Rudel zurückgekehrt.[42] Inzwischen hat er im Raum Spremberg-Schleife ein eigenes Rudel gegründet.

Im Juli 2012 sind drei junge Wölfe in eine Fotofalle getappt.[43]. Es handelt sich um Nachwuchs des Wolfpaares auf dem Truppenübungsplatz Munster. Damit ist erstmals in 150 Jahren Nachwuchs von Wölfen in Niedersachsen gesichtet worden.

Obwohl Wölfe in Deutschland streng geschützt und nicht jagdbar sind, wurden sie immer wieder von Jägern geschossen – angeblich wegen Verwechslungen mit wildernden Hunden. Beispielsweise wurde im Zeitraum August/September 2007 eine einjährige Wölfin illegal in der Nähe von Luckau (Landkreis Dahme-Spreewald) geschossen. Am 15. Dezember 2007 wurde in einem Wald bei Gedelitz (nahe Gorleben, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen) während einer Gesellschaftsjagd ein 37 Kilogramm schwerer männlicher Wolf von zwei auswärtigen Jägern getötet. Die Schützen gaben an, das Tier wäre bereits angeschossen gewesen und hätte gelahmt, was im Prozess durch Sachverständigengutachten angezweifelt wurde. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Naturschutzrecht eingeleitet, welches für die beiden Jäger in erster Instanz mit einer Verurteilung zu hohen Geldstrafen endete. Der zweijährige Rüde soll eindeutig ein freilebender Wolf gewesen sein. Eine genetische Untersuchung ergab, dass dieses Tier der westpolnisch-sächsischen Population zugerechnet werden kann. Dieses ist wohl der zweite aktuelle Nachweis der Art aus dem niedersächsischen Tiefland.

Ein – wahrscheinlich anderes – Exemplar ist aus der Lüneburger Heide bekannt, wo es erstmals im September 2006 bei Unterlüß gesichtet wurde. Der letzte Nachweis gelang am 18. Mai 2007 durch eine Fotografie. Aus dem Sommer 2009 liegen nach einer zweijährigen Pause wieder neue glaubhafte Hinweise vor.[44][45] Am 26. Februar 2012 wurde nach Einschätzung des Naturschutzbundes Deutschland ein scheuer Wolf im Landkreis Neuwied (Rheinland-Pfalz) gesichtet und fotografiert.[46] Am 21. April 2012 wurde dieser Wolf, der aus dem südlichen Europa zugewandert war, von einem Jäger erschossen.[47]

  Gesetzlicher Schutz

In Europa ist der Wolf durch drei Richtlinien geschützt:

  • Dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES, Convention on International Trade in Endangered Species of the Wild Fauna and Flora) vom 3. März 1973 gehören 152 Staaten an. Es stellt Richtlinien für den Handel mit geschützten Tieren und deren Erzeugnissen auf und schränkt die Ein- und Ausfuhr der Tiere oder ihrer Teile (Felle, Schädel, Knochen…) ein. Der Wolf ist hier in Anhang II (gefährdete Tierart) aufgeführt, einige Subpopulationen sind vom Aussterben bedroht und in Anhang I aufgeführt.
  • In der Berner Konvention haben sich 45 Staaten auf die Erhaltung und den Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere und ihrer Lebensräume verständigt. Der Wolf ist in Anhang II der Konvention aufgeführt.
  • Die FFH-Richtlinien (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, 92/43/EWG) wurde 1992 von der EU in Kraft gesetzt und soll europaweit die Ausweisung und Erhaltung von Lebensräumen und Wildtieren regeln. Der Wolf ist hier in Anhang IV aufgeführt, sein Lebensraum in Anhang II. Diese Richtlinie ist von allen EU-Mitgliedsstaaten jeweils in nationales Recht umzusetzen.

  Mensch und Wolf

  Tamaskan: Einige Haushunde haben eine sichtbare Ähnlichkeit zum Wolf.
  Wolfsspuren im Sand

  Domestizierung

Hauptartikel: Domestizierung (Haushund)

Heute ist nachgewiesen, dass der Haushund vom Wolf abstammt. Wie Wölfe domestiziert wurden, ist unbekannt. Die Verwandtschaft zum Wolf zeigt sich recht deutlich bei einigen Hunderassen; Samojede, Siberian Husky, Alaskan Malamute, Kanaanhund oder der Akita weisen einen ursprünglichen Typ mit spitzem Fang, spitzen Stehohren und quadratischem Körperbau auf; auch andere Rassen wie der Deutsche Schäferhund zeigen noch eine gewisse äußere Ähnlichkeit zum Wolf. Die Annahme, dass diese Rassen daher enger mit dem Wolf verwandt wären als andere, ist jedoch falsch.

Das Lautverhalten der Wolfs- und Schlittenhunde ähnelt dem der Wölfe, sie bellen kaum und wenn, dann nicht anhaltend, stattdessen jaulen und heulen sie in vielen Variationen.

  Verhältnis des Menschen zum Wolf

  Verehrung

Viele Völker, die von der Jagd lebten (Nordeuropa, Nordamerika), sahen im Wolf einen ihnen ebenbürtigen oder überlegenen Konkurrenten, dessen Ausdauer und Geschick bewundert und begehrt waren. Der Wolf wurde auch als Beschützer oder als übernatürliches Wesen betrachtet und verehrt. Krieger identifizierten sich mit dem Wolf (Therianthropie). Vornamen wie Wolf, Adolf, Wolfgang oder Wolfhard erinnern an die Wertschätzung des Tiers. Verschiedene Teile des Wolfs galten auch in Deutschland als heilkräftig. So sollten Schuhe aus Wolfsfell Knaben zu tapferen Männern erwachsen lassen.

  Der Wolf als Feind des Menschen

Da der Wolf auch Nutztiere schlägt, wurde er in der Vergangenheit als Feind angesehen. Ab dem Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde die Beziehung des Menschen zum Wolf in Europa zunehmend einseitig von Angst und Dämonisierung geprägt. Die starke Ausbreitung menschlicher Siedlungs- und Agrarflächen, sowie die offene Viehhaltung, hier vor allem die bis ins 19. Jahrhundert verbreitete Waldweide von Rindern, Schafen, Schweinen und Pferden, führte zu zahlreichen Haustierverlusten durch Wölfe. Auch wenn die angegebenen Verluste in vielen Fällen sicher maßlos übertrieben waren oder durch wildernde Hunde verursacht wurden, dürften die Verluste bei dieser Art der Viehhaltung für die Bauern wirtschaftlich häufig bedeutend gewesen sein. Zu der direkten Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Wolf gesellte sich im Laufe der Zeit noch die Verurteilung des Wolfes als Jagdkonkurrent. Typisch waren Behauptungen wie die im Grosses vollständiges Universal-Lexikon aus dem Jahr 1758.[48] Das Lexikon behauptet der Wolf sei „gar sehr gefräßig, grausam, arglistig, und der gefährlichste Feind der wilden und zahmen Thiere, sonderlich der Schaafe“, ferner „schädlichste Geschöpf Gottes“, welches „die Menschen angreiffet, zerreisset und frisset.“

Berichte und Geschichten über „Wolfsplagen“ und Angriffe auf Menschen (zum Teil mit Todesfolge) finden sich bis in die Neuzeit in zahlreichen schriftlichen Quellen. So wird schon 1197 von einer „Wolfsplage“ an der Mosel berichtet, die angeblich mehrere menschliche Opfer forderte. Noch 1849, also zu einer Zeit, als Wölfe in Mitteleuropa schon weitgehend ausgerottet waren, wurde aus Kottenheim eine „Wolfsplage“ gemeldet, als ein strenger Winter bis Ostern anhielt.

Diese Einstellung zum Wolf führte in West- und Mitteleuropa zu einer Verfolgung, deren Ziel die völlige Ausrottung war. Hauptsächlich wurde die Jagd auf die Wölfe in West- und Mitteleuropa durch große Treibjagden durchgeführt.[49] Mit so genanntem Wolfzeug (Seile an welchem Lappen hingen) wurden die bekannten Rückzuggebiete umspannt. Die Wölfe schlüpften nicht unter diesen Seilen mit Lappen hindurch sondern blieben im abgesperrten Bereich. Die Treiber trieben die Wölfe auf eine Schützenkette zu, wo diese dann erschossen wurden. Zu den Treibjagden wurde das Jagd- und Forstpersonal, ferner die zu Jagdfrondiensten verpflichtete Bevölkerung aufgeboten. Diese Wolftreibjagden waren bei der Bevölkerung verhasst da sie im Winter bei Neuschnee durchgeführt wurden. Denn nur bei Neuschnee konnte man den Spuren der Wölfe gut folgen und deren Rückzugsgebiete feststellen. Die Jagden dauerten viele Stunden ja Tage. Bei der zu Jagdfrondiensten verpflichtete Bevölkerung handelte es sich meist um arme Tagelöhner und Bauern. Diese Treiber verfügten häufig nur über unzureichende Winterbekleidung, was immer wieder zu Erkrankungen führte. In der Oranienburger Region wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts zwischen 10 und 25 Jagden pro Jahr angesetzt. Gemeinden und Städte versuchten sich immer wieder sich von der Stellung von Treibern zu befreien. Die Stadt Neu-Ruppin zahlte 1672 mehrere hundert Reichstaler um die Verpflichtung los zu werden.

Neben den Treibjagden gab es noch andere Jagdmethoden. Um den Anreiz der Wolfsjagd zu erhöhen gab es hohe Fangprämien. Nach einer Verordnung in Preußen zahlte man für eine adulte Wölfin 12 Taler, einen adulten Wolf 10 Taler, einen Jungwolf 8 Taler und für einen ausgegrabenen Welpen 4 Taler. Das Tragen von Schusswaffen war der normalen Bevölkerung aber verboten. Es wurden u.a. mit Strychnin vergiftete Köder eingesetzt. Auch Wolfsgärten und Wolfsgruben wurden angelegt. Eine weiter Methode waren aus Eisen geschmiedeten Wolfsangeln.[50] Die mit Widerhaken versehenen Enden wurden mit Ködern bestückt und an einem Baum so hoch aufgehängt, dass der Wolf danach springen musste, um zuschnappen zu können. Der Wolf blieb mit dem Maul hängen und verendete in einem langen Todeskampf.

Schon im 18. Jahrhundert wurden westlich der Oder im Deutschen Reich nur noch Einzelwölfe festgestellt.[51] Nur in Ostpreußen konnte sich die Wolfspopulation noch halten. So betrug die Jagdstrecke in Ostpreußen im Winter 1747/48 noch immer 241 Wölfe, während in den drei westlich angrenzenden Provinzen zusammen nur noch 24 Wölfe zur Strecke kamen. Noch 1764 forderte die brandenburgische Provinzialregierung eine Erhöhung des Schussgelds weil zehn Wölfe festgestellt wurden, welche schnell, ohne Erhöhung des Schussgeldes, erschossen wurden. Der Wolf wurde nach und nach in immer mehr Gebiete ausgerottet.

Der Wolf wurde unter anderem in Großbritannien (letzte Erlegung 1743), Dänemark (1772), Luxemburg (1893)[52] und Deutschland (1904) ausgerottet. In Süd- und Osteuropa wurde dem Wolf (und anderen Großraubtieren) mit erheblich mehr Toleranz begegnet. Auch wenn dort bei verstärkten Schäden an Haustieren Wölfe regional und zeitlich intensiver verfolgt wurden, war dort die völlige Ausrottung nie das Ziel.

  Angriffe auf Menschen

Während die Erbeutung von Haustieren durch Wölfe unstrittig ist, sind Angriffe auf Menschen sehr selten. Häufig spielen Tollwuterkrankungen hierbei eine Rolle.[53] In den letzten 50 Jahren wird über neun Fälle in Europa berichtet, bei denen Menschen durch frei lebende Wölfe getötet wurden. Bei fünf dieser Fälle konnte bei den Wölfen Tollwut nachgewiesen werden.[54]

In Nordamerika zeigt eine Reihe von Fällen, dass es beim Kontakt von Menschen zu halbzahmen, durch ständige direkte oder indirekte Fütterung an Menschen gewöhnten Wölfen zu Missverständnissen, unbeabsichtigten Provokationen u. ä. mit zum Teil fatalen Folgen kommen kann. In den letzten ca. 30 Jahren sind dort 39 Fälle von gegenüber Menschen aggressiven Wölfen bekannt geworden. In 12 dieser Fälle wurde eine Tollwutinfektion nachgewiesen oder vermutet. In sechs Fällen wurden die Menschen durch Hunde begleitet, vermutlich war hier der Hund Auslöser der Attacke. In 16 Fällen wurden Menschen von nicht mit Tollwut infizierten Wölfen gebissen. Diese Fälle waren durch die Opfer fast ausschließlich provoziert und hätten leicht vermieden werden können. Keine der Bissverletzungen war lebensbedrohlich, aber in sechs Fällen waren die Bissverletzungen ernst („severe“).[55]

In der Türkei gab es zwischen 1995 und 2005 nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei Angriffe von Wölfen auf Menschen. In einem Fall konnte eine Tollwutinfektion des Wolfs nachgewiesen werden, in dem anderen Fall starben zwei der drei gebissenen Personen an Tollwut, aber es konnte nicht nachgewiesen werden, dass es sich bei dem tollwütigen Tier um einen Wolf gehandelt hat.[56]

  Wirtschaftliche Nutzung

Wölfe wurden über Jahrhunderte verfolgt und teilweise systematisch ausgerottet; daneben diente der Wolf aber auch als Pelzlieferant. Im 19. Jahrhundert wurden Wölfe vor allem mit Strychnin getötet, indem man ein getötetes Schaf damit imprägnierte und dieses auf die bekannten Wechsel der Wölfe warf. Wolfsfelle wurden für Bekleidungszwecke und in den Wohn- und Schlafstätten verwendet; sie galten umso wertvoller, je weißer sie waren. Die Wolfshaut wurde auch zu Leder gegerbt und zu Handschuhen, Pauken- und Trommelfellen verarbeitet. In den meisten Ländern ist die wirtschaftliche Nutzung des Wolfes heute verboten, obwohl teilweise noch Abschussprämien gezahlt werden.

  Der Wolf in Mythos und Literatur

Der Wolf spielt als Motiv in den Mythologien, Sagen und Märchen sowie in der Literatur und Kunst zahlreicher Völker eine zentrale Rolle. Dabei spiegelt sich die ambivalente Einstellung des Menschen gegenüber dem Wolf wider. Einerseits verehrt er ihn als starkes und überlegenes Tier, zum anderen projiziert er auf das aggressive Tier verschiedenartigste Ängste.

  Totem-Kultur

In etlichen Kulturen erscheint der Wolf als Totem, etwa bei dem Indianerstamm der Tlingit, bei den Irokesen, bei den Turkmenen und bei den Mongolen. Die Usbeken und die Hunnen leiteten ihre Herkunft vom Wolf ab, ebenso galt die Wölfin als Urmutter der alten Türken.

  Bibel

Bereits in der Bibel wird der Wolf mehrfach als das herdenreißende, gefährliche Tier dargestellt, so etwa in (Gen 49,27 LUT); (Jer 5,6 LUT); (Joh 10,12 LUT). Wenn „der Wolf beim Lamme“ liegt, so bedeutet dies dementsprechend die Verbindung von Ungleichem und wird daher von Jesus Sirach als Gleichnis für den Umgang zwischen Sündern und Gerechten gebraucht, (Sir 13,21 LUT). Jesaja indes verwendet das utopische Bild als Metapher für den Anbruch des Reiches Gottes, (Jes 65,25 LUT).

  Griechische Mythologie

Die griechische Göttin Hekate, die mit dunkler Hexerei und Zauberei in Verbindung stand, wurde in der bildenden Kunst häufig in der Begleitung von drei Wölfen dargestellt. Der griechische König Lykaon wurde von Zeus in einen Wolf verwandelt.

  Die säugende Wölfin

  Die Kapitolinische Wölfin mit Romulus und Remus

Die Gründer der Stadt Rom, die Zwillinge Romulus und Remus, sollen von einer Wölfin gesäugt und aufgezogen worden sein. Die Geschichte beruht indes auf einem Missverständnis: Das Wort lupa bedeutet im Lateinischen sowohl „Wölfin“ als auch „Hure“. Mit diesem Wort war ursprünglich Larentia, die leichtlebige hurende Gattin des Hirten Faustulus gemeint, der das Brüderpaar aufgezogen hatte. Vergleichbare Überlieferungen gibt es aus dem indischen Raum; auch die slowakischen Recken Waligor und Wyrwidub sowie der Gründer des altpersischen Reiches, Kyros II., sollen von Wölfen aufgezogen worden sein. Auch das moderne Motiv der Wolfskinder hat hier seine Ursprünge.

  Germanische Mythologie

In der germanischen bzw. nordischen Mythologie werden dem Siegesgott Odin neben zwei Raben auch die Wölfe Geri und Freki beigesellt, die als streitlustige und tapfere Tiere den Kampf verfolgen und sich auf die gefallenen Leichen stürzen. Sonne und Mond werden von den Wolfsbrüdern Skoll bzw. Hati gejagt[57]. Beide besitzen noch einen weiteren Bruder namens Managarm, der sich vom Fleisch der Toten ernährt. Der Fenriswolf spielt beim Weltuntergang Ragnarök eine entscheidende Rolle. Er verschlingt zu Beginn der Götterdämmerung den Mond, später Odin. Der Wolf Ysengrin des Mythos besitzt viele Wesensmerkmale des verschlagenen Fuchses. Germanischen Ursprungs ist auch die Figur des Werwolfs, der ungeachtet seines Lebens in der bürgerlichen Gesellschaft zeitweilig Wolfsgestalt annimmt.

  Sonstige Kulturen

Den Chinesen galt der Wolf als Symbol für Grausamkeit, Gefräßigkeit und Gier.

Die nordamerikanischen Ureinwohner kennen mit dem Waheela eine Art Geist in der Gestalt eines riesigen Wolfes.

