Essen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Karte | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Logo | Wahlsprüche | ||||||
| Essen, die Einkaufsstadt und Essen, die Ruhrstadt | |||||||
| Basisdaten | |||||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||||
| Landschaftsverband: | Rheinland | ||||||
| Regionalverband Ruhr | |||||||
| Kreis: | Kreisfreie Stadt | ||||||
| Geografische Lage: | Koordinaten: 51° 27' N, 07° 01' O51° 27' N, 07° 01' O | ||||||
| Höhe: | 26,5 bis 202,5 m ü. NN [1] | ||||||
| durchschn. Höhenlage: | 116 Meter ü. NN | ||||||
| Fläche: | 210,37 km² | ||||||
| Einwohner: | 581.031 (30. Juni 2007) [2] | ||||||
| Bevölkerungsdichte: | 2.772 Einwohner je km² | ||||||
| Postleitzahlen: | 45001-45359 | ||||||
| Vorwahlen: | 0201, 02054 (Essen-Kettwig) | ||||||
| Kfz-Kennzeichen: | E | ||||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 13 000 | ||||||
| UN/LOCODE: | DE ESS | ||||||
| Gliederung des Stadtgebiets: |
9 Stadtbezirke mit 50 Stadtteilen |
||||||
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Porscheplatz 1 45121 Essen |
||||||
| Webseite: | www.essen.de | ||||||
| Politik | |||||||
| Oberbürgermeister: | Wolfgang Reiniger (CDU) | ||||||
| Schuldenstand: | 1.053.500 Mrd. € (Stand: 1. Januar 2007) |
||||||
| Bevölkerung (Stand: 31. Dezember 2006) | |||||||
| Arbeitslosenquote: | 13,4 % (Juli 2007) | ||||||
| Ausländeranteil: | 10,1 % | ||||||
| Altersstruktur: |
|
||||||
Essen ist eine Stadt im Zentrum des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf ist eines der Oberzentren des Landes und zählt mit knapp 581.000 Einwohnern zu den größten deutschen Städten. Die Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2010 ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland und im Regionalverband Ruhr.
Früher eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie in Deutschland (mit eigener Kuxbörse), hat Essen heute – wiewohl noch immer industriell geprägt – einen starken Dienstleistungssektor entwickelt. Die Stadt ist seit 1958 römisch-katholischer Bischofssitz und seit 1972 Universitätsstadt.
Inhaltsverzeichnis
|
Geographie
Essen liegt im Zentrum des Ruhrgebietes nördlich des Flusses Ruhr, der zwischen den Stadtteilen Kupferdreh, Heisingen und Werden den Baldeneysee bildet. Die mittlere Höhenlage der Stadt beträgt 116 Meter ü. NN. Die höchste Erhebung des Stadtgebiets befindet sich in Heidhausen und beträgt 202,5, die tiefste Stelle in Karnap misst 26,5 Meter ü. NN.
Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 21 Kilometer und in West-Ost-Richtung 17 Kilometer. Die Länge der Stadtgrenze beläuft sich auf 87 Kilometer.
Nachbargemeinden
Folgende Städte grenzen an die Stadt Essen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Gelsenkirchen und Bochum (beides kreisfreie Städte), Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis), Velbert, Heiligenhaus und Ratingen (alle Kreis Mettmann), Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Bottrop (alles kreisfreie Städte) sowie Gladbeck (Kreis Recklinghausen)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Essens besteht aus neun Stadtbezirken. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung mit jeweils 19 Mitgliedern. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Stadtbezirke werden mit römischen Zahlen und mit einem besonderen Namen, der teilweise auch aus mehreren Stadtteilnamen besteht, gekennzeichnet. Die neun Stadtbezirke sind in insgesamt 50 Stadtteile unterteilt. Die meisten der Stadtteile waren früher einmal selbstständige Gemeinden und verloren ihre Selbständigkeit durch Eingemeindung. Die Stadtteile werden mit einer zweistelligen arabischen Zahl gekennzeichnet.
Klima
Die durchschnittliche Temperatur in Essen beträgt 9,6 °C im Jahresmittel. Die Niederschlagsmenge beträgt 829 Millimeter. Der kälteste Monat ist der Januar mit 1,5 °C, der wärmste Monat ist der Juli mit 17,5 °C. Der meiste Niederschlag fällt im August. Er beträgt 90 Millimetern.
Geschichte
Herkunft des Namens
Der Name der Stadt änderte sich im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich. Während die Stadt in den ersten Erwähnungen noch Astnide (älteste Form: Astnithi) genannt wurde, änderte er sich über Astnidum, Astanidum, Asbidi, Asnid, Assinde, Asnida, Assindia, Essendia, Esnede, Essende, Essend zum heutigen Essen. Vermutungen legen nah, dass der Name ursprünglich eine Eschengegend bezeichnete oder eine Gegend im Osten. Falsch hingegen ist die Verbindung zu dem altdeutschen Begriff Esse, welches ein Wortspiel aus dem 19. Jahrhundert ist und eine Verbindung zwischen den Namen und dem damaligen Erscheinungsbild herstellt.
Vorgeschichte
Schon lange vor der Zeit der Stiftsgründung war die Gegend des heutigen Stadtgebietes besiedelt. 1928 wurde z.B. mit der Vogelheimer Klinge ein Zeugnis der Vorgeschichte entdeckt. Weitere Funde der Zeit von 120.000 – 10.000 vor Christus konnten bis in die jüngste Zeit auch in anderen Stadtteilen gemacht werden (Burgaltendorf, Fischlaken, Fulerum, Überruhr, Werden).
Essen lag im Siedlungsgebiet mehrerer germanischer Stämme (Chatten, Brukterer, Marser), deren genaue Abgrenzung allerdings schwierig ist.
Zu Beginn unserer Zeitrechnung entstand die Fliehburg Alteburg im Essener Süden, die in den 1920er und 1930er Jahren in großen Teilen ergraben wurde. Sie wurde vermutlich bis zum 8. Jahrhundert genutzt. Östlich davon liegt die Herrenburg, die wohl aus dem 8. Jahrhundert stammt.
Stiftsgründung
Um 845 gründet der spätere Bischof von Hildesheim, Altfrid, das Stift Essen für die Töchter des sächsischen Adels vermutlich auf eigenem Grund, genannt Astnithi bzw. coenobium Astnide. Als erste Äbtissin setzte er seine Verwandte Gerswit ein.
Seit etwa 800 (799) gab es etwas weiter südlich, im heutigen Stadtteil Werden, das Kloster Werden, ein Benediktiner-Kloster, das die Missionsarbeit bei den Sachsen im Harzraum (Helmstedt/Halberstadt) vorantreiben sollte. Beide, Damenstift und Kloster, standen bereits im vollständig christianisiertem Umfeld. Um etwa 852 begann der Bau der Stiftskirche begonnen, die 870 fertiggestellt wurde. Um das Damenstift herum gab es bereits vor seiner Errichtung eine Befestigung und einige Gehöfte. Die Kirche wurde nach einem Großbrand 946, der auch die Ansiedlung vernichtete, erheblich erweitert; auf ihren Fundamenten steht heute das Essener Münster im Zentrum der Stadt. Das erste belegbare urkundliche Datum für Essen ist 898: Zu dieser Zeit werden dem Stift vom lothringischen König Zwentibold linksrheinische Besitzungen vermacht. Eine Urkunde, welche scheinbar aus dem Jahr 870 stammt und die Stiftsgründung beschreibt, wird heute im allgemeinen als Fälschung aus dem 11. Jahrhundert betrachtet; auch scheinen zum Zeitpunkt der Fälschung keine älteren Dokumente vorgelegen zu haben, wie bis vor einiger Zeit noch angenommen wurde.
Dieses Damenstift (in dem sich zur Feier der Messe Kanoniker aufhielten) war kein Kloster, sondern eine Art Wohn- und Bildungsstätte für unverheiratete Töchter und Witwen des Hochadels; geleitet wurde es von einer Äbtissin, diese war als einzige zum Ablegen eines Keuschheitsgelübdes verpflichtet.
Eine der bemerkenswertesten dieser Damen ist die Äbtissin Mathilde. Sie ist Enkelin des Kaisers Otto I., und übernimmt die Stiftsleitung ab 971. Vierzig Jahre lenkt sie die Geschicke des Stifts (und der zugehörigen Ländereien), und sie schafft es, den Kirchenschatz um wertvollste Stücke (unter anderem die Goldene Madonna, die älteste vollplastische Madonnenfigur der Welt) zu bereichern. Nach Mathilde übernimmt Sophia die Stiftsleitung, Tochter Kaiser Ottos II.
1041, unter der Stiftsleitung durch die dritte Dame königlichen Geblütes in Folge, Theophanu, einer Enkelin Ottos II., erhält das schon 1003 als Stadt erwähnte Essen das Marktrecht. Zehn Jahre später, 1051, wird das Münster ein weiteres Mal verändert und erweitert: dieser Anbau ist der Ostteil mit Krypta, in dem der Hl. Altfried, Mathilde und Theophanu bestattet sind.