  Literatur

In Fabeln antiker Autoren wie Äsop und Phädrus, deren Stoffe später insbesondere Jean de Lafontaine und Gotthold Ephraim Lessing aufgriffen, werden negative menschliche Charaktereigenschaften wie Habgier, Streitlust, Heimtücke und Verschlagenheit auf den Wolf projiziert. In Der Wolf und das Lamm etwa sucht der Wolf mit aller Macht einen Vorwand, um das mit ihm am Fluss trinkende Lamm zu zerreißen. In Löwe, Wolf und Fuchs fällt eine vom Wolf angezettelte Intrige auf ihn zurück. In Der Wolf und der Kranich betrügt er einen hilfsbereiten Vogel um seinen Lohn. In Der Wolf und der Hund steht er als Vertreter des gefährdeten, aber freien Lebens im Gegensatz zum unter dem Joch lebenden Haushund. Bekannt ist auch Der Junge, der Wolf schrie vom Hirtenjungen, der so oft um Hilfe wegen angeblicher Wölfe rief, bis ihm niemand half, als eines Tages wirklich ein Wolf seine Herde riss.

  Der Wolf an der Seite Rotkäppchens

Im lateinischen Mittelalter ist der Wolf als Ysengrimus, eingedeutscht Isegrim, Fabelwesen eines Tierepos. Als meist negative, bösartige Figur erscheint er auch in den Märchen. In Grimms Rotkäppchen etwa erschleicht er sich das Vertrauen eines kleinen Mädchens, frisst dann dessen Großmutter und will am Ende auch Rotkäppchen selbst fressen. In Der Wolf und die sieben jungen Geißlein verschafft er sich mit durch Kreide verfälschter Stimme Zutritt zum Haus einer Ziegenfamilie und verschlingt alle deren Kinder bis auf eines. In beiden Fällen werden die Opfer gerettet und der Wolf getötet. Einige Märchen der Gebrüder Grimm (Der Wolf und der Mensch, Der Wolf und der Fuchs, Der Fuchs und die Frau Gevatterin) berichten von weiteren Wölfen, denen ihre Habgier und Aggression teuer zu stehen kommt: Sie werden zu Opfern sowohl der überlegenen Körperkraft des Menschen wie der Schläue von Füchsen. Aus dem angelsächsischen Bereich schließlich stammt das Märchen vom Wolf und den drei Schweinchen.

In der modernen Wolfsliteratur findet sich das Wolfsmotiv insbesondere in Rudyard Kiplings Das Dschungelbuch und bei Jack London (Ruf der Wildnis, White Fang). In Hermann Hesses Roman Steppenwolf schließlich wird das Wolfmotiv als Metapher für die animalische, die triebgesteuerte Seite des einsamen und menschenscheuen Protagonisten Harry Haller benutzt. Ein bekannter Fantasy-Roman von Käthe Recheis trägt den Titel Der weiße Wolf.

  Comic und Zeichentrickfilm

Auch in Comics und Zeichentrickfilmen tauchen vielfach Wölfe auf. In der sowjetischen Zeichentrickserie Hase und Wolf spielen ein böser, tollpatschiger Wolf sowie ein guter Hase mit.

Im Disney-Zeichentrickfilm Die drei kleinen Schweinchen will ein schlaksiger, schwarzfelliger Wolf mit bunter Latzhose und Schlapphut die Häuschen der drei Schweinchen umblasen. Bei jenen aus Stroh und Holz gelingt ihm dies, nicht so indes bei dem aus Stein. Unter Aufgreifung des Verkleidungsmotivs aus Rotkäppchen nähert er sich den Schweinchen im Aufzug einer alten Frau. Der Kurzfilm beinhaltete auch den von Frank Churchill geschriebenen berühmt gewordenen Song Who's Afraid of the Big Bad Wolf.

Im Disney-Comic Lil' Bad Wolf versucht ein böser Wolf namens Zeke (deutsch: Ede) erfolglos seinen Jungen nach seinem Bilde zu formen: Stattdessen schließt der Kleine enge Freundschaft mit den kleinen Schweinchen.

Ein weiterer schurkenhafter Vertreter der Gattung tritt im Disney-Film The big bad wolf auf. Er hat auch ein Gastspiel im Mickey-Mouse-Cartoon Mickey's Polo Team von 1936, in dem Disney-Figuren gegen Zeichentrick-Versionen berühmter Schauspieler dieser Zeit Polo spielten.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang auch die Wolfs-Figuren Lupo, Lupinchen und Eusebia aus Rolf Kaukas Serie Fix und Foxi von 1953.

Auch in der auf Runer Jonssens Büchern beruhenden Zeichentrickserie Wickie und die starken Männer von 1974 kommen häufig Wölfe vor, ausgehungerte Tiere von grotesk-zottiger Magerkeit, die den ängstlichen Wikingerjungen Wickie jagen.

  Literatur

Über angebliche Wolfsplagen
  • Walter Lung: Kottenheim – ein Dorf und seine Landschaft. Louis Schreder, Mayen 1962
  • Nikolaus Kyll: Zur Trierer Wolfsprozession.. Landeskundliche Vierteljahrblätter. Trier 7.1961, H. 1, S. 16 ff. ISSN 0458-6905
  • Heinrich Strangmeier: Wolfsplagen und Wolfsjagden in Hilden und anderswo. Eine Sammlung von Quellen und Beiträgen zum Thema. Peters, Hilden 1977

  Einzelnachweise

  1. H. Okarma 1997: S. 11 ff.
  2. A wolf's dark pelt is a gift from the dogs. NewScientist, abgerufen am 9. April 2009.
  3. H. Okarma 1997: S. 11-12 und dort zitierte Literatur
  4.  Dorit Urd Feddersen-Petersen: Ausdrucksverhalten beim Hund. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-09863-9.
  5. Dinesh K. Sharma, Jesus E. Maldonado, Yadrendradev V. Jhala and Robert C. Fleischer: Ancient wolf lineages in India. Proc. R. Soc. Lond. B 2004 271, S1-S4
  6. R. K. Aggarwal 1 , T. Kivisild 2 , J. Ramadevi 1 and L. Singh: Mitochondrial DNA coding region sequences support the phylogenetic distinction of two Indian wolf species. Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research, Volume 45 Issue 2, Pages 163 - 172 (2007)
  7. R. K. Aggarwal 1 , T. Kivisild 2 , J. Ramadevi 1 and L. Singh: Mitochondrial DNA coding region sequences support the phylogenetic distinction of two Indian wolf species. Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research, Volume 45 Issue 2, Pages 163 - 172 (2007)
  8. Eli Knispel Rueness, Maria Gulbrandsen Asmyhr, Claudio Sillero-Zubiri, David W. Macdonald, Afework Bekele, Anagaw Atickem, Nils Chr. Stenseth: The Cryptic African Wolf: Canis aureus lupaster Is Not a Golden Jackal and Is Not Endemic to Egypt. PLoS ONE, Volume 6, Issue 1, 2011 (pp. 1-5) online
  9. H. Okarma 1997: S. 61
  10. Ilka Reinhardt, Gesa Kluth: Leben mit Wölfen, Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland. BfN-Skripten Band 201, 2007: S. 18
  11. a b Jedrzejewski W, Schmidt K, Theuerkauf J, Jedrzejewska B, Okarma H: Daily movements and territory use by radio-collared wolves (Canis lupus) in Bialowieza Primeval Forest in Poland. Can. J. Zool. 79, 2001: S. 1993-2004
  12. Wölfe: Isegrim Fischt Frischen Fisch. In: bild der wissenschaft, 12/2008. Konradin Medien GmbH, Leinfelden-Echterdingen. ISSN 0006-2375.
  13. H. Okarma 1997: S. 46 ff. und dort zitierte Literatur
  14. H. Okarma 1997: S. 50 und dort zitierte Literatur
  15. H. Okarma 1997: S. 91 ff. und dort zitierte Literatur
  16. Wildbiologische Gesellschaft München e. V. (Hrsg.): Wer war es? Raubtierrisse erkennen und dokumentieren. Broschüre, München 1997: S. 32-33
  17. H. Okarma 1997: S. 35-37
  18. H. Okarma 1997: S. 37-43
  19. www.wissenschaft.de: Zu enge Familienbande unter skandinavischen Wölfen
  20. Rovdjurscentret De 5 Stora (schwedisch)
  21.  Olof Liberg: Genetic aspects of viability in small wolf populations with special emphasis on the Scandinavian wolf population. Report from an international expert workshop at Färna Herrgård, Sweden 1st – 3rd May 2002. The Swedish Environmental Protection Agency Report no 5436. 2006, ISBN 91-620-5436-8 (online).
  22. Der Wolf ist in Kärnten "zu Besuch" im ORF vom 3. Juli 2007 abgerufen am 31. Oktober 2010
  23. Der Wolf kommt - und Österreich ist schlecht vorbereitet im Standard vom 10. August 2010 abgerufen am 28. Oktober 2010
  24. Ein Wolf macht Puchberg unsicher auf ORF vom 28. Oktober 2010 abgerufen am 28. Oktober 2010
  25. "Wölfe sind ein Kompliment an die Landschaft" - Gespräch mit Wolf-Experten Heinrich Dungler
  26. Portada Quercus nº 302 / Abril 2011 (spanisch). Website quercus.es. Abgerufen am 10. August 2011.
  27. Rüdiger Schröpfer, Reiner Feldmann, Henning Vierhaus: Die Säugetiere Westfalens. Westfälische Vereindruckerei Münster, 1984, S. 269-271.
  28. Th. Schmidt: Jubelschrift zur vierhundertjährigen Stiftungsfeier der Universität Greifswald. Zur naturgeschichtlichen Statistik der in Pommern ausgerotteten Säugetiere. Stettin 1856, S. 27-100.
  29. Julius v. Bohlen-Bohlendorf: Nachrichten über das Vorkommen und die Verbreitung des Luchses (F. lynx.) und des Wolfes (C. lupus) im ehemaligen Schwedischen Antheil von Pommern im 17. und 18. Jahrhundert. In: Mittheilungen aus dem Naturwissenschaftlichen Vereine von Neu-Vorpommern und Rügen, Band 7/8, Berlin 1873 u. 74, S. 1-30.
  30. Ilka Reinhardt, Gesa Kluth: Leben mit Wölfen, Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland. BfN-Skripten Band 201, 2007: S. 156-157
  31. Wolfsbüro Lausitz - Bestand in der Lausitz (abgerufen 28. Februar 2012)
  32. Volksstimme-Artikel Erste Daten zum Wolfs-Telemetrieprojekt
  33. Naturschutzbund Deutschland e.V. - Nachweis über neue Wolfsfamilie in der Lausitz
  34. Frankfurter Rundschau-Online: Der Wolf ist tot (14. April 2011)
  35. NABU.de (11. Januar 2011): Hessischer Wolf stammt aus den Alpen
  36. Bayerns Wolf: Ist er längst abgeschossen? (21. April 2011)
  37. taz-Artikel „Wölfen soll es an den Pelz gehen“
  38. Wolfsbüro Lausitz - Dritter Jungwolf besendert
  39. Wolfsbüro Lausitz - Wolf Alan in Litauen (abgerufen 28. Februar 2012)
  40. Wolfsbüro Lausitz - Besenderter Wolf Alan sendet nicht mehr (abgerufen 28. Februar 2012)
  41. Wolfsbüro Lausitz - Zweiter Wolf in der Lausitz mit Halsbandsender
  42. Wolfsbüro Lausitz - Junger Wolf kehrt zum Rudel zurück
  43. Wolfnachwuchs in die Fotofalle getappt in Munster - http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/woelfe183.html
  44. Wolfskonzept Niedersachsen
  45. Wolfsrüde im Wendland erschossen, Artikel bei nabu.de
  46. „Willkommen Wolf“ im Westerwald
  47. Westerwald-Wolf mit großkalibriger Waffe erschossen. Abgerufen am 24. April 2012.
  48. Patrick Masius, Jana Sprenger: Die Geschichte vom bösen Wolf - Verfolgung, Ausrottung und Wiederkehr. Natur und Landschaft 2012/ 87 S.11
  49. Patrick Masius, Jana Sprenger: Die Geschichte vom bösen Wolf - Verfolgung, Ausrottung und Wiederkehr. Natur und Landschaft 2012/ 87 S.12
  50. Kurt Lindner: Geschichte und Systematik der Wolfs- und Fuchsangeln. Förutvarande Institutionen för Allmän och Jämförande Etnografi vid Uppsala Universitet. Institutionen för Allmän och Jämförande Etnografi vid Uppsala Universitet, Uppsala 1975.
  51. Patrick Masius, Jana Sprenger: Die Geschichte vom bösen Wolf - Verfolgung, Ausrottung und Wiederkehr. Natur und Landschaft 2012/ 87 S.11
  52. Siehe S. 372: J.A. Massard: Wölfe in Luxemburg. In: Lëtzebuerger Almanach 1987, Luxemburg: 353-374. Siehe auch: J.A. Massard: Zum hundertsten Jahrestag der ersten Tollwutimpfung (II): Von Hunden und Wölfen. Tageblatt 1985, Nr. 159 (13. Jul.): 9.
  53. The fear of wolfes: A review on wolf attacks on humans, John D. C. Linell, Norsk institutt for naturforskning, 2002 (aufgerufen am 7. September 2011)
  54. Die Wölfe sind zurück - auf bmu.de (abgerufen am 7. September 2011)
  55. McNay M. E.: A case history of Wolf - Human encounters in Alaska and Canada. Wildlife Technical Bulletin, 2002
  56.  Senem Tuğ: Conflicts between humans and wolf: a study in Bozdağ, Konya province, Turkey. 2005, S. 36 (online).
  57. Gylfagynning 12.

  Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Wolf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Canis lupus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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Wolfenbüttel

                   
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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolfenbüttel
Wolfenbüttel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolfenbüttel hervorgehoben
52.16222222222210.53694444444477Koordinaten: 52° 10′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Höhe: 77 m ü. NN
Fläche: 78,6 km²
Einwohner:

53.353 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 679 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38300, 38302, 38304
Vorwahl: 05331
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 037
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
    (Kernstadt)
17 Ortschaften
    (eingemeindet)
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtmarkt 3–6
38300 Wolfenbüttel
(Stadtteil Heinrichstadt)
Webpräsenz: www.wolfenbuettel.de
Bürgermeister: Thomas Pink (CDU)
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Wolfenbüttel ist eine an der Oker gelegene Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises Wolfenbüttel in Niedersachsen (Deutschland). Mit etwa 54.000 Einwohnern ist Wolfenbüttel eine selbstständige Gemeinde und Mittelstadt. Die Stadt ist als Bischofsstadt Sitz der Kirchenregierung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig. Des Weiteren ist sie Fachhochschulstandort und beheimatet einige mittelständische Unternehmen. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von über 78,60 km².

Inhaltsverzeichnis

  Geographie

Die Wolfenbütteler Altstadt befindet sich auf einer mittleren Höhe von 77 m über Normalnull (gemessen am Bahnhof). Als höchster Punkt des Stadtgebiets gilt der 134 m hohe Drohnenberg im nordöstlichen Teil von Wolfenbüttel. Auf den Wiesen bei Groß Stöckheim im nördlichen Stadtgebiet wird 74 m ü. NN der tiefstgelegene Punkt gemessen. Als Stadtmittelpunkt gilt der Kirchturm der Hauptkirche "Beatae Mariae Virginis".[2] In Nord-Südrichtung beträgt die größte Ausdehnung des Stadtgebiets etwa 5,2 km (Mascheroder Weg bis Zur Altenau). In Ost-Westausdehnung werden etwa 5 km (Oleanderweg bis Wilhelm-Mast-Straße) erreicht.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 1.461 ha (14,61 km²), einschließlich eingemeindeter Ortschaften umfasst die Fläche 7.860 ha (78,60 km²).[3]. Mit 1190 ha haben Waldflächen den größten Flächenanteil, gefolgt von Gebäude- und Freiflächen mit 1.089 ha. Straßen und Wege nehmen insgesamt 540 ha ein, 186 ha werden als Erholungsgebiete genutzt und auf Flüsse und Seen entfallen 67 ha.[4]

  Geographische Lage

Wolfenbüttel liegt im Südosten von Niedersachsen zwischen Harz und Heide; am Südrand der Norddeutschen Tiefebene und im Harzvorland. Die Stadt befindet sich etwa 12 km südlich von Braunschweig, rund 60 km ost-südöstlich von der Landeshauptstadt Hannover und unmittelbar ost-nordöstlich von Salzgitter. Weitere Städte in größerer Entfernung sind Bad Harzburg, Goslar, Hildesheim, Peine und Wolfsburg.

Wolfenbüttel wird von einem Abschnitt der Oker durchflossen, in die beim südlichen Stadtteil Halchter die von Osten kommende Altenau einmündet. Südlich der Stadt befindet sich der Oderwald, östlich der Naturpark Elm-Lappwald, südöstlich der Höhenzug Asse und die Erhebung Ösel. Etwas weiter entfernt liegt im Südwesten der Salzgitter-Höhenzug. Im Norden grenzen die Waldflächen Lechlumer Holz und Atzumer Busch an das Stadtgebiet an.

  Nachbargemeinden und Raumordnung

Die Kreisstadt Wolfenbüttel ist ausgewiesen als Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden des Landkreises. In den Einzugsbereich fallen die Gemeinde Cremlingen und die Samtgemeinden Asse, Baddeckenstedt, Oderwald, Schladen, Schöppenstedt und Sickte. Aufgrund des niedersächsischen Kommunalrechts hat Wolfenbüttel die Rechtsstellung einer „selbstständigen Gemeinde“.

Zum Mittelzentrum Wolfenbüttel zählen sämtliche Ortsteile mit Ausnahme der Ortschaften Adersheim, Ahlum, Atzum, Fümmelse, Leinde, Salzdahlum und Wendessen.

Historisch betrachtet gehörte Wolfenbüttel zum Herzogtum beziehungsweise Freistaat Braunschweig. Heute befindet sich die Mittelstadt Wolfenbüttel im Einzugsgebiet des Großraumes Braunschweig und damit auch in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.