Das Damenstift, das bis dato nur einflussreicher Landbesitzer war, bekommt 1216 seine Position als Fürstensitz offiziell bestätigt: Kaiser Friedrich II. nennt die damalige Äbtissin in einem Brief Reichsfürstin – was sie dem Abt des nahe gelegenen Klosters Werden gleichstellt.
1244 wird von der Gemeinschaft der Ministerialen des Stiftes und die Bürger der Stadt gemeinsam eine Stadtmauer errichten. Die Urkunde hierüber ist die erste, die das Essener Stadtsiegel enthält. Die Essener Bürger entwickeln ein Bürgerbewusstsein.
König Rudolf bestätigt zwar 1290 wieder der Fürstäbtissin ihre Landeshoheit über die Stadt, kann diese aber nicht vollständig wiederherstellen: Die Bürgerschaft liegt im Konflikt mit dem Stift, die wachsende Stadt fordert die Selbstverwaltung: 1336 gibt es den ersten Versuch, die Reichsunmittelbarkeit zu erhalten, es dauert aber noch über vierzig Jahre, bis 1377, dann gewährt Kaiser Karl IV. der Stadt den begehrten Titel der freien Reichsstadt – fünf Jahre, nachdem er der damals amtierenden Äbtissin Elisabeth von Nassau das genaue Gegenteil bestätigt hatte.
Aus dem 14. Jahrhundert stammen auch die ersten Belege über bergmännische Tätigkeiten in Essen: 1349 erhält die Fürstäbtissin das Recht, die Bodenschätze auszubeuten, 1354 wird nachweislich Silber abgebaut. Kohle in Essen wird zwar 1371 zum ersten Mal erwähnt, aber das erste Kohlebergwerk ist erst für 1450 verzeichnet.
Die Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Stift um die Vorherrschaft in der Region halten an bis zur Auflösung des Stiftes 1803. Immer wieder gibt es rechtliche Streitereien. Einer der Prozesse dauert geschlagene 200 Jahre, bis das Reichskammergericht 1670 entscheidet, die Stadt müsse zwar den Äbtissinen gebührenden Gehorsam in Gebott und Verbott leisten, dürfe aber trotzdem alle alten Gewohnheitsrechte behalten. Somit bleibt die Situation zwischen Stadt und Stift bis zur Säkularisierung ungeklärt und konkurrenzbeladen. 1563 schließt sich die Stadt der Reformation an (20 Jahre, bevor sie die Reichsunmittelbarkeit und damit das Recht dazu hatte) und wird evangelisch. Als Kirche dient die Marktkirche, die aus dem 11. Jahrhundert stammt (urspr. St. Gertrudis). Dem katholischen Stift (das über keine Truppen verfügte, mit denen irgendetwas durchzusetzen gewesen wäre) bleibt in dieser Situation nichts anderes als zuzuschauen.
Am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wird Essen nachweislich Waffenschmiede. Gegen 1570 prosperiert das Büchsenmacherhandwerk. 1620 produzieren die Essener Schmiede 14.000 Gewehre und Pistolen; die Stadt wird strategisch interessant.
Der Dreißigjährige Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg stehen sich die evangelische Stadt und das Stift gegenüber. Die damalige Äbtissin Maria Clara von Spaur und Vallier holt 1623 die katholischen Spanier nach Essen, um gegenreformatorisch gegen die evangelische Stadt vorzugehen. 1624 wird ein Rekatholisierungsgesetz erlassen, der Kirchgang der Bürger kontrolliert. Die Stadt, nicht das Stift, ist für Kost und Logis der Besatzungstruppen zuständig. 1628 klagen die Essener dagegen vor dem Reichskammergericht.
1629 stürmen die Holländer die Stadt. Maria Clara flieht am 4. November dieses Jahres ins katholische Köln. Im Sommer 1631 kommt sie im Gefolge einer bayerischen Garnison unter Gottfried Heinrich zu Pappenheim zurück, muss aber schon im September wieder abziehen. Maria Clara stirbt 1644 in Köln.
Insgesamt sind die Essener vom Krieg schwer geschlagen, es kommt immer wieder zu Verhaftungen, zur Verschleppung von Menschen und zur Pressung in den Kriegsdienst.
Auch nach dem Westfälischen Frieden bleiben die Truppen noch eine Zeit lang, die letzten Truppen verlassen Essen am 9. September 1650.