  Stadtgliederung

Wolfenbüttel setzt sich aus der Kernstadt (Stadtgebiet) und den zehn am 1. Januar 1974 eingemeindeten Ortschaften Salzdahlum, Atzum, Ahlum, Wendessen, Linden, Halchter, Leinde, Adersheim, Fümmelse und Groß Stöckheim zusammen (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden), die einen im Norden offenen Ring um die Kernstadt bilden.

Die Kernstadt wiederum ist untergliedert in sieben Stadtteile oder städtische Bezirke. Im Bereich der Altstadt liegen die Auguststadt (Westen), Heinrichstadt (Zentrum) und die Juliusstadt (Osten). Die Stadtteile Kurzes Holz (Nordosten), Rote Schanze (Südosten), Schwedenschanze (Nordwesten) und Weiße Schanze (Südwesten) umgeben die Altstadt.

Der ursprüngliche Stadtkern ist der heutige Stadtteil Heinrichstadt. 1567 erfolgte die Erweiterung nach Osten (Juliusstadt), und 1652 nach Westen (Auguststadt). Nach Schleifung der Befestigungsanlagen (1804 bis 1834) war die Ausdehnung der Stadt nach Norden (Schwedenschanze und Kurzes Holz) und Süden (Weiße Schanze und Rote Schanze) möglich. Die nächste, letzte Erweiterung erfolgte erst 1974 mit der Eingemeindung der zehn umliegenden Ortschaften, die bis dahin selbständige Gemeinden waren.

Stadtteile der Kernstadt (Stadtgebiet) und eingemeindete Ortschaften, mit amtlicher Nummer, Fläche, Bevölkerung und Bevölkerungsdichte
Nr.[5] Stadtteile, Ortschaften Fläche
in ha[3][6]
Bevölkerung
31. Dez. 2009[7]
Bevölkerungs-
dichte
01 - 07 Kernstadt: Stadtteile 000000000001461.17000000001.461,17 000000000038373.000000000038.373 000000000002626.20000000002.626,2
01 Kurzes Holz 256,30 000000000004751.00000000004.751 1853,7
02 Juliusstadt 164,15 000000000007897.00000000007.897 4810,8
03 Rote Schanze 115,33 000000000005311.00000000005.311 4605,0
04 Weiße Schanze 412,10 000000000006581.00000000006.581 1596,9
05 Auguststadt 129,67 000000000005210.00000000005.210 4017,9
06 Schwedenschanze 289,40 000000000005039.00000000005.039 1741,2
07 Heinrichstadt 94,21 000000000003584.00000000003.584 3804,3
08 - 17 Ortschaften 000000000006399.22000000006.399,22 000000000014388.000000000014.388 224,8
08 Adersheim 709,53 921 129,8
09 Ahlum 829,21 000000000001207.00000000001.207 145,6
10 Atzum 225,12 230 102,2
11 Fümmelse 753,62 000000000002705.00000000002.705 358,9
12 Groß Stöckheim 298,97 000000000001410.00000000001.410 471,6
13 Halchter 953,36 000000000001237.00000000001.237 129,8
14 Leinde 542,12 757 139,6
15 Linden 342,89 000000000003361.00000000003.361 980,2
16 Salzdahlum 000000000001337.52000000001.337,52 000000000001621.00000000001.621 121,2
17 Wendessen 406,89 939 230,8
  Wolfenbüttel 000000000007860.39000000007.860,39 000000000052761.000000000052.761 671,2

  Klima

Wolfenbüttel liegt in der gemäßigten Klimazone im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Gebieten.

  Geologie

Im Harzvorland gelegen, sind in Wolfenbüttel Sand-, Ton- und Lehmböden anzufinden. Auch gibt es teilweise Mergelböden in Wolfenbüttel. Die durch Wolfenbüttel verlaufende Oker bildet die Grenzlinie zwischen der Hildesheimer Börde auf der West- und der Magdeburger Börde auf der Ostseite.

  Geschichte

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen:
  • Es fehlen alle Informationen zu dem Gefängnis Wolfenbüttel.
  • Die Rolle des Gefängnisses während des 2. Weltkrieges einschl. seiner Funktion als Lager und Tötungsstätte für Gefangene aus Belgien und Frankreich (Nacht- und Nebel-Gefangene) sowie von sovjetischen Gefangenen muss angeführt werden. Bitte Artikel Gedenkstätte Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel beachten
  • Die Hinrichtungsstätte Wolfenbüttel wäre wohl eines eigenen Abschnitts wert. Bitte Artikel Gedenkstätte Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel beachten
  • Das Zwangsarbeiterlager Wolfenbüttel ist nicht erwähnt.
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  Namensgebung

Der heutige Ortsname Wolfenbüttel setzt sich aus dem Grundwort -büttel und dem Bestimmungswort Wolfen zusammen. Das Bestimmungswort vor -büttel ist nicht – wie anzunehmen – in Verbindung mit Wolf zu setzen, sondern es ist ein verschliffener Personenname und geht wahrscheinlich zurück auf einen sächsischen Siedler namens Wulferi bzw. Wulfheri, der sich an einer Furt an der Oker niedergelassen und die Siedlung Wulferis Buttle (Wulferebutele) gegründet haben soll. Das Suffix –büttel stammt von dem altniederdeutschen Wort bodal und bedeutet „Haus und Hof“ oder „Siedlung“.[8]

Die Verbreitung von Büttel-Orten ist auf den norddeutschen Raum begrenzt. Wolfenbüttel ist die südlichste von über 150 Büttel-Ortschaften. In der Gemeinde Busenwurth im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein existiert ein weiterer Ort mit dem Ortsnamen Wolfenbüttel.

  Stadtgründung

  Historisches Wappen der Stadt Wolfenbüttel
  Der Stadtmarkt mit dem Reiterdenkmal von Herzog August

Die vermuteten Ursprünge Wolfenbüttels sind ungefähr im 10. Jahrhundert zu finden, als sich ein Siedler namens Wulferus (Wulferi) an einer Furt in den sumpfigen Okerauen niedergelassen haben soll. Diese Überquerungsmöglichkeit über die Oker zog die ersten Siedler an. An einer frequentierten Handels- und Heerstraße zwischen Rhein und Elbe gelegen, entstand dort die Siedlung Wulferisbuttle. Der Weg führte über das benachbarte Braunschweig, die Bistümer Halberstadt und Hildesheim nach Leipzig.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wolfenbüttel im Jahr 1118 als W[u]lferesbutle (auch Wulferisbutle genannt). Zu dieser Zeit baute Widekind von Wolfenbüttel die Siedlung zu einer Festung aus. Die Wasserburg sollte den Kaufleuten und Reisenden in unsicheren Zeiten Schutz bieten. Aus der Wasserburg Wolfenbüttel ging die heutige Stadt Wolfenbüttel hervor.

  Entwicklung der Stadt

1283 wurde Wolfenbüttel unter dem Welfen Herzog Heinrich dem Wunderlichen zu einer Residenzfestung ausgebaut und 1500 ummauert.

Etwa ab 1430 wurde Wolfenbüttel zur ständigen Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg[9], die 1542 durch die Truppen des Schmalkaldischen Bundes zerstört wurde. Nach diesem Einschnitt wurde unter der Regierung des Herzog Julius die Dammtorfestung um die Residenz verstärkt und die Neue Heinrichstadt östlich anschließend großzügig geplant errichtet. 1567 entstand neben der Heinrich-Vorstadt die Julius-Vorstadt, das ehemalige Gotteslager (vom niederdeutschen Goods für Güter, also Stapelplatz). Diese Vorstadt war als Händlersiedlung geplant, die durch herzogliche Gnade gefördert Braunschweig als Handelsplatz den Rang ablaufen sollte. 1570 erhielt Wolfenbüttel das Marktrecht.[10] Unter der Regierung des Herzogs August dem Jüngeren wurde 1652 im westlichen Anschluss der Dammtorfestung die Auguststadt als Handwerker und Soldatensiedlung angelegt.

Bis 1753 war Wolfenbüttel Residenzstadt des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. Hier wirkten 1690 bis 1716 Gottfried Wilhelm Leibniz und 1770 bis 1781 Gotthold Ephraim Lessing, der hier das Drama Nathan der Weise verfasste, als Bibliothekare der Herzog-August-Bibliothek. Wegen des Wirkens von Lessing wird die Stadt auch als Lessingstadt bezeichnet. Im frühen 17. Jahrhundert war der Komponist und Musikschriftsteller Michael Praetorius in Wolfenbüttel als herzoglicher Hofkapellmeister tätig.

Bedeutendste Herrscher in Wolfenbüttel waren die Herzöge Julius, Heinrich Julius und August der Jüngere, die von hier aus das Teilfürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel regierten.

Wolfenbüttel ist eine typische Renaissance-Residenzstadt mit Schloss, Marienkirche, Johanniskirche, Trinitatiskirche, Zeughaus, Kanzlei und zahlreichen gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Reste eines umfangreichen Grachtensystems sind erhalten geblieben und heute unter dem Namen Klein Venedig bekannt.

  Residenz, Festung und Garnison

  Residenz und Festung der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg (1432–1753)

  Schloss Wolfenbüttel als Merian Stich 1654

Wolfenbüttel hat eine lange militärische Tradition als Garnisonsstadt, die sich in teilweise erhaltenen Verteidigungsanlagen im Stadtgebiet widerspiegelt. Die Garnisonsstadt Wolfenbüttel gilt als eine der ältesten und beständigsten Garnisonen im norddeutschen Raum.

Schon im 12. Jahrhundert existierte in Wolfenbüttel eine befestigte Burg, die 1191 von Heinrich dem Löwen zerstört wurde. Ein Wiederaufbau der Burg wurde im Jahre 1255 von Herzog Albrecht I. erneut zerstört. Diese Zerstörungen sind damit zu erklären, dass sich zu dieser Zeit Graf Gunzelin von Wolfenbüttel auf die Seite der Staufer schlug und damit eine unmittelbare Bedrohung für die Welfen darstellte. Nachdem die Welfen Wolfenbüttel endgültig übernommen hatten, bauten sie die Wasserburg, das spätere Schloss Wolfenbüttel, wieder auf. Von 1432 bis 1753 wurde Wolfenbüttel zur Residenz der Herzöge und zur Landesfestung des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel ausgebaut.

Im Jahr 1542 wurde Wolfenbüttel von Truppen des Schmalkaldischen Bundes erobert, und die Festungsmauern wurden geschleift. Während der fünfjährigen Besatzungszeit bis 1547 unter dem Statthalter Bernhard von Mila kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen und Zerstörungen durch die schmalkaldischen Truppen.

Ab 1570 wurde die zwischenzeitlich wieder aufgebaute Festung nach neu-italienischer Manier mit Bastionen und Kurtinen versehen. Herzog Heinrich Julius stellte 1589 zu seinem Schutz mehrere Kompanien mit berittenen und Fußsoldaten auf. Die Soldaten trugen einheitliche Uniformen.

Unmittelbar vor dem Dreißigjährigen Krieges wurden die Befestigungen unter Herzog Heinrich Julius noch einmal verstärkt. Das Zeughaus und Reste der Festungswälle, Befestigungsgräben und der Bastionen sind heute noch im Stadtbild Zeugen dieser Zeit. Das Zeughaus wurde als Rüstkammer für den Landesausschuss gebaut und beherbergte auch dessen Geschütze. Der Schloßplatz zwischen Schloss und Zeughaus diente seit dem späten 17. Jahrhundert auch als Exerzierplatz für die herzoglichen Truppen (nach einem Stich Merians nach Konrad Bruno).

Durch Bestechung des amtierenden Kanzlers Johann Eberhard zu Eltz konnte der dänische König Christian IV. zu Beginn des Jahres 1626 mit seinen protestantischen Truppen in die Festung Wolfenbüttel einziehen. Damit wurde das Kriegsgeschehen im Dreißigjährigen Krieg auch in das Fürstentum verlagert. Unmittelbar nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge im August 1627 setzten kaiserliche Truppen unter dem Befehl von Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim den geschlagenen dänisch-niedersächsischen Truppen Christians IV. nach. Sie belagerten die Landesfestung Wolfenbüttel, die damals zu den am besten gesicherten Festungen Norddeutschlands gehörte. Da alle Angriffsmaßnahmen angesichts der verstärkten Festung versagten, ließ Pappenheim mit Hilfe von zu Zwangsdienst verpflichteten Bauern einen Damm errichten, der die Oker aufstaute. In der Festung stand 140 Tage das Wasser mehr als einen Mann hoch. Die Festungsbesatzung musste schließlich im Dezember 1627 aufgeben.

Von 1627 bis 1643 wurde die Festung Wolfenbüttel durch den Kommandanten Johann von Reuschenberg, einen Oberst der katholischen Liga gegen eine Rückeroberung verteidigt. Drei Belagerungen in den Jahren 1632 bis 1634 und 1641 scheiterten am Kriegsgeschick von Reuschenbergs und seines Helfers Levin Zanner, genannt „Rittmeister Immernüchtern“.

Das heute als Schwedendamm bezeichnete Gebilde (als leichte Bodenwelle sichtbar) findet sich nördlich Wolfenbüttels bei Groß Stöckheim unmittelbar vor der Autobahn A395. Die Kaiserlichen Truppen errichteten diesen Damm mit dem Ziel, die Stadt Wolfenbüttel zu fluten. Die Schweden setzten diesen Damm 1641 in Wolfenbüttel erneut ein, um so wiederum die kaiserliche Besatzung in Bedrängnis zu bringen, aber sie konnten die Festung nicht einnehmen. Heute erinnert die Straße „Am Schwedendamm“ im Nordwesten von Wolfenbüttel an diese Ereignisse. In der weiteren Umgebung ließen sich durch u. a. Luftbildarchäologie Schanzen aus dieser Zeit nachweisen.

Während des Siebenjährigen Krieges wurde Wolfenbüttel durch französische Truppen erneut belagert.

Reste der Befestigung können noch heute in Wolfenbüttel besichtigt werden, obwohl die Festung Wolfenbüttel ab 1798 geschleift wurde. Die Oker, die einst mittels Gräben um die Befestigungsanlagen geleitet wurde, war Teil des Befestigungssystems. Der heutige Stadtgraben, auch Ententeich genannt, ist nur ein kleiner Abschnitt der Wassergräben, die Wolfenbüttel umgeben haben.

Von den ehemals neun großen Bastionen, die die Festung sicherten, sind die Reste vierer dieser Befestigungswerke im Stadtbild anzutreffen. Unmittelbar am Stadtgraben findet sich die Bastion „Corneliusberg“. Die Straße „Am Rosenwall“ führt an den imposanten Erhebungen der ehemaligen Bastion „Joachimsberg“ vorbei, die die Mächtigkeit der Bastionen der Landesfestung erahnen lässt. Unter dieser Bastion befinden sich Kasematten, die allerdings nicht betreten werden können. Im „Seeliger-Park“ hinter dem Schloss liegen unter der heutigen sogenannten Seeliger-Villa die Reste der Bastion „Lindenberg“, deren Kasematten zu besichtigen sind (Anfragen an die Touristinformation Wolfenbüttel am Stadtmarkt). Direkt hinter Pavillonbauten des Gymnasiums im Schloss liegt ein Gewölbe, das ehemals zum rückwärtigen Teil einer Kurtine (Wallanlage) gehörte. Das Parkhotel am Kaffeehaus ist auf der Bastion „Karlsberg“ errichtet worden. Erst nach Voranmeldung zugänglich ist der Bereich des Philipsberges, der in der JVA Wolfenbüttel liegt.

Während eine Umwidmung und aktive Nutzung der Kasematten in heutiger Zeit nicht gelungen ist, gibt es zwei gelungene Umwidmungen alter Reithallen. Das Fachwerkgebäude zwischen dem imponierenden Proviantboden hinter dem Zeughaus und der Bibliothek ist als Jahnturnhalle bekannt und muss saniert werden. Drei Gebäude gehören wohl zu der sogenannten Schlosskaserne, die von der Herzoglichen Braunschweigischen Feldbatterie 1867 bezogen worden ist. Den großen Backsteinbau am Teichgarten nutzt nach gelungener Renovierung eine ortsansässige Tanzschule.

Zur Entwicklung des Postwesens in Wolfenbüttel siehe
Postroute Wolfenbüttel-Harzburg

  Wolfenbüttel als Garnisonsstadt im 19. und 20. Jahrhundert

Im Rahmen der Neuordnung des preußischen Heeres nach der Schlacht bei Langensalza wurde die 4. Herzoglich Braunschweigische Feldbatterie am 5. Dezember 1867 nach Wolfenbüttel verlegt und das Zeughaus wurde in den folgenden Jahren zur Kaserne.

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde 1936 eine neue Kaserne am Waldrand im Nordosten von Wolfenbüttel errichtet. Sie diente als Flakgarnison für das 36. Flak-Regiment und für das „Fallschirm-Infanterie-Bataillon 1“ in Braunschweig.

Nach Kriegsende übernahm die Britische Rheinarmee die Kaserne und benannte sie in „Northampton Barracks“ um. Wolfenbüttels Lage im Zonenrandgebiet war wohl ein Hauptgrund dafür, dass die britische Rheinarmee die ehemalige Wehrmachtskaserne als Standort auswählte. Kurz nach der Wende verließen die Briten die Wolfenbütteler Kaserne. Seitdem wird das ehemalige Kasernengelände zivil genutzt. Das Gelände „Am Exer“ dient jetzt hauptsächlich als Fachhochschul-Campus für die Ostfalia - Hochschule für angewandte Wissenschaften. Auf dem Campus befinden sich die Fachbereiche Soziale Arbeit, Informatik und Versorgungstechnik, die FH-Bibliothek, zwei Studentenwohnheime, mehrere Fremdfirmen (u. a. handwerkliche Betriebe) sowie der ARGE Wolfenbüttel.

Zwischen Lindener Straße und Cranachstraße gab es mehrere Jahrzehnte lang die Gneisenau-Kaserne als Standort für das Heer der deutschen Bundeswehr. Am Standort war vom 15. August 1956 bis zu seiner Auflösung am 30. September 1972 das Panzergrenadierbataillon 22 stationiert. Danach war dort das Beobachtungsbataillon 13 und die Instandsetzungsausbildungskompanie 5/1 stationiert. Mit der Schließung der Kaserne im Jahr 1994 endete die über 400-jährige Ära Wolfenbüttels als Garnisonsstadt. Heute sind auf dem Gelände der ehemaligen Gneisenau-Kaserne u. a. der Rettungsdienst des DRK, das Technische Hilfswerk und die Polizei untergebracht. Große Teile des ehemaligen Kasernengeländes werden zudem als städtischer Wohnraum genutzt.

  Hexenprozesse

Zwischen 1590 und 1620 wurden 114 Personen wegen Zauberei aktenkundig – 97 Frauen und 17 Männer: In diesen dreißig Jahren wurden 50 Menschen verbrannt, drei enthauptet, vier ausgewiesen, eine Person war in der Haft gestorben. Der Frauenanteil in den Verfahren liegt bei 90 %. Bei 50 Verfahren ist der Ausgang offen.[11]

  Gegenwart

  Stadtsanierung

  Nicht renoviertes Haus Am Ziegenmarkt

In Wolfenbüttel hat sich infolge der vergleichsweise geringen Kriegsschäden ein nahezu geschlossenes historisches Stadtbild erhalten. Um dieses Stadtbild zu erhalten und um zu verhindern, dass die Bewohner der historischen Innenstadt in Neubaugebiete im Umland abwandern, wurde in den 1970er Jahren ein umfangreiches Sanierungsprogramm aufgelegt. Das im Jahre 1978 festgelegte Sanierungsgebiet war damals eines der größten Stadtsanierungsgebiete Deutschlands. Die Stadt hat auf diese Weise seit 1974 den Hauseigentümern Zuschüsse mit der Maßgabe zur Verfügung gestellt, diese für eine denkmalgerechte Sanierung zu verwenden. Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen ist es gelungen, weite Teile der Altstadt (Heinrichstadt, Auguststadt, Juliusstadt) denkmalgerecht zu modernisieren; weit über 150 Einzelobjekte wurden hergerichtet. Ein besonders gelungenes Beispiel ist in diesem Zusammenhang die Sanierung der zahlreichen kleinen Fachwerkhäuser in der Krummen Straße. Die Stadtverwaltung hat die mit der Stadtsanierung eingeschlagene Linie nicht immer durchgehalten. Vornehmlich bei Bauwerken größerer Investoren hat die Stadtverwaltung wiederholt denkmalschützerische Belange hintangestellt. So wurde ein Kaufhausneubau am Schloßplatz/Großer Zimmerhof in den 1970er Jahren gegen den Widerstand eines erheblichen Teils der Bevölkerung genehmigt. Auch der wuchtige Neubau einer Bank am Kornmarkt, in unmittelbarer Nachbarschaft der Marienkirche, fügte dem geschlossen Stadtbild irreparablen Schaden zu. Dass die Stadtverwaltung auch heute noch den Denkmalschutz hintanzustellen bereit ist, zeigte der genehmigte Neubau eines großen Wohnblocks am Schlossplatz, dem ein denkmalgeschütztes (allerdings seit über 30 Jahren verfallendes) Gebäude weichen musste. Dass sich Neubau und Denkmalschutz durchaus vertragen können, beweisen zahlreiche Bauwerke, die sich – anders als die genannten Neubauten – in die historische Altstadt einfügen. Beispielhaft sei hier das Gebäude der Kreisvolkshochschule in der Harzstraße genannt.

  Einwohnerentwicklung

In Wolfenbüttel leben rund 54.000 Personen mit Hauptwohnsitz und ungefähr weitere 2.000, die ihren Erstwohnsitz nicht in Wolfenbüttel haben.

Bevölkerungsfortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik; amtliche Fortschreibung jeweils zum 31. Dezember.[12]

  • 1776: Verlegung des Hofes nach Braunschweig und Siebenjähriger Krieg
  • 1974: Eingemeindung von zehn Ortschaften
  • 1987: Volkszählung

  Politik

Stadtratswahl 2011
Wahlbeteiligung: 51,33 % (+2,46 Pp.)
 %
40
30
20
10
0
36,23 %
35,56 %
18,05 %
3,46 %
2,99 %
2,83 %
0,84 %
keine
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,83 %p
-9,70 %p
+7,78 %p
+3,46 %p
-2,90 %p
+0,12 %p
+0,84 %p
-2,44 %p
Anmerkungen:
h 2006: WoBü-WfW

  Rat der Stadt

Der Rat der Stadt Wolfenbüttel umfasst 42 Ratsfrauen und -herren. Nach der Kommunalwahl vom September 2011 setzt er sich wie folgt zusammen:

Partei Sitze
SPD 15
CDU 15
Bündnis 90/Die Grünen 8
Piratenpartei 2
FDP 1
Die Linke 1
Gesamt 42

  Stadtwappen

  Traditionelles Wappen der Stadt Wolfenbüttel
  Modernes Wappen für amtlichen Schriftverkehr

Im Jahr 1570 verlieh Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel seiner Residenzstadt, die damals noch Heinrichstadt hieß, das Marktrecht. Zugleich erhielt die neue Stadt ein eigenes Wappen, dessen Schild Elemente der Helmzier des herzoglichen Wappens zierten (siehe Sachsenross). Auf einem blauen Schild ist in der Mitte ein weißes springendes Pferd platziert. Hinter dem gezäumten und gesattelten Pferd befindet sich eine rote Säule mit einer goldenen Krone und einem weißen Stern. Ältere Darstellungen zeigen hier einen goldenen Stern, was der Darstellung in der Helmzier der Herzöge entspricht.

Als Schildhalter dienen zwei Engel. Der heraldisch rechts stehende Engel trägt Gewänder in den Farben rot und gelb, der links stehende Engel in schwarz und weiß. Diese Farbkombinationen stammen aus den Wappen der Welfen und der Hohenzollern. Herzog Julius bezog sich damit auf das Wappen seiner Familie und das Wappen der Familie seiner Frau Hedwig von Brandenburg.[13]

  Städtepartnerschaften

Die Stadt Wolfenbüttel unterhält Städtepartnerschaften[14] mit

Flag of France.svg Blason Sèvres 92.svg Sèvres (Frankreich Entstanden auf Initiative des Deutsch-Französischen Jugendwerks, seit 1958
Flag of the United States.svg Kenosha (USA) Hervorgegangen aus dem US-Begegnungsprogramm von Präsident Eisenhower „People to People“, seit 1969
Flag of Romania.svg COA SatuMare RO.gif Satu Mare (Rumänien) Umfangreiche Hilfsmaßnahmen von Stadt und Landkreis zugunsten der Hochwasseropfer in Siebenbürgen führten zu dieser Partnerschaft, seit 1970
Flag of Poland.svg POL Kamienna Góra COA.svg Kamienna Góra (Polen) Der Partnerschaft ging eine 50-jährige Patenschaft von Stadt und Landkreis Wolfenbüttel für die Vertriebenen aus Stadt und Kreis des ehemaligen Ortes Landeshut in Schlesien voraus, seit 2001

Nach jeder dieser Städte ist eine Wolfenbütteler Brücke benannt. In Sèvres gibt es eine „Rue de Wolfenbüttel“, in Kenosha den „Wolfenbüttel Park“.

Die Städtepartnerschaften sind geprägt durch gegenseitige Besuche von Schulklassen, Chören, Orchestern, anderen Gruppen und Privatpersonen.

Seit 1990 unterhält Wolfenbüttel eine Städtefreundschaft mit der Stadt Blankenburg (Harz) in Sachsen-Anhalt. Seit den 1960er Jahren unterhält der Ortsteil Salzdahlum eine Partnerschaft mit der Kleinstadt Briouze in der Normandie (Frankreich). Zwischen dem Ortsteil Linden und dem Dorf Beltiug/Bildegg im Kreis Satu Mare existiert seit 2001 eine Partnerschaft.

  Kultur und Sehenswürdigkeiten

  Kultur- und Baudenkmäler

  Kanzleigebäude, in Ursprung entworfen von Hans Vredeman de Vries

In Wolfenbüttel befindet sich das zweitgrößte noch erhaltene Schloss Niedersachsens, das Schloss Wolfenbüttel. Das aus einer Wasserburg hervorgegangene Schloss wurde mehrmals belagert, zerstört und wieder aufgebaut. Deswegen ist das Bauwerk auch von mehreren Epochen und Baumeistern geprägt. Am Schloßplatz, einem ehemaligen Exerzierplatz, befinden sich außerdem die Herzog August Bibliothek, das Lessinghaus, das Zeughaus und das Kleine Schloss, in dem sich früher die Ritterakademie Rudolph-Antoniana befand. Die Herzog-August-Bibliothek beherbergt unter anderem das Evangeliar Heinrichs des Löwen, das 1983 für 32,5 Millionen DM für die Bibliothek erworben wurde. Im 17. Jahrhundert galt die Bibliotheksrotunde „Bibliotheca Augusta“ nördlich der Alpen als die größte ihrer Art und wurde als achtes Weltwunder bezeichnet. Im heutigen Lessinghaus wohnte Gotthold Ephraim Lessing eine Zeit lang, der sich als Bibliothekar der Augusta verdient machte. Als Museum beherbergt es nun eine Dauerausstellung über das Leben und Wirken Lessings. Das Zeughaus diente in Residenzzeiten als Waffenarsenal und Kornspeicher. Heute wird es als Bibliothekserweiterung der Herzog-August-Bibliothek genutzt. Direkt neben dem Schloss steht das Kleine Schloss, welches früher eine Ritterakademie war und heute als Wohnhaus genutzt wird. Berühmte Schüler der Wolfenbütteler Ritterakademie waren z. B. der Baron von Münchhausen und Anton Wilhelm Amo.

In der Wolfenbütteler Innenstadt befinden sich die beiden protestantischen Kirchen Beatae Mariae Virginis (BMV), kurz Marienkirche, und die Trinitatiskirche. Die Marienkirche ist zugleich Wolfenbüttels Hauptkirche. Nahe der Marienkirche steht die barocke Trinitatiskirche, welche vor der Kirchennutzung als Stadttor diente. Als Klein Venedig bezeichnet man ein kleines Gebiet an der Oker. Dabei handelt es sich um die Überreste eines ausgedehnten Grachtensystems, welches die Stadt früher durchzog. Der niederländische Architekt Hans Vredeman de Vries schuf in Wolfenbüttel das Kanzleigebäude und nach holländischem Vorbild die Grachten. Im Kanzleigebäude befindet sich heute die Abteilung Ur-und Frühgeschichte des Braunschweigischen Landesmuseums. Mit den direkt am Fluss gebauten Häusern entsteht ein gewisses „Venedig-Flair“ im Herzen der Stadt. Die gut erhaltenen alten Bauten Wolfenbüttels waren ein Grund dafür, dass die neuere Fassung der Feuerzangenbowle mit Nadja Tiller und Walter Giller in Wolfenbüttel gedreht wurde.

Weitere archäologische Funde, Kultur- und Baudenkmäler

Liste der Baudenkmale in Wolfenbüttel

  Nachweis historischer Bebauung im Untergrund aus der frühen Neuzeit

  • Zu Zeiten der Residenz wurde die Oker zu Verteidigungszwecken genutzt und in Festungsgräben um die Stadt geleitet. Außerdem wurde das Wasser in zahlreichen Gräben durch die Stadt geleitet und u. a. zum Betrieb von Mühlen und Sägewerken verwendet. Schleusen regulierten nicht nur den Wasserstand, sondern machten auch den Transport von Waren auf Schuten möglich. So ist man beim Neubau der Straße "Schulwall" mit dem Unterbau auf einen massiv gebauten Tunnel gestoßen, der wohl Teil dieses Wasserbaues war.
  • Die Bastion Lindenberg, heute bebaut von der Villa der Familie Seeliger. Bei Freilegung einer der Kasematten wurden mehrere tausend Kanonenkugeln aus dem Aushub geborgen, darunter auch mehrere Kugeln für eine Steinbüchse (Mörser). Sie gehören wohl zu jenen Kanonenkugeln, die um 1575 im Auftrag des Herzogs Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel) gegossen wurden. Im Jahr 2006 wurden rund 2000 Kugeln, darunter jene mit dem Monogramm des Herzogs (15 HI 75), gestohlen.

  Religion

Jüdische Gemeinde
Die erste jüdische Gemeinde wurde von Marcus Gumpel Moses Fulda (1660–1733) gegründet. Dessen Enkel, die Gebrüder Herz und Philipp Samson hatten in der Folgezeit großen Einfluss auf das jüdische Leben in Wolfenbüttel und Braunschweig. Im Jahre 1786 gründete der Hofbankier Philip Samson aus dem 20.000 Reichstaler betragenden Stiftungskapital seines Vaters Samson Gumpel eine Talmud-Tora-Freischule.[15] In unmittelbarer Umgebung ließ er im Hinterhof seines Hauses in der Harzstraße 12 eine Synagoge einrichten. Samson war Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Wolfenbüttel. Der zweistöckige Fachwerkbau diente von 1781 bis 1893 als Synagoge und bot bis zu 80 Menschen Platz zum Beten.[16] Die zu klein gewordene Synagoge in der Harzstraße wurde von der 1893 neu errichteten Synagoge in der Lessingstraße abgelöst. Architekt der neuen Synagoge war Constantin Uhde. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge zerstört. Eine Wolfenbütteler jüdische Gemeinde gibt es seit dieser Zeit nicht mehr. Heute erinnert nur noch ein jüdischer Friedhof an die ehemalige jüdische Gemeinde.[17]

Bischofsstadt

  Turm der Marienkirche BMV

Landeskirchenamt und Kirchenregierung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig haben ihren Sitz in Wolfenbüttel. Der Landesbischof ist Vorsitzender sowohl des Landeskirchenamtes als auch der Kirchenregierung und hat seinen Amtssitz in der Bischofsstadt Wolfenbüttel. Die Braunschweigische Landeskirche ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hatte Anfang 2007 über 400.000 Gemeindemitglieder. Zur Landeskirche gehören 414 Kirchengemeinden, welche in 13 Unterbezirken, den Propsteien, zusammengefasst sind. Weiterhin unterhält die Landeskirche etwa 480 Kirchengebäude; Hauptkirche ist der Braunschweiger Dom St. Blasii, während die Wolfenbütteler Beatae Mariae Virginis früher als Sitz des Obersten Generalsuperintendenten die wichtigste Kirche des Herzogtums war.

Propstei Wolfenbüttel
Die Propstei Wolfenbüttel ist eine von 13 Propsteien der Braunschweiger Landeskirche und ist umgeben von den Propsteien Braunschweig, Königslutter, Salzgitter-Lebenstedt, Goslar und Schöppenstedt, wobei Landkreis und Propstei Wolfenbüttel nicht deckungsgleich sind. Zur Propstei Wolfenbüttel gehören 28 Kirchengemeinden mit über 32.000 Gemeindemitgliedern (Stand 2008). In Wolfenbüttel befindet sich das Propsteibüro, der Amtssitz des Propstes.

Kirchen der Propstei Wolfenbüttel in der Landeskirche Braunschweig

Pfarrei St. Petrus

  Weitere Institutionen

  Unterhaltung

In Wolfenbüttel gibt es zwei Kinos. Der Filmpalast Wolfenbüttel ist schon älter und verfügt über drei Vorführsäle. Das neuere Großraumkino Cinestar hat dagegen sechs Säle, von denen einer mit 3D-Technik ausgestattet ist. Im August 2011 hat der Filmpalast Wolfenbüttel ebenfalls auf 3D nachgerüstet.

Im Lessingtheater, zu dem kein festes Ensemble gehört, waren verschiedene Tourneetheater unregelmäßig zu Gast. Neben dem Laienensemble Kleine Bühne waren hier mit verschiedenen Theatergruppen häufig bekannte Schauspieler auf der Bühne zu sehen.[18] Seit Januar 2007 ist das Theater aus Brandschutzgründen geschlossen. Die Renovierung hat am 4. Oktober 2010 offiziell begonnen.

Im Schloss befindet sich das Schlosstheater mit einem Foyer-Bereich, das hauptsächlich vom Gymnasium im Schloss als Aula genutzt wird.

  Musik

Wolfenbüttel ist auch eine Stadt der Musik, was sich nicht nur auf das Wirken des Komponisten Michael Praetorius und Johann Rosenmüller in der Vergangenheit beschränkt. Seit 2009 ist die Stadt auch Sitz der Landesmusikakademie Niedersachsen. Auch der Arbeitskreis Musik in der Jugend, gegründet 1947 in Hamburg, ist seit 1978 in Wolfenbüttel ansässig und organisiert in regelmäßigen Abständen den EUROTREFF, ein internationales Chortreffen mit Workshops und vielen Konzerten. Dieses trägt die offizielle Bezeichnung EUROTREFF seit Gründung des Chorfestivals 1981, also bereits vor der Europäischen Währungsunion. Das Wolfenbütteler Kammerorchester (früher Instrumentalkreis) ist ein Streichorchester, das regelmäßig klassische Musik zur Aufführung bringt. Darüber hinaus ist Wolfenbüttel Sitz des Landesposaunenwartes, der für alle Posaunenchöre der Braunschweigischen Landeskirche verantwortlich ist. Das musikalische Leben wird auch durch die Bevölkerung geprägt, so gibt es zahlreiche Schulorchester, Chöre und Spielmannszüge sowie Blaskapellen.

  Gärtnerei

Wolfenbüttel ist eine Stadt der Gärtner, was durch ein Gärtnerdenkmal, den Gärtnergesangverein, und ein geplantes Gärtnereimuseum unterstrichen wird. Die Konservenfabriken sind allerdings lange geschlossen und die gärtnerischen Anbauflächen sind in den letzten Jahren durch Umwidmung zu Bauland deutlich zurückgegangen.