Industrialisierung
Essen und die krupp'sche Industrie haben sich über viele Jahre gegenseitig beeinflusst. Die Familie Krupp ist seit dem 16. Jahrhundert ansässig gewesen und bekleidete hohe Ämter. Friedrich Krupp gründete im Jahre 1811 eine Gussstahlfabrik und dies gab den Bewohnern der Stadt viele Jahre Brot und Geld, obwohl die Geschäfte anfangs nicht so gut liefen. Die Beschäftigung der Arbeiter war auch der Grund für die Zunahme der Bevölkerung von Essen. Doch die Ära der Familie Krupp endete im Jahre 1967 mit der Abdankung von Arndt von Bohlen und Halbach.
[…] Der Industrielle Friedrich Grillo stiftet der aufstrebenden Stadt 1892 ein Theater und Opernhaus. Das heute noch unter dem Namen Grillo-Theater als Stadttheater fungierende Gebäude wird im neoklassizistischen Stil in der Stadtmitte errichtet und am 16. September 1892 mit einer Aufführung von Gotthold Ephraim Lessings Minna von Barnhelm eingeweiht.
Eingemeindungen
Das Gebiet der heutigen Stadt Essen gehörte vor 1800 zum Reichsstift Essen (Essen, Stadtrecht seit 1244, Altenessen, Borbeck und Steele), zur Reichsabtei Werden (Stadt Werden, Stadtrecht seit 1256 sowie Bredeney, Heisingen und Kettwig) und zum Herzogtum Berg. Die einzelnen Orte innerhalb des Herzogtums Berg verteilten sich auf folgende Verwaltungen: Kettwig vor der Brücke (Amt Angermund), Fulerum und Haarzopf (Herrschaft Broich) sowie Dilldorf und Voßnacken (Herrschaft Hardenberg). Das Dorf Oefte war zwischen dem Herzogtum Berg und der Reichsabtei Werden strittig. (Burg-)Altendorf, Horst und Königssteele, das vor 1718 nur Steele hieß und bereits seit der Wende des 15. Jahrhundert zum 16. Jahrhundert Stadt war, gehörten zum Landkreis Hörde in der preußischen Grafschaft Mark. In französischer Zeit kam das gesamte Gebiet zum Großherzogtum Berg und 1815 an Preußen. Danach gehörten die Orte zu den Landkreisen Essen, Mettmann und Düsseldorf im Regierungsbezirk Düsseldorf beziehungsweise zum Landkreis Bochum im Regierungsbezirk Arnsberg. Diese vier Landkreise veränderten sich in den folgenden Jahrzehnten mehrmals, bis sie entweder ganz aufgelöst oder umbenannt und in ihrem Zuschnitt stark verändert wurden. Einen Landkreis Essen gab es zunächst bis 1823, als er mit dem Landkreis Dinslaken zum Landkreis Duisburg vereinigt wurde, und erneut ab 1857. Er umfasste die Städte Essen, Kettwig, Mülheim an der Ruhr, Steele und Werden sowie die Bürgermeistereien Altenessen, Borbeck, Kettwig-Land, Mülheim-Land, Steele-Land, Styrum und Werden-Land. 1873 wird die Stadt Essen ausgekreist und aus dem Landkreis Essen der neue Landkreis Mülheim an der Ruhr gebildet.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Essen lediglich die alte Reichsstadt beziehungsweise das Reichsstift Essen. Ab 1901 folgten in die stetig wachsende Stadt eine Reihe von Gebietsänderungen: 1901 wurde die Bürgermeisterei Altendorf eingemeindet, das erst 1874 von der Bürgermeisterei Borbeck gelöst worden war. 1905 folgte die Bürgermeisterei Rüttenscheid, die bis 1884 Teil der Bürgermeisterei Stoppenberg, danach der Bürgermeisterei Rellinghausens und erst ab 1900 eigenständig war. Das seit 1874 zur Bürgermeisterei Stoppenberg gehörende Huttrop wurde 1908 geschluckt. 1910 ging die Bürgermeisterei Rellinghausen teilweise in Essen auf (jedoch ohne Heisingen, das zunächst selbständige Bürgermeisterei wurde), ebenfalls wurde Fulerum aus der Bürgermeisterei Heißen gelöst und an Essen angegliedert. Die Bürgermeistereien Borbeck, Altenessen und Bredeney wurden 1915 aufgelöst und ihr Gebiet zum Teil nach Essen eingemeindet, aus dem ehemaligen Borbeck ging jedoch ein kleiner Teil Frintrops an Oberhausen; *Karnap, vorher ein Teil Altenessens, wurde selbstständig. (Bredeney war bis 1902 Teil von Kettwig-Land, dann eigene Bürgermeisterei Zweihonnschaften, 1903 umbenannt in Bredeney; Unterbredeney kam jedoch 1915 zu Werden; zu Bredeney gehörte seit 1910 der ab 1846 zur Bürgermeisterei Mülheim-Land und ab 1878 zur Bürgermeisterei Heißen im Landkreis Mülheim an der Ruhr gehörige Ort Haarzopf.)
Am 1. August 1929 wurde der Landkreis Essen aufgelöst und seine Gemeinden überwiegend in die Stadt Essen eingegliedert. Lediglich die Stadt Kettwig blieb selbständig und wurde dem Landkreis Düsseldorf-Mettmann angegliedert. Aufgelöst wurden die Stadt Steele (mit den 1876 eingegliederten, damals zur Bürgermeisterei Steele-Land gehörigen Teilen von Bergerhausen und dem 1926 eingegliederten Amt Königssteele, das 1885 aus den zum Amt Wattenscheid gehörigen Orten Eiberg, Freisenbruch und Königssteele sowie aus dem zum Amt Hattingen gehörigen Ort Horst gebildet worden war und zum Landkreis Hattingen, früher Landkreis Bochum, gehörte), die Stadt Werden (mit dem 1915 eingegliederten Unterbredeney), die Bürgermeisterei Heisingen (ab 1910 selbständige Bürgermeisterei), die Bürgermeisterei Karnap, die Bürgermeisterei Kray (bis 1906 zur Bürgermeisterei Stoppenberg, dann eigene Bürgermeisterei Kray-Leithe und 1921 Umbenennung in Kray), die Bürgermeisterei Kupferdreh (bis 1896 zur Bürgermeisterei Werden-Land, dann eigene Bürgermeisterei; 1899 Eingliederung der Bauernschaft Dilldorf (Bürgermeisterei Hardenberg) und Teilen der Bauernschaften Rodberg und Voßnacken), die Bürgermeisterei Überruhr (1857 als Bürgermeisterei Steele-Land gebildet und 1894 umbenannt), die Bürgermeisterei Werden-Land (1857 gebildet), sowie das Amt Stoppenberg (1874 aus Teilen der Bürgermeisterei Altenessen gebildet; Rotthausen wurde jedoch 1923 nach Gelsenkirchen eingegliedert).
Eine zweite Phase der Stadtvergrößerung folgte erst weit nach dem Zweiten Weltkrieg, 1970 kam das südlich gelegene Altendorf unter dem heutigen Namen Burgaltendorf (Landkreis Bochum, ab 1885 Landkreis Hattingen, ab 1929 Ennepe-Ruhr-Kreis) zu Essen, 1975 wurde die Stadt Kettwig (Kreis Düsseldorf-Mettmann, mit der größtenteils 1875 eingegliederten Gemarkung Kettwiger Umstand, dem 1857 gebildeten und 1929 eingegliederten Amt Kettwig-Land, dem 1930 eingegliederten Kettwig vor der Brücke und dem 1936 eingegliederten Oefte, das seit 1897 zur Bürgermeisterei Heiligenhaus und zuvor zur Bürgermeisterei Velbert gehörte) aufgelöst und nach Essen eingemeindet.
Eine bereits vom Düsseldorfer Landeskabinett beschlossene Eingemeindung der Stadt Bottrop mit dem Kirchhellener Stadtteil Grafenwald nach Essen wurde im Frühjahr 1976 sowohl vom Rat der Stadt Essen als auch vom Landtag NRW abgelehnt. Wäre es zu einer Eingemeindung gekommen, wäre die Einwohnerzahl von Essen auf gut 790.000 Einwohner angewachsen.
Zu *Karnap, war bis 1929 eigenständig und gehörte damals noch nicht zum Stadtteil Altenessen, sondern zum Stift-Essen. Siehe hierzu die Chronik der Karnaper Geschichte (1552)vdh.