  Veranstaltungsorte

  Lindenhalle

In Wolfenbüttel gibt es zwei große Veranstaltungshallen, die 2005 renovierte Lindenhalle, benannt nach dem gleichnamigen Stadtteil Wolfenbüttel-Linden, sowie die KuBa-Halle.

  Sport

In Wolfenbüttel gibt es die Sportvereine MTV Wolfenbüttel, Germania Wolfenbüttel, ESV Wolfenbüttel und den Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921.

Wolfenbüttel ist zudem für eine lange Basketballtradition bekannt, aktuell spielen die Wolfenbüttel Wildcats (Damen) und die Herzöge Wolfenbüttel (Herren) in der 1. bzw. 2. Bundesliga. Als größte Erfolge der Herren gelten die deutschen Pokalsiege 1972 und 1982 sowie die Vizemeisterschaft 1976. Den Damen gelang im Jahr 2012 der Gewinn der deutschen Meisterschaft.

Mit der KG Braunschweig/Wolfenbüttel (hervorgegangen aus dem BAC Wolfenbüttel) hat die Stadt des Weiteren einen Box-Zweitligisten.

Seit Anfang 2005 gibt es in Wolfenbüttel auch eine American Football-Mannschaft, die Wolfenbüttel Black Wolves.

Die TG (Turngemeinde) der Großen Schule Wolfenbüttel wurde 1828 gegründet und ist damit eine der ältesten, noch bestehenden allein organisierten und selbstfinanzierenden Turngemeinden der Republik.

Die Luftsportgemeinschaft Wolfenbüttel würde 1949 gegründet und befindet sich auf der Großen Wiese in Wolfenbüttel Linden. Sie hat rund 80 Mitglieder.

Der Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921 ist überregional durch Erfolge seiner Wasserballteams bekannt geworden. Die Männermannschaft wurde 1968 deutscher Titelträger bei den Wettbewerben für Vereine ohne Winterbad (VoW) und spielte 1979 kurzzeitig in der Bundesliga. Der Klub verfügt mit dem Freibad Fümmelsee über ein vereinseigenes Naturbad.

Wolfenbüttel besitzt mit dem DC Bulldogs auch einen Dartverein , welcher sich seit 5 Jahren in der Dart Bundesliga hält.

  Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wolfenbütteler Wirtschaft wird durch klein- und mittelständische Unternehmen geprägt. Größere Industriebetriebe gibt es in Wolfenbüttel nicht.

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  Bedeutende aktive Unternehmen

  Bäko mitte
Bäko mitte Bäcker- und Konditoren-Genossenschaft eG Göttingen - Wolfenbüttel

Die Bäko mitte eG ist eine Bäcker- und Konditorengenossenschaft in Wolfenbüttel. Dieses Unternehmen hat im Jahre 2007 eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen, welche sich über 4000 Quadratmeter erstreckt. Den Strom-Überschuss, den die Genossenschaft nicht verbraucht, wird den Stadtwerken Wolfenbüttel zur Verfügung gestellt, damit diese ihre 5 % ökologisch produzierte Energie erreichen.[19]

Bankhaus C. L. Seeliger

Das Bankhaus C. L. Seeliger ist eine Privatbank mit Sitz und Stammhaus in Wolfenbüttel. Gegründet wurde es im Jahre 1794 als Handelsgeschäft.

Eder Maschinenbau GmbH

Die Eder Maschinenbau GmbH baut unter anderem Holzbearbeitungsgeräte (Spalt-, Schäl-, Schnitzgeräte), die in diesem Marktsegment europaweit bekannt sind. [20]

Ficosa International - Metallwarenfabrik Wilke GmbH & Co. KG

Die Metallwarenfabrik Wilke GmbH & Co. KG entwickelt und produziert Rückspiegel für Busse, Landmaschinen, LKW und Nutzfahrzeuge. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1925 in Börßum, vier Jahre später zog die Metallwarenfabrik Wilke nach Wolfenbüttel. Von Anfang an stellte Wilke Teile für Motorfahrzeuge her. Wilke gehörte eine Zeit lang zum Hella-Konzern und seit 1999 zur spanischen Ficosa-Unternehmensgruppe, einem Zulieferer für die Automobilindustrie. Das Unternehmen ist einer der größten Spiegelhersteller für Busse und LKW. Außerdem verbauen alle weltweit tätigen Traktorenhersteller Rückspiegel von Wilke. Mit über 150 Mitarbeitern wurden 2008 35 Millionen Euro umgesetzt, was fast einer Verdoppelung des Umsatzes von 18 Millionen Euro aus dem Jahre 2002 entspricht.[21]

Karl Heinrich Möseler Verlag

Der Möseler Verlag ist ein Verlag für „klassische“ Musik. Das Programm umfasst weltliche und geistliche Chormusik, Kammermusik und Orchestermusik von der Renaissance bis in das 21. Jahrhundert.

Lehnkering - Logistics & Services

Lehnkering - Logistics & Services ist ein Logistik-Dienstleister für die Chemie- und Stahlbranche und betreibt einen Standort in Wolfenbüttel. Nachdem Bayer CropScience im Jahre 2008 seinen Standort auflöste übernahm Lehnkering Bürogebäude und einige Mitarbeiter.

Mast-Jägermeister

Aus Wolfenbüttel kommt der weltbekannte Kräuterlikör Jägermeister. In der Wolfenbütteler Jägermeisterstraße befinden sich der Hauptsitz der Mast-Jägermeister SE mit Produktionsstätten und Verwaltungsgebäuden. Günter Mast, langjähriger Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied, führte in der Saison 1973/74 die Trikotwerbung bei Eintracht Braunschweig in der Bundesliga ein.

MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co.

Die Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co. (MKN) baut Küchenanlagen für Gastronomiebetriebe zu Land oder zu Wasser. Die Unternehmensgeschichte beginnt 1946 mit der Gründung einer kleinen Reparaturwerkstatt für Landmaschinen. Der Gründer Dipl.-Ing. Kurt Neubauer und drei weitere Mitarbeiter arbeiteten damals in dem Betrieb. Aus Kapazitätsgründen bezog das Unternehmen 1962 das neue Gelände an der Halberstädter Straße, vorher war der Produktionsstandort in Salzgitter. Heute beschäftigt MKN etwa 320 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von etwa 56 Millionen Euro (Geschäftsjahr 1. Juli 2007 bis 30. Juni 2008).[22]

Pan Acoustics GmbH

Die Pan Acoustics GmbH mit Sitz in Wolfenbüttel wurde 2002 vom Dipl.-Ing. Udo Borgmann gegründet. Sie entwickelt Lautsprecher und digitale Tonübertragungslösungen für den gehobenen und den höchsten Anspruch - ohne Kabelsalat. Die Zeilenlautsprecher Pan Beam sind beispielsweise in den Pariser Flughäfen, in der Warner Bros. Movie World in Bottrop sowie in einem königlichen Palast in Marokko und in der Moschee Touba in Senegal installiert.

Reliatech Receptor Ligand Technologies GmbH

Die Reliatech GmbH („Receptor Ligand Technologies GmbH“) ist ein biotechnologisches Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Wolfenbüttel. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens ist auf die Herstellung von Reagenzien für die Forschung spezialisiert, mit Kunden aus Deutschland, Europa sowie Nordamerika und Asien.

Schmidt-Kupplung GmbH

Das Unternehmen Schmidt-Kupplung GmbH wurde 1965 von Richard Schmidt und Walter Haarmann in Wolfenbüttel gegründet. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens liegt in der Entwicklung und der internationalen Vermarktung von drehsteifen Ausgleichskupplungen für den Maschinenbau. Basisprodukt ist die 1966 patentierte und nach dem Erfinder Richard Schmidt benannte Schmidt-Kupplung. Dieses Kupplungssystem ist eine drehsteife und kurzbauende Kupplung für einen großen veränderlichen Radialversatz und findet Einsatz u. a. in Profilieranlagen, Beschichtungsanlagen und Walzenantrieben. Das aktuelle Produktprogramm umfasst torsionssteife Kupplungen für Drehgeber, Spindelhubgetriebe bis hin zu Montageautomaten, Druck- und Verpackungsmaschinen.[23]

Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter eG

Die 1902 gegründete Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter eG ist eine Genossenschaftsbank mit über 12.000 Mitgliedern.

Welger Maschinenfabrik GmbH

Die Welger Maschinenfabrik GmbH ist ein Hersteller von Verdichtungstechnik für den landwirtschaftlichen und den industriellen Sektor. Das Unternehmen stellt überwiegend Strohpressen und Pressen für Verpackungsmaterialien her. Die Anfänge dieses Familienunternehmens liegen im Jahr 1856 als der Vater Gottfried Welger in Seehausen in der Magdeburger Börde eine Schlosserei eröffnete. In den 1890ern entstand in Seehausen das erste Werk für Landmaschinen. Mit seinen beiden älteren Söhnen Carl und Emil führte er das Unternehmen, welches unter „Gebrüder Welger, Maschinenfabrik“ firmierte.[24] Die Wolfenbütteler „Maschinenfabrik Gebrüder Welger“ wurde 1899 von den jüngeren Brüdern Franz und Gustav Welger gegründet. Die Gebrüder Welger hatten zum Ziel, die landwirtschaftliche Arbeit mit automatischen Strohpressen zu vereinfachen.

  Bedeutende Unternehmen der Vergangenheit

ANT Nachrichtentechnik GmbH

In den Räumen der früheren Kuba-Produktion wurden in Wolfenbüttel Rundfunkübertragungswagen bei der ANT Nachrichtentechnik GmbH (später Bosch) gebaut bzw. ausgestattet. Die Firma ANT ist auch Namensgeber für die in Wolfenbüttel ansässige Relaisfunkstelle DB0ANT des Deutschen Amateur Radio Clubs e.V. Ortsverband Wolfenbüttel (H36), da dafür anfänglich Funkgeräte von ANT benutzt wurden.

Busch, Barnewitz & Co.

In der Konservenfabrik Busch, Barnewitz & Co. wurden Obst und Gemüse in Konservendosen abgefüllt. Obst und Gemüse stammten direkt von den Wolfenbütteler Gärtnern, welche im Stadtgebiet und im Umland ihre Äcker und Plantagen hatten. Die Familie Busch war eng verwandt mit dem Dichter Wilhelm Busch.

Eisvoigt Anlagen- und Gerätebau GmbH

Die Eisvoigt Anlagen- und Gerätebau GmbH war Hersteller von Kühlgeräten (Verkaufskühltruhen etc.).

Kuba-Imperial
  KuBa-Halle

In den Zeiten des Wirtschaftswunders gründete Gerhard Kubetscheck das Unternehmen Kuba-Imperial, welches Tonmöbel produzierte. Unter Tonmöbeln versteht man stilvolle Fernseher, Musiktruhen und Radios, die als schicke Einrichtungsgegenstände betrachtet werden können. Nach zwei Jahrzehnten waren über 4000 Mitarbeiter in den Kuba-Werken an der Lindener Straße beschäftigt. Kuba Imperial war zu dieser Zeit der drittgrößte Hersteller von Radios und Fernsehern und hatte einen Jahresumsatz von etwa 220 Millionen DM. Im Jahre 1966 verkaufte Kubetscheck das Unternehmen an den amerikanischen Elektronik-Konzern General Electric für 80 Millionen DM. Die ehemaligen Produktionsgebäude in der Lindener Straße existieren noch immer und werden von kleineren Betrieben und für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ein Museum erinnert an das Wirken von Kubetschek und die Geschichte seines Unternehmens.[25]

Maschinenfabrik H. Eberhardt GmbH

Das Unternehmen wurde 1860 von Heinrich Eberhardt als Armaturenfabrik gegründet. Nach einiger Zeit spezialisierte man sich auf Kalkbrenn- und Kalkmilchanlagen, insbesondere Kalköfen für die Chemie und Zuckerindustrie, die von Wolfenbüttel aus in alle Welt geliefert wurden. Um das Jahr 2000 wurde die Produktion an der Frankfurter Straße aufgegeben. Heute gibt es noch ein Konstruktionsbüro, welches immer noch weltweit tätig ist. Der Firmensitz von Eberhardt ist seit 2008 in Lemgo.

Mühlenbauanstalt Luther & Peters

In Wolfenbüttel wurde die Oker nicht nur zu Verteidigungszwecken aufgestaut und verschlungen durch die Stadt geleitet. Mehrere Mühlen waren an der Oker platziert, und auch der Mühlenbau war in Wolfenbüttel beheimatet. 1852 wurde die Mühlenbauanstalt Luther & Peters in Wolfenbüttel gegründet, die später nach Braunschweig umzog und unter Hugo Luther weltweite Bedeutung erlangte.

Richard Schulz Seifenfabrik GmbH

Gründung 1907. Angesiedelt in der Dr.-Heinrich-Jasper-Str. 55. Herstellung und Vertrieb von Wasch- und Reinigungsmitteln, Leder- und Fußbodenpflegemitteln, kosmetischen Artikeln im Groß- und Kleinhandel. Geschäftsführer Wilhelm Rode. Ab 1967 Firmensitz in Lengerich/Westfalen.

Robert Bosch GmbH

Die Robert Bosch GmbH übernahm die ANT Nachrichtentechnik GmbH und stellte in Wolfenbüttel außerdem Telefone her.

Schering

Das Pharmaunternehmen Schering unterhielt in Wolfenbüttel einen Standort für Forschung und Produktion. Das Unternehmen firmierte bisher unter den Namen Schering AG, AgrEvo, Aventis CropScience und Bayer CropScience. 1978 ereignete sich bei Schering eine Explosion mit anschließendem Großbrand. Lange Zeit prägte der „Scheringturm“ – ein hoher und massiver Schornstein, welcher im Jahr 2007 abgetragen wurde – Wolfenbüttels Skyline. Im Jahre 2008 zog sich Bayer aus Wolfenbüttel zurück. Der Transportlogistiker Lehnkering übernahm Bürogebäude und einen Teil der Belegschaft. Ein Großteil der Fertigungsgebäude wurde abgerissen.

Signum-Hemden

Signum-Hemden werden so erfolgreich produziert, dass das Werk ins benachbarte Braunschweig verlagert wurde.

  Tourismus

Für das Jahr 2007 konnte Wolfenbüttel seine Übernachtungszahlen gegenüber 84.601 im Jahre 1999 auf 120.244 steigern. Gesteigert werden konnten zum einen die Anzahl der Mehrtages-Pauschalgäste von 365 mit 730 Übernachtungen (1999) auf 813 mit 1.358 Übernachtungen. Zum anderen erhöhte sich die Zahl der Tagespauschalgäste von 1.447 im Jahre 2003 auf 4.405 Gäste im Jahr 2007. Bemerkbar machten sich die gestiegenen Besucherzahlen auch in der Anzahl der Stadtführungen, hier ist ein Sprung von 9.320 im Jahre 1999 auf 16.640 gebuchte Stadtführungen zu erkennen.[26]

Im Januar 2009 wurde die Stadt Wolfenbüttel vom Land Niedersachsen als staatlich anerkannter Ausflugsort ausgezeichnet. Der historische Stadtkern von 1750 mit Innenstadt, Auguststadt und Juliusstadt zieht jährlich bis zu 1,8 Millionen Touristen in die Stadt. Das Prädikat staatlich anerkannter Ausflugsort ermöglicht Wolfenbüttel u. a. bis zu 40 verkaufsoffene Sonntage einzurichten.[27]

  Verkehr

  Der Bahnhof Wolfenbüttel

Individualverkehr
Wolfenbüttel ist mit vier Anschlussstellen der Bundesautobahn A 395 an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen. Außerdem verläuft die Bundesstraße B 79 durch Wolfenbüttel. Über die B 248 und B 79 ist die Stadt an die A 39 angeschlossen.

Die B 4 führte ursprünglich durch Wolfenbüttel, wurde im Zuge des Baus der A 395 von Braunschweig nach Bad Harzburg in diesem Bereich aufgehoben, bzw. hinabgestuft, und in den betroffenen Straßenabschnitten im Okertal auf Landstraßenniveau zurückgebaut.

Bahn- und Busverkehr
An das deutsche Schienennetz ist Wolfenbüttel mit Zugverbindungen nach Braunschweig (Bahnstrecke Braunschweig–Bad Harzburg, KBS 312) und (KBS 353), Goslar (KBS 353) sowie nach Schöppenstedt angeschlossen. Bis zur Abbestellung durch das Land Niedersachsen fuhren Züge auf letztgenannter Strecke bis Helmstedt durch (Bahnstrecke Wolfenbüttel–Helmstedt, KBS 312). Alle Züge verkehren als Regionalbahnen. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist der Braunschweiger Hauptbahnhof.

In der Stadt selbst verkehren 9 innerstädtische Buslinien, die von der KVG Braunschweig betrieben werden. Ergänzt wird der öffentliche Personennahverkehr durch diverse lokale Busunternehmen, die Linien in die umliegenden Gemeinden und Städte unterhalten. Auch nach Braunschweig und Salzgitter existieren direkte Busverbindungen.

Vom 28. Oktober 1897 bis zum 1. Juli 1954 bestand eine Straßenbahnanbindung Wolfenbüttels an Braunschweig. Nach der Aufhebung der Linie wurde die Strecke zurückgebaut und die Straßenbahn durch Busse ersetzt.

Flughäfen
In 80 km Entfernung liegt der internationale Flughafen Hannover. Mit dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg in Braunschweig befindet sich ein weiterer, nationaler Flughafen in der Nähe.

Sonstiges
Mit dem europäischen Fernwanderweg E6 führt ein rund 5.200 km langer Wanderweg von Kilpisjärvi bis in die Dardanellen durch Wolfenbüttel.