Gebietsentwicklung
| Datum | Eingemeindung | Hinzugekommene Fläche in Hektar |
Neue Gesamt- fläche in Hektar |
|---|---|---|---|
| 3. Februar 1873 | Stadtkreis wird gebildet | 881,62 | 881,62 |
| 1. April 1897 | Altenbergshof aus Altenessen | 85,26 | 966,88 |
| 1. April 1898 | Bernewäldchen aus Huttrop | 31,11 | 997,99 |
| 1. August 1901 | Altendorf | 945,91 | 1.943,90 |
| 1. Juli 1905 | Rüttenscheid | 597,01 | 2.541,82 |
| 1. April 1908 | Huttrop | 285,35 | 2.827,17 |
| 1. April 1910 | Rellinghausen | 945,69 | |
| 1. April 1910 | Fulerum | 156,08 | 3.928,94 |
| 1. April 1915 | Altenessen | 1.108,46 | |
| 1. April 1915 | Bredeney | 1.698,21 | |
| 1. April 1915 | Borbeck | 2.756,03 | |
| 1. April 1915 | Haarzopf | 256,39 | 9.748,03 |
| 1. August 1929 | Frillendorf | 242,47 | |
| 1. August 1929 | Heisingen | 630,80 | |
| 1. August 1929 | Karnap | 349,67 | |
| 1. August 1929 | Katernberg | 564,83 | |
| 1. August 1929 | Kray | 962,58 | |
| 1. August 1929 | Kupferdreh | 1.341,80 | |
| 1. August 1929 | Schonnebeck | 295,35 | |
| 1. August 1929 | Steele | 1.101,76 | |
| 1. August 1929 | Stoppenberg | 526,08 | |
| 1. August 1929 | Überruhr | 666,58 | |
| 1. August 1929 | Werden Land | 2.008,39 | |
| 1. August 1929 | Werden Stadt | 417,31 | 18.855,65 |
| 1. Januar 1970 | Burgaltendorf | 616,81 | 19.472,46 |
| 1. Januar 1975 | Kettwig | 1.540,17 | 21.012,63 |
Religionen
Christentum
Das Stift Essen unterstand zum Leidwesen des Erzbistums Köln direkt dem Papst. Erste Pfarrkirche war vermutlich die Stiftskirche. Später wurde St. Gertrud für den nördlichen Bereich (mit Altenessen und Karnap) und St. Johann für den südlichen Bereich (mit Altendorf, Frohnhausen, Holsterhausen, Frillendorf, Rüttenscheid und Huttrop) der Stadt Pfarrkirche. Ab 1524 wurde in der Stadt gelegentlich evangelisch gepredigt. Im Jahre 1543 trat ein evangelischer Prediger auf und ab 1560 wurde in der St. Gertrudiskirche auch deutsch gesungen. Auf Beschluss des Rates der Stadt wurde 1563 die Reformation endgültig eingeführt. Die Stadt versuchte damit, ihren Status als Freie Reichsstadt zu festigen. Ab 1563 war die St. Gertrudiskirche dauerhaft den Protestanten zur Nutzung überlassen worden. Danach nahm die Münsterkirche den Rang der Essener Pfarrkirche für die Katholiken ein. Fortan waren somit in Essen beide Konfessionen nebeneinander vertreten. Das Stift blieb katholisch, die Stadt war evangelisch. Gab es ab 1571 unter den Protestanten zunächst nur eine lutherische Gemeinde, so wurde ab 1655 vom Rat auch eine reformierte Gemeinde anerkannt. Ab 1605 konnte die Gegenreformation teilweise Fuß fassen, was zur Folge hatte, dass die St. Gertrudiskirche teilweise wieder katholisch wurde. Die endgültige Aufgabe der Reichsfreiheit musste die Stadt 1670 zwar anerkennen, doch war dies ohne Folgen für die bisherigen konfessionellen Unterschiede. Bis 1802 wurden die kirchlichen Angelegenheiten vom Rat beziehungsweise vom Stift erledigt. Die reformierte Gemeinde war autonom. Das Verhältnis beider Konfessionen war etwa ausgewogen.
1802 wurde die lutherische Gemeinde Essen dem preußischen Konsistorium der Grafschaft Mark, 1809 dem klevisch-lutherischen Konsistorium des Großherzogtums Berg und ab 1815 der Düsseldorfer Kreissynode zugeteilt. Sie gehörte damit zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen späterer rheinischer Provinzialkirche. Essen wurde Sitz einer Superintendentur, aus der später der Kirchenkreis Essen hervorging. Dieser wurde in die drei Kirchenkreise Essen-Mitte, Essen-Nord und Essen-Süd innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland geteilt. Zu den drei Kirchenkreisen gehören heute insgesamt 31 Kirchengemeinden. Diese bilden zusammen mit den drei Kirchenkreisen seit 1972 den „Evangelischen Stadtkirchenverband Essen“.
Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition zur Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche Preußens. Die Altlutheraner bestanden auf ihre Religionsfreiheit, indem sie uneingeschränkt lutherische Gottesdienste, Verfassung und Lehre forderten. Nach harter Verfolgungszeit seitens des Staates konnte sie sich 1841 unter König Friedrich Wilhelm IV konstituieren und wurde anerkannt. Durch die Einführung der Union in Essen entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirchengemeinde Essen 1844. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Westfalen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.
Durch die Aufhebung des Stiftes fielen die katholischen Pfarreien 1802 zum Erzbistum Köln. 1958 wurde Essen Sitz eines eigenen Bistums. Die Pfarrgemeinden des heutigen Stadtteils Essen-Kettwig gehören nach wie vor zum Dekanat Ratingen und damit zum Erzbistum Köln.
Gegenwärtig 58 Pfarrgemeinden gehören zum Stadtdekanat Essen, das sich in die Dekanate Essen-Mitte, Essen-Altendorf, Essen-Borbeck, Essen-Heisingen-Kupferdreh, Essen-Rellinghausen, Essen-Steele, Essen-Stoppenberg und Essen-Werden aufteilt. Gemeinsam bilden sie den katholischen Stadtkirchenverband / Gemeindeverband (K. d. ö. R.) (seit 1925) als Träger kirchlicher Aufgaben auf Stadtebene (Familienbildung, Jugendseelsorge/Jugendberufshilfe, Beratungsdienste, Öffentlichkeitsarbeit) und als Dienstleister und Zweckverband der Gemeinden. Die Katholische Stadtkirche ist zentral erreichbar im Katholischen Stadthaus (Bernestr. 5, 45127 Essen). Das Stadtdekanat Essen umfasst etwa ein Viertel der Katholiken und der Gemeinden des Bistums.
Mittlerweile wird jedoch die Essener Bistumsstruktur aufgrund diözesaner Entscheidungen sehr grundlegend verändert. In der Stadt Essen soll es ab 2009 nur noch zehn sogenannte Großpfarreien (kirchliche Körperschaften) geben, die jeweils mehrere Pfarrbezirke (Gemeinden) umfassen. Langfristig sollen auch bis zu 26 katholische Kirchen in Essen aufgegeben werden (vgl. Bistum Essen). Weiterhin sollen die inhaltlichen stadtkirchlichen Einrichtungen (z.B. Familienbildung, Jugendseelsorge) und pastoralen Angebote (z.B. Beratungsdienste) reduziert und diözesan in neue zentrale Trägerstrukturen zusammengeführt werden. Auch die Anzahl der katholischen Kindertagesstätten wird den finanziellen und demografischen Entwicklungen angepasst; ihre inhaltliche Steuerung und Verwaltung werden ebenfalls diözesan zentralisiert. Drei orthodoxe Gemeinden feiern ihre Gottesdienste in katholischen Kirchen in Essen: die russisch-orthodoxe Gemeinde zu den Hll. Uneigennützigen Kosmas und Damian (Maria Immaculata, Borbeck), die serbisch-orthodoxen (St. Stephanus, Frohnhausen) und die rumänisch-orthodoxen Christen (St. Ewaldi, Altenessen).
In den heute zu Essen gehörigen Städten und Gemeinden wurde im 16. Jahrhundert teilweise und sogar fast ausschließlich die Reformation eingeführt. Zum Beispiel wurde in Werden ab 1583 in der Clemenskirche evangelisch gepredigt. Im 17. Jahrhundert entstand auch eine reformierte Gemeinde. Steele wurde ab 1554 evangelisch. Um 1600 war fast ganz Steele protestantisch, wobei danach die Kirche aber von den Lutheranern, den Reformierten und den Katholiken zum Teil unter großen Reibereien gemeinsam genutzt wurde. In Kettwig trat 1609 die ganze Bevölkerung zum reformierten Bekenntnis über.
Daneben gibt es in Essen auch noch verschiedene Freikirchen, darunter mehrere Evangelisch-freikirchliche Gemeinden (Baptisten), Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche und Freie Evangelische Gemeinden (FeG).
Ferner sind in Essen auch die Neuapostolische Kirche und apostolische Gemeinden (Apostolische Gemeinschaft) vertreten.
Wallfahrt zur „Goldenen Madonna“
Den Fürstäbtissinnen verdankt das 1958 geschaffene Bistum Essen, welches schon kurz nach seiner Gründung „Ruhrbistum“ genannt wurde, einen bedeutenden Essener Domschatz. Zeugnisse dieser Zeit sind noch heute zu bewundern: das romanische Westwerk, die Krypta, das Atrium des Doms und vor allem die großartigen Werke der Goldschmiedekunst im Essener Kirchenschatz.
Im Mittelpunkt steht die Goldene Madonna, um das Jahr 980 entstanden, ist sie das erste vollplastische Abbild der Gottesmutter und eines der bedeutendsten Kunstwerke des Abendlandes. Das Gnadenbild ist aus Pappelholz geschnitzt und völlig mit Goldblech überzogen, sie trägt die Bezeichnung: „Mutter vom Guten Rat“. Nachdem Papst Johannes XXIII. Maria 1959 zur Patronin des Bistums Essen erhoben hatte, wurde sie vom damaligen Bischof Franz Hengsbach an das Tageslicht der Öffentlichkeit geholt und bekam im Dom einen Standort, der für jedermann zugänglich war. Seit dieser Zeit ist sie das Ziel zahlreicher Pilger.