  Moderne Unterwelt

  • Der Scheringtunnel ist ein Verbindungstunnel für Fußgänger von der ehemaligen Bundesstraße B4 (ungefähr am Stadtbad) zum Firmengelände an der Halchterschen Straße, der ebenso nicht mehr zugänglich ist.
  • Etwa im Bereich des alten Güterbahnhofs gab es einen Schießtunnel einer Munitionsanstalt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

  Gesundheitswesen

  Städtisches Klinikum

Das Städtische Klinikum Wolfenbüttel ist ein Akut-Krankenhaus und akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen. Das Klinikum hat eine Kapazität von 300 Betten; über 585 Mitarbeiter versorgen jährlich 11.700 stationäre und 7.300 ambulante Patienten.[28]

Seit 1983 ist der Rettungshubschrauber (RTH) Christoph 30 am Wolfenbütteler Klinikum stationiert. Der RTH wird vom ADAC betrieben und im Rettungsdienst des DRK Wolfenbüttel eingesetzt. Die Besatzung des Christoph 30 setzt sich aus Notärzten des Wolfenbütteler Klinikums, Luftrettungsassistenten des DRK KV Wolfenbüttel und Piloten vom ADAC zusammen. Christoph 30 ist einer von fünf in Niedersachsen betriebenen Rettungshubschraubern. Das Einsatzgebiet des RTH erstreckt sich über einen Radius von 50 km rund um Wolfenbüttel. Einsatzbereit ist der RTH täglich von 7:00 Uhr bis zum Sonnenuntergang. Bis Ende 2008 wurden in über 25 Jahren über 28.000 Rettungseinsätze geflogen.[29]

Ebenso ist der DRK Kreisverband Wolfenbüttel für den bodengebundenen Rettungsdienst und den Krankentransport in der Stadt und im Landkreis verantwortlich und stellt dafür Fahrzeuge und Personal bereit. Neben der Hauptwache auf dem Gelände der ehemaligen Gneisenau-Kaserne werden je eine RTW-Station in Schöppenstedt und Heiningen unterhalten. Am Klinikum Wolfenbüttel ist ein Notarzteinsatzfahrzeug mit einem Rettungsassistent stationiert. Den diensthabenden Notarzt stellt das Klinikum Wolfenbüttel.

  Medien

Am 15. Januar 1609 erschien in Wolfenbüttel die erste Ausgabe der Zeitung Aviso, Relation oder Zeitung herausgegeben von Julius Adolph von Söhne. Der Aviso gilt damit als eine der ältesten deutschsprachigen Zeitungen. Er sollte eine elitäre Zielgruppe mit Nachrichten aus großen Metropolen der damaligen Zeit unterhalten.[30]

Im Jahre 1786 begann der Pastor Dietrich Braess aus Dettum die „Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, Insbesonderheit für die Lieben Landleute alt und jung“ herauszugeben. Die sogenannte „Rothe Zeitung“ war eine lokale Zeitung und sprach als Leser die gemeine Bevölkerung, also ein breite Leserschaft, an. Durch Mitteilung nützlicher Kenntnisse und umfassende Berichterstattung, z. B. von der französischen Revolution, sollte die Aufklärung der Landleute betrieben werden. Dem allgemeinen Trend des Lesens folgend, wurde auch im aufgeklärten Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel Ende des 18. Jahrhundert zunehmend gelesen. Die „Rothe Zeitung“ setzte auf nüchterne und sachliche Berichterstattung.

Die „Rothe Zeitung“ gilt als Vorläufer der „Wolfenbütteler Zeitung“, eine lokale Tageszeitung mit Wolfenbütteler Stadt- und Kreisnachrichten. Der Wechsel zum Wolfenbütteler Heckner Verlag im Jahre 1866 ermöglichte die Herausgabe als lokale Tageszeitung für Wolfenbüttel und den Kreis. Von 1937 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gab es einen Einschnitt; das Neueste aus dem Kreis erschien in der Braunschweiger Zeitung.[30] Am 25. November 1986 feierte die „Wolfenbütteler Zeitung“ ihr 200-jähriges Bestehen. 1993 ging die „Wolfenbütteler Zeitung“ im Braunschweiger Zeitungsverlag auf. Die „Braunschweiger Zeitung“ unterhält seitdem in Wolfenbüttel eine Geschäftsstelle und die Lokalredaktion „Wolfenbütteler Zeitung und Anzeiger“.

Mit dem werbefinanzierten „Wolfenbütteler Schaufenster“ erscheint zweimal wöchentlich ein auf das Stadtgebiet begrenztes Lokalblatt. Darüber hinaus gibt es auch die tägliche Online Zeitung „WolfenbüttelHeute“.

  Bildung und Wissenschaft

Wolfenbüttel hatte als Wohnsitz der Herzöge früh Bedeutung als Stadt der Schulen und der Wissenschaft erlangt. Insbesondere die Forschungsbibliothek Herzog August Bibliothek ist bis heute ein Anziehungspunkt für Wissenschaftler aus aller Welt, hier haben Gotthold Ephraim Lessing und der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz als Bibliothekare gewirkt. Die Physiker Julius Elster und Hans Friedrich Geitel waren in Wolfenbüttel als Forscher und Lehrer tätig. Heute gibt es in Wolfenbüttel neben den allgemeinbildenden Schulen berufsbildende und fortbildende Einrichtungen bis hin zur Fachhochschule.

  Allgemeinbildende Schulen

Wolfenbüttel verfügt über neun Grundschulen, von denen sich fünf in den außenliegenden Stadtteilen Adersheim, Fümmelse, Groß Stöckheim, Halchter und Salzdahlum befinden. Die vier weiteren Einrichtungen Wilhelm-Busch-Grundschule (früher: Grundschule Cranachstraße), Grundschule am Geitelplatz, Grundschule Harztorwall und Grundschule Karlstraße sind auf das Stadtgebiet verteilt. Die Wilhelm-Raabe-Schule wird als kombinierte Grund- und Hauptschule geführt, während die Erich-Kästner-Schule eine reine Hauptschule ist. Des Weiteren existieren noch zwei Realschulen im Stadtgebiet, die Leibniz-Realschule und die Lessing-Realschule. Die Wilhelm-Busch-Grundschule, die Erich-Kästner-Schule und die Leibniz-Realschule bilden den Schulkomplex an der Cranachstraße. Zusätzlich gibt es die Förderschulen Peter-Räuber-Schule (geistige Entwicklung) und die Schule am Teichgarten (Schwerpunkt Lernen).

  Theodor-Heuss-Gymnasium

Die weiterführenden Schulen befinden sich ausschließlich im Stadtgebiet. 2004 fielen in Wolfenbüttel die Orientierungsstufen weg. Mit den gestiegenen Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen mussten neue Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. So wurden die Klassenräume der ehemaligen Orientierungsstufe Schule Wallstraße als Erweiterung für die drei Wolfenbütteler Gymnasien genutzt. Die ehemalige Grund- und Hauptschule Karlstraße wurde zu einer Grundschule und der Hauptschulzweig wurde in das Schulzentrum Cranachstraße verlegt und in Erich-Kästner-Schule umbenannt.

Etwa 3500 Schüler besuchen eines der drei Wolfenbütteler Gymnasien. Mit über 1400 Schülern ist das Gymnasium im Schloss (GiS) die größte Einrichtung dieser Art in Wolfenbüttel. Das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) wird von ca. 1100 Schülern besucht. Die Große Schule ist mit 800 Schülern das kleinste Gymnasium in Wolfenbüttel.[31]

Gymnasium im Schloss
Die Anfänge des Gymnasium im Schloss gehen zurück auf die 1866 gegründete Anna-Vorwerk Schule für Mädchen. Was mit einem kleinen Kindergarten in den ehemals herzoglichen Räumlichkeiten des Residenzschlosses anfing entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zu einer Mädchenschule und noch später zu einem Lehrerinnenseminar. Anna Vorwerk konnte mit ihren neugegründeten Bildungseinrichtungen für Mädchen und Lehrerinnen die Räume des Schloss Wolfenbüttel, nutzen, weil der gesamte Hofstaat über 100 Jahre zuvor nach Braunschweig verlegt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts verfügten die Schlossanstalten über einen Kindergarten, eine Schule für höhere Töchter, ein Internat für auswärtige Schülerinnen, ein Lehrerinnenseminar und sogar ein Feierabendhaus für pensionierte Lehrerinnen. Die anfangs privat geführten Bildungseinrichtungen waren zunehmend auf staatliche Unterstützung angewiesen und wurden im Laufe der Zeit in die Hände der Stadt Wolfenbüttel und des Braunschweiger Landes gegeben. 1923 erfolgte nun unter staatlicher Verantwortung die Umbenennung in Anna-Vorwerk-Oberschule. Seit 1969 ist das Gymnasium im Schloss eine Schule für Jungen und Mädchen.

Große Schule
Die Große Schule hat ihre Wurzeln im Jahr 1542 als Knabenschule für Christentum und alte Sprachen. Mit dem Einzug in ein neues Schulgebäude an der Marienkirche BMV wurde auch der Schwerpunkt der Lehre auf logisches Denken und Gotteserkenntnis gelegt. Über 100 Jahre später zog die Hochfürstliche Schule in Wolfenbüttel dann 1705 in die herzogliche Kommisse ein. Ihren heutigen Namen Große Schule erhielt sie im Jahre 1749, als sie in Herzogliche Große Schule umbenannt wurde. Ein weiterer Umzug erfolgte 1879, als der Schulneubau Am Rosenwall 12 bezogen wurde, welcher noch heute genutzt wird. Mit Julius Elster und Hans Friedrich Geitel, die seit etwa 1881 als Lehrer der Großen Schule angestellt waren, zählen zwei berühmte Physiker zum Lehrerkollegium. Der Schriftsteller und Altphilologe Wilhelm Brandes leitete die Große Schule von 1893 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1921.

  Fachhochschule

  Ostfalia Hochschule

Die heutige Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften umfasst am Standort Wolfenbüttel neben den typischen Ingenieursstudiengängen, wie Elektrotechnik, Maschinenbau und Versorgungstechnik auch Fachbereiche für Informatik, Recht und Sozialpädagogik. Am Standort Wolfsburg wird u. a. Fahrzeugtechnik angeboten und am Standort Salzgitter befindet sich zudem eine Fakultät für Verkehr, Sport, Tourismus und Medien. Im Sommersemester 2010 neu hinzugekommen ist der Standort Suderburg mit den Fakultäten „Bau-Wasser-Boden“ und „Handel und Soziale Arbeit“. Insgesamt zählt die Ostfalia mit ihren vier Standorten ca. 10.750 Studenten und über 500 Mitarbeiter.

Hervorgegangen ist der technische Bereich der Fachhochschule aus dem 1928 gegründeten Technikum Wolfenbüttel. Das Technikum am Rosenwall war damals eine private Bildungseinrichtung für die Fachbereiche Elektrotechnik und Maschinenbau. Der erste Jahrgang umfasste 48 Studenten. Ein Jahr später erhielt das Technikum von der Staatsregierung Braunschweig die Anerkennung als Höhere Technische Lehranstalt. Das 5-semestrige Studium an der HTL Wolfenbüttel schloss mit einer staatlich anerkannten Prüfung ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1947 erst wenige Lehrveranstaltungen durchgeführt, 1949 erfolgte ein Neubeginn als staatliche Ingenieurschule. Zu dieser Zeit war die Wolfenbütteler Ingenieurschule die einzige intakte ihrer Art in Niedersachsen. Mit der Einweihung des neuen Standortes an der Salzdahlumer Straße im Jahre 1955 verließ man das Gebäude Am Rosenwall 14, welches heute im Besitz des Gymnasiums Große Schule ist. 1968 wurde die Ingenieurschule in eine staatliche Ingenieurakademie überführt. Es folgte 1971 die Zusammenlegung mit der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik der Stadt Braunschweig und eine Umwandlung in eine staatliche Fachhochschule mit den Fachbereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Sozialwesen. Der Standort Wolfsburg wurde Ende der 1980er und der Standort Salzgitter wurde Anfang der 1990er eröffnet. 2009 erhielt die Fachhochschule den heutigen Namen Ostfalia. Der Wolfenbütteler Standort zählte 2010 über 4000 Studenten, nachdem der Braunschweiger Standort mit dem Studiengang Sozialpädagogik nach Wolfenbüttel verlegt wurde.

  Sonstige Bildungs- und Forschungseinrichtungen

In Wolfenbüttel befinden sich zwei berufsbildende Schulen. Zum einen die öffentliche berufsbildende Carl-Gotthard-Langhans-Schule und zum anderen die private berufsbildende Oskar-Kämmer-Schule. Die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel ist eine Fortbildungseinrichtung für Menschen, die an allen möglichen Stellen des Kulturbetriebes und besonders in der Kulturvermittlung arbeiten. Sie veranstaltet regelmäßig Workshops, Seminare und Tagungen. An der Justizvollzugsschule werden Justizvollzugsbeamte des Landes Niedersachsens ausgebildet.

An der Herzog August Bibliothek (HAB) wird Forschung zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit betrieben und gefördert, unter anderem durch Stipendien. Neben den vor Ort zu besichtigen Werken können auch digitalisierte Bücher, Zeichnungen und Kupferstiche in Onlinedatenbanken wie dem Virtuellen Kupferstichkabinett über das Internet eingesehen werden. In den Räumlichkeiten der HAB befindet sich die Lessing-Akademie. Sie dient als gemeinnütziger Verein in erster Linie der Erforschung von Werk und Leben Lessings und seiner Zeit, der Aufklärungsepoche.

Seit 2009 ist auch die Landesmusikakademie Niedersachsen in der Stadt, am Rande des Seeliger-Parks, angesiedelt.

  Ehemalige Ausbildungsstätten

Wolfenbüttel war in der Vergangenheit Sitz eines Lehrerseminars, eines Predigerseminars, einer Konditorenfachschule und einer Ritterakademie. Von 1786 bis 1928 bestand mit der Samson-Schule eine überregional bedeutende jüdische Freischule.

  Personen

  Ehrenbürger der Stadt

  Söhne und Töchter der Stadt

In Wolfenbüttel geboren wurden:

  Mit Wolfenbüttel verbundene Personen

  Literatur

Allgemeine Literatur zu Stadtgeschichte

  • Karl Bege: Chronik der Stadt Wolfenbüttel und ihrer Vorstädte; Wolfenbüttel (1839) (Digitalisat)
  • Horst-Rüdiger Jarck mit Dieter Lent und Gudrun Fiedler, Martin Fimpel, Silke Wagener-Fimpel, Ulrich Schwarz (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 8. bis 18. Jahrhundert; Appelhans Verlag, Braunschweig (2006) ISBN 3-937664-46-7
  • Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 19. und 20. Jahrhundert; Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover (1996) ISBN 3-937664-46-7
  • Horst-Rüdiger Jarck, Gerhard Schildt (Hrsg.): Die Braunschweigische Landesgeschichte, Jahrtausendrückblick einer Region; Appelhans Verlag, Braunschweig (2000) ISBN 3-930292-28-9
  • Oskar Karpa: Wolfenbüttel (Deutsche Lande - Deutsche Kunst); 2. Auflage, München/Berlin (1965)
  • Wolfgang Kelsch, Wolfgang Lange: Schatzkammer Wolfenbüttel; 2. Auflage, Wolfenbüttel 1983 DNB
  • Jörg Leuschner, Karl Heinrich Kaufhold, Claudia Märtl (Hrsg.): Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Braunschweigischen Landes vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Band 1: Mittelalter, Band 2: Frühneuzeit, Band 3: Neuzeit; Georg Olms Verlag, Hildesheim (2008) ISBN 978-3-487-13599-1
  • Paul Jonas Meier: Die Kunstdenkmale der Stadt Wolfenbüttel. Osnabrück 1978 DNB (Neudruck der Ausgabe von 1904)

Literatur zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit (Geschichte der Residenz und Festung Wolfenbüttel)

  • Hans Henning Grote: Schloss Wolfenbüttel, Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg; Appelhans Verlag, Braunschweig (2005)
  • Ulrich Schwarz (Hrsg.): Auf dem Weg zur herzoglichen Residenz. Wolfenbüttel im Mittelalter; Appelhans Verlag, Braunschweig (2003)
  • Friederich Thöne: Geist und Glanz einer alten Residenz; F. Bruckmann, München (1963)

Literatur zur Stadtgeschichte vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik

  • Marlies Buchholz: Wolfenbüttel 1871 bis 1914. Aus der Geschichte einer Kleinstadt im Kaiserreich; Beiträge zur Geschichte der Stadt Wolfenbüttel, Band 4, Wolfenbüttel 1992 DNB
  • Christina Wötzel: Die Geschichte der Stadt Wolfenbüttel 1914 bis 1933; Beiträge zur Geschichte der Stadt Wolfenbüttel, Band 8, Wolfenbüttel 1995 DNB

Literatur zur Stadtgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus

  • Stadt Wolfenbüttel (Hrsg.): Wolfenbüttel unter dem Hakenkreuz. Fünf Vorträge von Reinhard Försterling, Dietrich Kuessner, Hans-Ulrich Ludewig, Wilfried Knauer, Dieter Lent; Heckner-Print-Service-GmbH, Wolfenbüttel 2000 GBV

Schriftenreihe Spurensuche, herausgegeben von der Aktionsgemeinschaft Altstadt Wolfenbüttel e. V.