Judentum
Der jüdischen Kultusgemeinde gehören 794 Mitglieder an. Die Gemeinde und die neue Synagoge befinden sich in der Sedanstraße. Die Gemeinde verfügt über eine Mikwe, einen Friedhof, einen Kindergarten, eine Bibliothek, einen Sportverein (Makkabi) und ein Jugendzentrum. Der Gemeinderabbiner ist orthodoxer Ausrichtung.
Buddhismus
Im Jahr 1988 etablierte sich in der Herkulesstraße in Essen-Stadtmitte eine Gemeinschaft der "Freunde des westlichen Buddhistischen Ordens" FWBO.
Einwohnerentwicklung
Siehe Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Essen
1896 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000; Essen wurde zur Großstadt. 1962 zählte man umgerechnet auf das heutige Stadtgebiet 749.193 Einwohner (Kettwig und Burgaltendorf wurden erst später eingemeindet – im damaligen Stadtgebiet waren es 729.301), der bisher höchste Bevölkerungsstand war erreicht. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Essen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 585.430 (nur Hauptwohnsitze). Das bedeutet seit 1962 einen Rückgang um rund 20 Prozent. Die Tendenz ist weiter fallend, da der Sterbeüberschuss jedes Jahr eine Größe von circa 2500 bis 3000 Personen erreicht. Auch bei deutlichen Wanderungsgewinnen (welche die Stadt nicht vermeldet) führte dies zu einer schrumpfenden Bevölkerung.
Geschichtsvereine
Eine Vielzahl Essener Bürger beschäftigen sich haupt- oder ehrenamtlich mit der Geschichte der Stadt Essen und der Essener Stadtteile. Die meisten von ihnen haben sich zur „Arbeitsgemeinschaft Essener Geschichtsinitiativen“ zusammengeschlossen.
Der im Jahre 1880 gegründete Historische Verein für Stadt und Stift Essen e.V. ist einer der ältesten Geschichtsvereine Deutschlands.
Denkmäler im öffentlichen Raum
Alfred Krupp
Zu Ehren ihres Firmenchefs Alfred Krupp, der 1887 verstorben war, beschloss die Kruppsche Werksbelegschaft, ihm für seine hervorragenden Leistungen auf industriellem wie auf humanitärem Gebiete ein Denkmal vor dem Haupttor der Kruppwerke in Essen zu errichten.
Alfred Krupp wurde in anderthalbfacher Lebensgröße dargestellt. Zwei Assistenzfiguren flankierten ihn: links ein Schmied – als Symbol der Arbeit, rechts eine Arbeiterwitwe mit Kind, die die Humanitas verkörperte. 1892 wurde das Denkmal unter Beteiligung der Werksbelegschaft feierlich enthüllt. Das Standbild stürzte im Zweiten Weltkrieg von seinem Sockel und wurde 1954 in unmittelbarer Nähe seines ursprünglichen Standortes wieder aufgestellt. 1962 wurde es in den Park der Villa Hügel gebracht, 1999 dort durch einen Neuguss ersetzt. Das originale Standbild befindet sich heute im Ruhrlandmuseum in Essen.
Politik
Die Verwaltung der Stadt Essen oblag anfangs dem Stift beziehungsweise dessen untergeordneten Beamten. Seit 1335 werden zwei Bürgermeister aus der Mitte des Rates an der Spitze der Stadt erwähnt, wobei einer der beiden zugleich der Rentmeister ist. Ab dem 14. Jahrhundert gewann der Rat zunehmend an Bedeutung. In jener Zeit konnte Essen sogar die Reichsfreiheit erlangen, welche sie später jedoch wieder aufgeben musste. Der Rat wurde jährlich gewählt. Ab 1602 wurde aufgrund einer neuen Kurordnung der Rat indirekt durch 11 Kurherren der Gilden und Ämter gewählt. Zu den 14 Ratsmitgliedern gehörten zwei Bürgermeister und ein Rentmeister. 1804 ersetzte der preußische Staat den Rat durch einen Magistrat. 1807 wurde die großherzoglich-bergische dann preußische Munizipalverfassung eingeführt. Nach Einführung der Städteordnung 1856 gab es einen Bürgermeister und einen Rat. Der Bürgermeister erhielt später den Titel Oberbürgermeister.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. D
Boggle