  • Dieter Kertscher: Wolfenbüttel in alten Karten; Heft 1 (2002)
  • Dietmar Dolle u. a.: Wolfenbüttel auf alten Ansichtskarten; Heft 2 (2003)
  • Dieter Kertscher u. a.: Festungsbaukunst in Wolfenbüttel; Heft 3 (2004)
  • Rüdiger Hagen u. a.: Mühlenbau in und um Wolfenbüttel; Heft 4 (2005)

Braunschweiger Zeitung „Spezial“

  • Residenzstadt Wolfenbüttel – Ein Streifzug durch die Geschichte; Nr. 9 (2004)
  • Junges Leben in alten Häusern – 25 Jahre Stadtsanierung in Wolfenbüttel; Nr. 9 (2005)

  Andere Medien

Karten

Video

Audio

  • Michael Praetorius: Es ist ein Ros’ entsprungen; Evangelisches Gesangbuch (EG 30), Weihnachts Messe (1609)
  • Otto Waalkes: Der Würger von Wolfenbüttel; Otto (1973)

  Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Stadt Wolfenbüttel: Geographische Daten
  3. a b Auskunft Kastasteramt Wolfenbüttel (E-Mail vom 7. Oktober 2010)
  4. Stadtplanungsamt/Katasteramt Wolfenbüttel: http://www.wolfenbuettel.de/index.phtml?La=1&NavID=205.4#Fläche (Stand 2001)
  5. [1]
  6. Die Einzelflächen der Stadtteile der Kernstadt wurden mit dem Script Get Area von der Karte gemessen
  7. [2]
  8. Vgl. Dieter Lent: Johannes Reiske und die frühneuzeitlichen Anfänge der Historiographie zur mittelalterlichen Geschichte von Wolfenbüttel. In: Ulrich Schwarz (Hrsg.): Auf dem Weg zur herzoglichen Residenz. Wolfenbüttel im Mittelalter. Appelhans, Braunschweig 2003, S.258 - 261 (Kapitel Der Name Wolfenbüttel).
  9. Daten der Stadt Wolfenbüttel.
  10. Homepage der Lessing-Realschule, abgerufen am 2. Juni 2011
  11. Friedrich Ortlep: Generalregister oder Repertorium über alle und jede Criminalsachen … de Anno 1569. 1597; Wilhelm Bornstedt: Das herzogliche „Hohe Gericht“ im Stöckheimer Streitholz, am Lecheln Holze, vom 16. bis zum 19. Jh. (Diebstahl, Mord, Raub und Hexenverbrennung). Braunschweig 1982, S. 42ff. Gerhard Schormann: Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. Hildesheim 1977, S. 50f. Wilhelm Gottlieb Soldan, Heinrich Heppe, Max Bauer [Bearb.]: Geschichte der Hexenprozesse. Nachdr. der 3. (letzten) Aufl. in der Neubearb. von Max Bauer, 1999, ISBN 3-88059-960-2, Seite 44.
  12. Einwohnerzahlen der Stadt Wolfenbüttel: http://www.wolfenbüttel.de/index.phtml?La=1&object=tx%7C205.344.1
  13.  Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 159-160.
  14. Städtepartnerschaften: http://www.wolfenbüttel.de/main.phtml?La=1&object=tx%7C205.367.1
  15. NS-Spurensuche im Lande Braunschweig: Eine Synagoge
  16. Braunschweiger Zeitung/newsclick.de, Stephan Hespos: Die verschwundene Synagoge vom 8. November 2008
  17. Dietrich Kuessner: Wolfenbüttel unter dem Hakenkreuz, Juden, Kirche und Bischöfe in Wolfenbüttel
  18. Kulturbund Wolfenbüttel: http://www.kulturbund-wf.de/.
  19. Photovoltaik-Anlage Bäko Wolfenbüttel
  20. Eder Maschinenbau GmbH: http://www.eder-maschinenbau.de/wir.php.
  21. Braunschweiger Zeitung/newsclick.de, Karl-Ernst Hueske, Bei Traktorenspiegeln weltweit Nr. 1 vom 16. September 2008
  22. MKN – Über Uns: http://www.mkn.de/german/ueberuns/index.html.
  23. Schmidt-Kupplung GmbH: http://www.schmidt-kupplung.com/sk/1583_Tradition.html.
  24. Heinz Nowak: http://www.uni-magdeburg.de/mbl/Biografien/1743.htm
  25. Kuba-Museum: http://www.kuba-museum.de/
  26. Braunschweiger Zeitung/newsclick.de Wolfenbüttel zieht mehr Touristen an Übernachtungszahlen um 9,6 Prozent gesteigert vom 14. März 2008
  27. Braunschweiger Zeitung/newsclick.de Land erkennt Stadt als Ausflugsort an Wolfenbüttel will die Auszeichnung nutzen, um sich intensiver als Ziel für Touristen zu profilieren vom 21. Januar 2009
  28. Städtische Klinikum Wolfenbüttel, Zahlen, Daten, Fakten
  29. Christoph 30, Geschichte der Luftrettungsstation Wolfenbüttel
  30. a b Braunschweiger Zeitung/newsclick.de, Markus Gröchtemeier, Rothe Zeitung ist Mutter der Regionalzeitungen – Pastor Braess gründete 1786 die „Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer“ vom 15. Januar 2009
  31. Die Schülerzahlen der Gymnasien sind deren Webseiten entnommen; Stand März 2007
  32. Paul Zimmermann: Buno, Konrad. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 368 f.

  Weblinks

 Wikisource: Wolfenbüttel – Quellen und Volltexte
 Commons: Wolfenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Wolfenbüttel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
   
         
   

-büttel

                   
  Ortsschild von Ottenbüttel

Die Ortsnamenendung -büttel stammt aus dem Niederdeutschen bzw. Nordgermanischen und hat etwa die Bedeutung von „Haus und Hof“ oder „Siedlungsgebiet“. „Büttel-Ortschaften“ haben ihre Verbreitung ausschließlich im Nordwesten Deutschlands. Die Herkunft und Gründungszeit dieser Ortschaften ist unter Forschern umstritten. Andere Ortschaften, die den Ausdruck „Büttel“ im Namen tragen, sind nicht Thema dieses Artikels.

Inhaltsverzeichnis

  Verteilung

  Verbreitung der Büttel-Ortschaften in Norddeutschland

Betrachtet man die Lage und Verteilung der Büttel-Ortschaften, so sind vier Hauptgruppen von Büttel-Siedlungen auszumachen. Die erste große Gruppe von Büttel-Orten liegt nördlich der Elbe im westlichen Schleswig-Holstein (Kreis Steinburg, Dithmarschen) und Hamburg. Zwei kleinere Gruppen befinden sich im Elbe-Weser-Dreieck sowie in der Lüneburger Heide. Die dichteste Gruppierung befindet sich im Papenteich, nördlich von Braunschweig.[1] Zieht man eine Verbindung vom Papenteich durch die Lüneburger Heide nach Dithmarschen, so liegen an dieser Verbindungslinie, aber fast nirgendwo sonst im deutschen Sprachraum, verstreut einige weitere Büttel-Orte, wie Wunderbüttel, Hankensbüttel und Bienenbüttel in der Lüneburger Heide. Als südlichster Büttel-Ort gilt die Stadt Wolfenbüttel etwa 13 km südlich von Braunschweig und 30 km nördlich des Harzes.

Ältere Schriften beziehen sich zumeist auf eine Gesamtzahl von 164 „-büttel“-Orten, die sich alle in Norddeutschland befinden. Von diesen 164 Ortschaften befinden sich 68 nördlich der Elbe, 12 an der Unterweser, 18 südlich des Jadebusens, 18 in der Lüneburger Heide sowie 36 im Raum Braunschweig-Gifhorn mit einer Konzentration im Papenteich. In neueren Untersuchungen zur Thematik der Büttel-Ortschaften werden 222 Büttel Orts- und Flurnamen genannt und untersucht.

  Papenteich

Der Papenteich weist die größte Gruppe eng zusammenliegender Büttel-Ortschaften auf, weswegen diese Gegend bisweilen auch als „Büttelei“ bezeichnet wird. Die meisten Papenteicher Büttel-Ortschaften bilden, zusammen mit wenigen Horst-Orten, einen weitläufigen Ring im zentralen Papenteich. Die Außenpunkte dieses Ringes bilden die Ortschaften Isenbüttel, Allenbüttel, Allerbüttel, Harxbüttel und Rolfsbüttel. Innerhalb des Ringes liegen die vermutlich wesentlich älteren, vermutlich zusammengehörenden Ortschaften Meine, Rethen sowie Vordorf.[1] Ursprünglich existierten 31 Büttel-Orte, von denen zehn heute nur noch als Wüstungen im Papenteich existieren.

  Wortherkunft

Als Wurzel des Wortes „Büttel“ wird mittlerweile das indogermanische *bhu (bauen, sein) mit der Bedeutung „Haus, Anwesen, Wohnsitz“ angesehen. Eine weitere Ableitung erfolgt vom altsächsischen bodal mit der Bedeutung „Haus und Hof“ oder „Siedlungsgebiet“. Gebräuchliche abgewandelte Formen sind altsächsisch -gibutli, -gibudli, -butli, mittelniederdeutsch -bütle, -bötle und schließlich neuniederdeutsch -büttel, -bötel.[2] Das Bestimmungswort vor der Endung „-büttel“ ist meist – soweit feststellbar – ein Personenname, zum Beispiel für Adenbüttel (Adenebutle) „Ado“ oder für Ribbesbüttel (Ricbaldesgebutile) „Ricbald“.

Mit der wesentlich jüngeren Berufsbezeichnung „Büttel“ (Bannwart) als Gerichtsdiener haben diese Namen aber nichts zu tun; es gibt jedoch vereinzelte südliche Orte, die „Büttel“ im Namen tragen, die sich auf einen solchen Büttel beziehen.[1]

  Entstehungstheorien

Sowohl die Herkunft (an der Ortsgründung beteiligte Stämme) als auch der Besiedlungszeitraum, der Zusammenhang zu den jütländischen Büll-Orten und den englischen Bottle-Orten sowie die Gesamtverbreitung der Büttel-Orte ist unter Forschern verschiedener Fachgebiete seit Jahrzehnten umstritten und wird intensiv diskutiert. Eine Lösung wurde aus geschichtlicher, archäologischer, namenkundlicher wie auch aus siedlungskartografischer Herangehensweise gesucht. So wurden und werden ein Siedlerzug von Süden nach Norden, von Norden nach Süden, aber auch die Theorie, dass zwischen den Büttel-Ortschaften überhaupt kein Zusammenhang bestehe, diskutiert.[3]

  Sprachforschung

Die ersten Ergebnisse der Sprachforschung bezüglich der Büttel-Orte stammen von Heinrich Wesche (1957). Dieser hatte versucht, aus dem regionalen Papenteicher Dialekt die Besiedlungsgeschichte abzuleiten. Das Papenteicher Platt nutzt das ü (statt u) in einer Weise, die ähnlich nur in Jütland, Nordschleswig und Friesland vorkommt. Auch geht er von einem Zusammenhang zu den englischen Bottle-Orten aus. Zudem stellte er fest, dass sich bei den Büttel-Orten keine Namen der großen Grundherren der Karolinger- und Ottonischen Zeit nachweisen lassen. Einzige Ausnahme hiervon könnte Brunsbüttel mit Bezug auf die Brunonen sein. Daher legt er die Gründungszeit der entsprechenden Orte in die Zeit des Auszuges der Sachsen und Angeln nach England im 6. Jahrhundert.[4] Dem widersprechend meinte Fiesel (1972), dass alle als Grundbegriff verwendeten Personennamen fränkischen Ursprungs seien.[5]

  Weitere Theorien

Wendentheorie

Nach Schröder[6] ist Büttel eine ältere Bezeichnung für einen Ort in einer sumpfigen Niederung. Die Entstehungszeit liegt etwa im 6. oder 7. Jahrhundert. Die Ortschaften wurden als Runddörfer errichtet und waren als Verteidigungsstellungen gegen die Wenden konzipiert. Dieser Theorie widerspricht aber, dass fast alle Siedlungen und Wohnplätze dieser Zeit in Form von Runddörfern als Verteidigungsstellung errichtet wurden, unabhängig von ihrer Namensendung. Auch fanden in mehreren Verbreitungsgebieten der Büttel-Orte (beispielsweise im Papenteich) niemals Kämpfe mit den Wenden statt.

Sächsische Stammessage

Einer alten Überlieferung zufolge entstanden die Büttel-Orte durch einen Herzog Hadugoto, der mit seinem sächsischem Stamm aus dem überbevölkerten England zurückkehrte. Von Hadeln aus zog er, einem Hilferuf von Theodorich folgend, in den Kampf gegen die Thüringer. Als Belohnung erhielt er das Land des heutigen Papenteich und gründete hier die Büttel-Ortschaften. Diese Überlieferung konnte mittlerweile in den Bereich der sächsischen Stammessagen eingeordnet werden und entstammt einer epischen Dichtung.[7]

Sachsentheorie

Eine lange als gültig angesehene Theorie beruft sich auf den römischen Geschichtsschreiber Claudius Ptolemäus, dem zufolge die Sachsen aus Holstein stammen. Von hier aus erfolgte die Wanderung eines Teilstammes der Angeln und Warnen mit den Sachsen in den Süden, wobei ein Teil sich niederließ und die Büttel-Ortschaften gründete. Dieser Theorie widerspricht, dass sich gerade in den Hauptsiedlungsgebieten der Sachsen keine Büttel-Orte finden.

Friesentheorie

Ebenso wie bei der Sachsentheorie wurden die Friesen als Gründer der Büttel-Orte angenommen. Hierfür sprach auch die Ähnlichkeit der Papenteicher Mundart mit dem Friesischen. Aber auch in den friesischen Stammländern gibt es keine Büttel-Orte.

Jütländischer Ursprung

Diese Theorie legt sich auf kein bestimmtes Volk fest. Der Ursprung wird in das nord-westliche Jütland gelegt. Von hier aus wurde zunächst die Gegend bis Dithmarschen besiedelt. Später zogen zwei Gruppen weiter. Die erste Gruppe folgte der Küste bis zur Wesermündung, wobei ein Teil sich hier niederließ, während der andere Teil weiter nach England zog und dort die Bottle-Orte gründete. Die zweite Gruppe zog über Hamburg durch die Lüneburger Heide bis in den Papenteich. Diese Siedler hätten auf dem Weg einige kleine Gruppen zurückgelassen, die unterwegs die verstreuten Orte in der Heide gegründet hätten. Der Großteil aber hätte sich im Papenteich niedergelassen, dort das Land unter sich aufgeteilt und mehr als 30 bodals gegründet. Hier war nach dem Untergang des Thüringerreiches Siedlungsraum wieder freigeworden.[8]

  Liste der Büttel-Ortschaften

Ortsname Region Ersterwähnung Typ (Land-)Kreis /
Stadt
Koordinaten
Aasbüttel Heide-Itzehoer Geest 1576 Gemeinde Kreis Steinburg !554.0666675509.433333554° 04′ N, 009° 26′ O54.0666666666679.4333333333333
Abbesbüttel Papenteich 1391 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.3533335510.560556552° 21′ N, 010° 34′ O52.35333333333310.560555555556
Achtenbüttel Wolfsburg !552.4371635510.836575552° 26′ N, 010° 50′ O52.43716310.836575
Adenbüttel Papenteich 1226 Gemeinde Landkreis Gifhorn !552.3833335510.450000552° 23′ N, 010° 27′ O52.38333333333310.45
Aendebytael Dithmarschen 1217 Wüstung Kreis Dithmarschen !554.3392225509.008360554° 20′ N, 009° 01′ O54.3392229.00836
Algesbüttel Papenteich 1022 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.4000005510.783333552° 24′ N, 010° 47′ O52.410.783333333333
Allenbüttel
(Calberlah)
Papenteich 1274 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.4000005510.633333552° 24′ N, 010° 38′ O52.410.633333333333
Allerbüttel
(Calberlah)
Papenteich 1292 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.4166675510.633333552° 25′ N, 010° 38′ O52.41666666666710.633333333333
Appelbüttel/Appenbüttel Hamburg Ortsteil Hamburg !553.4358215509.938593553° 26′ N, 009° 56′ O53.4358219.938593
Arnsbüttel Papenteich 1022 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.3666675510.450000552° 22′ N, 010° 27′ O52.36666666666710.45
Aßbüttel
(Nordleda / Wanna)
Land Hadeln Wüstung Landkreis Cuxhaven !553.7563895508.751944553° 45′ N, 008° 45′ O53.7563888888898.7519444444444
Auenbüttel
(Schmedeswurth)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !553.9333335509.050000553° 56′ N, 009° 03′ O53.9333333333339.05
Ausbüttel
(Ribbesbüttel)
Papenteich 1383–85 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.4333335510.533333552° 26′ N, 010° 32′ O52.43333333333310.533333333333
Badenbüttel Papenteich 1231 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.4166675510.466667552° 25′ N, 010° 28′ O52.41666666666710.466666666667
Barsbüttel Hamburg 1227 Gemeinde Kreis Stormarn !553.5666675510.166667553° 34′ N, 010° 10′ O53.56666666666710.166666666667
Bechtsbüttel
(Meine)
Papenteich ~1200 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.3400005510.540278552° 20′ N, 010° 32′ O52.3410.540277777778
Bernebüttel
(Berne)
Wesermarsch Ortsteil Landkreis Wesermarsch !553.1833335508.500000553° 11′ N, 008° 30′ O53.1833333333338.5
Bienenbüttel Lüneburger Heide 1004 Einheitsgemeinde Landkreis Uelzen !553.1500005510.483333553° 09′ N, 010° 29′ O53.1510.483333333333
Bönebüttel Schleswig-Holsteinisches Hügelland 1141 Gemeinde Kreis Plön !554.0666675510.066667554° 04′ N, 010° 04′ O54.06666666666710.066666666667
Bosenbüttel
(Spieka)
Land Wursten Ortsteil Landkreis Cuxhaven !553.7480565508.578611553° 45′ N, 008° 35′ O53.7480555555568.5786111111111
Brunsbüttel
(Calberlah)
Papenteich 1350 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.3833335510.616667552° 23′ N, 010° 37′ O52.38333333333310.616666666667
Brunsbüttel Dithmarschen 1286 Stadt Kreis Dithmarschen !553.9000005509.133333553° 54′ N, 009° 08′ O53.99.1333333333333
Brunsbüttelkoog
(Brunsbüttel)
Dithmarschen 1772 eingemeindet in Brunsbüttel Kreis Dithmarschen !553.9000005509.166667553° 54′ N, 009° 10′ O53.99.1666666666667
Bunebutle Stormarn 1224 Wüstung Kreis Stormarn !553.5403585510.234966553° 32′ N, 010° 14′ O53.54035810.234966
Büttel (Elbe) Elbmarschen 1318 Gemeinde Kreis Steinburg !553.9000005509.233333553° 54′ N, 009° 14′ O53.99.2333333333333
Büttel (Loxstedt) Osterstader Marsch 1109 Ortsteil Landkreis Cuxhaven !553.4333335508.533333553° 26′ N, 008° 32′ O53.4333333333338.5333333333333
Büttel
Borsfleth
Elbmarschen Ortsteil Kreis Steinburg !553.9000005509.233333553° 54′ N, 009° 14′ O53.99.2333333333333
Büttel Wesermünder Geest keine Verwaltungsfunktion Stadt Osterholz-Scharmbeck !553.2833335508.750000553° 17′ N, 008° 45′ O53.2833333333338.75
Buttel
(Berne)
Wesermarsch Ortsteil Landkreis Wesermarsch !553.1500005508.400000553° 09′ N, 008° 24′ O53.158.4
Büttlerdeich
Wöhrden
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.1500005508.966667554° 09′ N, 008° 58′ O54.158.9666666666667
Dannenbüttel
(Sassenburg)
Papenteich 1059 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.5000005510.633333552° 30′ N, 010° 38′ O52.510.633333333333
Debstedterbüttel
(Langen)
1684 Ortsteil Landkreis Cuxhaven !553.6135905508.650188553° 37′ N, 008° 39′ O53.613598.650188
Desebüttel
(Köhlen)
1336 Wüstung Landkreis Cuxhaven !553.5476525508.888969553° 33′ N, 008° 53′ O53.5476528.888969
Diersbüttel
(Rehlingen)
Lüneburger Heide 1302 Ortsteil Landkreis Lüneburg !553.0996935510.260029553° 06′ N, 010° 16′ O53.09969310.260029
Dudelbüttel
(Süderrade)
Dithmarschen 1447 Wüstung Kreis Dithmarschen !554.1954875509.385500554° 12′ N, 009° 23′ O54.1954879.3855
Düdenbüttel Stader Geest 1059 Gemeinde Landkreis Stade !553.5833335509.366667553° 35′ N, 009° 22′ O53.5833333333339.3666666666667
Edenbüttel
(Lemwerder)
Wesermarsch Ortsteil Landkreis Wesermarsch !553.1666675508.616667553° 10′ N, 008° 37′ O53.1666666666678.6166666666667
Edesbüttel
(Calberlah)
Papenteich 1398 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.4000005510.633333552° 24′ N, 010° 38′ O52.410.633333333333
Egenbüttel Holstein 1564 Ortsteil Kreis Pinneberg !553.6511115509.851389553° 39′ N, 009° 51′ O53.6511111111119.8513888888889
Eilersbüttel Papenteich 1200 Wüstung Stadt Braunschweig !552.3333335510.500000552° 20′ N, 010° 30′ O52.33333333333310.5
Eimsbüttel Hamburg 1257 Stadtteil Stadt Hamburg !553.5833335509.950000553° 35′ N, 009° 57′ O53.5833333333339.95
Eisenbüttel Braunschweiger Land 1180 eingemeindet Stadt Braunschweig !552.2469445510.520833552° 15′ N, 010° 31′ O52.24694444444410.520833333333
Elpersbüttel Dithmarschen Gemeinde Kreis Dithmarschen !554.0666675509.050000554° 04′ N, 009° 03′ O54.0666666666679.05
Elpersbüttelerdeich
(Elpersbüttel)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.0666675509.016667554° 04′ N, 009° 01′ O54.0666666666679.0166666666667
Elpersbüttelerdonn
(Elpersbüttel)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.0666675509.066667554° 04′ N, 009° 04′ O54.0666666666679.0666666666667
Engbüttel
(Misselwarden)
Land Wursten Ortsteil Landkreis Cuxhaven !553.6944445508.515278553° 42′ N, 008° 31′ O53.6944444444448.5152777777778
Ettenbüttel
(Müden)
Papenteich Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.5000005510.416667552° 30′ N, 010° 25′ O52.510.416666666667
Everikesbüttel Braunschweiger Land Wüstung Stadt Braunschweig
Freißenbüttel Wesermünder Geest Stadtteil Stadt Osterholz-Scharmbeck !553.2666675508.783333553° 16′ N, 008° 47′ O53.2666666666678.7833333333333
Fuhlsbüttel Hamburg 1283 Stadtteil Stadt Hamburg !553.6333335510.000000553° 38′ N, 010° 00′ O53.63333333333310
Gerstenbüttel Papenteich Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.5083335510.378889552° 30′ N, 010° 23′ O52.50833333333310.378888888889
Großbüttel
(Wöhrden)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.1666675508.950000554° 10′ N, 008° 57′ O54.1666666666678.95
Großenbüttel
(Cappel)
Land Wursten Ortsteil Landkreis Cuxhaven !553.7250005508.583333553° 44′ N, 008° 35′ O53.7258.5833333333333
Hankensbüttel Lüneburger Heide 1051 Gemeinde Landkreis Gifhorn !552.7333335510.600000552° 44′ N, 010° 36′ O52.73333333333310.6
Hassenbüttel
(Wesselburener Deichhausen)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.1833335508.950000554° 11′ N, 008° 57′ O54.1833333333338.95
Harxbüttel Papenteich 1007 Stadtteil Stadt Braunschweig !552.3386115510.483056552° 20′ N, 010° 29′ O52.33861111111110.483055555556
Harmbüttel Papenteich 1284 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.4333335510.400000552° 26′ N, 010° 24′ O52.43333333333310.4
Heißenbüttel
(Hambergen)
Wesermünder Geest Ortsteil Landkreis Osterholz !553.3000005508.850000553° 18′ N, 008° 51′ O53.38.85
Hembüttel
(Helse)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !553.9666675509.033333553° 58′ N, 009° 02′ O53.9666666666679.0333333333333
Hoisbüttel
(Ammersbek)
Hamburg 1262 Ortsteil Kreis Stormarn !553.6913895510.169444553° 41′ N, 010° 10′ O53.69138888888910.169444444444
Holtebüttel
(Langwedel)
Bremen Ortsteil Landkreis Verden !552.9833335509.233333552° 59′ N, 009° 14′ O52.9833333333339.2333333333333
Hummelsbüttel Hamburg 1319 Stadtteil Stadt Hamburg !553.6441675510.045833553° 39′ N, 010° 03′ O53.64416666666710.045833333333
Hünkenbüttel
(Balje)
Elbmarschen Ortsteil Landkreis Stade !553.8236115509.167778553° 49′ N, 009° 10′ O53.8236111111119.1677777777778
Isenbüttel Papenteich 1198 Gemeinde Landkreis Gifhorn !552.4333335510.583333552° 26′ N, 010° 35′ O52.43333333333310.583333333333
Itzenbüttel Lüneburger Heide 1432 Gemeinde Landkreis Harburg !553.3241675509.935556553° 19′ N, 009° 56′ O53.3241666666679.9355555555556
Jützbüttel
(Osterrade)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.1833335509.333333554° 11′ N, 009° 20′ O54.1833333333339.3333333333333
Katjenbüttel
Berne
Wesermarsch Ortsteil Landkreis Wesermarsch !553.1500005508.533333553° 09′ N, 008° 32′ O53.158.5333333333333
Ketelsbüttel
(Wöhrden)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.1500005509.016667554° 09′ N, 009° 01′ O54.159.0166666666667
Koldenbüttel Eider-Treene-Niederung ~1200 Gemeinde Kreis Nordfriesland !554.3833335509.066667554° 23′ N, 009° 04′ O54.3833333333339.0666666666667
Kukenbüttel
(Balje)
Elbmarschen Ortsteil Landkreis Stade !553.8222225509.093611553° 49′ N, 009° 06′ O53.8222222222229.0936111111111
Lagesbüttel
(Schwülper)
Papenteich 1191 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.3500005510.466667552° 21′ N, 010° 28′ O52.3510.466666666667
Lehrsbüttel
(Odderade)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.1333335509.200000554° 08′ N, 009° 12′ O54.1333333333339.2
Lüdersbüttel
(Süderdorf)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.2333335509.333333554° 14′ N, 009° 20′ O54.2333333333339.3333333333333
Lütjenbüttel
(Elpersbüttel)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.0666675509.050000554° 04′ N, 009° 03′ O54.0666666666679.05
Gut Martinsbüttel Papenteich 1292 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.4000005510.600000552° 24′ N, 010° 36′ O52.410.6
Meginsnichegibutle Papenteich 1007 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.3666675510.483333552° 22′ N, 010° 29′ O52.36666666666710.483333333333
Nienbüttel Heide-Itzehoer Geest Gemeinde Kreis Steinburg !554.0333335509.416667554° 02′ N, 009° 25′ O54.0333333333339.4166666666667
Oeschebüttel Heide-Itzehoer Geest Gemeinde Kreis Steinburg !553.9833335509.716667553° 59′ N, 009° 43′ O53.9833333333339.7166666666667
Offenbüttel Dithmarschen Gemeinde Kreis Dithmarschen !554.1666675509.350000554° 10′ N, 009° 21′ O54.1666666666679.35
Oldenbüttel Schleswigsche Geest Gemeinde Kreis Rendsburg-Eckernförde !554.1666675509.433333554° 10′ N, 009° 26′ O54.1666666666679.4333333333333
Oldenbüttel
(Hambergen)
Wesermünder Geest Ortsteil Landkreis Osterholz !553.2833335508.816667553° 17′ N, 008° 49′ O53.2833333333338.8166666666667
Ottenbüttel Heide-Itzehoer Geest Gemeinde Kreis Steinburg !553.9666675509.500000553° 58′ N, 009° 30′ O53.9666666666679.5
Padingbüttel Land Wursten 1365 Gemeinde Landkreis Cuxhaven !553.7000005508.533333553° 42′ N, 008° 32′ O53.78.5333333333333
Papenbüttel
(Hambergen)
Wesermünder Geest Ortsteil, Hügel Landkreis Osterholz !553.3000005508.816667553° 18′ N, 008° 49′ O53.38.8166666666667
Pennigbüttel Wesermünder Geest Stadtteil Stadt Osterholz-Scharmbeck !553.2500005508.816667553° 15′ N, 008° 49′ O53.258.8166666666667
Poppenbüttel Hamburg 1336 Stadtteil Stadt Hamburg !553.6600005510.085000553° 40′ N, 010° 05′ O53.6610.085
Ranzenbüttel
Berne
Wesermarsch Ortsteil Landkreis Wesermarsch !553.2000005508.500000553° 12′ N, 008° 30′ O53.28.5
Reinsbüttel Dithmarschen Gemeinde Kreis Dithmarschen !554.1833335508.916667554° 11′ N, 008° 55′ O54.1833333333338.9166666666667
Reinsbüttlerweide
(Reinsbüttel)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.1666675508.916667554° 10′ N, 008° 55′ O54.1666666666678.9166666666667
Ribbesbüttel Papenteich 1007 Gemeinde Landkreis Gifhorn !552.4333335510.516667552° 26′ N, 010° 31′ O52.43333333333310.516666666667
Ritzebüttel Land Wursten <1394 ehemaliges Amt Stadt Cuxhaven !553.8527785508.690278553° 51′ N, 008° 41′ O53.8527777777788.6902777777778
Ritzenbüttel
(Lemwerder)
Wesermarsch Siedlung Landkreis Wesermarsch !553.1666675508.583333553° 10′ N, 008° 35′ O53.1666666666678.5833333333333
Rötgesbüttel Papenteich ~1226 Gemeinde Landkreis Gifhorn !552.4166675510.533333552° 25′ N, 010° 32′ O52.41666666666710.533333333333
Rolfsbüttel
(Adenbüttel)
Papenteich 1191 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.4000005510.416667552° 24′ N, 010° 25′ O52.410.416666666667
Sarzbüttel Dithmarschen Gemeinde Kreis Dithmarschen !554.1166675509.183333554° 07′ N, 009° 11′ O54.1166666666679.1833333333333
Siezbüttel Heide-Itzehoer Geest Gemeinde Kreis Steinburg !554.0333335509.450000554° 02′ N, 009° 27′ O54.0333333333339.45
Speckenbüttel Bremerhaven Stadtbezirk Stadt Bremerhaven !553.6000005508.566667553° 36′ N, 008° 34′ O53.68.5666666666667
Stickenbüttel Land Wursten Stadtteil Stadt Cuxhaven !553.8666675508.650000553° 52′ N, 008° 39′ O53.8666666666678.65
Tensbüttel-Röst Dithmarschen 1329 Gemeinde Kreis Dithmarschen !554.1000005509.216667554° 06′ N, 009° 13′ O54.19.2166666666667
Thuringesbüttel Braunschweiger Land Wüstung Stadt Braunschweig
Todenbüttel Schleswigsche Geest Gemeinde Kreis Rendsburg-Eckernförde !554.1333335509.550000554° 08′ N, 009° 33′ O54.1333333333339.55
Tremsbüttel Hamburg 1302 Gemeinde Kreis Stormarn !553.7441675510.311111553° 45′ N, 010° 19′ O53.74416666666710.311111111111
Vettenbüttel
(Diekhusen-Fahrstedt)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !553.9500005509.033333553° 57′ N, 009° 02′ O53.959.0333333333333
Vollbüttel
(Ribbesbüttel)
Papenteich 1284 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.4333335510.483333552° 26′ N, 010° 29′ O52.43333333333310.483333333333
Wales Buttel/Sloren-Buttel Wesermarsch Landkreis Wesermarsch !553.1959815508.388405553° 12′ N, 008° 23′ O53.1959818.388405
Warmbüttel Papenteich 1226 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.4000005510.466667552° 24′ N, 010° 28′ O52.410.466666666667
Gut Warxbüttel Papenteich 1338 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.3666675510.433333552° 22′ N, 010° 26′ O52.36666666666710.433333333333
Wasbüttel
Papenteich 1022 Gemeinde Landkreis Gifhorn !552.4166675510.600000552° 25′ N, 010° 36′ O52.41666666666710.6
Watenbüttel Braunschweiger Land Stadtteil Stadt Braunschweig !552.3000005510.466667552° 18′ N, 010° 28′ O52.310.466666666667
Wedesbüttel
(Meine)
Papenteich 1022 Ortsteil Landkreis Gifhorn !552.3833335510.583333552° 23′ N, 010° 35′ O52.38333333333310.583333333333
Wellingsbüttel Hamburg 1296 Stadtteil Stadt Hamburg !553.6413895510.082222553° 38′ N, 010° 05′ O53.64138888888910.082222222222
Welmbüttel Dithmarschen 1402 Gemeinde Kreis Dithmarschen !554.2000005509.250000554° 12′ N, 009° 15′ O54.29.25
Wendenbutle Papenteich 1007 Wüstung Landkreis Gifhorn !552.3666675510.483333552° 22′ N, 010° 29′ O52.36666666666710.483333333333
Wennbüttel Dithmarschen Gemeinde Kreis Dithmarschen !554.1166675509.316667554° 07′ N, 009° 19′ O54.1166666666679.3166666666667
Westerbüttel Dithmarschen eingemeindet in Brunsbüttel Kreis Dithmarschen !553.9166675509.150000553° 55′ N, 009° 09′ O53.9166666666679.15
Wienebüttel Lüneburger Heide eingemeindet in Lüneburg Stadt Lüneburg !553.2666675510.366667553° 16′ N, 010° 22′ O53.26666666666710.366666666667
Wohlenbüttel
Oldendorf
Lüneburger Heide Ortsteil Landkreis Lüneburg !553.1422225510.199722553° 09′ N, 010° 12′ O53.14222222222210.199722222222
Wolfenbüttel Braunschweiger Land 1118 Kreisstadt Landkreis Wolfenbüttel !552.1666675510.533333552° 10′ N, 010° 32′ O52.16666666666710.533333333333
Wolfenbüttel
(Busenwurth)
Dithmarschen Ortsteil Kreis Dithmarschen !554.0333335509.083333554° 02′ N, 009° 05′ O54.0333333333339.0833333333333
Wulsbüttel Wesermünder Geest 1934 Gemeinde Landkreis Cuxhaven !553.3166675508.666667553° 19′ N, 008° 40′ O53.3166666666678.6666666666667
Wunderbüttel
(Wittingen)
Lüneburger Heide Stadtteil Landkreis Gifhorn !552.7000005510.666667552° 42′ N, 010° 40′ O52.710.666666666667

  Literatur

  • Casemir, K.: Die Ortsnamen auf -büttel. Namenkundliche Informationen 19, 1997
  • Fiesel, L.: Ortsnamensforschung und frühmittelalterliche Siedlungen in Niedersachsen, Halle 1934
  • Johann Ulrich Folkers: Die Herkunft der Ortsnamen auf -büttel in Schleswig-Holstein. Zugleich ein Beitrag zur Rundlingsfrage, in: ZSHG 62 (1934), S. 1 bis 84.
  • Meibeyer, W.: Siedlungskundliches über den Papenteich und die Frage seiner -büttel-Orte – Die Besiedlung des alten Nordwaldes zwischen Gifhorn und Braunschweig während des frühen Mittelalters, 2. Auflage, Gifhorn 2004
  • Heinrich Wesche: Unsere niedersächsischen Ortsnamen, Alfeld 1957.

  Weblinks

  Quellen

  1. a b c Wolfgang Meibeyer: Siedlungskundliches über den Papenteich und die Frage seiner -büttel-Orte; Gifhorn 2004; ISBN 3-929632-70-5
  2. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Aufl., Neumünster 1992, S. 190 f.
  3. Heinz Klose: Unsere „Büttelei“. In: Geschichtliches aus dem Papenteich. Berlin 1983, Seite 57ff, ISBN 3-87040-029-3.
  4. H. Wesche: Unsere niedersächsischen Ortsnamen. Alfeld 1957
  5. L. Fiesel: Franken im Ausbau sächsischen Landes. In: Niedersächsisches Jahrbuch 1972
  6. E. Schröder: Buchbesprechung über L. Fiesel. In Niedersächsisches Jahrbuch 1934
  7. K. Fiesel: Geschichten und Bilder aus dem Papenteich. Gifhorn 1897
  8. J. U. Folkers: Die Herkunft der Ortsnamen auf -büttel in Schleswig-Holstein. In: ZSHG 62 (1934), S. 1 bis 84.
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